Wettanbieter Quotenvergleich 2026 zeigt, warum eine bessere Quote den Verlust nicht kleiner macht

Updated Oktober 2026
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Eine Balkenwaage aus Messing mit zwei leeren Schalen steht im Gleichgewicht auf einem Holztisch.

Oktober 29, 2026, geprüft gegen die Gespa und die veröffentlichten Spielregeln und Teilnahmebedingungen der beiden bewilligten Veranstalterinnen.

Buchmacher kalkulieren ihre Quoten so, dass die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge zusammen mehr als 100 % ergeben; der Überschuss heisst Overround.

Wer Quoten vergleicht, sucht eine Zahl, die zwei Anbieter unterscheidet. In der Schweiz ist diese Suche schneller vorbei als in jedem Nachbarland. Sportwetten sind hier ein Grossspiel unter dem Geldspielgesetz, und die Kantone haben die Veranstalterinnen auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Alle anderen Namen, die ein Spieler beim Herumklicken findet, arbeiten ohne Schweizer Bewilligung. Damit ist der eigentliche Vergleich der Schweiz nicht der zwischen zehn Firmen, sondern der zwischen der Quote und dem, was an ihr hängt: der Marge, der Limite, der Steuer und — bei einer Seite ohne Bewilligung — der Aussicht, einer Beschwerde irgendwann Nachdruck zu verleihen.

Das klingt nach einer Enttäuschung, und ein Stück weit ist es eine. Ein Quotenvergleich verspricht, dass sich am Rand der Wette etwas holen lässt. Realistischer ist die Gegenrichtung: Aus zwei Quoten lässt sich ausrechnen, was der Veranstalter behält, und dieses Ergebnis ist bei jeder Wette bereits eingepreist, bevor der erste Pass auf dem Platz gespielt ist. Diese Rechnung ist der Kern dieser Seite. Wer sie einmal verstanden hat, liest jeden Vergleich mit anderen Augen — und merkt, dass die aggressivsten Quoten häufig auf dem Blatt stehen, das die wenigsten Schweizer Schutzmechanismen kennt.

Die Einordnung: was beim Vergleich von Quoten wirklich zählt

Quotenschlüssel, Ausschüttung, Marge — drei Namen für eine Sache

Die Ausschüttungsquote gibt an, welcher Anteil aller Einsätze eines Marktes in Form von Gewinnen zurückfliegt. Der Quotenschlüssel ist ihre praktische Seite: Man nimmt den Kehrwert jeder möglichen Quote, addiert die Kehrwerte und teilt 1 durch diese Summe. Was übrig bleibt, wenn man den Schlüssel von 100 % abzieht, ist die Marge — der Anteil, den der Buchmacher bei ausgeglichenem Buch behält. Für die Quoten 1,25 / 5,00 / 10,00 ergibt diese Rechnung rund 90,91 % Ausschüttung. Es gibt kein Buch, keine App und keinen Live-Ticker, in dem diese 9,09 % als Zeile aufscheinen. Sie stecken in der Quote selbst, unsichtbar und immer.

Daraus folgt die einzige Regel, die ein Quotenvergleich braucht: Quoten lassen sich nur innerhalb desselben Marktes derselben Veranstaltung vergleichen. Zwei Anbieter, die auf dieselbe Partie unterschiedliche Quoten stellen, vergleicht man Feld für Feld — nicht nach «durchschnittlicher Quote», einem Wert, den niemand ausrechnet, weil er nichts bedeutet.

Feste und variable Quoten: der eine Unterschied, der mehr kostet als jede Marge

Bei festen Quoten setzt der Buchmacher die Quote fest und tritt als Gegner des Wettenden auf; sie gilt ab Wettabschluss und lässt sich nachträglich nicht mehr ändern. Bei variablen Quoten dagegen setzen die Wettenden untereinander, und der Preis steht erst nach dem Ereignis fest. Totalisatoren zahlen nach dieser Konstruktion deutlich schlechter: Bei staatlichen Anbietern liegt die Ausschüttung unter 50 %, bei Pferderennen bis etwa 85 %. Wer eine feste Quote auf 1,90 mit einer Totalisatorwette vergleicht, vergleicht nicht zwei Preise für dieselbe Sache, sondern zwei verschiedene Geschäfte — das eine mit einer bekannten Marge, das andere mit einem unbekannten Rest, aus dem noch ein Veranstalter bezahlt wird.

