Siegerquoten zur Europameisterschaft – die Marge steckt in jeder Zahl

Updated Oktober 2026
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Ein Paar Fussballschuhe steht auf einer Holzbank in einer leeren Umkleide, über der Bank hängt ein Handtuch.

Stand: Oktober 29, 2026. Geprüft gegen die Bewilligungen der interkantonalen Geldspielaufsicht Gespa und die von ihr publizierte Sperrliste.

Im EM-Finale 2024 am 14. Juli 2024 im Olympiastadion Berlin besiegte Spanien England mit 2:1 und gewann seinen vierten EM-Titel.

Wer eine Siegerquote auf den Europameister sucht, sucht in Wahrheit zwei Dinge: eine Zahl und die Erklärung, was in ihr schon fehlt. Die Zahl steht auf dem Wettschein. Was fehlt, steht nirgends – und genau dieser Rest ist der Preis des ganzen Geschäfts.

Spanien hat die letzte Ausgabe gewonnen, am 14. Juli 2024 im Berliner Olympiastadion mit 2:1 gegen England, der vierte EM-Titel des Landes. Im Sommer 2026 wird keine Europameisterschaft gespielt. Wer heute nach Quoten auf den EM-Sieger sucht, findet Kurse auf ein Turnier, das erst am 9. Juni 2028 in Cardiff beginnt und am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion endet. Ob diese Kurse gut sind, lässt sich nur beurteilen, wenn man weiss, was sie verschweigen.

Wie aus einer Quote eine Wahrscheinlichkeit wird

Eine Quote ist keine Vorhersage. Sie ist ein Preis, und in jedem Preis steckt ein Aufschlag. Die Umrechnung läuft rückwärts: Aus der Quote 1.90 ergibt sich 1 geteilt durch 1.90, also rund 0,526. Für eine Quote von 6.00 ergibt dieselbe Division etwa 0,167.

Ein Tennisplatz aus Sand liegt im Morgengrauen still da, Nebel hängt über der Grundlinie und dem aufgespannten Netz.
Die Fussball-Europameisterschaft 2028 findet mit 24 Nationen statt; Eröffnungsspiel ist am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London.

Solange man nur einen einzigen Ausgang ansieht, hat das keine Konsequenzen. Sobald man alle Ausgänge eines Marktes nebeneinanderlegt, addieren sich die Werte zu etwas, das über 1 liegt. Diese überschüssige Summe ist die Marge, und sie ist der Grund, warum ein Markt auf lange Sicht nicht aufgeht.

Nehmen wir einen bewusst einfachen Fall – ausdrücklich ein Rechenbeispiel, kein bei irgendeinem Veranstalter abgerufener Kurs: ein Zwei-Weg-Markt mit 1.90 auf der einen und 1.90 auf der anderen Seite. Zweimal 1/1.90 ergibt 1,0526. Auf 100 Prozent gerechnet sind das 105,26 Prozent. Die Auszahlungsquote dieses Marktes liegt also bei rund 94,7 Prozent, und die Marge bewegt sich in einem solchen Markt typischerweise in einem Bereich von 5 bis 6 Prozent.

Diese Zahl ist eine Spanne, keine Konstante. Sie hängt daran, wie viele Ausgänge der Markt hat und wie eng der Veranstalter ihn stellt. Ein Zwei-Weg-Markt ist die günstigste Konstruktion, die es gibt; je mehr Ausgänge dazukommen und je exotischer sie sind, desto breiter fällt der Aufschlag aus. In einem Markt mit zweiunddreissig Teilnehmern liegt er schon rechnerisch auf einem anderen Niveau als in einem mit zwei Seiten.

Für den Leser heisst das: Von jedem Franken, der in einem solchen Markt liegt, kommt über die Zeit rund 5,3 Rappen nicht zurück. Nicht als Gebühr auf der Abrechnung, sondern eingebaut in den Kurs. Die Marge ist die stille Gebühr eines jeden Wettscheins, und wer zwei Anbieter vergleicht, ohne die Marge zu vergleichen, vergleicht die Fassade.

