Wetten auf Favoriten: warum die kurze Quote kein Geschenk ist

Updated Oktober 2026
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Ein Fussball liegt auf dem Anstosspunkt eines leeren Rasenplatzes im dichten Morgennebel.

Die kurze Quote auf einen klaren Favoriten ist kein Rabatt, sondern eine Preisansage: ein hoher Erwartungswert des Buchmachers, verpackt als fast sichere Sache. Wer CHF 100 auf eine Quote von 1.10 legt, riskiert einen ganzen Hunderter, um zehn Franken zu gewinnen — und die Marge sitzt schon in dieser Quote.

Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300'000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1'000'000.

Stand: Oktober 29, 2026. Die Bewilligungsangaben der beiden Schweizer Veranstalterinnen wurden gegen die Geldspielaufsicht Gespa und die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen geprüft.

Einordnung: Was eine Favoritenquote bedeutet und was sie verschweigt

Ein Favorit ist die Mannschaft oder die Person, der der Buchmacher die höchste Trefferchance zuschreibt. Diese Einschätzung zeigt sich in der Quote, und zwar als Kehrwert: 1 ÷ Quote ergibt die Wahrscheinlichkeit, die der Anbieter nach Abzug seiner Kosten für realistisch hält. Bei Quote 1.50 sind das rund zwei Drittel, bei 1.10 rund neunzig Prozent. Diese Zahl ist keine Messung der Wirklichkeit. Sie ist ein Preis.

Wer den Favoriten spielt, tauscht Einsatz gegen eine kleine Rendite. Das Verhältnis kippt schnell ins Unangenehme: Bei Quote 1.10 bringt ein Treffer 10 Prozent Gewinn auf den Einsatz, ein einziger Fehlschlag löscht zehn richtige Tipps aus. Genau darin liegt die Falle, die diesen Einstieg so bequem aussehen lässt. Die kurze Quote verlangt Geduld, die lange Quote verzeiht Fehler. Ein Favoritentipp verzeiht keinen.

Die Quote ist kein Versprechen

Zwei Begriffe werden ständig durcheinandergebracht: geschätzte Wahrscheinlichkeit und Sicherheit. Sie haben nichts miteinander zu tun. Ein Fussballspiel endet auch dann 0:0, wenn 85 von 100 Fachleuten auf den Tabellenführer setzen. Der Buchmacher hat für diese Möglichkeit längst einen Preis gebildet, und der steht in der Quote für Unentschieden und Aussenseiter.

Nichts an der Schätzung ist falsch. Sie ist nur eine Schätzung.

Für die Entscheidung am Wettschein folgt daraus eine unbequeme Regel: Wer den Ausgang nicht beeinflussen kann, kann auch die Sicherheit nicht erhöhen. Er kann nur entscheiden, wie viel er dafür zu zahlen bereit ist. Das ist der Kern jeder Wette — auch der auf einen Dreifach-Sieger.

Eine kurze Quote ist teuer erkauft

Der Unterschied zwischen einer grossen und einer kleinen Zahl ist im Kopf kleiner, als er auf dem Konto ist. Quote 1.20 fühlt sich nach sicherem Geld an, weil der Einsatz zurückkommt. Der Einsatz kommt aber nur zurück, wenn das eintrifft, was der Buchmacher selbst für wahrscheinlich hält — und wenn nicht, ist er vollständig weg. Es gibt keine Teilrückerstattung für ein knappes Spiel.

Bei einem Konto mit CHF 200 und einer Wette von CHF 20 auf Quote 1.15 stehen CHF 3 Gewinn gegen CHF 20 Verlust. Fünf Fehlschläge in Folge sind bei einem Neunzig-Prozent-Favoriten nicht exotisch, sie sind eine Frage der Zeit. Nach fünf solchen Wetten ist mehr als die Hälfte des Kontos fort.

Wer trotzdem auf Favoriten setzt, sollte das mit einem Einsatz tun, dessen Totalverlust ihn nicht trifft. Diese Grenze ist nicht der Buchmacher, der sie setzt, sondern der Spielende selbst — dazu im Abschnitt «Limiten, Sperren und die Grenze der Eigenverantwortung».

Was die Grundlagen für die Schweiz festlegen

In der Schweiz dürfen Sportwetten nur zwei Veranstalterinnen anbieten. Swisslos mit dem Produkt Sporttip ist die eine, die Loterie Romande mit Jouez Sport die andere. Mehr gibt es nicht, und das ist keine Marktlücke, sondern eine gesetzlich gewollte Zahl.

Eine leere Tartanbahn einer Leichtathletikanlage am frühen Morgen, Tau auf den Rasenflächen daneben und tiefstehende Sonne.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, und wird auf 5 Rappen genau abgerundet.

Beide arbeiten mit einem Sperrsystem, einem limitierten Wettprogramm und einer Altersgrenze von 18 Jahren. Wer über einen anderen Anbieter auf einen Favoriten setzt, setzt in einem System, in dem genau diese Regeln nicht gelten. Das ist die erste Kostenfrage dieses Themas, und sie hat nichts mit der Quote zu tun.

Die Grundlagen: Quote, Einsatz und Gewinn schrittweise

Bevor irgendjemand beurteilen kann, ob eine Favoritenwette günstig ist, muss klar sein, wie der Gewinn überhaupt entsteht. Diese Rechnung ist unspektakulär, und genau deshalb wird sie meist übergangen. Wer sie einmal beherrscht, sieht bei jedem Wettschein sofort, was er riskiert und was er bekommt.