Die Marge einmal selbst gerechnet: ein Zweiwegmarkt zu 1,90 auf beiden Seiten

Die wichtigste Zahl dieses Abschnitts liefert die Formel: Man addiert die Kehrwerte aller Ausgänge eines Marktes, teilt 1 durch diese Summe und zieht das Ergebnis von 100 % ab. Beim Beispiel zweier Ausgänge zu je 1,90 ist der Kehrwert jeder Seite rund 0,5263, die Summe macht etwa 1,0526, und 1 geteilt durch diese Summe ergibt rund 95 %. Es bleibt eine Marge von etwa 5 %, gerechnet aus einem Musterpreis und keiner zitierten Quote. Für Wetten mit zwei Ausgängen sind rund 90 % Ausschüttung typisch, für solche mit drei Ausgängen rund 85 %. Die 1,90/1,90 liegt also über dem Marktdurchschnitt des Zweiwegmarktes, und das ist der praktische Punkt des Ganzen: Die Qualität eines Quotenangebots zeigt sich nicht an einem Spitzenwert auf einem einzelnen Spiel, sondern daran, wie hoch die Ausschüttung über alle Ausgänge ausfällt. Ein Haus kann auf einem Ausgang grosszügig erscheinen und die Marge auf dem zweiten wieder hereinholen.

Die Rechnung ist eine Schätzung über viele Wetten, keine Zusage: Sie sagt, was ein Markt im Durchschnitt zurückgibt, nicht wie eine einzelne Wette ausgeht. Und sie gilt für den Markt, aus dem sie gebildet wurde — die Marge eines Dreiwegmarktes ist nie die eines Handicaps, die eines Fussballspiels nie die eines Tennismatches.

Implizite Wahrscheinlichkeit: die Quote als Prozentzahl lesen

Bei festen Dezimalquoten ist die implizite Wahrscheinlichkeit der Kehrwert der Quote. Die Quote 1,01 steht für 99,01 %, die Quote 2,00 für 50,00 %, die Quote 4,00 für 25,00 %. Diese Umrechnung macht erst sichtbar, was der Overround bedeutet: Buchmacher kalkulieren ihre Quoten so, dass die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge zusammen über 100 % ergeben. Der Überschuss über diese 100 % ist der Overround und der Gewinn des Buchmachers bei ausgeglichenem Buch. Beim Musterpreis 1,90/1,90 summieren sich die beiden Kehrwerte auf rund 105,3 % — der Overround von etwa 5 Prozentpunkten ist genau die Marge, die im Abschnitt «Die Marge einmal selbst gerechnet: ein Zweiwegmarkt zu 1,90 auf beiden Seiten» stand. Zwei Namen, eine Zahl, kein zweites Wunder.

Der Vergleich auf Schweizer Boden: zwei und nur zwei

Der Kreis der Anbieter, mit denen sich Quoten hierzulande überhaupt vergleichen lassen, ist gesetzlich geschlossen. Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.

Beide arbeiten mit festen Quoten. Beide sind an ihre Servicegebiete gebunden: Wer nicht im Vertragsgebiet wohnt, bekommt kein Online-Konto, und ein Quotenvergleich über die Sprachgrenze hinweg ist damit für einen einzelnen Spieler ohnehin theoretisch.

Anbieter Bewilligung Veranstalterin oder gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Bewilligung als Grossspiel (Veranstalter- und Spielbewilligung unter dem BGS, SR 935.51) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung als Grossspiel (Veranstalter- und Spielbewilligung unter dem BGS, SR 935.51) Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande
AmunRa ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht feststellbar — ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Boomerang Bet ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht feststellbar — ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Wettigo ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht feststellbar — ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Rainbet ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht feststellbar — ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
BassBet ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht feststellbar — ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Pribet ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht feststellbar — ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Coolzino ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht feststellbar — ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
HighFlyBet ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht feststellbar — ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)

Die Tabelle führt eine Spalte, die in keinem Marktvergleich sonst steht, und sie ist die einzige, die für alle zehn Namen ausgefüllt ist. Zwei Zeilen tragen eine Bewilligung, die in der Schweiz etwas gilt. Acht tragen keine. Alles, was ein Anbieter der zweiten Gruppe an Quotenglanz bietet, ist damit einem Rechtsrahmen zuzuordnen, der in der Schweiz keine Wirkung entfaltet — und die Überlegung, ob das Quotenniveau ein Prozent oder vier Prozent besser ist, verliert an Gewicht, sobald diese Spalte gefüllt ist.