Warum Zwei-Weg-Märkte die Rechnung verzerren

Zwei Seiten, zwei Quoten, eine saubere Summe – das ist die Rechnung, die sich im Kopf nachvollziehen lässt. Fussball in der K.-o.-Phase hat drei Ausgänge, ein Turniersieger-Markt hat so viele wie Teilnehmer. Mit jedem zusätzlichen Ausgang wächst die Summe der Kehrwerte, und mit ihr der Abstand zur 1. Ein Veranstalter, der in einem grossen Feld weiterhin bei 5 Prozent Aufschlag operieren wollte, müsste jede einzelne Quote schärfer stellen, als er es in der Regel tut.

Ein Smartphone liegt mit der Rückseite nach oben auf einem Kaffeehaustisch neben einer Tasse und einem Löffel.
Bei der Fussball-Europameisterschaft 2024 erzielten sechs Spieler je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz.

Was die Marge mit der Favoritenrolle macht

Der klare Favorit trägt denselben Aufschlag wie der Aussenseiter. Er trägt ihn nur anders sichtbar: Die Quote des Favoriten wird so kurz, dass sie kaum noch etwas wert erscheint, während die des Aussenseiters so lang wird, dass sie eine Chance suggeriert, die sie nicht verbrieft. Eine lange Quote ist kein Versprechen. Sie ist eine Behauptung des Veranstalters, für die er sich bezahlen lässt.

Einordnung: Vergleichbarkeit zwischen den Ausgaben

Zwischen den Ausgaben eines Turniers sind Siegerquoten kaum vergleichbar, weil drei Dinge gleichzeitig andere sind: die Teilnehmerzahl, der Modus und die Auslosung. 1960 begann das Turnier klein; seit 2016 spielen 24 Mannschaften, von 1996 bis 2012 waren es 16. Jede Änderung am Feld verschiebt die Wahrscheinlichkeit jedes einzelnen Teilnehmers und damit jede Quote. Ein Kurs, der heute auf den Turniersieg notiert wird, gilt für ein Feld, dessen Qualifikation noch nicht einmal ausgelost ist.

Die Qualifikation zur Europameisterschaft 2028 läuft über zwölf Gruppen mit vier oder fünf Teams; die zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt, die Auslosung findet am 6. Dezember 2026 in Belfast statt. Bis dahin existiert kein endgültiges Teilnehmerfeld, und jede Quote auf den Sieger ist ein Kurs auf eine Wahrscheinlichkeitsverteilung, die sich im Dezember noch einmal verschieben wird.

Anbieter Bewilligung in der Schweiz Veranstalter bzw. berichtete Bewilligung
Swisslos Sporttip ja – Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS Swisslos, Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport ja – Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne
Rollbit keine Schweizer Bewilligung berichtete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Bruce Bet keine Schweizer Bewilligung berichtete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
BetLabel keine Schweizer Bewilligung berichtete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Betscore keine Schweizer Bewilligung berichtete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Betovo keine Schweizer Bewilligung berichtete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
ZotaBet keine Schweizer Bewilligung berichtete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
N1 Bet keine Schweizer Bewilligung berichtete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
AmunRa keine Schweizer Bewilligung berichtete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)

Was an dieser Tabelle auffällt, ist nicht die Zahl der Zeilen, sondern ihre Verteilung: acht der zehn Namen haben mit der Schweiz rechtlich nichts zu tun. Sie tauchen in einem Vergleich auf, weil Spieler ihnen begegnen, nicht weil sie hier etwas dürften. Und sie tragen alle denselben Vermerk, aus gutem Grund – eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung, ganz gleich, aus welchem Land sie stammt.

Die zwei Zeilen mit Schweizer Bewilligung sind wiederum keine austauschbaren Optionen. Sie sind geografisch getrennt, und das ist keine Nebensache, sondern der Kern des Schweizer Modells.

