Wetten auf den Super Bowl in der Schweiz: zwei Veranstalter, ein Preis, viele Nebenwirkungen

Updated Oktober 2026
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Ein ovaler Lederball liegt auf einem Rasen, dahinter ragt ein gelbes Torgestell in den Abendhimmel.

Der Super Bowl ist der teuerste Abend im amerikanischen Sportkalender und der billigste, wenn man ihn von der Couch aus sieht. Für Wettende in der Schweiz beginnt der Abend allerdings mit einer Vorentscheidung, die nichts mit Football zu tun hat: Wer ein Konto eröffnen will, hat genau zwei Adressen zur Auswahl, und beide sind Veranstalterinnen mit kantonalem Auftrag, nicht Buchmacher im angelsächsischen Sinn. Alles andere, was unter «Super Bowl wetten» suchbar ist, läuft ohne Schweizer Bewilligung.

Der Super Bowl LX fand am 8. Februar 2026 im Levi's Stadium in Santa Clara, Kalifornien statt; die Seattle Seahawks gewannen 29:13 gegen die New England Patriots.

Datenstand: Oktober 29, 2026 · Bewilligungsangaben geprüft gegen die Veranstalter- und Spielbewilligungen nach Geldspielgesetz (SR 935.51) und die Aufsicht der Gespa.

Die letzte Ausgabe ist gespielt: Der Super Bowl LX fand am 8. Februar 2026 im Levi’s Stadium in Santa Clara statt, die Seattle Seahawks gewannen 29:13 gegen die New England Patriots, 70’823 Zuschauer waren im Stadion, und Kenneth Walker III wurde mit 135 Rushing-Yards bei 27 Läufen zum MVP gewählt. Wer heute auf «den Super Bowl» wetten will, wettet auf ein Spiel, das noch nicht angepfiffen ist: Der Super Bowl LXI ist für den 14. Februar 2027 im SoFi Stadium in Inglewood, Kalifornien angesetzt. Zwischen diesen beiden Daten liegt die ganze Saison, die dieses Endspiel überhaupt erst besetzt — und für den Wettmarkt die wichtigere Frage lautet nicht, wer gewinnt, sondern was eine Wette auf dieses Ereignis den Einsatz kostet, bevor irgendjemand einen Football wirft.

Warum «Super Bowl wetten» in der Schweiz nur zwei Namen kennt

Der Blick auf den Spielplan beginnt am besten beim Veranstalter, denn hier liegt die erste Weiche. Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, und die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos betreibt seine Sportwetten unter dem Namen Sporttip, die Loterie Romande ihre unter dem Namen Jouez Sport. Das ist keine Marktlage, die sich durch Suchen im Netz auflöst, und ausländische Anbieter ändern daran nichts: Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft.

Ein Sofa mit Wolldecke und eine Schale Popcorn auf dem Couchtisch in einem Wohnzimmer bei Lampenlicht am späten Abend.
Der Super Bowl LXI ist für den 14. Februar 2027 im SoFi Stadium in Inglewood, Kalifornien angesetzt.

Der Weg zum Konto führt deshalb zuerst über den Wohnsitz, nicht über die Quote. Das Kontingent ist geteilt: Sporttip läuft im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein — zusammen das Swisslos-Vertragsgebiet. Jouez Sport ist auf die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura begrenzt. Wer in Zürich wohnt, kann kein Jouez-Sport-Konto eröffnen, wer in Genf wohnt, kein Sporttip-Konto.

Für den Super Bowl heisst das: Die Wahl zwischen den beiden ist für die meisten Leserinnen und Leser gar keine Wahl. Sie ist eine Zuweisung. Genau hier fängt das Kostendenken an, denn wer seinen Veranstalter nicht wählen kann, kann auch dessen Quotenpolitik nicht gegen eine zweite Schweizer Adresse abwägen. Das ist der Preis des geschützten Marktes, und er ist höher als ein paar Prozentpunkte Marge: Er nimmt die Vergleichsmöglichkeit selbst weg.

Anmeldung ist mehr als ein Formular. Zur Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer den Ausweis nicht zur Hand hat oder dessen Lichtbild nicht sauber lesbar ist, wartet einen Tag länger — das ist keine Schikane, sondern die Bedingung dafür, dass Auszahlungen an ein Konto im eigenen Namen überhaupt möglich sind.

Geld ist ebenfalls geregelt. Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt; anonyme Auszahlungen gibt es in der bewilligten Schweizer Sportwette nicht. Kredit an Spielende ist untersagt. Ein Konto bei einer ausländischen Plattform kann das Gegenteil anbieten — nur nützt es nichts, wenn der Betrag am Ende auf einem Schweizer Konto landen soll.

Was die Bewilligung kostet — und was ohne Schweizer Bewilligung fehlt

Eine Bewilligung ist kein Gütesiegel, das die Quoten schönt, aber sie entscheidet, was im Streitfall passiert. Das Geldspielgesetz verlangt eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung je Spiel und hält in Artikel 4 ausdrücklich fest, dass sie nur in der Schweiz gilt. Aufsichtsbehörde ist die Gespa in Bern, nicht die ESBK: Die ESBK beaufsichtigt Casinos, für Sportwetten ist sie die falsche Adresse.