Sporttip legt sie in den Spielregeln offen: Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Danach folgt eine Feinheit, die viele übersehen. Zuerst wird der Betrag auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, anschliessend auf 5 Rappen genau abgerundet. Die Rundung arbeitet also in beide Richtungen, und sie endet in der Abrundung. Bei einer Wette mit Einsatz CHF 20 und Quote 1.50 liegt das Ergebnis bei CHF 30, also CHF 10 Gewinn vor Einsatz. Das ist die Rechnung, die jede Favoritenquote beantworten muss: Was bleibt nach Abzug des Einsatzes übrig, und in welchem Verhältnis steht das zum Verlustrisiko?

Für Kombiwetten multiplizieren sich die Quoten. Aus zwei Favoriten zu je 1.30 wird 1.69, aus drei wird 2.20. Das sieht grosszügig aus und ist es nicht: Mit jeder zusätzlichen Voraussage steigt die Gesamtwahrscheinlichkeit eines Treffers weiter, und zwar schneller, als die Quote wächst. Die Verlustwahrscheinlichkeit ist das Produkt der einzelnen Verlustwahrscheinlichkeiten — und das schrumpft. Drei Neunzig-Prozent-Favoriten ergeben zusammen rund 73 Prozent. Rund jede vierte solche Kombi scheitert.

Der Mindesteinsatz ist die kleinere der beiden Grenzen

Bei Sporttip beginnt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1. Nach oben endet eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000, eine Systemwette bei CHF 10’000. Eine Wette über der Limite wird nicht angenommen, und Swisslos kann diese Grenzen jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern — das steht so in den Spielregeln und ist keine Floskel.

Was das für den Favoritenspieler heisst, ist unangenehm konkret. Wer CHF 1’000 auf Quote 1.10 legt, gewinnt CHF 100 oder verliert CHF 1’000. Der Höchsteinsatz erlaubt also genau die Wette, bei der das Verhältnis am schlechtesten ist: maximaler Einsatz auf minimaler Quote. Die Limite schützt nicht vor einer schlechten Entscheidung. Sie begrenzt nur, wie lange man sie wiederholen kann.

Bei Jouez Sport gibt es eine zweite Grenze, die den Favoritenspieler direkt trifft: Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Eine Kombiwette umfasst dort 2 bis 10 Voraussagen. Favoriten sind damit nie das Problem — sie liegen fast immer über der Untergrenze von 1.10. Das Problem ist die Obergrenze der Kombinationslänge.

Favoriten, die aus dem Boost herausfallen

Sporttip bietet einen Kombiboost an, der nur online gilt, für Prematch, Live und Systemwetten. Er verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.

Hier schlägt die Favoritenwette gegen den Bonus aus. Ein Favorit mit Quote 1.20 oder 1.30 zählt für diesen Boost nicht, egal wie überzeugend die Formkurve aussieht. Vier solche Voraussagen bringen null Prozent Bonus, und die Kombi bleibt trotzdem bestehen — nur eben ohne die Erhöhung, die der Anlass für den grösseren Wettschein war. Wer auf Favoriten setzt, um die Trefferquote zu erhöhen, verliert mit derselben Bewegung den Mechanismus, mit dem Kombiwetten ihre kümmerliche Rendite aufpolieren sollen.

Wer trotzdem Kombis spielt, sollte bei jeder Voraussage die 1.50 im Kopf haben. Liegt ein Favorit darunter, ist er für den Boost wertlos und für den Wettschein nur ein zusätzliches Risiko.

Langzeitwetten und die reguläre Spielzeit

Bei Favoriten ist die Frage nach der Spielzeit oft die entscheidende. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer — im Fussball etwa 90 Minuten — plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind.

Das heisst für den Favoritenspieler: Ein Verein, der im Pokal spielt, wird nach 90 Minuten bewertet. Der Aussenseiter, der sich in die Verlängerung rettet, hat die Favoritenwette bereits gewonnen — für den Buchmacher. Der Wettschein ist verloren, obwohl die Mannschaft am Ende aufsteigt. Diese Verwechslung ist teurer als jede falsch eingeschätzte Formkurve, weil sie gar nicht vom Ergebnis abhängt.

Rechtslage: Bei wem Favoritenwetten in der Schweiz erlaubt sind

Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e). Aufsicht führt die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht in Bern, unter dem Geldspielkonkordat, das seit 1. Januar 2021 in Kraft ist. Die Eidgenössische Spielbankenkommission ist dafür nicht zuständig; sie beaufsichtigt nur Casinos. Das ist keine Spitzfindigkeit — wer im Streitfall an der falschen Stelle anklopft, verliert Zeit.

Eine Steintreppe mit Geländer führt zu einer hohen Holztür eines alten Gebäudes, Herbstlaub liegt auf den Stufen.
Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Eine Bewilligung braucht beides: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung je Spiel (Art. 21 bis 25 BGS), und sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Deshalb gibt es keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, denn es gibt keine. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.

Der Nettogewinn geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen (Art. 125 BGS). Auch das gehört zur Kostenrechnung dieses Themas: Die Marge, die in jeder Favoritenquote steckt, finanziert am Ende nicht nur den Anbieter, sondern auch Sportvereine, Kultur und Soziales.