Wer Wetten auf den Europameister überhaupt anbieten darf

Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019), und die Aufsicht liegt bei der Gespa in Bern. Die Eidgenössische Spielbankenkommission ist dafür nicht zuständig – sie beaufsichtigt ausschliesslich Casinos. Wer diese Zuständigkeit verwechselt, landet bei den falschen Antworten.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es sind Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Eine Bewilligung braucht zwei Teile, eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung je Spiel, und sie gilt nach Art. 4 BGS nur in der Schweiz.

Für Sporttip kommt noch eine Bedingung dazu, die manchen Leser härter trifft als jede Quote: Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Ausserhalb dieses Gebiets öffnet sich kein Online-Konto. Bei Jouez Sport ist das Gebiet auf die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura beschränkt.

Der Wohnsitz entscheidet also, welcher der beiden Anbieter überhaupt in Frage kommt. Romandie oder Deutschschweiz – das ist keine Vorliebe, sondern eine Zutrittsfrage. Wer in Genf lebt, kann bei Sporttip kein Konto eröffnen, und wer in Zürich lebt, keines bei Jouez Sport.

Die Gespa-Liste: was gewettet werden darf

Die zulässige Angebotspalette ist eine geschlossene Liste. Die Gespa führt in ihrer Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Fassung 10.09.2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS) auf, was angeboten werden darf. Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Rangierungswetten nur, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen.

Die Liste enthält weder Corner- noch Kartenmärkte. Esports kommt darin nicht vor. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind ohnehin nicht zulässig, weil sich das Angebot auf Sportereignisse beschränkt. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.

Wer ein reichhaltiges Wettprogramm mit Sondermärkten sucht, wird bei den beiden Schweizer Veranstaltern also nicht fündig – nicht weil sie es nicht könnten, sondern weil sie es nicht dürfen. Das ist der Preis eines geschlossenen Systems: verlässliche Regeln gegen ein schmaleres Angebot.

Was aus dem Ausland kommt und was es dort nicht gibt

Ein ausländischer Anbieter organisiert Sportwetten in der Schweiz ohne Bewilligung, und das ist kein Ordnungsdelikt, sondern eine Straftat: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Der Spieler wird nicht bestraft. Die Einsätze und Gewinne können jedoch in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.

Die Gespa führt die Sperrliste der ausländischen Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS-Sperre blockieren. Die erste Liste datiert vom 3. September 2019, Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt – das Domain-Hopping nennt in der Praxis Interwetten und Bet-at-Home, und bet365 steht auf der Liste. Eine Sperrliste ist ein Hindernis, keine Mauer.

Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung fehlen drei Dinge, die sich nicht nachkaufen lassen: die Anbindung an das Sperrregister, der Schweizer Rechtsschutz und jede Aufsicht über die Auszahlung. Dafür findet sich dort ein Angebot, das die Gespa-Liste nicht kennt. Diese Wahl ist eine Abwägung, keine sichere Seite.

Verlustlimiten und Sperre: der Schutz, der vor dem ersten Einsatz greift

Wetten auf einen Turniersieger binden Geld über Monate. Zwischen dem Einsatz im Frühjahr und dem Finale im Juli 2028 liegt ein langer Zeitraum, in dem nichts passiert – und in dem sich Einsätze leicht summieren, weil das Ereignis gross und weit weg ist. Genau deshalb ist die Limite das wichtigste Werkzeug, das ein Spielender hat.

Vor der ersten Teilnahme verlangt Sporttip von Spielenden, Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage einrichten.

Die 72 Stunden sind der eigentliche Inhalt dieser Regel. Sie sind keine Bürokratie, sondern eine Bremse, die genau in dem Moment greift, in dem eine schlechte Nacht einen höheren Betrag verlangt. Nach dem Gesetz müssen die Veranstalter nach Art. 87 VGS Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen; die Senkung wirkt sofort, die Erhöhung nach 24 Stunden. Swisslos und die Loterie Romande setzen in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an.

Die Spielsperre ist das zweite Instrument. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).

Ein Ausrufezeichen gehört an eine andere Stelle: Die Gespa hat 2025 in Testkäufen an Verkaufsstellen in 200 Fällen in 47,5 Prozent einem Minderjährigen eine Sportwette verkauft. Die Verkaufsstellen-Kontrolle ist also nicht streng. Wer glaubt, ein Schalter sei sicherer als eine Website, irrt sich in dieser Frage.