Ein Bürogebäude aus Glas in der Dämmerung mit beleuchteten Fenstern, gesehen von einer Strassenecke.
Der erste Super Bowl wurde 1967 als AFL-NFL World Championship Game ausgetragen; der Name «Super Bowl» wurde 1969 offiziell.

Die Tabelle ordnet die zehn Plattformen nach dem einzigen Kriterium, das die Schweiz wirklich unterscheidet — der Bewilligung.

Plattform Bewilligungsstatus in der Schweiz Veranstalterin bzw. gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande
Playzilla ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz, Artikel 4 BGS
Betscore ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz, Artikel 4 BGS
Wettigo ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz, Artikel 4 BGS
Jackbit ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz, Artikel 4 BGS
Sportuna ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz, Artikel 4 BGS
FortuneJack ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz, Artikel 4 BGS
BetPanda ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz, Artikel 4 BGS
Bahigo ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz, Artikel 4 BGS

Die Spalte mit dem gemeldeten Bewilligungsstand ist auffällig leer, und das ist keine Auslassung, sondern das Ergebnis: Bei den acht ausländischen Plattformen liess sich keine Bewilligung feststellen, die in der Schweiz Wirkung hätte. Diese Feststellung ist juristisch harmlos und praktisch hart. Wer dort einzahlt, hat im Streit keinen Schweizer Weg, kein Sperrregister, das ihn schützt, und keine Aufsicht, die eine Auszahlung durchsetzen könnte. Organisieren von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar — bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren.

Der Spieler selbst wird nicht bestraft. Das ist die gute Nachricht, und sie ist kürzer als die schlechte: In Verfahren gegen den Anbieter können Einsätze und Gewinne eingezogen werden, und es gibt weder Schutz noch Fairplay-Kontrolle. Ein Streit über eine strittige Wette ist damit kein Streit mehr, sondern ein Verlust.

Blockiert wird technisch, und auch das gehört zur Rechnung. Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren; die erste Liste stammte vom 3. September 2019, Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Die Liste ist ein Filter, keine Mauer. Blockierte Domains tauchen innerhalb von Stunden unter neuer Adresse auf, und die Aufsicht nennt dieses Wechselspiel selbst beim Namen.

Das ist die Bewilligungsfrage in einem Satz: Der legale Weg führt zu einer von zwei Veranstalterinnen, alles andere ist ein Angebot ohne Schweizer Rückhalt — und der Rückhalt ist das Produkt, nicht die Quote.

Was die Region mit dem Wettangebot macht

Kein Konto ohne Wohnsitz im richtigen Gebiet — und der Wohnsitz entscheidet weiter, als man denkt. Sporttip bedient die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein, Jouez Sport die Westschweiz. Für den Super Bowl ist der Kontoaufbau nur der erste Schritt; die eigentliche Frage ist, mit welchem Wettprogramm man danach arbeitet.

Der geschützte Markt hat eine zweite Folge, die schwerer wiegt als die fehlende Auswahl: Er schliesst ganze Märkte aus. Ein alternatives Angebot an Spezial-, Exoten- und Randmärkten, wie es ausländische Plattformen fahren, entsteht hier nicht neu, es fällt weg. Wer den Super Bowl durchwetten will — jede Drive, jeder Receiver, jede Strafe —, findet in der Schweiz ein schmaleres Programm, als das Netz vermuten lässt. Wer dagegen einen klaren Sieger, eine Kombination oder eine Handvoll Sonderwetten sucht, verliert durch die Begrenzung wenig.

Für die Anmeldung heisst das konkret: geprüfte Identität, eine Registrierung pro Person, keine Zweitkonten, keine Konten für Familienmitglieder. Das ist Aufwand, der im Streitfall als Beweis dient. Wer ihn scheut, betreibt den Aufwand an der falschen Stelle — nicht am Eingang zum Markt, sondern an dessen Ende, bei der Auszahlung.

Geld, Spesen und Grenzen: wie viel die zwei bewilligten Veranstalter spielen lassen

Der Schweizer Markt ist gross genug, dass die Zahlen etwas erzählen. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten davon CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Das ist die eine Seite: Das Geld aus Wetten landet in kantonalen Töpfen und im Breitensport, nicht in einer Holding.

Die andere Seite steht in den Teilnahmebedingungen. Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit und ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird gar nicht angenommen. Wer mit einem grösseren Betrag an den Super Bowl herantritt, merkt das nicht am Bildschirm, sondern an der abgelehnten Wette.

Auf der Auszahlungsseite gilt ein Rahmen, den viele Leser nicht kennen. Wer ein bewilligtes Schweizer Grossspiel gewinnt, zahlt auf den Gewinn bis zu einem Freibetrag je Einzelgewinn keine Einkommenssteuer; der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 und lag 2025 bei CHF 1’070’400. Der kantonale Betrag weicht davon ab, und dort gilt «je nach Kanton». Oberhalb des Freibetrags behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Eine Wette auf den Super Bowl bleibt für praktisch alle Leserinnen und Leser weit unter dieser Schwelle: kein Steuerabzug, kein Papierkram. Eine Steuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht.