Die Rechtslage: warum der Vergleich hier auf zwei Namen begrenzt bleibt

Grossspiel, Bewilligung, Aufsicht: wer was darf

Online-Sportwetten sind ein Grossspiel unter dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e) und werden von der Gespa beaufsichtigt, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern. Die ESBK ist nicht zuständig; sie beaufsichtigt nur Casinos. Eine Bewilligung braucht beides, eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21-25 BGS), und sie «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Eine Liste weiterer bewilligter Buchmacher gibt es nicht, weil es keine gibt; die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste blockierter ausländischer Domains. Die Nettoerträge fliessen in den Kantonen in gemeinnützige Zwecke (Art. 125 BGS).

Ein Bücherregal mit ledergebundenen Bänden in dunklen Farben in einer stillen Bibliothek, davor ein Lesetisch.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019 (IKV 2020).

Servicegebiete und Wohnsitz: die Limite, die vor der ersten Quote greift

Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus (Art. 47 Abs. 3 VGS) und in der Praxis zusätzlich einen solchen im Gebiet der jeweiligen Veranstalterin. Sporttip läuft im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Jouez Sport deckt Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis ab.

Für die Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Das ist ein Papierberg, der manchen Bewerber ärgert. Er ist der Preis dafür, dass ein Gewinn aus einem bewilligten Schweizer Angebot auch dann ausgezahlt wird, wenn der Anbieter den Fall anders sieht.

Was überhaupt auf dem Programm stehen darf

Der erlaubte Wettinhalt ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden erscheinen nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Rangierungswetten nur, wenn die Rangierung den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet, Wetten auf Trainingsläufe nie. Corner- und Kartenmärkte fehlen auf der Liste, eine Esport-Sektion ebenfalls. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS). Erlaubt sind Sportwetten, nicht mehr: Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind es nicht.

Für den Quotenvergleich ist das die zweite Schranke. Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung kann Märkte anbieten, die auf der Gespa-Liste überhaupt nicht vorkommen. Wer solche Märkte vergleicht, vergleicht ein Angebot, das der Schweizer Veranstalter gar nicht stellen darf — und häufig jene Märkte, deren Marge am wenigsten transparent ausfällt.

Livewetten und Cash-Out: was geregelt ist und was nicht

Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, soweit der Veranstalter über eine entsprechende Bewilligung verfügt; das BGS kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Bei Sporttip gilt eine Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer live auf ein Ereignis setzt, das mit einem Pfiff entschieden wird, hat also nie die Wette abgeschlossen, die er zu haben glaubt.

Cash-Out ist nicht reguliert; er bleibt ein Merkmal des jeweiligen Veranstalters. Sporttip bietet ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten an, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Diese letzte Bedingung ist die wichtigste Zeile im ganzen Absatz.

Werbung und Gratisspielguthaben: die eine Bewilligung, die vor dem Bonus steht

Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bedroht (Art. 131 BGS). Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); im Jahr 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Bonusbeträge und -bedingungen kommen ausschliesslich aus den Bedingungen der jeweiligen Veranstalterin. Ein Werbeverbot zu bestimmten Tageszeiten gibt es nicht.

Der ausländische Anbieter: was der Vergleich mit ihm nicht kauft

Eine ausländische Bewilligung — Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land — hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS). Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung zu veranstalten ist strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Der Spielende wird nicht bestraft. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: In einem Verfahren gegen den Veranstalter können Einsätze und Gewinne eingezogen werden, und es besteht weder Schutz noch eine Fairplay-Kontrolle. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (Art. 86-93 BGS; erste Liste vom 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — Domain-Hopping; die Gespa nennt Interwetten und Bet-at-Home, und sie nennt bet365 als auf der Liste stehend.

Damit ist die Rechnung vollständig: bewilligt heisst voller Schweizer Schutz, aber zwei Veranstalterinnen, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, Wohnsitzpflicht und Verifizierung. Ohne Bewilligung heisst: kein Schweizer Schutz, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und je nach Kanton steuerbare Gewinne. Keine der beiden Seiten ist die «sichere Wahl» von sich aus.

Spielerschutz: die Limiten, die vor dem ersten Vergleich stehen

Verlustlimiten selbst setzen — und was eine Erhöhung kostet

Wer Quoten vergleicht, sollte vorher wissen, was er zu verlieren bereit ist. Eine bessere Quote ändert am Verlustrisiko jeder einzelnen Wette nichts. Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Gesetzlich müssen die Veranstalterinnen einen oder mehrere Höchstwerte für Einsätze oder Verluste pro Tag, Woche oder Monat verlangen (Art. 87 VGS); eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach 24 Stunden. Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Diese Wartezeit ist keine Schikane, sondern die Bremse an der einzigen Stelle, an der ein Spieler sich selbst bremsen kann.

