Trixie-Wetten in der Schweiz: Was vier Wetten aus drei Tipps wirklich kosten
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Wer zum ersten Mal auf einen Trixie-Wettschein blickt, sieht drei Voraussagen und darunter eine Zahl, die nicht zu diesen drei Voraussagen passt. Bei Swisslos Sporttip liegt der Höchsteinsatz für eine Systemwette bei CHF 10’000, für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 — der Unterschied ist klein gedruckt und gross in der Wirkung. Genau dort liegt der Kern dieser Wettform: Der Einsatz wird nicht einmal gesetzt, sondern so oft, wie der Trixie Teilwetten enthält.
Aktueller Stand: Oktober 29, 2026. Die Angaben zu Bewilligungen und Aufsicht wurden gegen die Geldspielaufsicht Gespa und den Veranstalterbewilligungsrahmen des Geldspielgesetzes abgeglichen, die Produktangaben gegen die veröffentlichten Spielregeln und Teilnahmebedingungen der beiden Veranstalter.
Die Trixie ist keine Erfindung der Sportwetten-Szene, sondern eine Rechenaufgabe. Drei Auswahlen lassen sich zu sieben verschiedenen Mehrfachwetten kombinieren, wenn man Einzelwetten mitzählt — beim Patent sind es sieben Wetten. Die Trixie lässt die drei Einzelwetten weg und behält vier: jede der drei Paarungen und einmal alle drei zusammen. Wer das verstanden hat, versteht auch, warum der Einsatz steigt, ohne dass sich an den Quoten etwas ändert, und warum «vier Wetten» in der Werbung selten klingt wie «vier Einsätze». Der Rest dieses Textes rechnet das nach, ordnet die Schweizer Bewilligungslage ein und zeigt, was die beiden zugelassenen Veranstalter in ihrem Programm tatsächlich hergeben.
Was hinter dem Trixie-Wettschein steckt
Drei Auswahlen, vier Wetten
Eine Trixie-Wette besteht aus drei Tipps. Gespielt werden daraus die drei Zweier-Kombinationen und zusätzlich die Dreier-Kombination — macht vier Teilwetten. Die zwei Tipps A und B werden zu einer Kombi, A und C zu einer zweiten, B und C zu einer dritten, und A, B und C zusammen bilden die vierte. Keine Einzelwette, kein Trostpreis für einen einzelnen Treffer.

Systemwetten dieser Bauart heissen Full-Cover-Wetten, weil sie alle möglichen Mehrfachwetten über eine bestimmte Zahl von Auswahlen abdecken. Bei drei Auswahlen ist das erschöpfend: mehr Paarungen gibt es nicht, und die Dreier-Kombi schliesst das Feld ab. Deshalb ist die Trixie kein Baukasten, sondern eine feste Grösse — man kann sie nicht «erweitern», ohne in eine andere Wettform zu wechseln.
Was auf einem Wettschein steht, ist damit zweierlei. Oben die drei Voraussagen mit ihren Quoten und der gewählten Sportart. Darunter vier Positionszeilen, jede mit demselben Einsatz. Wer nur die erste Zeile liest, zahlt vier. Das ist die Stelle, an der die meisten Wettscheine in den Papierkorb wandern.
Bleistifte hin oder her — die entscheidende Eigenschaft der Trixie zeigt sich erst, wenn zwei der drei Tipps eintreffen. Dann zahlt genau eine der vier Teilwetten aus.
Trixie, Patent, Kombi: drei verschiedene Rechnungen
Der Patent besteht aus denselben drei Tipps, umfasst aber drei Zweier-Kombinationen, eine Dreier-Kombination und drei Einzelwetten — insgesamt also sieben Wetten. Der Unterschied zur Trixie sind also die drei Einzelwetten, und die entscheiden über mehr als nur über den Einsatz: Beim Patent bringt jeder einzelne Treffer Geld zurück, bei der Trixie ist ein einzelner Treffer wertlos.
Die einfache Kombiwette ist das Gegenstück in die andere Richtung. Sie bündelt dieselben drei Voraussagen zu einer einzigen Wette. Trifft ein Tipp nicht, ist die ganze Kombi verloren — es gibt keine Teilrückzahlung, weil es keine Teilwetten gibt. Dafür ist der Einsatz ein einziges Mal fällig, und die Gesamtquote ist dieselbe wie die der Dreier-Kombination im Trixie.
Zwischen diesen drei Formen liegt keine Geschmacksfrage, sondern ein Kostenverhältnis. Die Kombi ist am billigsten und am härtesten: ein Fehler, alles weg. Der Patent ist am teuersten und am nachsichtigsten: null Fehler ausgeschlossen, aber sieben Einsätze. Die Trixie sitzt dazwischen und schliesst die auffälligste Lücke des Patents — die drei Einzelwetten, die bei einer Quote von 1.50 auf einen Favoriten ohnehin kaum etwas einbringen. Wer drei Voraussagen mit Quoten um 1.50 plant, kauft beim Patent dreimal Rückversicherung für einen Bruchteil des Einsatzes.