Ein anderes Kapitel sind die Wetten bei ausländischen Anbietern. Sie unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis kann sie anders behandeln: Im Kanton Thurgau gelten Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Das ist kein Detail am Rand. Eine Wette bei einer Plattform ohne Schweizer Bewilligung produziert im schlechten Fall eine Steuerrechnung auf einen Betrag, der steuerfrei gewesen wäre.

Wer seine persönliche Situation klären will, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung. Hier steht eine Einordnung, keine Steuerberatung.

Quoten auf den Sieger: wo die Marge den Einsatz auffrisst

Quoten sehen aus wie Prognosen, sind aber Preise. Beim Siegermarkt des Super Bowl setzt die Veranstalterin zwei Quoten, eine für jedes Team, und der Abstand zur fairen Wette ist ihre Marge. Rechnen lässt sich das an einem beliebigen Zweiwegemarkt. Bei je Quote 1.90 für beide Seiten tragen die beiden Einzelwahrscheinlichkeiten zusammen 105,3 % — 1 ÷ 1.90 ergibt 0,5263, zweimal genommen 1,0526 —, woraus ein Auszahlungsschlüssel von rund 95 % und eine Marge von rund 5 % folgt. Anders gesagt: Auf jeden Franken, der auf diesen Markt fliesst, bleiben etwa fünf Rappen beim Veranstalter, und die 1.90 sind der Preis, zu dem der Rest zurückverteilt wird.

Diese Zahl ist eine Bandbreite, kein Naturgesetz. Sie hängt an einem Beispiel mit zwei Quoten von genau 1.90, und sie verschiebt sich mit drei Dingen. Beim ersten: einem Favoriten mit sehr kurzer Quote gegen einen Aussenseiter mit sehr langer. Ungleiche Quoten erzeugen in der Regel eine höhere Marge als ein ausgeglichenes Paar, weil lange Quoten mehr Unsicherheitszuschlag tragen. Beim zweiten: der Sportart und dem Markt — der Siegermarkt eines Grossanlasses wird schärfer bepreist als ein Nischenmarkt über die Anzahl Sacks. Beim dritten: dem Zeitpunkt. Eine Quote ist eine Momentaufnahme, und je näher der Kickoff rückt, desto mehr bewegt sie sich an Verletzungsmeldungen und Aufstellungen entlang.

Für den Siegermarkt des Super Bowl kommen zwei Eigenheiten des Ereignisses dazu. Der Markt ist ein Zweiwegemarkt ohne Remis, was ihn rechnerisch einfacher und für den Veranstalter transparenter macht als einen Dreiwegemarkt. Und er ist über Wochen und Monate offen, was bedeutet, dass dieselbe Wette zu verschiedenen Zeiten zu deutlich verschiedenen Quoten möglich ist. Wer früh setzt, nimmt die Marge der frühen Preisstellung in Kauf; wer kurz vor dem Anpfiff setzt, die der späten.

Nüchtern gerechnet bleibt es dabei: Der Auszahlungsschlüssel eines Marktes ist die Grösse, die man mit einer Quote nie direkt sieht und mit der man jede Wette vergleichen sollte. Ein Preis von 1.90 auf beide Seiten sagt nicht, wie wahrscheinlich ein Sieg ist. Er sagt, was ein Gewinn zurückzahlt, und was der Veranstalter für die Vermittlung behält.

Wette auf Sieger, Kombi, Spezial: was jede Bauform kostet

Der Super Bowl ist aus Sicht des Wettprogramms kein einzelnes Spiel, sondern eine ganze Batterie von Märkten, die denselben Abend auf verschiedenen Achsen abbilden. Die Bauformen unterscheiden sich vor allem darin, wie stark die Marge über mehrere Beine multipliziert wird.

Siegerwette. Eine Einzelwette auf den Sieger des Endspiels, oder präziser: auf den Sieger des Finalspiels, denn die meisten Sporttip-Märkte laufen über das einzelne Spiel und nicht über den Titel. Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1. Bei einer Einzelwette trifft die Marge genau einmal auf den Einsatz.

Kombinationswette. Mehrere Voraussagen werden zu einer Wette zusammengefasst, die Quoten multiplizieren sich zu einem Preis. Das erhöht den möglichen Gewinn erheblich und ebenso die Anforderung an das Können. Jede zusätzliche Voraussage multipliziert auch den Marge-Anteil: Ein Zweiwegemarkt mit rund 95 % Auszahlung und ein zweiter mit rund 95 % Auszahlung ergeben zusammen einen Auszahlungsschlüssel von rund 90 %. Bei acht Beinen bleibt davon spürbar weniger übrig, ganz gleich, wie gut die erste Voraussage ausgesucht war.

Systemwette. Hier werden mehrere Voraussagen in mehreren Kombinationen kombiniert, mit geringerem Einsatz pro Kombination. Der Höchsteinsatz für eine Systemwette liegt bei CHF 10’000, während eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 gedeckelt ist — die Bauform mit dem grösseren Auszahlungsrisiko bekommt die höhere Obergrenze. Die Systemwette verliert allerdings nicht alles auf einmal und nicht alles gleichzeitig: Wer sie versteht, kann mit einem Fehler noch einen Teilgewinn halten.

Spezialwetten. Wie viele und welche Sonderformen das Programm umfasst, ändert sich mit dem Anlass. Sicher ist, dass voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert werden; nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer also Tore, Sieger und MVP in einer Wette verbinden will, sollte darauf schauen, dass die Verknüpfung sauber über den vorgesehenen Weg läuft.

