Quoten bei Wetten: Was die Zahl vor dem Komma verschweigt
Ladevorgang...
Die Zahl, die auf dem Wettschein steht, sieht nach einer Wahrscheinlichkeit aus. Meistens trägt sie zwei. In einer Quote von 2.10 steckt die Einschätzung des Veranstalters, aber auch sein Verdienst — und das ist der Teil, über den am wenigsten gesprochen wird. Wer eine Quote liest, ohne die Marge mitzulesen, liest eine Empfehlung, die niemand ausgesprochen hat.
Stand: Oktober 29, 2026. Geprüft gegen die Bewilligungs- und Aufsichtsangaben der Gespa sowie gegen die veröffentlichten Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Swisslos und der Loterie Romande.
Zwei Veranstalter dürfen in der Schweiz überhaupt Sportwetten anbieten. Das ist keine Marktlage, sondern eine Entscheidung der Kantone. Swisslos tut es unter dem Namen Sporttip, die Loterie Romande unter Jouez Sport. Wer bei einem der vielen ausländischen Anbieter landet, spielt nach deren Hausrecht — mit allen Konsequenzen, die das für Erstattung, Sperrregister und Steuern hat. Was eine Quote ist, ändert sich dadurch nicht. Was sie kostet, sehr wohl.
Die folgenden Abschnitte nehmen die Quote auseinander: was sie über eine Wahrscheinlichkeit aussagt, welcher Anteil abgeht, bevor überhaupt jemand gewinnt, wie daraus ein Betrag wird und unter welchen Bedingungen der Veranstalter diesen Betrag kürzen, verweigern oder verfallen lassen darf. Am Ende steht ein Vergleich der zehn Plattformen, die einem Schweizer Wettenden am häufigsten begegnen — zwei mit Bewilligung, acht ohne.
Was die Zahl auf dem Wettschein überhaupt ist
Dezimalquote: Einsatz mal Quote, mehr steht da nicht
Die Schweizer Quoten sind Dezimalquoten. Sie sagen nicht, wie oft etwas passiert, sondern was ein Franken zurückbringt, wenn es passiert. Eine Quote von 2.10 bedeutet: aus CHF 1 werden CHF 2.10 — der Einsatz ist darin schon enthalten, der Reingewinn beträgt CHF 1.10. Das ist der ganze Mechanismus.

Diese Bauart macht das Rechnen angenehm. Bei Quoten im englischen Bruchformat muss ein Leser erst begreifen, dass 4/6 kein Verhältnis von vier zu sechs Ereignissen beschreibt, sondern einen Gewinn von vier Sechsteln des Einsatzes. Die Dezimalform sagt dasselbe in einer Zahl, die man mit dem Einsatz multiplizieren kann. Ein weiterer Vorteil, der selten benannt wird: Quoten unter 2.00 zeigen sofort, dass der Veranstalter das Ereignis für wahrscheinlicher hält als seinen Nicht-Eintritt. Bei 1.20 ist die Sache aus seiner Sicht beinahe gelaufen, bei 5.00 ist sie eine Ausnahme.
Interessant wird es bei der Gegenprobe. Eine Quote von 1.20 und eine Quote von 6.50 beschreiben zwei Ausgänge desselben Spiels, und beide zusammen ergeben keinen glatten Wert — sie ergeben mehr als die Summe aller Möglichkeiten. Genau dort sitzt der Verdienst.
Zwei mögliche Ergebnisse, ein zu hoher Prozentsatz
Wer die Quote in eine Wahrscheinlichkeit übersetzen will, rechnet den Kehrwert: 1 geteilt durch die Quote. Aus 2.00 wird 50 Prozent, aus 1.50 werden 66,7 Prozent. Bei einem Markt mit zwei Ausgängen sollte die Summe dieser Werte 100 Prozent ergeben. Sie tut es praktisch nie.

Nehmen wir ein Beispiel, das keine abgeschriebene Preisangabe ist, sondern eine Rechnung: zwei Ausgänge zu je 1.90. Der Kehrwert jeder Seite beträgt 1 geteilt durch 1.90, also rund 52,6 Prozent. Zusammengezählt ergibt das ungefähr 105,3 Prozent. Die Quote behauptet also zwei Wahrscheinlichkeiten, die zusammen nicht in die Wirklichkeit passen — und der Überschuss ist die Marge des Veranstalters. Diese Marge liegt bei diesem Beispiel je nach Markt und Sportart im Bereich von rund 5 Prozent bis knapp 10 Prozent; sie ist keine feste Grösse, sondern eine Spanne, die der Veranstalter von Markt zu Markt neu setzt.
Was heisst das für den Leser? Der Kehrwert einer Quote ist keine Wahrscheinlichkeit, sondern eine Wahrscheinlichkeit, in die bereits eine Gebühr eingerechnet ist. Wer sich beim Abschätzen eines Ergebnisses auf diese Zahl verlässt, schätzt systematisch zu hoch. Der Fehler ist klein — gut fünf Prozentpunkte im Beispiel beim Abschnitt «Zwei mögliche Ergebnisse» — und er läuft immer in dieselbe Richtung, nämlich gegen den Wettenden.
Die Gegenrichtung heisst Auszahlungsquote, auch Quotenschlüssel: der Anteil aller Einsätze, den ein Markt zurückzahlt. Sie ist 100 Prozent minus Marge. Aus der Sicht des Veranstalters ist sie der Kostenfaktor des Produkts, aus der Sicht des Wettenden das, was von der Runde übrig bleibt. Beide Zahlen beschreiben denselben Markt von zwei Seiten. Es genügt, eine davon im Kopf zu behalten, und es sollte die Marge sein — sie ist die Zahl, die man beim Vergleich zweier Veranstalter nebeneinanderlegen kann.