Zwei Veranstalterinnen und zwei Vertragsgebiete

Swisslos, formell die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu der Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende, ihre Kontaktadresse liegt an der Avenue de Provence 14 in Lausanne.

Die Trennung ist praktisch scharf. Für die Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Wer in Genf wohnt, kommt bei Sporttip nicht an ein Konto. Wer in Zürich wohnt, findet bei Jouez Sport kein Online-Konto. Der Grund ist nicht die Quote, sondern der Wohnsitz.

Was in der Liste der bewilligten Sportwetten steht

Wettbar sind nur Sportereignisse. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Das bewilligte Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden stehen nur darin, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind. Frauenwettbewerbe ebenfalls nur, wenn sie aufgeführt sind. Ranglistenwetten sind erlaubt, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder über das Podest entscheidet — auf Trainingsläufe darf nie gewettet werden.

Die Liste enthält keine Corner- und Kartenmärkte und keine Esport-Abteilung. Wer auf Favoriten setzen will, findet also Fussball, Eishockey, Tennis und die übrigen aufgeführten Sportarten, aber nicht die Zusatzmärkte, die bei ausländischen Anbietern zur Standardausstattung gehören. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).

Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern die Veranstalterin über eine entsprechende Entscheidung verfügt. Das BGS kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Bei Sporttip gilt für Livewetten eine Eigenheit der Spielregeln: Die Wette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Für den Favoritenspieler heisst das: Wer live auf einen eben entstandenen Vorsprung reagiert, kann auf einer Quote sitzen, die keine mehr ist.

Ein ausgelaufenes Cash-Out ist gesetzlich nicht geregelt. Es ist eine Funktion des jeweiligen Anbieters und keine Zusage.

Der Höchstgewinn als unsichtbare Decke

Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Diese Grenze ist der Grund, warum lange Favoritenketten irgendwann gegen eine Wand laufen. Zehn Voraussagen zu je 1.30 ergeben eine Gesamtquote von rund 13.8; wer hier einen vierstelligen Betrag einsetzt, überschreitet den Höchstgewinn und bekommt nicht, was seine Quote versprochen hat. Die Decke sitzt genau dort, wo die Kombi interessant wird.

Bei Sporttip gibt es eine andere Grenze, die den Gewinn nicht nach oben begrenzt, sondern nach unten formatiert. Der Gewinnbetrag wird nach der Multiplikation zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei Favoritenquoten fällt das kaum auf. Bei einem Multiplikationsprodukt aus vielen krummen Quoten summiert sich die Abrundung über die Laufzeit, und sie fällt immer zum Nachteil des Wettscheins aus.

Bewilligt, unbewilligt, und was dazwischen nicht existiert

Ausländische Bewilligungen — aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land — haben in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS). Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS). Der Spielende wird nach Auffassung des Bundesamts für Justiz nicht bestraft. Sein Einsatz und sein Gewinn können in einem Verfahren gegen den Anbieter aber eingezogen werden.

Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren (Art. 86 bis 93 BGS; die erste Liste datiert vom 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains). Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — die Gespa nennt dieses Domain-Hopping und nennt dabei Interwetten und Bet-at-Home, und sie führt bet365 auf der Liste.

Für den Favoritenspieler ist das der eigentliche Kostensatz dieses Abschnitts. Ein unbewilligter Anbieter kennt das Schweizer Sperrregister nicht, kennt keinen Schweizer Rechtsweg und kennt keine Schweizer Bewilligungsbedingungen. Ob er sich an seine eigenen Quoten und Auszahlungen hält, hängt allein an seinen Bedingungen. Ein Konto dort ist nicht automatisch schlechter — nur unbewacht.

Limiten, Sperren und die Grenze der Eigenverantwortung

Der Punkt, an dem Favoritenwetten gefährlich werden, ist nicht der einzelne Fehlschlag. Es ist die Serie, die aus einem dünnen Konto ein leeres macht — und die Überzeugung, dass die nächste Wette die Serie beendet. Genau dort setzt der Spielerschutz an, und er tut es in der Schweiz anders, als die meisten erwarten.

Limiten setzt der Spielende, nicht der Staat

Die Schweiz kennt keine gesetzlich festgeschriebene Einzahlungsobergrenze. Der Gesetzgeber verpflichtet stattdessen die Veranstalterin: Sie muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS). Die Grenze wird also vom Spielenden gesetzt, beim ersten Mal, bevor eine Wette möglich ist.

Bei Swisslos bedeutet das konkret: Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999, und unter 21 Jahren von CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Die 72 Stunden sind die interessante Zahl. Sie kosten nichts und sind die wirksamste Bremse im ganzen System: Wer mitten in einer Verlustserie die Limite öffnen will, muss drei Tage lang mit der Entscheidung leben, bevor sie wirkt. Nach einem Pokalabend, an dem drei Favoriten gestolpert sind, ist das eine sehr lange Zeit.

Von Gesetzes wegen gilt eine Erhöhung erst nach 24 Stunden; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Das ist ein Punkt, an dem die Bedingungen eines Anbieters strenger sind als das Gesetz — und einer, den ein Spielender prüfen sollte, bevor er sich auf ein schnelles Hochsetzen verlässt.