Ein Detail, das bei Football-Wetten regelmässig zu Streit führt, ist die Frage nach der Verlängerung. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Es gibt ein historisches Argument, das zu prüfen: Super Bowl LI im Jahr 2017 war der erste, der in die Verlängerung ging, damals gewannen die New England Patriots 34:28 gegen die Atlanta Falcons. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist nicht gleich null, und genau deshalb gehört die Spielzeitdefinition in jeden Blick auf den Wettschein.

Warum sich Kombis mit vier Beinen anders anfühlen als mit acht

Eine Kombiwette mit vielen Beinen liest sich wie eine Wette mit einem hohen Gewinn. Sie ist eine Wette auf viele Ereignisse, die zugleich eintreten müssen, und sie hat zwei gegenläufige Effekte. Der erste ist der Preis der Verkettung: Jede zusätzliche Voraussage multipliziert die Marge, und der Auszahlungsschlüssel des Verbunds ist das Produkt der einzelnen. Der zweite ist die Bedingtheit: Ein einzelnes Bein des Super Bowl kann durch eine Verletzung in den ersten Minuten kippen, und dann fällt die ganze Kombination aus, obwohl die übrigen sechs Voraussagen richtig waren.

An diesem Punkt schlägt die Sporttip-Kombiboost in dieselbe Kerbe. Der Boost gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Das ist ein Anreiz zum Bauen langer Ketten — und lange Ketten sind nun einmal schwerer zu treffen als kurze. Der Boost verkauft nicht ein besseres Ergebnis, er verkauft ein grösseres Bild für ein grösseres Risiko, und die Wahrscheinlichkeit, dass die Kette hält, verrät der Bonus nicht.

Quotenboosts, Profitboosts und Cash-Out unter der Lupe

Zwei weitere Bausteine gehören zum Sporttip-Werkzeugkasten. Quotenboosts gelten nur online, nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert — und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer die Verbesserung annimmt, sollte sie nicht mit einem vorzeitigen Ausstieg kombinieren wollen; die Rechnung kippt dann gegen ihn.

Cash-Out ist der zweitbeliebteste Reflex an einem Super-Bowl-Abend, weil er sich wie eine Notbremse anfühlt. Bei Sporttip ist er für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.

Die Regel dahinter ist unbequem, aber logisch: Der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn. Er hängt vom Stand des Sportereignisses ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Ein Cash-Out ist kein Werkzeug, den Ausgang zu korrigieren — er ist ein zweites Geschäft, das der Veranstalter nach seiner eigenen Einschätzung bepreist. Wer zu dem Zeitpunkt vor der Rückkaufoption steht, an dem die eigene Voraussage am besten aussieht, verkauft regelmässig unter Wert.

Was Livewetten bei einem Spiel mit Uhr anders regeln

Livewetten sind beim Super Bowl besonders verlockend, weil das Spiel einen sichtbaren Taktgeber hat: die Uhr, die Uhr, den Ballbesitz. Sporttip erlaubt sie, wobei die Wette unabhängig davon gilt, ob das Ereignis live übertragen wird. Zwei Regeln sind für die Rechnung wichtig. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00 — im schnellen Markt des Footballs kann das passieren, wenn man zu langsam auf ein sichtbares Ereignis reagiert. Und in spielentscheidenden Situationen, also bei Elfmeter, Roter Karte oder Entscheid des Videoschiedsrichters, kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Eine Livewette ist damit eine Wette mit einem Zeitfenster, das der Veranstalter mitdefiniert.

Die Alternative zum Livegeschäft ist die schlichte Präsenz: eine Wette vor dem Anpfiff, ohne jede Korrekturmöglichkeit. Sie ist die einzige Bauform, bei der der Preis beim Abschluss feststeht und die Marge exakt einmal anfällt. Das klingt unspektakulär und ist nach ein paar verlorenen Spielminuten regelmässig die vernünftigere Variante.

Der Super Bowl im Spielplan: von der Saison ins Finale

Der Super Bowl hat eine Geschichte, die erklärt, warum er mehr ist als ein Spiel. Das offizielle «Super Bowl» kam erst im Jahr 1969 auf. Ausgetragen wurde die erste Auflage 1967 als AFL-NFL World Championship Game und später als Super Bowl I gezählt. Aus einem Fusionstitel zweier konkurrierender Ligen ist ein Sonntag geworden, an dem die USA Werbeminuten im Millionenwert verkaufen — ein 30-Sekunden-Spot kostete beim Super Bowl LX 10 Millionen US-Dollar, den Halbzeit-Auftritt bestritt Bad Bunny.

Die sportliche Hierarchie ist überschaubar. Die New England Patriots und die Pittsburgh Steelers haben je sechs Super Bowls gewonnen, die San Francisco 49ers und die Dallas Cowboys je fünf. Tom Brady gewann als Spieler sieben; Bill Belichick kommt mit acht Siegen — zwei mit den Giants, sechs mit den Patriots — auf die meisten Siege einer Einzelperson. Diese Zahlen eignen sich hervorragend für einen Erzählstrang am Stammtisch und schlecht für eine Wette: Vergangene Titel sagen nichts über den nächsten.