Dasselbe gilt für die Einzelwette: Sie kostet einen Bruchteil, hat aber auch keinen Kombinationseffekt. Wer drei Einzelwetten auf drei Voraussagen spielt, bekommt dieselbe Trefferwahrscheinlichkeit wie beim Patent, nur mit dem Einsatz eines Drittels — allerdings ohne den Hebel, den die Multiplikation der Quoten erzeugt. Die Wahl ist also eine zwischen Streuung und Hebel, nicht zwischen gut und schlecht.
Wo Systemwetten aufeinandertreffen: Bet-Builder und abhängige Ereignisse
Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Für eine Trixie ist das relevant, weil ein Teil der Spieler Voraussagen aus derselben Partie zusammenlegt — Torreichweite und Sieger etwa —, ohne dass die Quoten unabhängig voneinander wären.
Das ist keine Formalie. Wer zwei Voraussagen aus einem Spiel kombiniert, kauft nicht zwei Chancen, sondern eine These mit doppelter Bezahlung. Der sichtbare Effekt ist eine hohe Gesamtquote, der unsichtbare eine Korrelation, die in keinem Quotenvergleich auftaucht. Bei einer Trixie zählt das dreifach, weil die abhängige Voraussage in drei der vier Teilwetten steckt.
Der praktische Rat ist unspektakulär: drei Voraussagen aus drei verschiedenen Veranstaltungen, oder wenigstens aus drei Begegnungen, die sich nicht gegenseitig bedingen. Die Quoten sinken dadurch nicht, aber der Anteil der Kombinationen, die sich selbst widerlegen, verschwindet.
Wo die Trixie in der Schweiz überhaupt herkommt
Zwei Veranstalter, kein Wettbewerbsmarkt
Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) und werden von der Gespa beaufsichtigt, nicht von der ESBK, die allein die Casinos kontrolliert. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung je Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt.
Swisslos betreibt die Sportwetten unter dem Namen Sporttip. Die Genossenschaft hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in Lausanne und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.
Für den Trixie-Spieler bedeutet das etwas sehr Konkretes: Es gibt keine zweite Quote zum Vergleich. Wer in Zürich wohnt, kann sein System nicht dorthin legen, wo die Multiples billiger sind — die gibt es nicht. Und wer in Genf wohnt, findet in Genf keine Sporttip-Filiale.
Swisslos-Vertragsgebiet: Wer ein Konto eröffnen darf
Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Diese Kantone bilden zusammen das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande bedient demgegenüber FR, GE, JU, NE, VD und VS.
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.
Der Wohnsitz entscheidet also nicht über die Höhe des Gewinns, aber darüber, ob es überhaupt einen legalen Online-Trixie in der Schweiz gibt. Zwei Konten bei beiden Veranstaltern sind nicht möglich. Und die Prüfung des Ausweises ist kein Zufallsgenerator, sondern eine Adressabfrage — eine falsche Angabe fällt auf, bevor der erste Wettschein gültig wird.
Die bewilligte Angebotspalette
Nur Sportereignisse dürfen Gegenstand einer Wette sein; Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Fassung 10.09.2026). Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur dann, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet — auf Trainingsläufe darf nie gewettet werden. Corner- und Kartenmärkte führt die Liste nicht, ebenso wenig eine Esport-Sektion. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen.
Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und live, wenn der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hält; das Gesetz beschränkt sie nicht auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out ist gesetzlich nicht geregelt und bleibt eine Funktion des jeweiligen Veranstalters.
Das ist die eigentliche Grenze für jede Trixie in der Schweiz: Die drei Voraussagen müssen sich aus dieser Liste rekrutieren. Drei Live-Märkte aus einem Spiel zu kombinieren, die es gar nicht gibt, ist keine Frage der Quoten, sondern der Zulässigkeit.
Rechtslage in einem Satz
Bewilligt sind zwei Veranstalter in ihren jeweiligen Gebieten; alles andere ist ohne Schweizer Bewilligung. Wie dieser Text mit den ausländischen Marken umgeht, steht im Abschnitt über die Vergleichstabelle und die Bewertungskriterien — dort wird auch benannt, was eine ausländische Bewilligung in der Schweiz wert ist.

Der Volleyballplatz am Seeufer in der Abenddämmerung ist kein Bild von einem Schweizer Sportwettmarkt; er ist ein Bild von der Ruhe, die dieser Markt mit zwei Veranstaltern ausstrahlt. In Wirklichkeit ist er ein Zweikampf ohne Zuschauer.
Geld, Steuern und die Grenzen dazwischen
Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt; anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwetten nicht, und Kredite an Spielende sind untersagt. Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht in seinen Bedingungen. Swisslos bietet PostFinance Pay zum Aufladen des Spielkontos an, die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt.