Die Marge als Dauerabzug statt als Einmalgebühr
Eine Marge von 5 Prozent klingt nach einem Trinkgeld. Sie ist aber kein einmaliger Abschlag auf den Einsatz, sondern ein Abzug auf jeden Vorgang. Wer zehn Wetten mit derselben Marge setzt, zahlt den Abzug zehnmal, und bei gleichbleibender Quote ist der erwartete Verlust über diese zehn Wetten recht stabil: er liegt in der Nähe dieser Marge, gemessen am gesamten umgesetzten Betrag.
Auf einen Blick: eine Wette ist keine Investition mit Gebühr, sondern ein Geschäft mit eingebautem Hausvorteil. Das ist kein Skandal und kein Geheimnis. Jeder Wettmarkt auf der Welt funktioniert so, sonst gäbe es ihn nicht. Der einzige Punkt, an dem Swisslos und Loterie Romande etwas anders dastehen als ein gewöhnlicher Buchmacher, ist das Ziel des Überschusses: bei den beiden Schweizer Veranstaltern geht der Reinertrag an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen. Das macht die Wette nicht günstiger. Es macht nur die Verwendung eine andere.
Wichtig für die Lesegewohnheit: die Marge ist nicht in jeder Sportart und nicht in jedem Markt gleich. Ein grosser Fussballmarkt mit viel Publikum verträgt eine engere Kalkulation als ein Nischenmarkt, den kaum jemand spielt. Wer zwei Quoten desselben Anbieters vergleicht und sich über den Unterschied wundert, vergleicht meistens nicht zwei Preise für dasselbe, sondern zwei verschiedene Risikoprofile. Der Vergleich wird erst aussagekräftig, wenn Markt und Sportart identisch sind.
Was aus Einsatz und Quote wird — und wo der Betrag kleiner wird
Die Rechnung ist einfach, die Rundung ist es nicht
Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote, bei einer Kombination aus Einsatz mal Gesamtquote. Das ist die ganze Formel, und sie deckt sich mit dem, was oben zur Dezimalquote steht. Der Unterschied liegt nicht in der Rechnung, sondern in ihrer Fortsetzung.
Der resultierende Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und danach auf 5 Rappen genau abgerundet. Das ist zweistufig, und die zweite Stufe läuft gegen den Spielenden: eine Aufrundung auf zwei Nachkommastellen kann durch die anschliessende Abrundung auf Rappen wieder verschwinden. Praktisch handelt es sich um einen Betrag, der auf die nächsten fünf Rappen nach unten fällt. Bei einem einzelnen Franken Einsatz ist das wenig. Bei einem Wettschein mit mehreren Wetten und einem Betrag im drei- oder vierstelligen Bereich reden wir von Centbeträgen, die der Veranstalter behält. Wer daraus ein Drama macht, hat das Verhältnis verwechselt. Wer es gar nicht erwähnt, hat eine Regel nicht gelesen.
Kapital ist der Rundungspunkt dort, wo ohnehin eng gerechnet wird: bei Systemwetten, bei Wetten mit Mindesteinsatz und bei gestaffelten Kombinationen, wo die Gesamtquote aus mehreren Einzelquoten entsteht und damit zusätzliche Rundungsstellen erzeugt. Da hilft nur eine Gewohnheit: sich den Betrag vor dem Abschluss selbst ausrechnen und mit dem vergleichen, was auf dem Wettschein steht. Wer die Abweichung kennt, regt sich später nicht darüber auf.
Es gibt noch einen Punkt, an dem Geld verschwindet, ohne dass ein Ausgang im Spiel dagegensteht. Die reguläre Spielzeit umfasst bei Sporttip die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur dann, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Ein Tor in der 105. Minute kann eine Wette also entscheiden oder nicht — je nachdem, was beim Abschluss auf dem Programm stand. Das ist die unspektakulärste Art, eine Wette zu verlieren, und die, über die am wenigsten gestritten wird, weil sie in den Bedingungen eindeutig geregelt ist.
Kombiwetten: wo die Quote multipliziert und das Risiko potenziert wird
Bei einer Kombination werden die Einzelquoten multipliziert. Aus drei Voraussagen zu je 2.00 wird eine Gesamtquote von 8.00. Die Verlockung liegt auf der Hand: ein Franken wird zu acht. Die Rechnung dahinter ist weniger erfreulich. Wenn die Marge in jedem Einzelmarkt steckt, steckt sie in jedem Faktor des Produkts. Drei Faktoren, die je eine Marge tragen, ergeben eine Gesamtquote mit drei Margen darin — und mit jeder weiteren Voraussage wächst der Abstand zwischen der Quote und der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit.
Dazu kommt die andere Seite, die gern vergessen geht: die Wahrscheinlichkeiten multiplizieren sich ebenfalls. Eine Kombination mit drei Voraussagen, die jede für sich plausibel wirkt, kann in ihrer Gesamtheit deutlich unwahrscheinlicher sein, als es die grosse Quote suggeriert. Das ist keine Kritik am Produkt — es ist der Grund, weshalb es existiert. Nur ist es kein Trick mit einer Abkürzung, sondern eine Wette mit einer kleineren Trefferfläche und einem grösseren Betrag auf der Habenseite, falls sie trifft.