Der Rhythmus erleichtert die Planung. Der Super Bowl wird traditionell am zweiten Sonntag im Februar ausgetragen; terminiert ist der Super Bowl LXI für den 14. Februar 2027 im SoFi Stadium in Inglewood, Kalifornien. Die Saison führt über Vorbereitung, reguläre Saison und Playoffs zur Setzliste, und erst nach den Meisterschaftsspielen der beiden Conferences steht die Paarung des Endspiels fest. Ein Siegermarkt vor den Playoffs bezieht sich damit auf ein Feld, aus dem noch mehrere Teams ausscheiden können.

Daraus folgt für die Praxis: Eine Wette vor der Saison ist eine Wette auf einen Kader und seine Verletzungsgeschichte. Eine Wette vor dem Endspiel ist eine Wette auf zwei Mannschaften, die sich im Januar durchgesetzt haben. Zwischen diesen beiden Zeitpunkten verändern sich Quote und Aussagekraft der Wette gegenläufig, und wer früh setzt, kauft nichts anderes als einen Preisvorbehalt, den die Veranstalterin in ihre frühe Quote einkalkuliert hat.

Tipps für den Super Bowl: woraus eine Einschätzung besteht — und was sie nicht ist

Wer «Super Bowl Tipp» eingibt, sucht nach Sicherheit. Es gibt sie nicht, und jede Seite, die sie verspricht, verkauft denselben leeren Kessel mit anderer Aufschrift. Was es gibt, ist eine Methode, und die Marge bleibt in ihr immer die stille Gegenposition.

Was in eine Einschätzung einfliesst: die Form der beiden Mannschaften über die letzten Wochen, der Zustand des Kaders, also Verletzungen sportlich relevanter Spieler, die Statistik der Angriffs- und Verteidigungsreihen, die Bedeutung des Heimrechts oder der neutralen Spielstätte und schliesslich der Preis selbst. Sportliche Erwägungen und Quoten sind nicht dasselbe, und der Vergleich zweier Mannschaften auf einem Notizzettel kann richtig sein, während die Wette zu einer bestimmten Quote trotzdem eine schlechte ist.

Was in keine Einschätzung gehört: Systeme, die angeblich gegen den Buchmacher gewinnen, «sichere» Kombis, Prognosen aus einem anonymen Kanal, und die Vorstellung, Wetten seien ein Einkommen. Es gibt in der Schweiz nur zwei Veranstalterinnen, und wer dauerhaft gegen die Marge eines Marktes anspielt, braucht keine Pechsträhne, um zu verlieren. Es genügt die Marge.

Das hat eine praktische Pointe für grosse Anlässe. Der Super Bowl ist der emotionalste Sportabend des Jahres, und emotionale Anlässe sind die Stunde der Kombiwette mit vielen Beinen. Der Kombiboost bei vier, sieben oder fünfzehn Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50 will genau diese Aufregung in Umsatz verwandeln. Wer dem Anlass standhalten will, entscheidet vorher, was eine Wette kosten darf, und nicht nach dem zweiten Touchdown.

Was Spielende vor der ersten Wette festlegen

Das Werkzeug dafür ist in der Schweiz nicht freiwillig, sondern eine Bedingung: Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Diese Zahlen sind der wichtigste Punkt des ganzen Themas, denn sie sind der einzige Preis, den man selbst bestimmt. Die Staffelung nach Zeitfenstern ist kein Formalismus: Sie erlaubt, den Tagesrahmen eng zu halten und den Monatsrahmen weiter, oder umgekehrt. Und die 72-Stunden-Verzögerung bei einer Erhöhung ist die eigentliche Sicherung, weil sie den Impuls vom Entschluss trennt. Eine Verlustlimite, die sich in einem Klick nach oben schieben liesse, wäre eine Dekoration.

Dass die Grenze vorgeschrieben ist, macht sie nicht unnötig. Das Geldspielgesetz verlangt, dass die Veranstalterin einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangt. Die Limiten stammen also nicht vom Bund, sondern von den Spielenden. Es gibt in der Schweiz keine gesetzlich festgeschriebene Einzahlungsobergrenze. Wer seine Grenze nicht selbst setzt, für den setzt sie niemand.

Pausen, Sperren und der Verstand bei emotionalen Anlässen

Ein Spielabend wie der Super Bowl beginnt um eine Uhrzeit, die in der Schweiz tief in der Nacht liegt, und endet mit einem Ergebnis, das man vorher nicht kennt. Beides zusammen ist der klassische Fall für die zweite Schutzstufe: die Spielsperre. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein.

Die Sperre ist ein grobes Werkzeug, und das ist ihre Stärke. Anders als die Limite, die den Betrag bemisst, beendet sie den Zugang vollständig. Der Aufhebungsweg ist bewusst langsam und führt an einer Fachstelle vorbei. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Wer also weiss, dass ein bestimmter Abend im Kalender für ihn gefährlich ist, kann den Zugang vorher schliessen, obwohl er ihn danach nicht mehr öffnen kann. Auch dieses Werkzeug ist eine Kostenentscheidung: Es verzichtet auf die Möglichkeit, nachträglich doch dabei zu sein, und kauft dafür den Abstand.