Die Spielsperre und das gemeinsame Register

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.

Gesetzlich geregelt ist die Spielsperre in Art. 80 bis 82 BGS. Sie erfasst überschuldete oder suchtgefährdete Personen und die Selbstsperre, und sie wird in einem gemeinsamen Register der gesperrten Personen geführt. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), wobei eine Fachstelle einbezogen wird (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Gesperrte oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).

Dieser letzte Satz wird oft überlesen. Er bedeutet: Wer sich sperrt und trotzdem weiterspielt, verliert im Streitfall sein Geld — und zwar endgültig. Die Sperre arbeitet nicht zu seinen Gunsten, wenn er sie selbst umgeht.

Ehrlich gehört dazu, dass der Schutz an den Verkaufsstellen nicht lückenlos funktioniert. Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Man sollte den Schutz an der Verkaufsstelle also nicht für streng halten. Er ist eine Absicht mit einer Fehlerquote.

Wo die Sperrliste aufhört

Die Gespa-Sperrliste blockiert ausländische Domains per DNS. Sie blockiert keine Zahlungen. Die Schweiz hat kein Instrument, mit dem Banken oder Kartennetzwerke Zahlungen an unbewilligte Wettanbieter unterbinden. Wer liest, dass «die Zahlung ohnehin nicht durchgeht», liest eine Behauptung, die für die Schweiz nicht zutrifft. Die Zahlung geht durch, und das ist der Punkt: Der Schutz endet an der Konto- und Domaingrenze, nicht am Portemonnaie.

Wo man Hilfe findet

Wer merkt, dass die Favoritenwette den Abend bestimmt, sollte das nicht mit sich selbst ausmachen. Die Gespa führt das Sperrregister, die Veranstalterinnen führen eigene Limiten- und Ausschlussverfahren, und es gibt spezialisierte Beratungsstellen. Der Weg über eines dieser Verfahren kostet nichts und ist der einzige, der die Wette von der Person trennt, die sie nicht mehr unter Kontrolle hat.

Statistik, Form und die Marge, die schon drinsteckt

Wer die Statistik eines Spiels liest, liest sie zum Preis des Buchmachers vor. Das ist der Ausgangspunkt jeder Favoritenanalyse, und der meistübersprungene. Form, Direktduelle und Verletzungen fliessen in die Einschätzung eines Favoriten ein — aber sie fliessen in die Quote ein, und die ist bereits verkauft. Man kann diese Arbeit nicht gewinnen, indem man sie besser macht. Man gewinnt sie nur, wenn der Markt sie falsch gemacht hat.

Was die Quote schon weiss

Ein Buchmacher hat Kader, Ausfälle, Reisestrapazen, Sperren und die Frage, ob ein Trainer rotiert, längst eingepreist. Der heimische Meinungsvorteil, den sich ein Fan zuschreibt, ist deshalb meist der kleinste Teil der Rechnung. Der wettende Fan bringt eine Information, die tatsächlich selten ist: genaue Kenntnis eines Vereins. Ist seine Information öffentlich, sitzt sie bereits im Preis.

Für den Favoritenspieler ist das eine Kostenfrage. Die kurze Quote lässt keinem durchschnittlichen Informationsvorteil Platz. Sie belohnt nur Wetten auf einen Markt, dessen Preis schlicht zu hoch angesetzt ist, und sie bestraft jede Menge Routine. Wer auf den Favoriten setzt, weil er den Verein kennt, weiss am Ende nur, was der Buchmacher auch weiss.

Wie die Marge in den Markt hineinrechnet

Der Quotenschlüssel, in der Schweiz auch als Auszahlungsquote bekannt, ist der Anteil aller Einsätze, den ein Markt zurückzahlt. Er lässt sich aus den Quoten eines Marktes ablesen, und die Rechnung ist einfach: Man bildet zu jeder Quote den Kehrwert, addiert die Kehrwerte aller Ausgänge und nimmt den Kehrwert der Summe. Der Rest auf 100 Prozent ist die Marge, die der Buchmacher für sich behält.

Rechnen wir das an einem illustrativen Zweiwegemarkt durch, an einem Beispiel mit Quoten von je 1.90 auf beide Seiten — es ist ein Rechenbeispiel und keine zitierte Quote. Der Kehrwert jeder Seite ist 1 geteilt durch 1.90, also rund 0.5263. Zweimal ergibt 1.0526. Der Kehrwert dieser Summe liegt bei 0.95, der Quotenschlüssel also bei etwa 95 Prozent. Die Marge beträgt damit rund 5 Prozent des eingegesetzten Betrages auf diesem Markt.

Diese 5 Prozent gelten für einen Markt mit zwei gleichhohen Quoten. Sie sind eine Untergrenze, keine Konstante. Bei einem Markt mit drei Ausgängen und einer klaren Favoritenkonstellation liegt der Quotenschlüssel in der Regel tiefer, die Marge also höher: Je asymmetrischer die Wahrscheinlichkeiten, desto mehr Rand verschwindet in der Favoritenquote. Die Bandbreite, die sich daraus ergibt, reicht bei einem solchen Markt von etwa 5 Prozent in einem ausgeglichenen bis zu einem deutlich zweistelligen Wert in einem schief liegenden Markt. Wer die 5 Prozent als Naturgesetz liest, liest zu optimistisch.