Bei Jouez Sport umfasst eine Kombiwette zwei bis zehn Voraussagen. Die Gesamtquote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen, und der Höchstgewinn liegt bei CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000. Diese Obergrenzen sind der eigentliche Deckel auf der Idee, mit einer Kombination gross zu werden: eine Kombinationswette kann dieses Limit rechnerisch überschreiten, aber ausgezahlt wird es nicht. Wer eine lange Kombination mit hohen Quoten zusammenstellt, sollte den Maximalgewinn vorher kennen. Er ist der Punkt, an dem die Quote aufhört, eine Verheissung zu sein, und zu einer Zahl in einem Vertrag wird.
Sporttip-Kombiboost: was der Zuschlag zusätzlich verlangt
Sporttip bietet auf Kombinationen einen Boost an, und dessen Bedingungen sind so aufschlussreich wie der Prozentsatz selbst. Er gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und er verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier solchen Voraussagen, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.
Die Staffelung erklärt sich selbst. Bei vier Voraussagen ist der Zuschlag ein Rundungsbetrag. Bei fünfzehn ist er erheblich — nur ist eine Kombination aus fünfzehn Voraussagen mit je mindestens 1.50 ein Vorhaben mit einer Trefferfläche, die kaum jemand erreicht. Der Boost ist also eine Belohnung für genau den Fall, der am seltensten eintritt, und der Sprung von 40 auf 100 Prozent zwischen zehn und fünfzehn Voraussagen ist der eigentliche Köder. Zwischen zehn und fünfzehn liegt der Bereich, in dem man den Zuschlag nicht mehr als Nebensache verbuchen kann.
Es gibt daneben Quotenboosts, die nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine einzige Voraussage gelten, und Profitboosts, die den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz erhöhen. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der letzte Punkt ist der, der erfahrungsgemäss überrascht: wer eine geboostete Wette vorzeitig glattstellt, tauscht den Zuschlag gegen Sicherheit — und der Zuschlag ist dann einfach weg. Das steht in den Bedingungen, und es ist keine Bosheit, sondern der Preis der Option.
Kurz zur Einordnung nach oben: Kombinationen, die voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung verbinden, lassen sich bei Sporttip ausschliesslich über die Bet-Builder-Funktion bilden. Nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Die technische Funktion ist also nicht nur Komfort, sondern die Bedingung dafür, dass dieser Teil des Wettprogramms überhaupt gültig zustande kommt.
Wo Quoten herkommen und warum sie sich bewegen
Livewetten: die Quote, die während des Spiels nicht stehen bleibt
Eine Prematch-Quote wird gesetzt und bleibt bis zum Anpfiff weitgehend stabil. Eine Livequote ändert sich mit dem Spielverlauf — nach einem Tor, nach einer roten Karte, nach einem Elfmeter. Das ist keine Willkür, sondern die Folge davon, dass sich die Einschätzung des Ausgangs laufend verschiebt.
Für den Wettenden hat das zwei Konsequenzen, die unterschiedlich oft bedacht werden. Die erste: die Zahl, die man sekundenlang auf dem Bildschirm sieht, ist nicht die Zahl, zu der man abschliesst. Zwischen dem Augenblick des Entschlusses und dem Abschluss liegt bei Livewetten genau die Zeitspanne, in der sich etwas ändern kann. Wer im Kopf mit 2.10 kalkuliert und mit 1.95 abschliesst, hat nicht die Wette verloren, sondern eine andere abgeschlossen als geplant. Es gilt die Quote im Moment des Abschlusses — nicht die, die den Entschluss ausgelöst hat. Das ist die einzige Antwort auf diese Frage, und sie ist unspektakulär.
Die zweite: bei Sporttip ist eine Livewette gültig, unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Ein Spiel ohne Stream ist keine abgeschwächte Livewette. Es gibt also keinen Grund, auf ein Ereignis zu verzichten, nur weil kein Bild verfügbar ist — und keinen Grund, sich über ein fehlendes Bild zu beklagen, als wäre die Wette damit weniger wert.
Wenn Wetten nachträglich auf 1.00 gesetzt werden
Bei Sporttip gibt es zwei Konstellationen, in denen eine Wette mit Quote 1.00 gewertet wird, und beide verdienen es, gekannt zu werden, weil sie in der Wahrnehmung wie ein verlorener Einsatz aussehen. Die erste: Wetten, die erst nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit 1.00. Wer in einem Livebild eine Szene sieht und daraufhin abschliesst, während die Szene bereits entschieden ist, bekommt den Einsatz zurück und keinen Gewinn. Die zweite: in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.
Beide Regeln tun dasselbe: sie verhindern, dass jemand zu einem Preis abschliesst, der ein bereits eingetretenes Ereignis noch nicht eingepreist hat. Aus der Sicht des Veranstalters ist das der Schutz vor dem eigenen Übertragungsverzug. Aus der Sicht des Wettenden ist es ein Risiko, das man nur schwer riechen kann, weil es im Moment des Klicks nicht sichtbar ist. Wer live wettet und dabei eine Minute hinter dem Geschehen ist, wettet mit einem strukturellen Nachteil, den keine Quotenanalyse ausgleicht.
Abgesagt, verschoben, ausgefallen
Ein Wettereignis, das abgesagt und nicht innerhalb von 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt wird, macht die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt; in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Im Rahmen eines Turniers gilt eine eigene Regelung, die auf den Turnierverlauf Rücksicht nimmt.