Es gehört zur Ehrlichkeit, die Schwachstellen zu benennen. Die Gespa prüfte 2025 mit Testkäufen den Zugang an Verkaufsstellen: In 47,5 % von 200 Fällen wurde eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer glaubt, das System schütze von selbst, irrt an dieser Stelle. Die Kontrolle funktioniert dort, wo Regeln und Aufmerksamkeit zusammenkommen, und nicht überall dort, wo eine Regel existiert.

Zwei formale Punkte gehören zum Bild. Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, unter 18-Jährige sind ausgeschlossen; wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Und wer ausgeschlossen oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Das klingt hart und ist die Klarstellung eines Prinzips: Im geschützten Schweizer Markt ist der Schutz nicht eine Zugabe zur Auszahlung, sondern deren Vorbedingung.

Sporttip und Jouez Sport: der Vergleich der zwei

Ein Vergleich mit «Top 10» über diesen Markt wäre eine Fiktion. Es gibt zwei bewilligte Veranstalterinnen, und beide sind dieselbe Kategorie von Organisation, nur mit unterschiedlichem Vertragsgebiet. In dieses Kapitel gehören beide — und acht weitere Plattformen als Referenz, weil Schweizer Spielende ihnen begegnen, nicht weil sie eine Schweizer Option darstellen.

Die Tabelle fasst die Bewilligungs- und Angebotslage zusammen, soweit sie sich belegen lässt.

Plattform Bewilligungsstatus in der Schweiz Veranstalterin bzw. gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande
Playzilla ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz, Artikel 4 BGS
Betscore ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz, Artikel 4 BGS
Wettigo ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz, Artikel 4 BGS
Jackbit ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz, Artikel 4 BGS
Sportuna ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz, Artikel 4 BGS
FortuneJack ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz, Artikel 4 BGS
BetPanda ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz, Artikel 4 BGS
Bahigo ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz, Artikel 4 BGS

Wen die Gespa-Liste wirklich erreicht

Der Gespa-Katalog der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten ist eine geschlossene Liste, und das ist der wirksamste Filter im ganzen Vergleich. Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet, Trainingsläufe nie. Corner- und Kartenmärkte sucht man vergebens, und eine Esport-Sektion existiert nicht. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt; zulässig sind Sportwetten.

Für den Super Bowl heisst das: Das Ereignis selbst ist unproblematisch, ein Footballspiel zwischen Erwachsenen in einem etablierten Wettbewerb. Die Detailmärkte daneben sind es nicht automatisch. Was auf dem Wettschein steht, ist das Ergebnis einer Liste und nicht eines freien Marktes, und wer sich an einem seltenen Markt erfreut, sollte gelegentlich prüfen, ob er überhaupt zulässig ist — die Antwort findet sich im Wettprogramm und nicht in einem Forum.

Die geprüfte Auswahl: zehn Plattformen im Einzelnen

Swisslos Sporttip: die Schweizer Veranstalterin mit dem breitesten Schutznetz

Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten auf der Grundlage der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein. Die Bewilligung ist eine Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz unter Aufsicht der Gespa.

Sporttip ist die einzige der beiden Adressen, deren Teilnahmebedingungen in dieser Betrachtung bis ins Detail offenliegen, und das ist ein Wert an sich: Limiten von CHF 1 bis CHF 1’000 für Einzel- und Kombinationswetten beziehungsweise CHF 10’000 für Systemwetten, dazu Quotenboost, Profitboost, Kombiboost und Cash-Out mit ihren jeweiligen Bedingungen. Wer wissen will, was möglich ist, bekommt hier tatsächlich Antworten — bei einer Plattform ohne Schweizer Bewilligung bleibt die Frage nach den Regeln im Zweifelsfall unbeantwortet, weil niemand sie prüft.

Wer hier wettet, zahlt für die Sicherheit mit Marktbreite und Flexibilität. Die Limite von CHF 1’000 pro Einzelwette ist für die meisten Einsätze irrelevant und für einen hochrollenden Spieler eine Wand. Der Cash-Out existiert, aber nur vollständig und ohne Garantie auf jeden Markt. Der Schutz ist stark, die Wahlfreiheit begrenzt.

Loterie Romande Jouez Sport: derselbe Schutz, anderes Vertragsgebiet

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Kontaktadresse liegt an der Avenue de Provence 14 in Lausanne, das Unternehmen zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Wie Sporttip arbeitet Jouez Sport auf der Grundlage einer Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz unter Aufsicht der Gespa.

Der Unterschied zwischen den beiden ist keiner der Qualität, sondern der Geografie. Das ist keine Kleinigkeit für einen Super-Bowl-Abend, der in der Westschweiz genauso um drei Uhr morgens endet wie in Zürich. Die Begrenzung heisst: Wer im Kanton Waadt wohnt, kann die Deutschschweizer Bedingungen mit ihrer Limitenstruktur nicht gegen die eigenen abwägen, und umgekehrt gilt dasselbe.

Im Vergleich mit den ausländischen Plattformen teilen beide dasselbe Profil: Bewilligung vorhanden, Sperrregister angeschlossen, Schweizer Rechtsweg offen, geschlossene Marktliste, Auszahlung nur auf ein eigenes Zahlungskonto. Wer in der Schweiz wohnt und den Super Bowl legal und mit Rückgriffsmöglichkeit bespielen will, für den ist die Antwort unabhängig von der Kantonsgrenze dieselbe.