Was das praktisch heisst: Bei einem Markt mit rund 95 Prozent Quotenschlüssel sind von jedem eingesetzten Franken im Schnitt fünf Rappen weg, bevor das Spiel angepfiffen ist — als statistischer Erwartungswert, nicht als Abzug auf dem Wettschein. Über hundert Wetten zu CHF 10 sind das rund CHF 50, die nicht mehr zum Konto zurückfinden, unabhängig davon, ob die Tipps gut oder schlecht waren. Nur ein geringer Teil der Spielenden gewinnt so viel, dass er diesen laufenden Abfluss ausgleicht.

Was Favoritenquoten für die Rendite bedeuten

Die Marge steckt in jeder Quote. In einer Favoritenquote steckt sie dichter, weil der prozentuale Aufschlag auf einen kleinen Betrag trifft. Ein Buchmacher, der auf einen Neunzig-Prozent-Favoriten anstelle von 1’111 nur 1.10 anbietet, verschiebt das Verhältnis deutlich — obwohl beide Zahlen fast gleich aussehen.

Daraus folgt die einzige Kennzahl, die beim Favoritenspiel wirklich zählt: nicht die Trefferquote, sondern der Anteil des Einsatzes, der nach der Marge übrig bleibt. Ein Spieler mit einer Trefferquote von 80 Prozent auf Favoriten mit Durchschnittsquote 1.20 verliert sein Konto langsam, aber sicher. Acht richtige zu CHF 10 bringen CHF 16 Gewinn, zwei falsche kosten CHF 20. Die Favoritenquote sieht grosszügig aus, nur nicht auf dem Konto.

Wo Quotenvergleiche ansetzen

Vergleichen lohnt sich dort, wo die Marge tatsächlich unterschiedlich ausfällt: zwischen zwei Märkten desselben Spiels, zwischen Eingangs- und Livephase, und zwischen den beiden Anbietern. Ein Vergleich aller Favoritenquoten der Welt bringt nichts, weil die wenigen Zehntelquote, um die es geht, in der Grundlinie der Buchhalterei verschwinden.

Bei Sporttip gibt es Quotenboosts und Profitboosts — nur online, nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, wobei Profitboosts den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz erhöhen. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Für eine Favoritenquote ist ein Aufschlag von ein paar Prozent ein echter Zugewinn, weil er genau an der Stelle wirkt, an der die Marge am meisten frisst. Wer den Boost aber nutzt und dann aussteigt, hat ihn nicht genutzt.

Die Rangliste: Favoritenmärkte und ihre Margen im Vergleich

Zehn Namen, zwei davon mit Schweizer Bewilligung. Die Rangfolge unten ordnet die Anbieter danach, welche Grundlage ein Favoritenspieler dort findet: bewilligtes Wettprogramm, geregelte Limiten, nachvollziehbare Regeln — und, bei den übrigen acht, der Umstand, dass die Schweiz für sie kein Rechtsrahmen ist. Keine dieser Zeilen nennt einen Siegertipp. Keine nennt einen sicheren Favoriten.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalterin bzw. gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip ja, Sportwettenbewilligung für ein Grossspiel Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Aufsicht Gespa
Loterie Romande Jouez Sport ja, Sportwettenbewilligung für ein Grossspiel Loterie Romande, Lausanne; Aufsicht Gespa
GG Bet nein, ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz geltende Bewilligung bekannt
1Bet nein, ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz geltende Bewilligung bekannt
Playzilla nein, ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz geltende Bewilligung bekannt
ZotaBet nein, ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz geltende Bewilligung bekannt
Betify nein, ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz geltende Bewilligung bekannt
HornetBet nein, ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz geltende Bewilligung bekannt
Coolzino nein, ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz geltende Bewilligung bekannt
Wettigo nein, ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz geltende Bewilligung bekannt

Die Tabelle zeigt die Verteilung, die das Schweizer Recht erzwingt. Zwei Anbieter mit Bewilligung, acht ohne. Für die acht ist die Spalte «Veranstalterin» deshalb leer von Substanz — es gibt schlicht keine Schweizer Stelle, die hinter ihnen steht.

Wer die Liste so liest, als wären die acht eine Auswahl unter vielen, liest sie falsch. Sie sind das Angebot, das der Schweizer Markt nicht regelt. Eine Favoritenwette dort ist nicht verboten für den Spielenden, aber sie liegt ausserhalb alles dessen, was das Geldspielgesetz an Schutzmechanismen vorsieht.

1. Swisslos Sporttip — die Bewilligung als eigentliche Produkteigenschaft

Swisslos ist eine der beiden Veranstalterinnen, die das interkantonale Recht für Sportwetten zulässt. Sie hält eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem BGS (SR 935.51) und wird von der Gespa beaufsichtigt. Das Produkt heisst Sporttip. Ein Online-Konto ist nur für Personen möglich, die im Vertragsgebiet wohnhaft sind: in den deutschsprachigen Kantonen, im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein.

Was Sporttip für den Favoritenspieler interessant macht, liegt nicht in der Quote, sondern in der Umgebung darum. Es gibt einen Mindesteinsatz von CHF 1, einen Höchsteinsatz von CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben, höhere Gewinne bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Auszahlungen erfolgen innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent anfallen, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

Die 3 Prozent ab der dritten Auszahlung sind der Posten, der in der Werbung nie steht. Wer sein Konto häufig leerräumt, zahlt für den Zugriff auf sein eigenes Geld. Zwei kostenlose Auszahlungen pro Jahr sind für einen Gelegenheitsspieler reichlich, für jemanden, der monatlich abrechnet, nicht.