Zahlungswege und Auszahlung: Franken, ein Name, keine Umwege

Auszahlungen und Guthaben gehen in der Schweiz nur an ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Wettgeschäft nicht, und eine Kreditgewährung an Spielende ist nach Art. 75 Abs. 1 BGS untersagt. Für den Gewinn aus einem Turniersieger-Coup heisst das: Das Geld kommt, aber es kommt nachvollziehbar.

Konten laufen in Franken, nicht in Euro. Wer eine Siegerquote auf ein Turnier in England hält, mag innerlich in Euro rechnen – abgewickelt wird in CHF. Das klingt nach einem Nebensatz und ist keiner: Der Betrag auf dem Konto ist derselbe wie auf dem Wettschein, während der Vergleichswert in Euro sich mit dem Wechselkurs bewegt.

Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, regelt jeder in seinen eigenen Bedingungen. Das ist die Stelle, an der ein Vergleich belastbar wird, weil es sich um Bedingungen handelt und nicht um ein Versprechen. Diese Bedingungen nachzulesen ist keine Pedanterie; es ist der einzige Punkt, an dem der Leser vor der Wette prüfen kann, ob der Weg des Geldes zu seiner eigenen Bank passt.

Auszahlung bei einem Long-Term-Markt

Ein Einsatz auf den Turniersieger ist ein Einsatz auf ein Ereignis, dessen Ausgang in Monaten feststeht. Die gewonnene Wette wird fällig, wenn klar ist, wer gewinnt – nicht, wenn das Finale endet und der Schiedsrichter abpfeift, sondern wenn der Ausgang nach den Regeln des Veranstalters als entschieden gilt. Wer den Einsatz zwischendurch braucht, hat je nach Anbieter nur einen Weg hinaus: den vorzeitigen Verkauf der Wette, sofern er angeboten wird.

Bei Sporttip existiert dieser Weg für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Wer darauf setzt, dass es zum richtigen Moment verfügbar ist, plant mit einer Option, die vertraglich nicht zugesichert ist.

Was der Anbieter für den vorzeitigen Verkauf abzieht, steht nicht im Kurs. Der Wert des Cash-Out ergibt sich aus dem aktuellen Kurs des noch offenen Marktes, und in diesem Kurs steckt wiederum die Marge. Betrachtet man die vorzeitige Auszahlung als Ganzes, bezahlt der Spielende die Marge also zweimal.

Was passiert, wenn das Turnier nicht wie geplant läuft

Ereignisse können abgesagt werden, Turniere können verschoben werden. Nach den Sporttip-Bedingungen wird eine Wette ungültig, wenn ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn – oder im Rahmen eines Turniers – nachgeholt wird. Einzelwetten werden dann zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage die Quote 1.00.

Der 48-Stunden-Rahmen und der Vorbehalt für Turniere sind der Punkt, an dem eine abgebrochene Vorrunde von einem verschobenen Finale unterschieden wird. Für einen Mehrjahresmarkt auf den Turniersieger sind das die Bedingungen, unter denen das Geld zurückkommt – nicht die, unter denen es sich vervielfacht.

Wie sich ein Turniersieger einschätzen lässt

Siegerquoten ergeben sich aus drei Zutaten: Form, Kader und Auslosung. Keine davon ist in Zahlen zu fassen, die über die Zeit halten – und alle drei sind bereits eingepreist. Was ein Spielender tut, wenn er eine Einschätzung entwickelt, ist nicht der Vergleich mit einem objektiven Massstab, sondern der Vergleich mit dem, was der Veranstalter annimmt.

Manche raten zum Blick auf aktuelle Quoten anderer Wettbewerbe – Bundesliga heute, Champions League heute –, um daraus eine Erwartung an eine Nationalmannschaft abzuleiten. Der Umweg ist rechnerisch zulässig und praktisch zerbrechlich: Eine gute Klubmannschaft und eine gute Nationalmannschaft teilen den Spielernamen und sonst wenig. Spielrhythmus, Eingespieltheit und Kaderbreite folgen verschiedenen Logiken.