Playzilla: der erste Name auf der Liste, den die Sperrliste erreichen kann

Playzilla hat keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung hätte hier keine Kraft, der Betrieb ohne Schweizer Bewilligung wäre strafbar, und die Domains der Plattform können auf die Gespa-Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden. Wer dort ein Konto führt, steht ausserhalb des Schweizer Sperrregisters und hat keinen Schweizer Weg gegen eine strittige Auszahlung.

Was Playzilla für einen Schweizer Football-Fan dennoch interessant macht, ist nicht das Produkt, sondern die Aussicht auf ein anderes Wettprogramm als die geschlossene Liste zulässt. Diese Aussicht hat einen Preis, der sich erst am Ende zeigt. Der Betrag kommt im Zweifelsfall aus einem Rechtsraum, in dem die Schweizer Aufsicht nicht zuständig ist; für einen Spieler, der seinen Gewinn nicht einklagen kann, ist die bessere Quote nicht besser, sondern nur weiter weg.

Betscore: Auswahl ohne Rückhalt

Betscore tritt ebenfalls ohne Schweizer Bewilligung auf. Es gilt die gleiche Ausgangslage wie bei jedem ausländischen Anbieter in dieser Aufstellung: kein Schweizer Schutz, kein Anschluss an das Sperrregister, keine Schweizer Kontrolle, und die Möglichkeit der DNS-Blockierung durch Schweizer Anbieter.

Für einen erfahrenen Spieler mit ausgeprägter Vorliebe für Randmärkte kann die Plattform eine Ergänzung zum geschützten Schweizer Programm sein — für einen Einsteiger ist die Kombination aus unbekannter Rechtsdurchsetzung und grossem Wettprogramm eine Falle. Auswahl ohne Rückhalt ist keine Auswahl, sondern ein Risiko mit Zusatzfunktionen.

Wettigo: Live-Markt ohne Schweizer Netz

Wettigo führt keine Schweizer Bewilligung. Weder Sperrregister noch Sperrliste noch Schweizer Rechtsweg stehen zur Verfügung; blockierte Domains können per DNS unerreichbar werden.

Bei einer Plattform dieser Art lohnt der Blick auf die Auszahlungsmodalitäten doppelt: In der bewilligten Schweizer Sportwette ist eine Auszahlung auf ein Konto im eigenen Namen zwingend, Kredit an Spielende verboten — bei einem Anbieter ausserhalb der Aufsicht ist genau das die Stelle, an der sich ein Streit am teuersten entlädt. Wer dort gewinnt, muss auch dort auszahlen können, und dieses Können hängt an einer Instanz, die niemand in Bern kennt.

Jackbit: ein Name, viele Fragen

Auch Jackbit hat keine Schweizer Bewilligung, und es gilt die nämliche Einordnung wie für jedes weitere ausländische Angebot dieser Liste: keine Wirkung einer ausländischen Bewilligung in der Schweiz, keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rückgriff, mögliche DNS-Blockierung.

Der praktische Unterschied zwischen dieser Plattform und einer bewilligten Veranstalterin liegt nicht in der Bedienoberfläche. Er liegt darin, dass es in der Schweiz keine Sperre für Auslandswetten gibt: Weder Banken noch Kartennetzwerke blockieren eine Zahlung an eine Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Wer dort einzahlt, stösst auf keinen Widerstand — und das ist das eigentliche Warnzeichen, nicht die Bequemlichkeit.

Sportuna: grosse Palette, kleine Absicherung

Sportuna gehört zu den Plattformen ohne Schweizer Bewilligung. Die Bewertung fällt an derselben Stelle wie bei den übrigen: kein Schweizer Aufsichtsrahmen, kein Sperrregister, kein Schweizer Verfahrensweg, Sperrliste möglich.

Wer den Super Bowl breit durchspielen will, findet in einem ausländischen Wettprogramm sicher mehr Anknüpfungspunkte als in der geschlossenen Schweizer Liste. Nur ist die Menge der Märkte kein Qualitätsmerkmal. Ein Anbieter, dessen Bedingungen niemand in der Schweiz prüft, kann Regeln führen, die der Spieler erst nach einem Streitfall liest — und dann nicht mehr ändern kann.

FortuneJack: Konzentrat, nicht Ergänzung

FortuneJack hat ebenfalls keine Schweizer Bewilligung. Es greifen alle Punkte, die für diese Gruppe gelten: keine Wirkung einer ausländischen Bewilligung, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rückgriff, mögliche Blockierung der Domain.

Eine Plattform dieser Art ist kein Ersatz für das Schweizer Programm, sondern ein Zusatzgeschäft ausserhalb desselben. Wer dort dem Super-Bowl-Siegermarkt nachgeht, wettet auf ein Ergebnis und auf die Auszahlungsfähigkeit eines Anbieters, über den er im Streitfall nichts in der Hand hat. Zwei Wetten statt einer — beide zum selben Einsatz.

BetPanda: die Adresse als Argument

BetPanda tritt ohne Schweizer Bewilligung auf. Die Bewilligungslage ist die bekannte: kein Schweizer Permit, keine Kraft einer ausländischen Bewilligung, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste möglich.