Die 48 Stunden sind eine Frist, die man nicht selbst überwachen muss, aber kennen sollte. Sie erklärt, weshalb ein ausgefallenes Spiel nicht sofort Geld kostet, sondern eine Weile in der Schwebe bleibt: die Kombination rutscht auf die Gesamtquote ohne diesen Faktor, was einigen Raum nach unten bedeutet. Wer in der Zwischenzeit eine wichtige Voraussage verloren hat, sieht dann dieselbe Differenz noch einmal. Die Wette ist damit nicht gestorben, aber dünner geworden.
Was hohe Quoten anrichten, wenn sie ein Publikum finden
Der Reiz der hohen Quote und was er verschiebt
Eine Quote von 12.00 ist psychologisch etwas anderes als eine von 1.30. Die eine Zahl sieht wie ein grosser Tag aus, die andere wie eine Formalität. Der Betrag, den eine hohe Quote verspricht, ist eine Funktion der Unwahrscheinlichkeit — je grösser der versprochene Betrag, desto kleiner die Chance, ihn zu sehen. Das ist die eine Tatsache, die in keinem Werbebild steht, weil sie keines braucht: sie ist arithmetisch und deshalb nicht bestreitbar.
Was bei hohen Quoten dazukommt, ist der Rhythmus des Ausprobierens. Eine unwahrscheinliche Wette verliert meistens, und deshalb verliert sie schnell und in Serie. Wer nach einer verlorenen 12.00-Wette denselben Betrag auf eine 15.00 setzt, hat nicht doppelt eingezahlt, um die Verluste zurückzuholen, auch wenn es sich so anfühlen mag — er ist Opfer einer Denkfigur, die keine Quote korrigiert. Der Abstand zwischen zwei Wetten ist keine Schuld gegenüber dem Glück.
Und dann der Punkt, der aus der Diskussion fällt, weil er unangenehm ist: eine hohe Quote ist nicht nur ein teures Los, sie ist auch ein Signal für den Markt, in dem man sich bewegt. Der Vergleich mit dem kleinen Wahrscheinlichkeitswert gilt immer noch. Gerade bei Nischenmärkten und ausgefallenen Kombinationen wird eine breitere Marge eingepreist als im grossen Fussballmarkt. Wer ohnehin auf ein unwahrscheinliches Ereignis setzt, zahlt dort oft am meisten für seine Chance.
Limiten setzen, bevor die Quote es übernimmt
Bei Swisslos legen Wettende ihre Limiten selbst fest, und zwar vor der Abwicklung überhaupt. Die erste Sporttip-Teilnahme verlangt Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.
Diese Staffelung und diese Wartezeit enthalten den ganzen Spielerschutzgedanken in einer Regel. Die Limite wird nicht vom Staat vorgeschrieben — es gibt in der Schweiz keine gesetzlich festgelegte Einzahlungsobergrenze — sondern vom Wettenden, und sie ist deshalb das Einzige, was den Einsatz unabhängig von der Quote im Rahmen hält. Genau hier setzt auch die Marge an: ohne eine selbst gesetzte Zahl im Kopf entscheidet die Quote über die nächste Wette, und die hat bekanntlich kein Interesse an Zurückhaltung.
Die 72 Stunden für eine Erhöhung sind keine Bestrafung, sondern eine Bremse mit einer klaren Adresse. Wer nach einer verlustreichen Nacht seine Limite erhöhen will, muss zwei Nächte darüber schlafen. Die Herabsetzung geht dafür sofort — ein Mechanismus, der in die richtige Richtung geneigt ist und das auch sagen darf, weil er sich durch eine Zahl belegen lässt statt durch eine Absichtserklärung.
Bei Swisslos lässt sich der Zugang ausserdem produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Diese Registerwirkung ist die eigentliche Antwort auf die Frage, ob Selbstsperren etwas bringen: sie sind keine Geste gegenüber der Seite, sondern ein Vorgang, der bei den anderen Anbietern derselben Gruppe ankommt. Wer eine 180-Tage-Sperre einsetzt, hat 180 Tage, in denen die Entscheidung nicht neu getroffen werden muss. Das ist der ganze Wert, und er ist nicht klein.
Für Fragen rund um Verlusteinschätzung und Aussensicht gibt es in der Schweiz Fachstellen — die kantonale Suchthilfe, Beratungsstellen und die kantonale Sozialversicherungsstelle. Ein Gespräch dort kostet nichts und verpflichtet zu nichts. Wer bei sich merkt, dass eine Quote nicht mehr der Grund ist, sondern der Anlass, sollte diese Nummer griffbereit haben.
Die Steuer: was von einem Gewinn in der Schweiz hängt
Gewinne aus einem in der Schweiz bewilligten Grossspiel — darunter fällt die Sportwette — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber steuerbar. Der Betrag liegt seit dem 1. Januar 2026 beim Bund bei CHF 1’071’000, nachdem er im Jahr 2025 noch CHF 1’070’400 betragen hatte. Für jeden praktisch relevanten Fall heisst das: keine Einkommenssteuer auf den Gewinn, keine Verrechnungssteuer, nichts, was deklariert werden muss. Wer in Wetten mit vierstelligen Einsätzen unterwegs ist, gewinnt regelmässig unter dem Freibetrag.
Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein; die lässt sich über die Deklaration in der Steuererklärung zurückholen. Auf Kantonsebene gilt ein eigener Freibetrag, weshalb die ehrliche Antwort auf die Frage «ab wann ist es steuerbar» lautet: je nach Kanton. Wer ein solches Gespräch führen muss, ist im Bereich, in dem ein Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung die richtige Anlaufstelle ist — nicht die Bedingungen des Wettanbieters.