Auch der klare Favorit bleibt eine Wette. Vier Titel für Spanien, drei für Deutschland – das ist Geschichte, keine Prognose. Rekordschütze der Europameisterschaft ist Cristiano Ronaldo mit 14 Toren; auch diese Zahl sagt über 2028 nichts, weil sie in einem anderen Turnier erzielt wurde, in einem anderen Feld, gegen andere Gegner.

Eine Einschätzung, die den Favoriten als sicher bezeichnet, ist keine Analyse, sondern eine Meinung mit Quotenschmuck. Und Meinungen sind das, was der Veranstalter in seinem Kurs bereits berücksichtigt hat, bevor der Leser sie hatte.

Warum Auslosung mehr wiegt als Form

Sechs Vierergruppen, dann eine K.-o.-Phase mit Achtelfinale vom 24. bis 27. Juni, Viertelfinale am 30. Juni und 1. Juli, Halbfinale am 4. und 5. Juli und dem Finale am 9. Juli 2028 – ein Spiel um Platz drei findet nicht statt. Wer in einer Gruppe landet, in der zwei starke Mannschaften stehen, hat im Achtelfinale eine andere Ausgangslage als der Gruppensieger einer leichten Gruppe.

Für einen Siegerkurs ist dieser Pfad entscheidend, und er steht im Winter 2026 noch nicht fest. Wer heute kauft, kauft den Kurs mit dem Auslosungsrisiko darin.

Was eine Formkurve wert ist

Form verändert Kurse kurzfristig. Zwei Siege in der Qualifikation genügen, um eine Quote um mehrere Zehntel zu verschieben, während der zugrunde liegende Kader derselbe geblieben ist. Wer der Bewegung folgt, folgt der Bewegung – nicht der Substanz.

Wettarten und Quoten rund um den Turniersieg

Die Siegerwette ist die einfachste Wette auf ein Turnier und die einzige, bei der der Einsatz bis zum Ende gebunden bleibt. Daneben stehen Gruppensieger- und Torschützenmärkte, die kürzere Laufzeiten haben und entsprechend häufiger abgerechnet werden – aber jede Gruppe und jeder Torjägertitel hat seine eigene Wahrscheinlichkeitsverteilung, und jede davon trägt eine eigene Marge.

Ein Drei-Weg-Markt hat drei Quoten, deren Kehrwerte zusammen über 1 liegen. Ein Markt mit zweiunddreissig Teilnehmern hat zweiunddreissig. Je mehr Ausgänge, desto grösser der Summenüberschuss, und desto mehr Aufschlag zahlt der Wettende für denselben sportlichen Ausgang. Das erklärt, warum Torschützenkurse auf einen einzelnen Spieler so viel teurer wirken als sie wirken müssten: Ein Markt mit vielen möglichen Torschützenkönigen muss den Aufschlag über alle diese Namen verteilen.

Implizite Wahrscheinlichkeit aus einer Quote lesen

Aus der Quote 6.00 folgt 1 geteilt durch 6.00, also rund 16,7 Prozent. Diese Zahl ist die implizite Wahrscheinlichkeit dieses Ausgangs, wie der Veranstalter sie im Preis abbildet. Sie gilt für diesen Ausgang allein und nicht als Aussage über das Feld: Addiert man sie über alle Teilnehmer eines Siegermarktes, kommt man über 100 Prozent heraus, und die Differenz ist die Marge.

Wer diese Umrechnung bei jeder Quote mitmacht, gewinnt kein Geld. Er versteht nur, was der Kurs behauptet – und was er verschweigt. Das ist mehr als die meisten Spielenden über ihre eigene Wette wissen.

Kombiwetten und Langzeitmärkte

Die Quote einer Kombiwette ist das Produkt der Einzelquoten. Aus zwei Kursen von je 1.90 werden 3.61; der Aufschlag der beiden Einzelmärkte multipliziert sich mit. Bei Sporttip gilt bei Livewetten, dass die Wette unabhängig davon gilt, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.

Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Der Kombiboost bei Sporttip gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Der Mindestkurs als stille Hürde

Jede Kombiwette bei Jouez Sport umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Mindestkurs von 1.10 entscheidet darüber, welche Voraussagen überhaupt in eine Kombination dürfen – und er entscheidet bei jeder Sonderaktion darüber, welche Einsätze als qualifizierend zählen. Ein Boost, der eine Mindestquote verlangt, ist kein Bonus auf jede Wette, sondern auf einen Ausschnitt des Programms.

Zwei Bewilligungen, zehn Namen: der Vergleich in der Praxis

Die beiden Schweizer Veranstalter sind keine Konkurrenten um denselben Kunden. Sie teilen die Schweiz in zwei Gebiete und haben je ein eigenes Produkt, eigene Limiten und eigene Regeln. Wer vergleicht, vergleicht also nicht zwei Kurse auf dasselbe Spiel, sondern zwei Systeme, zwischen denen der Wohnsitz entscheidet.

Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3 und für Multiples CHF 2, der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000.

Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote – bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten – und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Diese zweite Rundung ist klein und real: Bei jedem einzelnen Wettschein wandern Bruchteile eines Rappens zum Veranstalter, nicht zum Spielenden.

Die zehn Anbieter im Einzelnen

Swisslos Sporttip – der Veranstalter mit dem breitesten Limitenrahmen

Swisslos hat seinen Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Für die Online-Teilnahme braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.

Für einen Mehrjahresmarkt ist die Spanne von CHF 1 bis CHF 1’000 bei Einzel- und Kombinationswetten das eigentliche Verkaufsargument – sie lässt sowohl den Sparer als auch den, der beim Finale etwas mehr riskieren will. Die Systemwette bis CHF 10’000 richtet sich an ein anderes Publikum, und dass die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen geändert werden können, hält den Rahmen beweglich. Der sportliche Preis dafür ist die Gespa-Liste: geschlossene Auswahl, keine Corner- und Kartenmärkte, kein Esports. Die Prüfung des Ausweises gegen Adressdatenbanken ist aufwendig – sie schützt aber auch und ist der Grund, warum ein Konto nicht in fünf Minuten entsteht.

Loterie Romande Jouez Sport – die Westschweiz mit Deckel nach oben

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Mit CHF 500 Höchsteinsatz bei Einzel- und Kombiwetten liegt Romandie deutlich unter der deutschen Schweiz – für einen grossen Einzelcoup ist das eine Schranke.

Die CHF 1’000’000 als gemeinsamer Höchstgewinn eines Multiples und die CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette setzen den Deckel dort, wo es noch unwahrscheinlich erscheint. Wer mit kleinen Beträgen auf lange Aussenseiterkurse geht, spürt die Grenze nicht. Wer sie spürt, hat ohnehin ein anderes Verhältnis zum Risiko als der Durchschnitt. Über die Verkaufsstellen ist der Mindesteinsatz mit CHF 3 höher als online mit CHF 2 – der bequemere Weg ist der günstigere, was in diesem Markt selten vorkommt.

Rollbit – ohne Schweizer Bewilligung, nicht im Sperrregister

Rollbit verfügt über keine Schweizer Bewilligung; eine berichtete ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz nach Art. 4 BGS keine Wirkung. Das Konto hängt an keinem Schweizer Sperrregister, es gibt keinen Schweizer Rechtsschutz, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden.

Für einen Spielenden heisst das: Bei einer Streitigkeit über eine Siegerwette steht kein Schweizer Verfahrensweg offen. Wer diese Abwägung bewusst trifft, weiss, was er aufgibt. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, werden aber nach der kantonalen Praxis etwa des Kantons Thurgau als Einkommen voll besteuert, unabhängig von der Höhe.

Bruce Bet – ohne Schweizer Bewilligung

Auch Bruce Bet hat keine Schweizer Bewilligung, und auch hier bleibt eine berichtete Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz. Es besteht keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, und die Domain kann blockiert werden. Wer dort auf einen Turniersieger setzt, hält einen Kontrakt mit einer Gesellschaft, die in der Schweiz niemand beaufsichtigt. Beim Ausbleiben einer Auszahlung bleibt der Rechtsweg der Ort, an dem der Sitz der Gesellschaft liegt.