Ein festgeschriebener Einzahlungsdeckel des Staates existiert in der Schweiz nicht. Die Limite ist die, die der Spielende selbst setzt.

Die Spielsperre und das Register

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das Register der gesperrten Personen erfasst überschuldete und spielsuchtgefährdete Menschen ebenso wie die Selbstsperre (Art. 80-82 BGS). Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Gesperrte oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Wer die Sperre als Parkplatz versteht, irrt: Die drei Monate sind eine Frist, keine Wartezeit auf einen Knopf.

Wie viel Verlass auf Schutzmassnahmen im Alltag ist, zeigt eine Zahl aus dem Jahr 2025: Bei Testkäufen der Gespa wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der Schutz an der Ladentheke ist also nicht lückenlos, und wer sein Konto mehreren Personen zugänglich macht, verlängert diese Lücke ins Netz.

Auszahlung, Konto und Alter: die Regeln, die den Verlust begrenzen

Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausbezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht; eine Kreditierung an Spielende ist verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmarken eine Veranstalterin akzeptiert, steht in ihren eigenen Bedingungen. Und ein Punkt, den viele falsch erwarten: Es gibt in der Schweiz kein Zahlungsblockierungsinstrument gegen unbewilligte Wettseiten. Weder Banken noch Kartenschemata blockieren solche Zahlungen.

Sportwetten sind für Personen ab 18 (Gespa); Minderjährige werden online nicht zugelassen (Art. 72 BGS). Ein Konto pro Spieler mit verifizierter Identität (Art. 47-52 VGS).

Steuern: die Freigrenze, die fast niemand erreicht

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400); der kantonale Freibetrag weicht davon ab, deshalb gilt «je nach Kanton». Oberhalb des Freibetrags behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein; zurückgeholt wird sie über die Deklaration in der Steuererklärung. Ein typischer Wettender liegt weit unter dieser Grenze: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht.

Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, werden steuerlich aber anders behandelt: Die kantonale Praxis des Thurgau erfasst Gewinne aus ausländischen Grossspielen als volles Einkommen, unabhängig von der Höhe. Wer also über die Grenze setzt, tauscht einen Quotenvorteil gegen eine Steuerfrage ein. Das ist allgemeine Information und kein Steuerrat; für den eigenen Fall ist die kantonale Steuerverwaltung oder eine Steuerberatung zuständig.

Wettarten und Quoten: welcher Markt wie viel kostet

Einzel, Kombi, System: woher die Wette kommt, die verglichen wird

Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3 und für Multiples CHF 2; der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.

Diese Zahlen sind der unauffälligste Teil eines Quotenvergleichs und der einzige, der einen Plan tatsächlich umwirft. Eine Kombination aus mehreren Voraussagen lässt sich mit einem höheren Einsatz nur bis zur Limite der Veranstalterin bauen; darüber entscheidet nicht die Quote, sondern die Hausregel. Bei Jouez Sport umfasst eine Kombiwette 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt dort CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000.

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten, und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einer Gesamtquote von 2.10 und einem Einsatz von CHF 10 ergibt das CHF 21; die Rundung auf 5 Rappen fällt an dieser Stelle nicht ins Gewicht, bei kleinen Einsätzen und krummen Quoten aber schon.

Zwei Ausgänge, drei Ausgänge: warum die Marge unterschiedlich ausfällt

Typisch sind bei Buchmacher-Quoten etwa 90 % Ausschüttung bei Wetten mit zwei möglichen Ausgängen, zum Beispiel Tennis, und etwa 85 % bei Wetten mit drei möglichen Ausgängen, zum Beispiel Fussball. Der Grund ist strukturell und hat nichts mit der Sportart zu tun. Jeder zusätzliche Ausgang braucht eine eigene Quotierung, und jede Quotierung trägt einen Sicherheitsabstand, weil der Buchmacher das Buch ausgleichen oder ein unausgeglichenes tragen können muss. Aus zwei Abständen wird ein kleiner Overround, aus drei ein grösserer. Wer Fussball und Tennis nebeneinanderlegt und sich über die schlechteren Fussballquoten wundert, vergleicht deshalb nicht zwei Buchmacher, sondern zwei Marktformen.