Der wichtigere Punkt steht neben diesem: eine Wette ist keine Vermögensanlage und ihr Gewinn kein Kapitalertrag. Eine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz gibt es nicht, und wer sie in einem Vergleich findet, hat eine Regel gefunden, die es in dieser Form nicht gibt. Bei ausländischen Anbietern sieht es anders aus: Gewinne dort unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis kann sie voll als Einkommen erfassen. Das ist kein Randfall, wenn jemand regelmässig ausserhalb der Schweiz wettet — die Steuerfolge ergibt sich aus dem anbietenden Unternehmen und nicht daraus, wo der Wettende wohnt.
Freigespielt wird der Gewinn auch nicht von selbst. Bei Sporttip verfallen Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, zugunsten des Zwecks von Swisslos. Eine verweigerte Auszahlung ist innert 10 Tagen per Einschreiben anzufechten. Beide Fristen sind kurz genug, dass sie das Wort «Frist» verdienen, und sie stehen in den Teilnahmebedingungen, nicht auf einer Startseite.
Wer in der Schweiz überhaupt eine Bewilligung hat
Zwei Veranstalter, zwei Gebiete, kein dritter
Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel und unterstehen dem Geldspielgesetz. Die Aufsicht führt die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht in Bern — nicht die ESBK, die ausschliesslich Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung je Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Eine Liste weiterer bewilligter Buchmacher gibt es nicht, weil es keine gibt.
Die beiden sind namentlich bekannt. Swisslos mit dem Produkt Sporttip ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, die als IKV 2020 in Kraft getreten ist. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Die Servicegebiete sind keine Formalität, sie sind eine Zugangsvoraussetzung. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Für ein Online-Konto sind mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt in diesem Gebiet nötig, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Der Ausweis ist also nicht als Formalität zu behandeln — er ist das Dokument, das die Wohnsitzgrenze zieht.
| Wettanbieter | Bewilligung in der Schweiz | Veranstalterin bzw. gemeldete Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Bewilligung für ein Grossspiel (Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, SR 935.51; Aufsicht Gespa) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Bewilligung für ein Grossspiel (Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, SR 935.51; Aufsicht Gespa) | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| Rabona | ohne Schweizer Bewilligung | als gemeldete Lizenz: nicht belegt — ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| GG.BET | ohne Schweizer Bewilligung | als gemeldete Lizenz: nicht belegt — ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| N1 Bet | ohne Schweizer Bewilligung | als gemeldete Lizenz: nicht belegt — ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Betclic | ohne Schweizer Bewilligung | als gemeldete Lizenz: nicht belegt — ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BillyBets | ohne Schweizer Bewilligung | als gemeldete Lizenz: nicht belegt — ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Boomerang Bet | ohne Schweizer Bewilligung | als gemeldete Lizenz: nicht belegt — ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Betscore | ohne Schweizer Bewilligung | als gemeldete Lizenz: nicht belegt — ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Sportuna | ohne Schweizer Bewilligung | als gemeldete Lizenz: nicht belegt — ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
Was auf der Liste der zugelassenen Sportarten fehlt
Wer bei Swisslos oder der Loterie Romande wettet, wettet auf das, was auf der Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten steht. Diese Liste ist geschlossen, nicht exemplarisch: Sportveranstaltungen sind erlaubt, Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen nicht. Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettkämpfe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur dann, wenn die Rangliste über den Einstieg in einen internationalen Wettkampf oder über das Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf gar nicht gewettet werden. Die Liste enthält keine Ecken- und Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
Das ist der Punkt, an dem die Schweizer Regelung am deutlichsten spürbar wird. Bei einem ausländischen Anbieter ist die Palette grösser, weil dort keine solche Liste existiert. Der Preis dieser Breite ist, dass die Wetten, um die es dort geht, in der Schweiz nicht abgeschlossen werden dürfen oder schlicht nicht dem hiesigen Rahmen folgen: Livewetten sind hier erlaubt, wo der Veranstalter die entsprechende Entscheidung hat, aber der geschlossene Katalog gilt. Für einen Wettenden, der eine Kartenwette sucht, ist das ein Nachteil. Für einen, der eine Regelung will, die weiss, was sie zulässt, ist es der Grund, bei einem der beiden Veranstalter zu bleiben.
Die Steuerung reicht bis in die Teilnahme am einzelnen Ereignis: Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, Minderjährige sind ausgeschlossen, und wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Die Zahlungen folgen demselben Muster. Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausgezahlt; anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwettangebot nicht, und Kredit an Spielende wird nicht gewährt.
Warum das Wort «Online-Casino» auf einer Wettschein-Seite ein Warnsignal ist
Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist verboten und mit einer Busse bis zu CHF 500’000 bedroht. Freispiele oder Gratisguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa. Ein Verbot von Werbung zu bestimmten Tageszeiten gibt es nicht.
Wer also im Umfeld einer Schweizer Sportwette auf ein Versprechen trifft, das sich nicht auf das bewilligte Angebot bezieht — ein Casino-Bonus, ein Wetten-Tip mit einer Garantie, ein Link auf eine ausländische Plattform — bewegt sich ausserhalb dessen, was hier beschrieben wird. Die praktische Faustregel ist unspektakulär: das Angebot, um das es geht, steht in den Spielregeln und Teilnahmebedingungen, und was nicht dort steht, ist nicht Teil der Wette. Alles andere ist Marketingmaterial, und Marketingmaterial hat keine Rechtswirkung auf eine Quote.