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (im Jahr 2025: CHF 1’070’400); der kantonale Freibetrag ist je nach Kanton anders. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein typischer Wettender gewinnt weit darunter: keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Eine Steuer auf den Einsatz gibt es nicht.
Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis etwa im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles steuerbares Einkommen. Das ist der teuerste unsichtbare Posten am Rand des Marktes. Für konkrete Fälle bleibt der Weg zum Steuerberater oder zur kantonalen Steuerverwaltung.
Was der Systemeinsatz mit dem Spieler macht
Einsatz mal vier, Verlustlimiten als Gegenmittel
Mehrere Teilwetten vervielfachen den Gesamteinsatz. Das ist der Satz, aus dem die gesamte Verantwortung dieser Wettform folgt. Wer CHF 10 pro Teilwette spielt, setzt CHF 40 ein, und bei einem Totalverlust ist keiner der vier Einsätze weniger weg als die anderen. Die verführerische Formulierung «pro Wette nur ein kleiner Betrag» überlebt genau so lange, bis man die Zeilen zusammenzählt.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen; die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Nach dem Gesetz muss der Veranstalter einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen; die Senkung wirkt sofort, die Erhöhung gesetzlich nach 24 Stunden — Swisslos und Loterie Romande setzen in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Einen gesetzlich festgelegten Einzahlungsdeckel gibt es in der Schweiz nicht.
Die Limite ist das einzige Werkzeug, das den Systemeinsatz wirksam begrenzt, weil es die Verlustseite fixiert und nicht die Einsatzseite. Wer sie erst setzt, nachdem der erste Trixie durchgelaufen ist, hat sie zum falschen Zeitpunkt gesetzt.
Spielsperre, Register und Hilfe
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Nach dem Gesetz erfasst die Spielsperre überschuldete oder suchtgefährdete Personen und die Selbstsperre; eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, wobei eine Fachstelle beteiligt ist. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Gesperrte oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; unter 18-Jährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen, online sind Minderjährige nicht zugelassen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Ein Konto pro Spieler mit verifizierter Identität ist die Regel.
Ein ehrlicher Blick auf die Aufsicht: Testkäufe der Gespa aus dem Jahr 2025 ergaben, dass an Verkaufsstellen in 47.5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft wurde. Der Schutz an der Verkaufsstelle ist also nicht streng, und niemand sollte sich darauf verlassen. Bei einem Systemeinsatz mit vierfachem Volumen ist die Bedeutung dieser Zahl grösser als bei einer Einzelwette: Der Schaden skaliert mit dem Einsatz, der Verkauf an der Theke skaliert nicht mit dem Alter.
Ehrlich bleibt auch die andere Seite. Mehrere Teilwetten vervielfachen nicht nur den Einsatz, sondern auch die Zahl der Wege, auf denen ein Abend kippt: vier Wetten, vier Gelegenheiten, dem Geld nachzuschauen. Wer merkt, dass die Einsatzhöhe nicht mehr die eigene Entscheidung ist, findet Hilfe bei den Fachstellen und über die Sperrfunktionen der Veranstalter — nicht in der nächsten Wette.
Welche Märkte eine Trixie tragen
Von 1X2 bis Handicap
Für eine Trixie eignen sich Märkte, deren Ausgang man sauber einschätzen kann und deren Quoten über die gesamte Palette streuen. Der klassische 1X2-Markt liefert das: drei Ausgänge, klare Regeln, Quoten zwischen tiefen Favoriten- und hohen Aussenseiterwerten. Handicap-Märkte mit ganzen Toren oder Punkten liefern eine ähnlich klare Struktur und einen Korridor, der sich besser staffeln lässt. Totalwetten — über oder unter einer Torzahl — sind der dritte Kandidat, weil sie von der Spielweise abhängen und nicht vom Endergebnis allein.
Was eine Trixie schlecht trägt, sind Märkte mit sehr tiefen Quoten. Drei Voraussagen mit je 1.20 ergeben eine Zweier-Kombi mit 1.44 und eine Dreier-Kombi mit 1.73. Vier Wetten auf solchen Quoten bringen kaum etwas zusammen, und der Einsatz vervierfacht sich trotzdem. Der 1X2-Markt auf einen haushohen Favoriten ist fast so ein Fall: Der Wert steht auf der sicheren Seite, die Rechnung steht gegen den Spieler.
Der zweite Filter ist die Abhängigkeit. Drei Voraussagen aus derselben Partie — Sieger, Torreichweite, Handicap — bewegen sich gemeinsam. Eine Trixie verstärkt diesen Fehler, weil die Abhängigkeit in drei von vier Teilwetten steckt. Drei verschiedene Sportarten oder drei Wettbewerbe sind die langweilige Antwort und meistens die richtige.