Zwei Details der Sporttip-Regeln sind für Favoritenwetten wichtiger als jede Quote. Erstens die Livewetten-Klausel: In spielentscheidenden Situationen kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten; die Wette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Zweitens der Bet Builder: Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über diese Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne die Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Das ist der Grund, warum sich scheinbar offensichtliche Kombinationen — Sieg und Torschütze desselben Spiels — nicht einfach zusammenklicken lassen.

Was die Favoritenstellung angeht, bleibt Sporttip ein geregeltes Produkt mit einer engen Limite nach oben und einer offengelegten Rundungsregel nach unten. Wer unter 21 Jahren ist, setzt seine Verlustlimite mit höchstens CHF 1’000; eine Erhöhung wirkt erst nach 72 Stunden. Diese Mechanik ist unbequem und genau deshalb wertvoll. Ein Konto hier ist kein Ort für eine schnelle Aufholjagd, und das ist keine Schwäche.

2. Loterie Romande Jouez Sport — die Westschweiz mit einer harten Gewinndecke

Die Loterie Romande ist die zweite Veranstalterin mit Schweizer Bewilligung, mit Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem BGS und unter Aufsicht der Gespa. Jouez Sport bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; ein Online-Konto ist nur für dort wohnhafte Personen möglich. Die Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Die Konditionen von Jouez Sport sind für Favoritenspieler auffallend klar geschnitten. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn beträgt CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen.

Die Untergrenze von 1.10 ist der eigentliche Bruch mit dem Rest des Marktes. Ein Favorit mit Quote 1.05 existiert hier nicht als Angebot. Der Anbieter schliesst die absurdesten Kurzquoten aus, also genau die Wetten, bei denen die Marge am erbarmungslosesten zuschlägt. Das ist kein Marketing, das ist eine Produktentscheidung, und sie ist besser als ihr Ruf.

Die Gewinndecke von CHF 300’000 pro Wette ist die Kehrseite. Bei einer Kombination aus zehn Voraussagen zu je 1.30 liegt die Gesamtquote bei rund 13.8. Schon ein Einsatz im mittleren vierstelligen Bereich stösst an die Grenze. Der Höchstgewinn ist also keine theoretische Zahl für Hochroller, sondern eine Decke, die eine ambitionierte Favoritenkombi schneller berührt, als ihre Quote vermuten lässt. Für die Mehrheit der Spielenden bleibt sie unerreichbar — und genau darum sollte man sie kennen, bevor man sie plant.

3. GG Bet — ohne Schweizer Bewilligung, und was das kostet

GG Bet ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz anbieten; eine Bewilligung nach dem BGS liegt hier nicht vor. Das BGS lässt ausländische Bewilligungen nicht gelten (Art. 4 BGS). Eine Anbindung an das Schweizer Sperrregister besteht nicht, ein Schweizer Rechtsweg ebenfalls nicht, und die Domains können auf die Gespa-Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden.

Für Favoritenwetten bedeutet das einen konkreten Verlust an Durchsetzbarkeit. Wer hier eine Kombination gewinnt und sie nicht ausgezahlt bekommt, hat keine Schweizer Stelle, an die er sich wenden kann. Bei einer kurzen Quote ist der Streitwert klein — und genau deshalb lohnt sich der Streit fast nie. Das ist die Rechnung, die keinen Anwalt braucht: Der Verlust ist zu klein, um ihn zu verfolgen, und damit ist er endgültig.

Für Spielende, die das Schweizer Wettprogramm ohnehin als zu eng empfinden, bleibt ein Konto dort die naheliegende Wahl — aber ohne jede Rückendeckung, wenn mit den eigenen Bedingungen etwas nicht zusammenpasst.

4. 1Bet — unbewilligt, mit denselben Folgen

1Bet trägt keine Schweizer Bewilligung. Es gilt: kein Schweizer Veranstalterstatus, keine Anerkennung einer ausländischen Bewilligung nach Art. 4 BGS, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrlisten-Risiko über DNS.

Die rechtliche Einstufung im Abschnitt «Die Rangliste: Favoritenmärkte und ihre Margen im Vergleich» ist bei jedem der acht gleich, und das ist keine Wiederholung aus Bequemlichkeit. Es ist derselbe Rechtszustand, und das ist der einzige Grund für die Platzierung dieser Anbieter am Ende der Rangliste. Ihre Quoten mögen für einen bestimmten Favoriten besser sein — für einen bestimmten Fussballabend ist das gut möglich. Über ein Jahr gerechnet frisst die Marge auch dort. Nur fehlt diesmal das Netz darunter.

Wer hier ein Konto erwägt, sollte mit einem Betrag arbeiten, dessen Totalverlust er ohnehin verkraftet hätte. Das ist keine Vorsichtsmassnahme gegen Pech, sondern gegen den Fall, in dem die eigenen Bedingungen plötzlich anders gelesen werden als am Wettschein.

5. Playzilla — unbewilligt und ohne Schweizer Route

Playzilla gehört zur Gruppe der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung, das Sperrregister kennt den Anbieter nicht, und die Domain kann blockiert werden.