Was es kostet, bei einem Anbieter ohne Bewilligung zu spielen
Eine ausländische Lizenz — Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land — hat in der Schweiz keine Wirkung. Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar; der Spielende wird nach der Einschätzung des Bundesamts für Justiz nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Für den Wettenden heisst das: kein Schweizer Rechtsschutz, keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, kein Weg, eine Forderung hier durchzusetzen. Ein ausländischer Anbieter ist nicht zwingend unseriös, aber er ist nicht Teil des Schweizer Systems — und das ist ein Unterschied, der bei einem Streit über eine Quote plötzlich sehr konkret wird.
Die Aufsicht reagiert auf solche Anbieter mit einer Liste gesperrter Domains, die Schweizer Telekomunternehmen per DNS blockieren. Die erste Liste datiert vom 3. September 2019, am Ende des Jahres 2025 standen 671 Domainen darauf. Blockierte Adressen werden innert Stunden ersetzt — ein Muster, das als Domain-Hopping bekannt ist und das der Aufsicht selbst auffällt. Für einen Leser bedeutet das vor allem eines: die Liste ist ein Anhaltspunkt, keine Sperre mit Dauerwirkung.
Was ein Bewilligungsinhaber dagegen auf die andere Seite der Waage legt, ist eine geschlossene Palette und ein Wohnsitzerfordernis. Es gibt noch einen Punkt, der oft falsch herum erzählt wird: in der Schweiz existiert kein Instrument, mit dem Banken oder Kartennetzwerke Zahlungen an nicht bewilligte Wettseiten sperren würden. Wer das Gegenteil liest, liest eine Annahme, keine Regel.
Ehrlich bleibt nur die Gegenüberstellung ohne Scheinsieger. Wer bei einem Schweizer Veranstalter spielt, hat vollen Schutz, aber nur zwei Adressen, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzbedingung und eine Ausweiskontrolle. Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, hat mehr Märkte, aber kein Sperrregister, keinen hiesigen Rechtsweg und eine Steuerfolge, die kantonal entschieden wird. Keine der beiden Seiten ist die sichere von Natur aus. Die Wahl ist eine Entscheidung darüber, welche Art von Risiko man tragen will.
Zehn Plattformen, die einem Schweizer Wettenden begegnen
Wie dieser Vergleich zustande kommt
Die Reihenfolge folgt keinem Ranking der besten Quoten, sondern der Rechtsstellung: zuerst die beiden Veranstalter mit Bewilligung, danach acht ausländische Namen ohne Schweizer Bewilligung. Innerhalb der zweiten Gruppe gibt es keine Rangfolge, weil es dafür keine Grundlage gibt — die Kriterien, an denen ein Wettender sie unterscheiden könnte, sind dieselben Kriterien, an denen er sie nicht überprüfen kann.
Ein Preisvergleich über alle zehn hinweg wäre rechnerisch möglich und inhaltlich wertlos. Quoten unterscheiden sich zwischen Märkten, und die Marge unterscheidet sich zwischen Sportarten. Wer zwei Plattformen vergleichen will, braucht denselben Markt derselben Partie im selben Zeitfenster — alles andere vergleicht die Laune des Buchmachers mit der Laune eines anderen.
Was die folgende Übersicht dagegen leisten kann: sie sagt, wer überhaupt eine Bewilligung hat, und sie ordnet jedem Anbieter das zu, was sich über seine Lizenz sagen lässt. Von zehn Namen tragen zwei eine Schweizer Bewilligung. Bei den übrigen acht ist als gemeldete Lizenz nichts belegt, und selbst eine belegte ausländische Lizenz hätte hier keine Wirkung.
Swisslos Sporttip (Swisslos.ch): zwei Veranstalter für ein Land — der eine für die Deutschschweiz
Swisslos betreibt Sporttip gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, mit Sitz in Basel, unter Aufsicht der Gespa. Das Servicegebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein. Ein Online-Konto ist an Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in diesem Gebiet gebunden, an ein Mindestalter von 18 Jahren, an eine bestehende Spielsperre als Ausschlussgrund und an eine Registrierung pro Person; die Ausweisdaten werden gegen Adressdatenbanken geprüft.
Der Einsatzrahmen ist eng und durchsichtig: Mindesteinsatz CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, Höchsteinsatz CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Für die Praxis heisst das vor allem: eine Wette, die man abschicken will, kann abgelehnt werden, und die Limiten sind Bedingungen, nicht Zusagen.
Zum Wettprogramm gehören Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live — aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden. Das ist keine versteckte Gebühr, sondern eine zweite Quote auf denselben Ausgang, die nach der ersten kommt.
Auf der Zahlungsseite gilt: Spielguthaben kann per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein gekauft werden, mit einem Mindestbetrag von CHF 20, höchstens CHF 10’000 in 30 Tagen, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. PostFinance Pay ist als Zahlungsart für das Aufladen des Spielkontos verfügbar, bestätigt direkt in der App. Auszahlungen von Spielguthaben sind innerhalb von 365 Tagen zweimal kostenlos auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto möglich; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent anfallen, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Bei bekannten Zahlungsverbindungen werden Gewinne über CHF 1’000 innert 3 Arbeitstagen überwiesen, Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut.
Einordnung. Das ist die einzige Adresse dieser Übersicht, bei der ein Wohnsitz in der Deutschschweiz, das Tessin oder Liechtenstein die Zugangsvoraussetzung ist und nicht eine Angabe im Formular. Die 1’000 Franken Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombinationswette sind für einen Gelegenheitswettenden kein Thema und für einen, der vierstellig auf eine Kombination legen will, das Ende des Gesprächs — was die Plattform nicht disqualifiziert, sondern ihren Charakter erklärt.