Ein Blick auf die Regeln: Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer — etwa 90 Minuten im Fussball — plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Bei einem Kombinationswettschein entscheidet also mitunter der Zusatz in der Programmzeile und nicht der Spielverlauf, ob eine Voraussage trifft. Wer das übersieht, verliert eine Teilwette an einer Regel, nicht an einem Tor — und bei vier Teilwetten kostet eine falsch gelesene Regel gleich mehrfach.
Wie die vier Teilwetten aus Quoten entstehen
Die Quoten der Voraussagen werden für jede Teilwette eigens multipliziert. Drei Tipps mit den Quoten 1.50, 2.00 und 2.50 ergeben drei Zweier-Kombinationen und eine Dreier-Kombination:
1.50 × 2.00 = 3.00
1.50 × 2.50 = 3.75
2.00 × 2.50 = 5.00
1.50 × 2.00 × 2.50 = 7.50
Vier wettspezifische Quoten, ein Einsatz je Zeile. Was dieses Beispiel sofort zeigt: Die Dreier-Kombination trägt allein ein Mehrfaches jeder Zweier-Kombination, ist aber die einzige Zeile, die auf alle drei Voraussagen angewiesen ist. Die drei Zweier-Kombinationen dagegen sichern den Fall ab, dass genau eine Voraussage kippt — dann zahlt noch eine von vier Zeilen aus.
Der Kontrast zu einer einzigen Kombiwette über dieselben drei Tipps ist der ganze Unterschied der Wettform. Die Kombi hat die Quote 7.50 und einen Einsatz. Die Trixie hat dieselbe 7.50 in einer Zeile, daneben drei weitere Zeilen und das Vierfache an Einsatz. Wer das auf dem Wettschein nicht unterscheidet, gibt viermal so viel Geld für einen Puffer aus, den er nicht bemerkt.
Was eine Trixie bei einem Treffer und bei zwei Treffern auszahlt
Für die Auszahlung zählt pro Zeile: Rückzahlung = Einsatz × Quote, der Nettogewinn ist Einsatz × (Quote − 1). Bei einer Kombination multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Voraussagen zu einer Gesamtquote. Beim Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal Gesamtquote —, wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet.
Nehmen wir CHF 1 pro Zeile, die drei Beispielquoten 1.50, 2.00 und 2.50 und damit die vier Zeilenquoten 3.00, 3.75, 5.00 und 7.50. Die Rückzahlungen liegen zwischen CHF 3.00 und CHF 7.50, und der Gesamteinsatz beträgt CHF 4. Je nachdem, welche Voraussagen treffen, liegt die Rückzahlung bei einem einzelnen Treffer bei CHF 0, bei zwei Treffern zwischen CHF 3.00 und CHF 5.00, und nur wenn alle drei Voraussagen eintreffen, summieren sich alle vier Zeilen auf CHF 19.25. Der Bereich von CHF 3.00 bis CHF 19.25 bei einem Einsatz von CHF 4 ist die eigentliche Charakteristik dieser Wettform: Die Auszahlung ist keine Zahl, sondern eine Bandbreite, die davon abhängt, wie viele der drei Tipps eintreffen — unter der Annahme, dass alle Zeilen zu den genannten Quoten abgeschlossen werden.
Die Rechnung hat noch einen zweiten Teil, der nichts mit den Quoten zu tun hat. Das Aufrunden auf zwei Nachkommastellen und das anschliessende Abrunden auf 5 Rappen fällt bei jeder einzelnen Teilwette an. Vier Zeilen bedeuten vier solche Rundungen. Der Effekt ist klein, aber er zeigt die Richtung: Bei jeder Rundung verliert der Spieler ein wenig, niemals der Veranstalter.
Bei Jouez Sport sind die Grenzen andere: Der Höchstgewinn beträgt CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Eine Kombiwette umfasst dort 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn ist in der Praxis selten erreichbar, aber die Mindestquote ist eine reale Hürde: Eine Voraussage mit einer Quote unter 1.10 fällt in einer Kombi weg, und in einer Trixie fällt sie gleich in mehreren Zeilen weg.
Vier Quoten, ein Ergebnis: das Rechenbeispiel
Drei Voraussagen mit 1.50, 2.00 und 2.50, CHF 1 pro Zeile, vier Zeilen — was am Ende auf dem Konto liegt, lässt sich in beide Richtungen lesen. Nach oben begrenzt die Dreier-Kombination die Sache: Trifft alles, stehen CHF 19.25 zurück, davon CHF 15.25 Nettogewinn vor der Rundung auf 5 Rappen. Nach unten begrenzt der Totalausfall: kein Treffer, kein Franken. Dazwischen liegt der Normalfall, ein bis zwei Treffer, und dort zeigt sich, wie stark die Auszahlung an der Zahl der Treffer hängt.