Bei zwei gleichen Quoten von 1,90 errechnet sich eine Ausschüttung von rund 95 % und damit eine Marge von etwa 5 %. Bei der Quote 1,80 auf beiden Seiten beträgt die Marge etwa 10 %. Die 1,95 auf beiden Seiten einer Zweiwegwette ergibt eine Ausschüttung von etwa 97,5 % und eine Marge von etwa 2,5 %. Drei Beispielpreise, eine Spanne. Die Spanne ist die eigentliche Antwort auf die Frage, was ein Quotenvergleich bringt: Der Unterschied zwischen einem durchschnittlichen und einem guten Zweiwegangebot liegt in der Grössenordnung der Marge, die dazwischen liegt — an einem einzelnen Spiel in Rappen, über ein Jahr in Franken, und nur bei einem Spieler, der überhaupt oft genug setzt, damit es sich summiert.

Langzeitwetten, Livewetten, Boosts: die Wetten mit den unklaren Bedingungen

Wer voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung kombinieren will, braucht bei Sporttip die Bet-Builder-Funktion; nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Das klingt nach Kulanz und ist im Ergebnis ein Rückzug aus dem Geschäft: Die Wette bestand, aber sie zählt nicht.

Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. «Bis zu 100 %» heisst hier: fünfzehn Treffer, jeder mit mindestens 1.50, und ein Deckel obendrauf. Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer eine geboostete Wette vorzeitig auszahlt, verliert genau den Teil, der die Wette interessant machte.

Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Eine annullierte Voraussage drückt also eine Kombination auf das Niveau der übrigen — die Quote, die den Reiz ausmachte, ist weg.

Wie ein Vergleich aussieht, ohne dass ein Preisfehler passiert: die Grundlagen

Variabler oder fester Satz, Zweiweg oder Dreiweg, Limite und Mindesteinsatz, Boost und Cash-Out-Bedingung: Wer diese fünf Punkte vor dem Klick klärt, merkt schnell, dass die meisten Quotenvergleiche Äpfel mit Birnen mischen. Der Vergleich mit ausländischen Seiten, die keine Schweizer Bewilligung haben, ist deshalb keine Frage des Preises, sondern eine Frage des Rahmens. Wer hier setzt, muss wissen, dass eine bessere Quote dort nicht von einem Schweizer Schiedsgericht gestützt wird und eine Beschwerde keine Adresse im Land hat.

Eine Wasserwaage liegt auf einem Brett an einer Werkbank in einer Schreinerei, Holzspäne bedecken den Boden.
Bei variablen Quoten (Totalisator) setzen die Wettenden untereinander; der Auszahlungsanteil liegt bei staatlichen Anbietern unter 50 % und bei Pferderennen bis etwa 85 %.

Die Rangfolge: zehn Anbieter im Schweizer Massstab

Die Reihenfolge richtet sich nach einem Massstab, den die Rechtsspalte vorgibt: Wo eine Schweizer Bewilligung und ein Schweizer Rechtsweg bestehen, zählt das Quotenniveau. Wo sie fehlen, ist die Quote ein Detail unter anderen. Das folgende Ranking hält die Gruppen auseinander — nicht, um die zweite zu bewerben, sondern weil ein Leser sie sowieso trifft und wissen soll, was er vor sich hat.

1. Swisslos Sporttip: die Hausregel als Quotenfaktor

Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die IKV 2020; die Sportwetten laufen unter Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Bewilligt ist das Angebot als Grossspiel unter dem BGS mit Veranstalter- und Spielbewilligung, unter Aufsicht der Gespa.

Beim Einsatz ist Sporttip der grosszügigere der beiden Schweizer Veranstalter: Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 10’000 für eine Systemwette. Doch die Limite bleibt eine Hausregel — Swisslos kann sie jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Ein Konto setzt mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet voraus, keine bestehende Spielsperre, und jede Person darf sich nur einmal registrieren; die Ausweisdaten werden gegen Adress-Datenbanken geprüft. Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage sind Pflicht, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 unter 21 Jahren, Erhöhung erst nach 72 Stunden.

Die Beurteilung fällt nicht wegen der Limite, sondern wegen des Zusammenspiels aus Regelwerk und Fahrplan. Die Verrechnung ist sauber: Einsatz mal Quote, bei Kombinationen das Produkt der Einzelquoten, zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen abgerundet. Die Dichte an Sonderfällen ist der Gegenpol dazu. Wer live auf ein Elfmeterspiel setzt, trägt das Risiko, dass Swisslos die Wette mit Quote 1.00 wertet, weil der Ausgang in einer spielentscheidenden Situation bereits eingetreten war. Wer eine Boost-Wette früh auszahlt, verliert den Boost. Wer abhängige Ereignisse ohne Bet-Builder kombiniert, kann eine ungültige Kombination halten.

2. Loterie Romande Jouez Sport: der Vergleich, der an der Sprachgrenze endet

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Bewilligt ist auch dieses Angebot als Grossspiel unter dem BGS mit Veranstalter- und Spielbewilligung und mit Aufsicht durch die Gespa.