Auffällig ist hier weniger die Bewilligungslage als die Tatsache, dass ein Favoritenspieler auf ein Produkt trifft, dessen genaue Wettarten-Liste er nicht von aussen überprüfen kann. In der bewilligten Schweiz prüft die Gespa die Liste der erlaubten Wettkämpfe und Wettarten. Ausserhalb dieser Liste prüft niemand etwas, und es gibt keine Instanz, die einem Fan erklärt, warum sein Markt nicht mehr geführt wird.

6. ZotaBet — ohne Bewilligung, aber mit vollem Wettprogramm

ZotaBet ist ohne Schweizer Bewilligung auf dem Markt. Die Rechtsfolgen sind die bekannten: keine Geltung einer ausländischen Bewilligung nach Art. 4 BGS, keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche Blockierung über die Sperrliste.

Der Reiz eines solchen Anbieters liegt für viele Favoritenspieler in der Breite: Es gibt dort Wettarten, die die Gespa-Liste nicht kennt. Der Preis dafür ist die fehlende Kontrolle. Wer auf einen Favoriten mit einer sehr kurzen Quote setzt und daneben auf Nebenmärkte, verlässt die Zone, in der irgendjemand die Ausgestaltung des Marktes überprüft hat.

7. Betify — unbewilligt, mit frei gestaltbaren Regeln

Betify führt keine Schweizer Bewilligung. Ausländische Lizenzen bleiben ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS), eine Sperrregister-Anbindung besteht nicht, ein Schweizer Rechtsweg ebenso wenig.

Bei einer Favoritenwette geht es selten um einen grossen Betrag, und genau darum ist der fehlende Rechtsweg so wirksam. Bei einer Quote von 1.15 und einem Einsatz von CHF 50 steht ein Streitwert von CHF 7.50 im Raum — vor einem Gericht in einem anderen Land. Die Kosten der Durchsetzung übersteigen den Gewinn um ein Vielfaches.

8. HornetBet — ohne Bewilligung, ohne Register

HornetBet ist ein weiterer ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Es gilt der gleiche Rechtszustand wie für die übrigen unbewilligten Marken: keine Anerkennung einer ausländischen Lizenz, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Blockierungsrisiko über DNS.

Was ein Favoritenspieler dabei gewinnt, sind Märkte und Quoten, die er im bewilligten Programm nicht findet. Was er verliert, ist die Prüfinstanz. Beides ist real, und man sollte es nicht gegeneinander aufrechnen, als gäbe es einen fairen Tausch. Es ist ein Tausch zwischen zwei Dingen, die nicht dieselbe Währung haben.

9. Coolzino — mit Casinoprofil ohne Schweizer Bewilligung

Coolzino trägt keine Schweizer Bewilligung. Auch hier gilt: keine Geltung einer ausländischen Bewilligung, keine Aufsicht durch die Gespa, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche DNS-Blockierung.

Der Name deutet ein Casino-Profil an, und das ist für einen Favoritenspieler eine relevante Unterscheidung. In der Schweiz sind Wetten und Casino getrennte Bewilligungen mit getrennten Regeln. Die Spielsperre des Schweizer Registers erfasst zwar auch Casinos einschliesslich Online-Casinos — aber nur bei den bewilligten Veranstaltern. Bei einem Anbieter ausserhalb dieses Systems greift sie nicht.

10. Wettigo — unbewilligt, am unteren Ende der Liste

Wettigo schliesst die Rangliste ab: ohne Schweizer Bewilligung, ohne Anerkennung einer ausländischen Lizenz nach Art. 4 BGS, ohne Sperrregister-Anbindung, ohne Schweizer Rechtsweg, mit Blockierungsrisiko.

Dass der Anbieter hier am Ende steht, sagt nichts über seine Quoten. Es sagt etwas über die Grundlage. Bei einer Favoritenwette ist die Quote nur die halbe Information; die andere Hälfte ist die Frage, wer einspringt, wenn zwischen Wettschein und Auszahlung etwas schiefgeht. Für die acht Anbieter ohne Schweizer Bewilligung lautet die Antwort auf diese Frage: niemand.

Das Cash-Out-Kalkül bei Favoritenwetten

Cash-Out klingt nach Kontrolle über eine Wette, die man eigentlich schon verloren hat. Es ist ein Instrument, das bei Favoritenwetten besonders häufig angeboten wird — und besonders häufig falsch eingeschätzt.

Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.

Der letzte Satz ist der wichtigste. Der Ausstiegspreis ist kein Marktwert, den irgendwer berechnet, sondern ein Preis, den der Buchmacher setzt und jederzeit ändert. Bei einem Favoriten mit Quote 1.20 ist die Differenz zwischen Cash-Out-Betrag und möglichem Gewinn besonders deutlich, weil der Gewinn ohnehin klein ist: Wer aussteigt, tauscht einen kleinen sichereren Betrag gegen einen etwas grösseren unsicheren — und bezahlt dafür den Aufschlag des Buchmachers, ein zweites Mal.

Wer den Cash-Out als Notausgang für eine Kombination ansieht, die an einem Favoriten hängt, wird diese Rechnung merken. Wer ihn als Werkzeug benutzt, um eine Wette mit Verlust abzustossen, sollte wissen, dass der Betrag, den er erhält, unter dem liegt, was die Quote des offenen Wettscheins noch verspricht. Der Boost verfällt bei einem Cash-Out — das ist die klarste Aussage der Bedingungen zu diesem Thema.