Der grösste Sprung in der Reihe liegt nicht zwischen eins und zwei Treffern, sondern zwischen zwei und drei: Erst bei drei Treffern öffnet sich die Dreier-Zeile mit der Quote 7.50. Das ist die Stärke und die Schwäche derselben Konstruktion — die oberste Zeile zahlt am meisten und verlangt alles. Wer drei Tipps mit mittleren Quoten wählt, kauft genau dieses Verhalten: eine Verteilung, die lange flach bleibt und dann einen Sprung macht.
Dasselbe Ergebnis als Band: Bei CHF 1 pro Zeile und diesen Quoten liegt die Rückzahlung bei zwei Treffern je nach Paarung zwischen CHF 3.00 und CHF 5.00, bei drei Treffern bei CHF 19.25 — sofern die Quoten beim Abschluss der Wetten noch gelten und die Teilwetten unverändert bleiben. Anders gesagt: vier Einsätze von zusammen CHF 4, ein Ertrag zwischen dem Nichts und dem knapp Fünffachen des Einsatzes, mit einer sehr ungleichen Verteilung dazwischen. Jeder Vergleich zweier Trixie-Varianten, der nur die oberste Zeile betrachtet, ist deshalb unvollständig.
Was eine Trixie in der Schweiz an Einsatz kostet
Mindest- und Höchsteinsätze bei beiden Veranstaltern
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3 und für Multiples CHF 2, der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.
Für die Trixie sind drei Zahlen aus diesem Absatz die entscheidenden. Erstens: Der Mindesteinsatz gilt pro Teilwette, nicht pro Wettschein — bei Jouez Sport liegt die kleinste spielbare Trixie damit bei CHF 8 für die vier Zeilen, online wie am Schalter, weil für Multiples der Mindestbetrag von CHF 2 gilt. Zweitens: Der Höchsteinsatz für die Systemwette bei Sporttip ist zehnmal höher als der für eine Einzelwette, was die Bereitschaft des Veranstalters zeigt, Systemvolumen zuzulassen. Drittens: Die Obergrenze des Wettscheins bei Jouez Sport von CHF 7’500 für Multiples ist keine exotische Zahl, sondern die Grenze, ab der ein Systemwettschein nicht mehr angenommen wird. Bei vier Zeilen zu Höchsteinsatz ist sie in der Praxis schwer zu erreichen — bei einem Patent mit sieben Zeilen deutlich schneller.
Wer mit kleinem Budget unterwegs ist, für den zählt nur die untere Zahl: CHF 1 pro Zeile bei Sporttip, CHF 2 pro Zeile bei Jouez Sport bei Multiples. Das ist der Einsatz, den eine Trixie tatsächlich kostet, und er ist vierfach zu lesen.
Vorschau auf die Anbieterbewertung: Woran eine Systemwette bei welchem Anbieter gemessen wird
Die Bewertung der Anbieter folgt im Abschnitt «Die zehn Anbieter im Einzelnen» nach Anbieter, jeder mit seinem eigenen Profil. Für eine Systemwette zählen dabei weniger die Werbebotschaften als vier Punkte: ob Systemwetten überhaupt Teil des Programms sind, wie hoch der Mindesteinsatz pro Zeile liegt, wie die Limiten für den Gesamtbetrag eines Wettscheins aussehen und was ein Combo-System mit den einzelnen Zeilen macht. Diese vier Fragen entscheiden bei einem Vier-Zeilen-Produkt mehr als jede Quote auf dem Wettschein, weil drei von vier Teilwetten durch dieselbe Mechanik laufen.
Festhalten lässt sich vorab: Der Einsatzrahmen selbst ist bei beiden Veranstaltern in den eigenen Regeln klar benannt — mit einer geprüften Limite, die der Veranstalter jederzeit ändern kann. Das ist nicht nur eine Formalie, sondern ein Hinweis darauf, dass Systemwetten kein Nebenprodukt sind, sondern ein bewusst kalkuliertes Produkt.
Die Vergleichstabelle: Brand und Bewilligungsstatus
| Anbieter | Bewilligungsstatus in der Schweiz | Veranstalter bzw. gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa | Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne |
| Cloudbet | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz gültige Bewilligung; ausländische Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz |
| Rollbit | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz gültige Bewilligung; ausländische Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz |
| Sportaza | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz gültige Bewilligung; ausländische Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz |
| 22Bet | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz gültige Bewilligung; ausländische Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz |
| HornetBet | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz gültige Bewilligung; ausländische Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz |
| BDMBet | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz gültige Bewilligung; ausländische Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz |
| 20Bet | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz gültige Bewilligung; ausländische Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz |
| Betify | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz gültige Bewilligung; ausländische Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz |
Die Tabelle zeigt einen Sachverhalt, der in keinem anderen europäischen Wettmarkt so aussieht. Die Spalte mit dem Bewilligungsstatus hat in der oberen Hälfte zwei verschiedene Einträge und in der unteren Hälfte einen einzigen, der sich achtmal wiederholt. Eine ausländische Bewilligung gleich welchen Landes hat in der Schweiz keine Kraft. Das ist die nüchterne Konsequenz der Regelung, und sie erklärt, warum die Liste der ausländischen Marken hier als Referenz steht und nicht als Auswahl: Wer die untere Hälfte vergleicht, vergleicht Anbieter, die im Schweizer Recht nicht existieren, mit zwei Veranstaltern, die dort das Monopol in ihren Gebieten halten.