Beim Einsatz legt Jouez Sport den Mindesteinsatz für Online-Wetten auf CHF 2 fest, in Verkaufsstellen auf CHF 3 und für Multiples auf CHF 2; der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten beträgt CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn liegt bei CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und bei CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen.

Für einen Westschweizer Spieler mit kleineren Einsätzen ist das ein brauchbares Angebot; die Mindestquote von 1.10 verschliesst allerdings genau die Kombinationen aus lauter schweren Favoriten, die manch einer als «sicher» einstuft. Der Höchstgewinn wiederum trifft nur Spieler, die ihn ohnehin kaum erreichen. Die Verkaufsstellen sind mit 2’350 Standorten der Teil des Angebots, der sich nicht online ersetzen lässt, und wer ohnehin in einer Verkaufsstelle setzt, hat mit dem Mindesteinsatz von CHF 3 statt CHF 2 und der Kombi-Limite eine andere Rechnung vor sich als im Netz. Wer in der Westschweiz wohnt und regelmässig kleine Einsätze spielt, findet hier ein Angebot, das an die Logik des Wettscheins gebunden ist und nicht an die Logik des Klicks.

3. AmunRa: ohne Schweizer Bewilligung, mit den Quoten eines anderen Rahmens

AmunRa arbeitet ohne Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz anbieten. Eine gemeldete Bewilligung ist nicht feststellbar, und sie hätte in der Schweiz ohnehin keine Kraft (Art. 4 BGS). Der Anbieter ist nicht mit dem schweizerischen Sperrregister verbunden, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und seine Domains können auf die Gespa-Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden.

Wer AmunRa nutzt, nutzt einen Quotenvergleich, den er in Franken bezahlt und in einem ausländischen Rahmen einklagt. Gewinne sind nach kantonaler Praxis steuerlich anders zu behandeln als bei einem bewilligten Schweizer Angebot: Die kantonale Praxis des Thurgau erfasst solche Erträge als volles Einkommen, unabhängig von der Höhe. Für einen Spieler, der ohnehin nur kleine Einsätze tätigt und den Wettmarkt als Unterhaltung liest, ändert das wenig am Abend; für einen Spieler, der auf eine Auszahlung in relevanter Höhe setzt, ändert es alles, und zwar am Tag der Auszahlung und nicht am Tag des Vergleichs.

4. Boomerang Bet: kein Schweizer Schutz, und die Sperrliste als Risiko

Boomerang Bet führt ebenfalls keine Schweizer Bewilligung; nur Swisslos und die Loterie Romande sind zur Veranstaltung berechtigt. Eine gemeldete Bewilligung ist nicht feststellbar und ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS); das Angebot ist nicht an das Schweizer Sperrregister angebunden, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.

Die Sperrliste hat eine Eigenschaft, die ein Quotenvergleich nicht abbildet: Sie wird laufend aktualisiert, und blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt. Wer sich anmeldet und Guthaben hält, muss wissen, dass die Erreichbarkeit selbst nicht gesichert ist. Bei AmunRa und Boomerang Bet ist die Adresse die eigentliche Limite — und diese Limite kennt niemand im Voraus, auch der Anbieter nicht.

5. Wettigo: Quote ohne Adresse im Land

Wettigo tritt ohne Schweizer Bewilligung auf. Wie bei allen Anbietern ohne Bewilligung gilt: Es besteht kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden (siehe Abschnitt «Grossspiel, Bewilligung, Aufsicht: wer was darf»).

Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung zu veranstalten ist strafbar (Art. 130 BGS), der Spielende wird nicht bestraft. Das ist der Punkt, an dem sich die Frage entscheidet. Ein Spieler ohne Schweizer Wohnsitz hat bei Wettigo keinen Zugang zu dem Schutz, der hierzulande an die Bewilligung geknüpft ist: keine Verbindung zum Sperrregister, keinen Rechtsweg, keine Kontrolle. Wer regelmässig mit Beträgen spielt, die er ungern verliert, sollte die Rechnung mit diesen drei Nullen beginnen und nicht mit der Quote.

6. Rainbet: was der Quotenglanz nicht mitbringt

Rainbet gehört zur Gruppe der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Wie bei allen Anbietern ohne Bewilligung gilt: Es besteht kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden (siehe Abschnitt «Grossspiel, Bewilligung, Aufsicht: wer was darf»).