Auch hier gilt: Cash-Out ist keine gesetzlich geregelte Einrichtung, sondern eine Funktion jedes Anbieters. Was bei einem Anbieter steht, sagt nichts über den nächsten.

Was eine Favoritenwette am Ende kostet

Bei der Marge liegt der springende Punkt. In dem illustrativen Zweiwegemarkt mit Quoten von je 1.90 ergibt sich ein Quotenschlüssel von ungefähr 95 Prozent, also eine Marge von rund 5 Prozent des eingesetzten Betrages. Das ist der Durchschnittspreis aller Wetten auf diesem Markt, nicht ein Abzug auf dem einzelnen Wettschein. Ausgeglichene Märkte liegen in dieser Grössenordnung; schiefe Märkte mit einem klaren Favoriten liegen darüber, weil die Favoritenquote den grössten Teil des Aufschlags trägt.

Genau deshalb ist die Favoritenquote der teuerste Platz am Wettschein, nicht der sicherste. Der Einsatz ist vollständig exponiert, die Rendite ist auf ein paar Prozent zusammengedrückt, und die Marge frisst proportional mehr von einem kleinen Gewinn als von einem grossen. Wer auf Favoriten setzt, sollte das aus einem anderen Grund tun als dem der Sicherheit. Es gibt diesen Grund nicht.

Was bleibt, ist die Wahl des Rahmens. Bei Swisslos und der Loterie Romande gibt es ein bewilligtes Programm, ein Sperrregister, Limiten mit sofortiger Wirkung nach unten und 72 Stunden Verzögerung nach oben, eine Altersgrenze von 18 Jahren, einen Schweizer Rechtsweg und Gewinne, die bis zum Steuerfreibetrag steuerfrei bleiben. Bei den acht Anbietern ohne Bewilligung gibt es das alles nicht — dafür ein breiteres Programm. Die Kosten der Favoritenwette sind in beiden Fällen dieselbe Marge. Die Kosten der Bequemlichkeit sind die andere Rechnung.

Wer sein Konto trotzdem spielen will, sollte den Einsatz so wählen, dass eine Serie von fünf Fehlschlägen ihn nicht aus dem Gleichgewicht bringt — bei einem Neunzig-Prozent-Favoriten ist das keine Schwarzmalerei, sondern der Normalfall über ein Jahr. Und wer die Limite senken will, sollte wissen, dass sie sofort wirkt, während sie beim Hochsetzen drei Tage auf sich warten lässt. Diese Asymmetrie ist die freundlichste Regel des ganzen Systems.

Häufige Fragen zu Wetten auf Favoriten

Warum ist die Quote auf einen Favoriten so niedrig — und was sagt das eigentlich über die Chance?

Eine tiefe Quote spiegelt die hohe geschätzte Wahrscheinlichkeit, die der Buchmacher dem Ausgang zuschreibt, und dazu die Marge in diesem Markt. Sie ist ein Preis, keine Messung. Bei Quote 1.50 entspricht der Kehrwert rund zwei Dritteln, bei 1.10 rund neunzig Prozent. Diese Zahl bleibt eine Schätzung und deckt Unentschieden und Aussenseitersieg mit eigenen Preisen ab.

Wie wirkt sich die Marge des Buchmachers auf eine Favoritenwette aus?

Die Marge ist im Quotenschlüssel enthalten, dem Anteil aller Einsätze eines Marktes, der zurückgezahlt wird. In einem illustrativen Zweiwegemarkt mit Quoten von je 1.90 liegt der Quotenschlüssel bei rund 95 Prozent, die Marge also bei etwa 5 Prozent des eingegesetzten Betrages. In schiefen Märkten mit klarem Favoriten fällt sie höher aus.

Wie berechnet sich der Gewinn bei CHF 20 Einsatz und Quote 1.50?

Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, hier CHF 20 mal 1.50, also CHF 30. Davon ist der Einsatz von CHF 20 bereits enthalten; übrig bleiben CHF 10 Reingewinn. Bei Sporttip wird der Betrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und anschliessend auf 5 Rappen genau abgerundet.

Warum fallen Favoriten mit sehr kurzer Quote aus dem Kombiboost heraus?

Der Kombiboost von Sporttip verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50, und er gilt nur online. Ein Favorit mit Quote 1.20 oder 1.30 erfüllt diese Bedingung nicht. Die Voraussage bleibt in der Kombi bestehen, trägt aber nichts zur Erhöhung des Nettogewinns bei — der Bonus greift erst ab der vierten qualifizierten Voraussage.

Welche Turniere und Wettarten sind in der Schweiz für Favoritenwetten bewilligt?

Das Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten in der Version vom 10.09.2026. Qualifikationsrunden, Frauenwettbewerbe und Ranglistenwetten sind nur aufgeführt, soweit sie die Bedingungen erfüllen, Corner- und Kartenmärkte sowie Esport fehlen. Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen.

Wie setze ich Verlustlimiten, damit Favoritenwetten nicht zu teuer werden?

Bei Swisslos sind vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage Pflicht, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Senken wirkt sofort, Erhöhen erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Inhalt erstellt vom Team «wettenlegalch»