Ein wiederkehrendes Missverständnis dieser Gruppe betrifft die Steuerseite. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen keiner Schweizer Verrechnungssteuer. Das klingt erst einmal günstig, und die kantonale Praxis kann es umdrehen: Der Kanton Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig vom Betrag. Wer dort gewinnt, tauscht eine bequeme Auszahlung gegen eine mögliche Steuerfrage auf den ganzen Betrag.

Bahigo: die letzte Station vor der Selbstprüfung

Bahigo schliesst die Aufstellung ohne Schweizer Bewilligung ab. Auch hier: keine Wirkung einer ausländischen Bewilligung in der Schweiz, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rückgriff, mögliche DNS-Blockierung.

Dass acht von zehn Namen in dieser Liste unter «ohne Schweizer Bewilligung» stehen, ist die eigentliche Information dieser Übersicht. Das Verhältnis ist nicht Zufall und nicht Marktversagen, sondern das Ergebnis einer Begrenzung, die die Kantone bewusst gesetzt haben. Wer den Super Bowl legal bespielen will, hat zwei Adressen, und jede dritte Adresse bringt einen Verzicht mit, der nicht in der Quote steht.

Was die Risikolage im Vergleich kostet — und wie man sie prüft

Die Kosten eines Wettangebots sind nicht die Quote allein. Sie bestehen aus dem Margen-Anteil jedes Marktes, dem Preis der Verkettung bei Kombiwetten, den Limiten, der Verfügbarkeit von Cash-Out oder Boost, und dem Verlust an Durchsetzbarkeit ausserhalb des Schweizer Rahmens. Ein Anbieter mit steileren Quoten und ohne Rechtsweg ist in dieser Rechnung nicht günstiger, sondern teurer.

Die Prüfliste, die jedem persönlichen Vergleich zugrunde liegen sollte: die Bewilligungslage und wer die Aufsicht führt, das Vorhandensein von Verlust- und Einzahlungslimiten, die Bedingungen von Quoten- und Kombiboosts einschliesslich ihrer Limits, die Reichweite des Cash-Out, die Definition der regulären Spielzeit bei Football, die Art und Frist der Auszahlung, und die Steuerbehandlung des Gewinns. Wer diese acht Punkte vor dem Abschluss einer Wette beantwortet hat, hat mehr getan als die meisten am Ende einer langen Nacht.

Ein letzter Satz zur Moral des Ganzen: Der Super Bowl wird zweimal im Jahr inszeniert, durch die Werbespots und durch die Debatten danach. Der eine Abend, den ein Leser mit einer Wette begleitet, ist derselbe Abend, an dem die Marge am wenigsten auffällt. Genau dann ist die Entscheidung am teuersten, wenn sie am bequemsten erscheint.

Häufige Fragen zu Super-Bowl-Wetten in der Schweiz

Ja, aber nur bei den zwei bewilligten Veranstalterinnen. Swisslos führt die Sportwetten unter dem Namen Sporttip, die Loterie Romande unter dem Namen Jouez Sport. Wer im Swisslos-Vertragsgebiet wohnt, nutzt Sporttip, wer in einem Westschweizer Kanton wohnt, Jouez Sport. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft.

Steht American Football auf der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten?

American Football ist als Sportart zulässig, und der Super Bowl als Ereignis ist unproblematisch. Die Gespa-Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten ist jedoch eine geschlossene Liste. Corner- und Kartenmärkte fehlen darin, eine Esport-Sektion gibt es nicht, und Detailmärkte zählen nur, wenn sie gelistet sind.

Wann und wo ist der nächste Super Bowl angesetzt?

Der Super Bowl LXI findet am 14. Februar 2027 im SoFi Stadium in Inglewood statt. Der Super Bowl wird traditionell am zweiten Sonntag im Februar ausgetragen. Die letzte Ausgabe, Super Bowl LX, fand am 8. Februar 2026 im Levi’s Stadium in Santa Clara statt und endete 29:13 für die Seattle Seahawks.

Wie entsteht eine Quote auf den Sieger, und was bedeutet die Marge?

Die Quote ist ein Preis, den die Veranstalterin aus der erwarteten Häufigkeit eines Ausgangs und einem Zuschlag bildet. Bei einem Zweiwegemarkt mit je 1.90 tragen die beiden Einzelwahrscheinlichkeiten zusammen 105,3 %, woraus ein Auszahlungsschlüssel von rund 95 % und eine Marge von rund 5 % folgt. Die Marge hängt von der Quotenkonstellation, dem Markt und dem Zeitpunkt ab.

Wie wird der Gewinn einer Kombiwette aus mehreren Quoten berechnet?

Die Quoten der einzelnen Beine multiplizieren sich zu einem Gesamtpreis, der mit dem Einsatz multipliziert den möglichen Gewinn ergibt. Zwei Beine zu je 2.00 ergeben zusammen 4.00. Jede zusätzliche Voraussage multipliziert aber auch den Margen-Anteil, weshalb der Auszahlungsschlüssel einer langen Kette spürbar unter dem eines Einzelmarktes liegt.

Zählt eine Verlängerung bei Sporttip-Wetten zur regulären Spielzeit?

Nein, nicht automatisch. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Super Bowl LI im Jahr 2017 war der erste, der in die Verlängerung ging.

Inhalt erstellt vom Team «wettenlegalch»