Loterie Romande Jouez Sport (jeux.loro.ch): die kleinere Einsatzschwelle, das höhere Gewinndach
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis. Bewilligungsrahmen und Aufsicht sind dieselben wie bei Swisslos, der Zugang ist entsprechend auf Wohnsitz im Gebiet beschränkt. Die Zahl der Verkaufsstellen in der Westschweiz liegt bei 2’350, die Mitarbeitendenzahl bei 221 — Zahlen, die zeigen, dass hier ein Netz mit Filialen betrieben wird und nicht nur eine Website.
Der Einsatzrahmen unterscheidet sich in einem Punkt deutlich: online beträgt der Mindesteinsatz CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Wer also an der Verkaufsstelle einen Schein mit mehreren Wetten abgibt, hat dort eine eigene Obergrenze, die sich nicht aus dem Höchsteinsatz einer einzelnen Wette ergibt.
Nach oben ist der Rahmen grosszügiger: der Höchstgewinn beträgt CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Eine Kombiwette umfasst zwei bis zehn Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombination muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Einordnung. Die 500 Franken Höchsteinsatz und das Millionendach stehen in einem so deutlichen Spannungsverhältnis, dass sie die Zielgruppe verraten: grosszügig nach oben, vorsichtig nach unten. Wer hier eine Kombination aus zehn Voraussagen zusammenstellt, ist mit den CHF 7’500 eines Multiple-Wettscheins in einem Bereich, den das Höchstgewinn-Limit nicht mehr bremst, während ein einzelner grosser Einsatz gar nicht erst angenommen wird.
Rabona (Rabona.com): ohne Schweizer Bewilligung
Rabona hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten; als gemeldete Lizenz ist bei Rabona nichts belegt, und selbst eine belegte ausländische Lizenz hätte hier keine Wirkung. Es gibt keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf der Sperrliste der Gespa landen, die Schweizer Telekomunternehmen per DNS blockieren.
Einordnung. Bei Rabona lässt sich nicht einmal sagen, unter welcher Aufsicht die Plattform steht — und das ist die schwächste Ausgangslage in dieser Übersicht, weil sie einem Streit über eine Quote jede Adresse nimmt, an die man sich wenden könnte.
GG.BET: ohne Schweizer Bewilligung
GG.BET hat keine Schweizer Bewilligung. Es gilt dieselbe Einordnung: keine Anbindung an das Sperrregister, kein hiesiger Rechtsweg, Sperrliste als mögliche Folge. Eine gemeldete Lizenz ist hier nicht belegt; eine ausländische Bewilligung hätte in der Schweiz keine Wirkung.
Einordnung. Wer hier eine Quote abschliesst, schliesst sie in einem Verhältnis ab, dessen Durchsetzung von der Kulanz des Anbieters abhängt. Die Quote kann auf dem Bildschirm noch so hoch sein — die Zahl, die zählt, ist die, die ausgezahlt wird.
N1 Bet: ohne Schweizer Bewilligung
N1 Bet hat keine Schweizer Bewilligung, ist nicht an das Schweizer Sperrregister angebunden und bietet keinen Schweizer Rechtsweg. Die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden. Eine gemeldete Lizenz ist hier nicht bekannt.
Einordnung. Der praktische Unterschied zwischen diesem Anbieter und einem mit Schweizer Bewilligung liegt nicht in der Quotenhöhe, sondern darin, was bei einer Meinungsverschiedenheit passiert. Bei einer Schweizer Bewilligung gibt es eine Aufsicht; hier gibt es den Kundendienst.
Betclic (Betclic.com): ohne Schweizer Bewilligung
Betclic hat keine Schweizer Bewilligung. Dasselbe Bild: keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste als mögliche Konsequenz. Eine gemeldete Lizenz konnte nicht verifiziert werden.
Einordnung. Ein bekannter Name ist keine Bewilligung. Wer eine Plattform danach auswählt, wie oft er ihren Namen gesehen hat, hat die Bewilligungsfrage nicht gestellt — und die ist in der Schweiz die einzige Frage, die eine belastbare Antwort hat.
BillyBets (Billybets.com): ohne Schweizer Bewilligung
BillyBets hat keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg; die Domain kann auf der Sperrliste stehen. Hier lässt sich keine gemeldete Lizenz nachweisen.
Einordnung. Bei einem Anbieter ohne greifbare Aufsicht wird ein Bonus zu einer Frage der Vertragstreue und nicht des Rechts. Wer dort spielt, sollte das wissen — es ändert nichts an der Quote, aber alles daran, worauf die Quote sich stützt.
Boomerang Bet: ohne Schweizer Bewilligung
Boomerang Bet hat keine Schweizer Bewilligung und ist nicht an das Schweizer Sperrregister angebunden; ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht, die Sperrliste kann die Domain erfassen. Als gemeldete Lizenz ist nichts belegt.
Einordnung. Bei diesem Anbieter fällt der Name ins Auge, die Rechtsstellung nicht. Der ganze Unterschied zur Schweizer Bewilligung liegt in den vier Punkten, die oben stehen — und keiner davon lässt sich durch ein gutes Wettprogramm aufwiegen.
Betscore (Betscore.com): ohne Schweizer Bewilligung
Betscore hat keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung an das Sperrregister und keinen hiesigen Rechtsweg; eine Aufnahme in die Sperrliste ist möglich. Als gemeldete Lizenz ist nichts belegt.
Einordnung. Nichts an diesem Anbieter ist in der Schweiz überprüfbar — weder die Bewilligung noch die Bedingungen, unter denen eine Auszahlung steht. Genau deshalb bleibt er in dieser Übersicht ohne Empfehlung, unabhängig davon, welche Quoten dort zu sehen sind.