Der Unterschied zwischen einem bewilligten und einem nicht bewilligten Anbieter ist kein Unterschied im Produkt, sondern im Beschwerdeweg. Bei Rainbet gibt es niemanden, an den sich ein Spieler in der Schweiz wenden könnte, wenn eine Wette falsch gewertet wird oder eine Auszahlung stockt. Das ist keine Drohung, sondern eine Zuständigkeitsfrage, und sie bleibt auch dann bestehen, wenn die Quoten über Monate besser aussehen.

7. BassBet: kein Schweizer Rahmen, keine Schweizer Adresse

BassBet arbeitet ohne Schweizer Bewilligung. Wie bei allen Anbietern ohne Bewilligung gilt: Es besteht kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann per DNS blockiert werden (siehe Abschnitt «Grossspiel, Bewilligung, Aufsicht: wer was darf»).

Wer BassBet mit Sporttip vergleicht, vergleicht nicht zwei Preise für dasselbe Produkt. Er vergleicht zwei Rechtsordnungen mit unterschiedlichen Regeln zur Auszahlung, zur Identitätsprüfung und zum Steuerabzug. Der Vergleich ist erlaubt, das Ergebnis ist aber nicht nur eine Zahl: Wer in der Schweiz wohnt, hat bei Swisslos die Wohnsitzbedingung zu erfüllen — und genau dieses Papier ist der Preis des Schutzes, den BassBet nicht bietet.

8. Pribet: jederzeit ohne Ankündigung nicht mehr erreichbar

Pribet trägt keine Schweizer Bewilligung.

Was diese Bewertung tatsächlich festhält, ist eine Unsicherheit, die kein Bonus aufwiegt: Ein nicht bewilligtes Angebot kann für Schweizer Nutzer jederzeit aus dem Netz verschwinden, und niemand muss das ankündigen. Wer dort ein Guthaben stehen lässt, hat eine Forderung an eine Adresse, die er nicht durchsetzen kann. Das ist die teuerste Position in dieser Gruppe, und sie steht auf keiner Quotentafel.

9. Coolzino: kein Schweizer Schutz, und kein Vergleichsmassstab

Coolzino gehört zu den Anbietern ohne Schweizer Bewilligung.

Ein Vergleich mit einem solchen Anbieter bleibt ein Vergleich mit einer privaten Hausordnung: Auszahlungszeiten, Identitätsprüfungen und die Frage, wann eine Wette 1.00 gewertet wird, stehen vollständig in den Bedingungen des Anbieters und nirgends sonst. Wer hier setzt, muss diese Bedingungen vor dem ersten Einsatz lesen, weil es keine zweite Stelle gibt, die sie auslegen könnte.

10. HighFlyBet: Name ohne Bewilligung

HighFlyBet führt keine Schweizer Bewilligung.

Damit schliesst sich der Kreis. Wer einen Quotenvergleich über zehn Namen legt, findet am Ende zwei Zeilen mit einer Bewilligung, die im Land etwas gilt, und acht ohne. Die acht sind nicht identisch — aber sie teilen die eine Eigenschaft, die den Vergleich mit ihnen zu einer Rechnung mit unbekanntem Endbetrag macht.

Was der Vergleich am Ende kostet — und wann er sich trotzdem lohnt

Ein Quotenvergleich bringt am meisten an der Stelle, an der er am wenigsten spektakulär aussieht: bei der Marge eines Zweiwegmarktes. Eine Ausschüttung von rund 95 % bedeutet, dass von jedem Franken Einsatz im Durchschnitt rund 95 Rappen zurückfliessen und rund 5 Rappen hängen bleiben. Diese fünf Rappen erscheinen dem Setzenden klein, und für einen einzelnen Abend sind sie das auch. Über ein Jahr vieler kleiner Einsätze sind sie die Position, die der Buchhalter am Ende definitiv gewinnt.

Wer also vergleicht, sollte drei Fragen vorher klären. Erstens: Ist die Quote eine feste oder eine variable? Feste Quoten sind beim Buchmacher gegen ihn gerichtet und bleiben ab Abschluss stehen; bei variablen Quoten setzen die Wettenden untereinander, und der Auszahlungsanteil liegt bei staatlichen Anbietern unter 50 % und bei Pferderennen bis etwa 85 %. Zweitens: Handelt es sich um einen Zwei- oder einen Dreiwegmarkt? Rund 90 % Ausschüttung gegen rund 85 % ist keine Fehlmessung, sondern die Bauform des Marktes. Drittens: Wie hoch ist die Limite, und was passiert bei einem Sonderfall?