BetLabel – ohne Schweizer Bewilligung

BetLabel gehört zur Gruppe der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung und ohne Anbindung an das Sperrregister. Der Schweizer Rechtsschutz fehlt, die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden. Für ein Turnier mit einem Finale im Sommer 2028 ist das ein besonders langer Zeitraum ohne Rückgriffsrecht: Die Wette bindet Kapital über Jahre, während die Aufsicht über den Anbieter in dieser Zeit niemandem in der Schweiz obliegt.

Betscore – ohne Schweizer Bewilligung

Betscore trägt denselben Vermerk: keine Schweizer Bewilligung, keine Registeranbindung, kein Schweizer Rechtsschutz, Blockierungsrisiko über die Sperrliste. Der praktische Unterschied zu den Anbietern mit Bewilligung liegt nicht in der Höhe einer Quote, sondern im Verhalten bei einem Problem. Bei einem Markt, dessen Ausgang erst 2028 feststeht, geht es genau darum: Wer zahlt im Streitfall, und wen kann man anrufen.

Betovo – ohne Schweizer Bewilligung

Betovo hat keine Schweizer Bewilligung, ist nicht an das Sperrregister angebunden, und die Domain kann per DNS blockiert werden. Wer in der Schweiz ein Konto dort hält, hat keinen Schweizer Rechtsschutz. Die ausländische Bewilligung, die der Anbieter berichtet, ändert daran nichts – sie ist in der Schweiz ohne Wirkung.

ZotaBet – ohne Schweizer Bewilligung

ZotaBet fällt in dieselbe Kategorie: keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, Sperrlisten-Risiko. Eine Wette auf den Turniersieger bindet den Einsatz bis zum Finale 2028. Wer sie ausserhalb des bewilligten Systems platziert, nimmt das Ausfallrisiko dieser ganzen Zeit selbst in Kauf.

N1 Bet – ohne Schweizer Bewilligung

N1 Bet gehört zu den Anbietern, die in der Schweiz ohne Bewilligung auftreten. Eine berichtete Lizenz hat hier keine Wirkung, das Sperrregister gilt nicht, der Schweizer Rechtsschutz fehlt, und die Domain kann blockiert werden. An einer Auszahlung nach einem gewonnenen Langzeitmarkt ändert das nichts Gutes: Sie hängt allein an den Bedingungen des Anbieters.

AmunRa – ohne Schweizer Bewilligung

AmunRa schliesst die Liste der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ab. Es besteht keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden. Der Name ist kein Kriterium, der Vermerk ist eines – und er lautet bei allen acht ausländischen Anbietern gleich.

Was am Ende des Turniers auf dem Konto landet

Der Gewinn aus einer Schweizer Sportwette ist bis zu einem Freibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab und ist je nach Kanton verschieden – eine einzelne kantonale Zahl wäre an dieser Stelle falsch.

Über dem Freibetrag behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt werden kann, weil der Gewinn dort deklariert wird. Für die ganz grosse Mehrheit der Spielenden ist dieser Vorgang ohne Bedeutung: Ein typischer Siegerwettgewinn liegt weit unter der Schwelle, und weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer fallen an. Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht.

Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer. Die kantonale Steuerpraxis ist jedoch unterschiedlich: Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig vom Betrag. Wer dort wohnt und bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung gewinnt, hat eine andere Steuerfolge als bei Sporttip – und dieser Unterschied ist in keiner Quote sichtbar. Fragen zu diesem Punkt klärt eine Steuerberatung oder die kantonale Steuerverwaltung.

Was eine Siegerwette unter dem Strich kostet

Die Marge ist der eine Preis, den jeder Wettende zahlt, ob er gewinnt oder verliert. Rechnet man sie auf einen Einsatz hoch, wird aus einem kleinen Prozentsatz ein Betrag. Ein Leser, der CHF 50 auf einen Siegerkurs legt, zahlt in einem Markt mit rund 5,3 Prozent Aufschlag im statistischen Mittel etwa CHF 2.65 dafür, überhaupt mitspielen zu dürfen. Bei zehn Wetten dieser Grösse sind es über CHF 26 – nicht als Rechnung, sondern als Erwartungswert über viele Wetten hinweg.