Sportuna (Sportuna.com): ohne Schweizer Bewilligung
Sportuna hat keine Schweizer Bewilligung. Es gilt die Einordnung der übrigen Namen ohne Bewilligung: keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche Aufnahme in die Sperrliste. Als gemeldete Lizenz ist nichts belegt.
Einordnung. Diese Plattform beschliesst die Liste mit derselben Feststellung, mit der sie begonnen hat: die Schweizer Bewilligung ist ein Merkmal, das zwei Anbieter tragen und acht nicht. Für eine Quote bei einem dieser acht gibt es keinen Schweizer Ansprechpartner.
Warum «die besten Quoten» eine Frage ohne allgemeine Antwort ist
Wer die Frage stellt, erwartet eine Liste. Es gibt keine, und der Grund liegt in der Sache und nicht im fehlenden Willen. Eine Quote gilt für einen bestimmten Markt in einem bestimmten Moment. Der eine Anbieter liegt beim Handicap vorn, der andere beim Gesamttor, ein dritter bei einem Live-Markt zwei Minuten nach Anpfiff. Ein Vergleich, der diese Unterschiede einebnet, produziert einen Mittelwert, der für keinen konkreten Wettschein etwas aussagt.
Dazu kommt die Vergleichbarkeit der Märkte. Zwei Plattformen können für dasselbe Spiel unterschiedliche Linien anbieten; die Handicaps sind dann verschoben, und die Quoten sind nicht vergleichbar, obwohl beide Seiten dieselbe Sportart nennen. Wer trotzdem vergleichen will, sollte denselben Markt, dasselbe Ereignis und dasselbe Zeitfenster nehmen, und er sollte den Vergleich wenige Minuten vor dem Anpfiff abschliessen, wenn sich die Linien nicht mehr bewegen. Dann erst lässt sich über einen Quotenvergleich sinnvoll reden.
Der dritte Grund ist der, der am seltensten genannt wird: der Vergleich lohnt sich nur, wenn man die Marge mitliest. Eine Quote von 2.05 gegen 2.00 sieht wie ein Vorteil von fünf Rappen pro Franken aus. Über viele Wetten ist sie das auch. Über eine einzelne Wette ist sie ein Betrag, der unter der Rundungsstufe verschwindet — und ein Anbieter mit einer engeren Kalkulation in diesem einen Markt kann in einem anderen deutlich schlechter liegen. Die Quote ist ein Einzelwert; die Marge ist eine Eigenschaft des Anbieters.
Und schliesslich die Grenze, die diese Seite nicht überschreitet: niemand kann vorhersagen, welches Ergebnis eintritt. Eine Quote beschreibt ein Angebot, keine Wahrscheinlichkeit, und die hohe Quote ist keine Gelegenheit, sondern ein Preis für ein unwahrscheinliches Ereignis. Wer das verwechselt, verliert nicht wegen der Quote, sondern trotz der Zahlen, die er hatte.
Häufige Fragen zu Quoten bei Sportwetten
Was sagt eine Dezimalquote von 2.10 genau aus?
Sie sagt, was ein Einsatz zurückbringt: CHF 1 wird zu CHF 2.10, der Einsatz ist darin enthalten, der Reingewinn beträgt CHF 1.10. Der Kehrwert der Quote, hier rund 47,6 Prozent, sieht wie eine Wahrscheinlichkeit aus, ist aber keine — in ihm steckt bereits die Marge des Veranstalters.
Wie kommt eine Quote zustande, und was macht die Marge?
Der Veranstalter schätzt für jeden Ausgang eines Marktes eine Wahrscheinlichkeit, rechnet sie in Quoten um und verschiebt dann alle Quoten zu seinen Gunsten. Bei zwei Ausgängen zu je 1.90 addieren sich die Kehrwerte auf rund 105,3 Prozent statt auf 100. Der Überschuss ist die Marge, hier rund fünf Prozent, und sie variiert je nach Markt und Sportart.
Wie wird der Gewinn aus Einsatz und Quote berechnet?
Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und danach auf 5 Rappen genau abgerundet. Ein Betrag von CHF 1 auf eine Quote von 2.10 ergibt damit abgerundet CHF 2.10.
Wie entsteht bei einer Kombiwette die Gesamtquote?
Die Einzelquoten werden multipliziert: drei Voraussagen zu je 2.00 ergeben eine Gesamtquote von 8.00. Weil jeder Faktor seine eigene Marge trägt, wächst mit jeder Voraussage der Abstand zwischen Quote und tatsächlicher Wahrscheinlichkeit. Bei Jouez Sport umfasst eine Kombiwette zwei bis zehn Voraussagen.
Welcher Anbieter hat die besten Quoten — und warum lässt sich das nicht sagen?
Weil eine Quote für einen bestimmten Markt in einem bestimmten Moment gilt und Linien sich zwischen Plattformen unterscheiden. Ein sinnvoller Vergleich braucht denselben Markt, dasselbe Ereignis und dasselbe Zeitfenster. In der Schweiz kommen nur zwei Veranstalter mit Bewilligung als Vergleichsgegenstand überhaupt in Frage.
Welche Quote gilt bei einer Livewette, wenn sich der Wert laufend ändert?
Die Quote im Augenblick des Abschlusses gilt, nicht die, die den Entschluss ausgelöst hat. Bei Sporttip bleiben Livewetten gültig, unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen kann Swisslos ebenfalls mit 1.00 werten.
Quoten – wettenlegalch
Inhalt erstellt vom Team «wettenlegalch»