Die dritte Frage ist die unbequemste, weil sie keine Prozentzahl hat. Mindesteinsätze, Höchsteinsätze, Höchstgewinne, eine Mindestquote für Kombinationen, eine 48-Stunden-Regel für abgesagte Ereignisse, eine Boost-Regel, die bei einem Cash-Out verfällt: Das sind Regeln, die im Quotenvergleich unsichtbar sind und im Einzelfall mehr kosten als eine um zehn Rappen bessere Quote. Wer Sporttip mit Jouez Sport vergleicht, vergleicht darum nicht primär zwei Quotenniveaus, sondern zwei Regelsätze: CHF 1 bis CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette bei Sporttip gegen CHF 2 online, CHF 3 an der Verkaufsstelle, CHF 500 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 7’500 pro Multiple-Wettschein bei Jouez Sport. Ein Spieler mit hohen Einsätzen findet seine Grenze bei der Westschweizer Veranstalterin früher; ein Spieler mit Kleinstbeträgen kommt bei Swisslos tiefer in die Wette.

Und dann ist da noch der Rahmen. Zwei Veranstalterinnen sind gesetzlich die Obergrenze, beide an ihr Servicegebiet gebunden, beide mit einem Papierberg bei der Registrierung und einer Selbstdeklaration bei der Limite; ein weiteres Konto braucht Wohnsitz im Gebiet der jeweiligen Veranstalterin. Die acht anderen Namen arbeiten mit Quoten, die sich anschauen lassen, aber in einem Rahmen, der hierzulande keine Geltung hat (Art. 4 BGS), ohne Verbindung zum Sperrregister und ohne Schweizer Rechtsweg. Das ist keine Aussage über die Sportwetten, sondern über das Verfahren nach einer verlorenen Wette — und dieses Verfahren ist der Teil des Angebots, der sich nachträglich nicht nachkaufen lässt.

Häufig gestellte Fragen

Wie lässt sich die Marge eines Buchmachers aus den Quoten eines Spiels berechnen?

Man addiert die Kehrwerte aller Quoten eines Marktes, teilt 1 durch diese Summe und zieht das Ergebnis von 100 % ab. Bei einem Markt mit zwei Ausgängen zu je 1,90 ergibt das eine Ausschüttung von rund 95 % und eine Marge von etwa 5 %. Die Rechnung gilt immer für einen einzelnen Markt.

Unterscheiden sich die Quoten von Sporttip und Jouez Sport für dasselbe Spiel?

Beide arbeiten mit festen Quoten, und ein direktes Nebeneinander gibt es für die meisten Spieler nur auf dem Papier, weil ein Online-Konto an das jeweilige Servicegebiet gebunden ist: Sporttip bedient die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein, Jouez Sport die sechs Westschweizer Kantone. Wer über die Sprachgrenze hinaus setzen will, stösst an die Wohnsitzbedingung.

Was ist der Overround, und was sagt er über den Gewinn des Buchmachers aus?

Buchmacher kalkulieren die Quoten so, dass die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge zusammen über 100 % ergeben. Dieser Überschuss heisst Overround, und er entspricht dem Gewinn bei ausgeglichenem Buch. Beim Musterpreis 1,90/1,90 summieren sich die Kehrwerte auf rund 105,3 %, der Overround beträgt also etwa 5 %.

Wie wird aus einer Dezimalquote die implizite Wahrscheinlichkeit eines Ausgangs?

Bei festen Dezimalquoten ist die implizite Wahrscheinlichkeit der Kehrwert der Quote. Die Quote 1,01 entspricht 99,01 %, die Quote 2,00 entspricht 50,00 %, die Quote 4,00 entspricht 25,00 %. Die Summe dieser Werte über alle Ausgänge eines Marktes liegt bei einem Buchmacher immer über 100 %.

Warum liegt die typische Ausschüttung bei Wetten mit zwei Ausgängen höher als bei Wetten mit drei Ausgängen?

Jeder Ausgang eines Marktes wird einzeln quotiert, und jede Quote trägt einen Sicherheitsabstand. Zwei Abstände ergeben einen kleineren Overround als drei. Typisch sind rund 90 % Ausschüttung bei zwei Ausgängen, etwa Tennis, und rund 85 % bei drei Ausgängen, etwa Fussball.

Lohnt der Vergleich mit ausländischen Seiten, obwohl diese keinen Schweizer Schutz bieten?

Er lohnt als Blick auf das Quotenniveau und als nichts weiter. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS); diese Anbieter sind nicht am Sperrregister beteiligt und bieten keinen Schweizer Rechtsweg. Wer dort setzt, tauscht eine bessere Quote gegen die Aussicht, einer Beschwerde keine Adresse geben zu können.

Inhalt erstellt vom Team «wettenlegalch»