Diese Rechnung ist eine Schätzung über viele Wetten, kein Verlustversprechen für den Einzelfall, und sie sagt nichts darüber aus, ob eine bestimmte Wette gewinnt. Sie sagt nur, was der Preis des Marktes im Durchschnitt ist. Wer sie nicht mag, mag auch den Markt nicht – denn sie sind dasselbe.

Dazu kommt die zweite Rundung: Der Gewinnbetrag wird bei Swisslos zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen abgerundet. Das ist bei einem einzelnen Wettschein fast nichts. Bei einem Siegerkurs, der ein ganzes Feld abbildet, ist es ein systematischer Abfluss.

Die eigentliche Kostenfrage betrifft aber nicht die Rappen, sondern die Verfügbarkeit des Geldes. Ein Einsatz auf den Turniersieger ist bis zum Finale 2028 gebunden, sofern der Anbieter nicht einen vorzeitigen Verkauf anbietet – und wo er ihn anbietet, wird die Marge ein zweites Mal fällig. Wer liquide bleiben will, sollte das wissen, bevor er klickt, und nicht danach.

Und die dritte Kostenposition heisst Zugang. Acht der zehn verglichenen Namen haben keine Schweizer Bewilligung, keine Registeranbindung und kein Schweizer Rückgriffsrecht; zwei haben eine Bewilligung, aber ein begrenztes Angebot und ein geografisch beschränktes Konto. Das ist der Schweizer Markt in einem Satz. Er ist klein, er ist eng, und er ist der einzige, in dem der Spielende am Ende jemanden anrufen kann.

Häufige Fragen zu Siegerquoten auf die Europameisterschaft

Wie entsteht die Marge in einer Siegerquote?

Sie entsteht aus der Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes. Ein Zwei-Weg-Markt mit 1.90 auf beiden Seiten ergibt 2 × 1/1.90, also rund 1,053. Das entspricht 105,26 Prozent und damit einer Auszahlungsquote von etwa 94,7 Prozent. Die Marge liegt entsprechend bei rund 5 bis 6 Prozent dieses Marktes.

Wann findet die nächste Europameisterschaft statt?

Die nächste Ausgabe findet im Juni und Juli 2028 in England, Schottland, Wales und Irland mit 24 Nationen statt; das Finale ist am 9. Juli 2028 in London. Die letzte Ausgabe war die Europameisterschaft 2024, die Spanien am 14. Juli 2024 mit 2:1 gegen England gewann.

Bieten Sporttip und Jouez Sport Wetten auf den Europameister an, und was regelt die Gespa-Liste?

Beide sind die einzigen Veranstalter, die in der Schweiz Sportwetten anbieten dürfen, und beide brauchen dafür eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung. Was angeboten werden darf, steht in der geschlossenen Liste der Gespa zu bewilligten Sportarten, Wettkämpfen und Wettarten. Sie kennt keine Corner-, Karten- oder Esports-Märkte.

Wie lange bleibt mein Einsatz gebunden, und komme ich vorzeitig heraus?

Bei einer Siegerwette bleibt der Einsatz bis zur Entscheidung des Turniers gebunden – beim nächsten Mal bis zum Finale 2028. Früher heraus kommt man nur, wenn der Anbieter einen vorzeitigen Verkauf anbietet. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, aber nur online und nur vollständig, ohne Teilauszahlung.

Wie wird ein Gewinn besteuert, und ist der Freibetrag überall gleich?

Der Freibetrag ist nicht überall gleich. Auf Bundesebene liegt er ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 pro Einzelgewinn; der kantonale Freibetrag weicht davon ab. Darüber behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Typische Wettgewinne liegen weit darunter und bleiben steuerfrei.

Inhalt erstellt vom Team «wettenlegalch»