Was die Tabelle nicht sagt, ist etwas Wichtiges: Eine Bewilligung ist keine Aussage über Quoten. Sie sagt, unter welchem Recht ein Streit ausgetragen wird, wo die Sperrliste greift und welche Behörde zuständig ist. Über die Höhe der Marge im 1X2-Markt oder über ein Kombiboost sagt sie nichts. Wer den Markt nach Preis sortiert, muss die Bewilligungsspalte ignorieren — und wer ihn nach Rechtssicherheit sortiert, darf sich von der unteren Hälfte nicht ablenken lassen.
Die zehn Anbieter im Einzelnen
Swisslos Sporttip: das Systemangebot mit den klarsten Einsatzstufen
Swisslos Sporttip ist der Veranstalter mit einer Veranstalterbewilligung und einer Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz und steht unter der Aufsicht der Gespa. Der Sitz der Genossenschaft ist Basel; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Ein Onlinekonto erhalten nur Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet — den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie Tessin und Liechtenstein.
Die Einsatzstruktur ist für Systemspieler ausgesprochen klar geregelt: Mindesteinsatz CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, Höchsteinsatz CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Damit ist die Trixie ausdrücklich der Kategorie zugeordnet, in der grössere Beträge möglich sind — mit der Einschränkung, dass die Wette über der Limite nicht angenommen wird und Swisslos die Grenzen jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern kann.
Beim Cash-Out gibt es die Funktion für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn und hängt vom Stand der Sportereignisse ab; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.
Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Eine Trixie mit drei Voraussagen erreicht diese Schwelle nicht — das ist der Punkt, an dem die Wettform und das Bonusprogramm des Veranstalters auseinanderlaufen. Wer einen Kombiboost will, braucht mindestens vier Voraussagen und damit eine andere Systemwette, etwa ein Yankee oder eine Vierer-Kombi. Quoten- und Profitboosts gelten dagegen nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Ein weiteres Detail von Gewicht: Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage die Quote 1.00. Für eine Trixie heisst das: eine abgesagte Partie setzt eine Zeile nicht auf null, sondern auf ein Faktor eins. Die Quote einer abgesagten Begegnung verschwindet also nicht aus der Rechnung, sie wird neutral — ein Detail, das in jeder Vorabrechnung fehlt und in jeder echten Abrechnung auftaucht.
Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Für Systemwetten ist das ein Risiko, das nur die Live-Variante kennt, und es ist kein technisches, sondern ein Bewertungsrisiko: Eine Kombination wird nicht ungültig, sie wird entwertet, und die anderen Zeilen laufen weiter.
Guthaben werden innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto ausbezahlt; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Spielguthaben lassen sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20, höchstens CHF 10’000 in 30 Tagen und nur, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Nicht abgeholte Gewinne verfallen 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung zugunsten des Zwecks der Swisslos; eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben.
Das Fazit für die Trixie: Hier ist die Grenze zwischen Einzelwette und Systemwette am deutlichsten in Zahlen gefasst — CHF 1 nach oben offen bis CHF 1’000, nach oben begrenzt auf CHF 10’000 für das System. Der Kombiboost bleibt dem Systemspieler mit vier oder mehr Voraussagen vorenthalten, und die Live-Regel mit der Quote 1.00 trifft eine Live-Trixie an einer Stelle, an der eine Prematch-Trixie gar nicht angreifbar ist.
Loterie Romande Jouez Sport: Multiples ab CHF 2 pro Zeile
Die Loterie Romande hält eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz und steht unter der Aufsicht der Gespa. Jouez Sport ist ihr Sportwettenprodukt für die Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura — sechs Kantone, dazu 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Ein Onlinekonto erhalten nur Personen mit Wohnsitz in diesem Gebiet.
Die Einsatzregeln sind für Systemspieler anders sortiert als bei Sporttip. Der Mindesteinsatz online beträgt CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3 und für Multiples CHF 2; der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Die Staffelung ist damit feiner am unteren Rand: Eine Trixie kostet online mindestens CHF 8, und wer sie am Schalter spielen will, zahlt für die Einzelzeilen mehr, für die Multiple-Zeilen nicht.
Der Höchstgewinn beträgt CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Die Untergrenze von 1.10 ist für eine Trixie praktisch bedeutungslos — kaum eine Voraussage liegt darunter —, aber die Obergrenze von 100’000 markiert, wo die Kombinationsmechanik endet. Wer Voraussagen mit extremen Quoten stapelt, verlässt irgendwann den zulässigen Bereich, und die 10-Voraussagen-Grenze setzt der ganzen Konstruktion ohnehin ein Ende.
Wohin das Geld fliesst, ist hier kein Nebensatz: Die Nettoerträge der bewilligten Grossspiele gehen nach dem Gesetz an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen. Wer in der Westschweiz eine Trixie spielt, spielt also bei einem Veranstalter, dessen Überschuss nicht an Aktionäre, sondern an kantonale Zwecke geht. Das ist kein Quotenargument, aber es ist ein Argument bei der Frage, wem man sein Geld anvertraut.
Die Besonderheit im Vergleich: Der Mindesteinsatz für Multiples liegt hier bei CHF 2 pro Zeile und damit doppelt so hoch wie bei Sporttip, dafür ist die Staffelung klarer an der Multiple-Kategorie ausgerichtet. Die Obergrenze von CHF 500 für Einzel- und Kombiwetten ist deutlich niedriger als die CHF 1’000 bei Sporttip, die Summengrenze von CHF 7’500 pro Multiple-Wettschein dagegen ist eine eigene Bauart, die es beim Mitbewerber in dieser Form nicht gibt. Wer einen grossen Systemwettschein in einem Zug spielen will, stösst hier früher an eine Wand als bei Swisslos.
Cloudbet, Rollbit, Sportaza, 22Bet, HornetBet, BDMBet, 20Bet und Betify: Referenzrahmen statt Alternativen
Diese acht Marken haben eines gemeinsam: keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten; eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft. Diese Anbieter sind daher hier als Referenz aufgeführt, weil Schweizer Spielende ihnen begegnen — bewertet nach denselben Kriterien wie die beiden bewilligten Veranstalter, aber ohne Schweizer Zulassung.
Die praktischen Konsequenzen sind für alle acht identisch und betreffen jeden Punkt, an dem ein Schweizer Spieler Schutz erwarten könnte. Sie sind nicht an das schweizerische Sperrregister angeschlossen; ein Eintrag dort bindet sie nicht. Es gibt keinen Schweizer Rechtsweg gegen sie, weil ihre Bewilligung, sofern sie eine melden, in der Schweiz keine Wirkung entfaltet. Und ihre Domains können von der Gespa auf die Sperrliste gesetzt werden, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS-Sperre umsetzen. Die erste Liste stammt vom 3. September 2019; Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Gesperrte Domains werden innert Stunden ersetzt — die Gespa nennt dieses Domain-Hopping und nennt als Beispiele Interwetten und Bet-at-Home sowie bet365 als auf der Liste geführt. Ein blockierter Zugang ist also kein Ende der Geschichte und schon gar kein Schutz.
Was das organisierende eines Sportwettangebots ohne Schweizer Bewilligung betrifft, ist die Rechtslage eindeutig: Es ist eine Straftat und wird mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet, bei gewerbsmässigem Betrieb mit bis zu fünf Jahren. Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es besteht kein Schutz und keine Fairplay-Kontrolle. Deshalb steht in der Tabelle bei jeder dieser acht Marken «ohne Schweizer Bewilligung» — eine Feststellung und kein Verbot.
Für die Trixie im Besonderen heisst das: Der ganze Vorteil dieser Wettform, die Absicherung über die drei Zweier-Kombinationen, hängt an der Frage, ob eine ausgezahlte Zeile auch ankommt und ob ein Streit über eine abgesagte Partie oder eine abweichende Spielzeitregel irgendwo entschieden wird. Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung gibt es dafür keine Stelle. Wer dort spielt, spielt seine Systemwette auf der Grundlage der Bedingungen der Gegenseite, ohne eine Aufsicht, die eine Beschwerde prüfen könnte. Über die Mindesteinsätze, Höchstgewinne oder Kombinationsregeln dieser acht Marken ist hier nichts gesagt: Sie stehen in deren eigenen Bedingungen und sind vor jedem Wettschein dort nachzulesen.
Wer die Grenzen dieses Marktes verstehen will, kommt um eine Zahl nicht herum: Die Gespa gab 2025 insgesamt 32 Zustimmungen für Gratisspiele oder Gratisguthaben — 24 an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Solche Aktionen brauchen die vorherige Zustimmung der Aufsicht. Ein Werbeversprechen ohne diese Grundlage hat in der Schweiz keinen Bestand, und das gilt erst recht für eine Marke, die hier gar nicht veranstalten darf. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist nach dem Gesetz verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet. Auch deshalb beschreibt dieser Text die Marken, statt sie zu empfehlen.
Wo die Rechnung endet und die Entscheidung beginnt
Die Trixie ist ein Werkzeug für Personen, die drei Voraussagen haben und den Totalverlust bei einem Fehler abfedern wollen. Sie ist kein Werkzeug für Personen, die drei Voraussagen haben und den Einsatz klein halten wollen — dafür gibt es die Kombiwette. Der Unterschied liegt nicht im Geschmack, sondern in der Zahl auf dem Wettschein.
Für Schweizer Spielende kommt eine weitere Bedingung hinzu. Es gibt zwei bewilligte Veranstalter mit getrennten Gebieten, und ein Onlinekonto bekommt nur, wer im jeweiligen Gebiet wohnt. Wer im Swisslos-Vertragsgebiet wohnt, spielt Systemwetten bei Sporttip mit Mindesteinsatz CHF 1 und Höchsteinsatz CHF 10’000 pro Systemwette. Wer in einem der sechs Westschweizer Kantone wohnt, spielt bei Jouez Sport mit CHF 2 pro Zeile für Multiples und einer Summengrenze von CHF 7’500 pro Wettschein mit Multiples. Die ausländischen Marken mit ihren oft grösseren Systemangeboten bleiben rechtlich ausserhalb dieses Rahmens.
Dazu kommt der praktische Teil, den keine Quote ersetzt. Vor der ersten Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, und eine Erhöhung greift erst nach 72 Stunden. Bei einer Wettform, die den Einsatz automatisch vervierfacht, ist diese Limite kein Formular, sondern die Bremse. Wer sie an einem guten Abend hochsetzt und drei Tage später nicht mehr daran denkt, hat die Bremse nicht benutzt, sondern ausgebaut.
Ein letzter Ratschlag, der kein Ratschlag zum Gewinnen ist, sondern einer zum Rechnen: Die Gesamtquote allein ist keine Erfolgsaussage. Es gibt keine sichere Wette, kein System, das die Marge umgeht, und niemand weiss, wie ein Fussballspiel ausgeht. Was man wissen kann, ist die eigene Einsatzhöhe — und bei vier Zeilen ist die viermal die Zahl, die man im Kopf hat.
Häufige Fragen zur Trixie-Wette
Aus welchen Teilwetten besteht eine Trixie?
Aus drei Voraussagen, die zu vier Wetten verbunden werden: den drei möglichen Zweier-Kombinationen und einer Dreier-Kombination, die alle drei Tipps enthält. Einzelwetten gehören nicht dazu. Der Gesamteinsatz ist deshalb der vierfache Einsatz pro Zeile, und bei nur einem Treffer zahlt keine der vier Zeilen aus.
Was passiert, wenn nur zwei der drei Tipps eintreffen?
Dann zahlt genau die eine Zweier-Kombination aus, die aus den beiden richtigen Tipps gebildet wird. Die beiden anderen Zweier-Zeilen enthalten die falsche Voraussage und sind verloren, die Dreier-Zeile ebenso. Die Rückzahlung entspricht dem Einsatz mal dem Produkt der beiden Trefferquoten, die übrigen drei Einsätze sind weg.
Wie unterscheidet sich die Trixie vom Patent mit sieben Wetten?
Der Patent enthält zusätzlich drei Einzelwetten, insgesamt also sieben. Damit bringt beim Patent jeder einzelne Treffer Geld zurück, bei der Trixie ist ein einzelner Treffer wertlos. Dafür kostet der Patent bei gleichem Einsatz pro Zeile deutlich mehr, weil sieben statt vier Zeilen bezahlt werden müssen.
Wie hoch ist der Gesamteinsatz bei festem Einsatz pro Teilwette?
Der Gesamteinsatz ist immer der vierfache Betrag der einzelnen Zeile. Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, für eine Systemwette sind bis CHF 10’000 möglich. Bei Jouez Sport kostet eine Multiple-Zeile online mindestens CHF 2, eine Trixie also ab CHF 8 — sofern alle vier Zeilen gespielt werden.
Wird die Trixie bei Swisslos oder Loterie Romande angeboten?
Ob eine Systemwette dieser Bauart im jeweiligen Programm steht, richtet sich nach der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten und nach dem Wettprogramm des Veranstalters. Beides ist vor dem Wettschein dort nachzulesen, wo das Programm steht: bei Sporttip für das Swisslos-Vertragsgebiet, bei Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone.
Wie wird ein möglicher Gewinn gerechnet, und was macht die Marge?
Jede Zeile wird einzeln gerechnet: Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal dem Produkt der Einzelquoten. Von jedem Ergebnis behält das Buch einen Teil ein — die Marge, die im Quotenschlüssel eines Marktes steckt. Über vier Zeilen wirkt sie viermal, weshalb die Trixie den Preis eines Marktes stärker spürt als eine Einzelwette.
Wettarten – wettenlegalch
Inhalt erstellt vom Team «wettenlegalch»
