Asian Handicap Wetten in der Schweiz verständlich erklärt – Chancen, Regeln und Kosten

Updated Oktober 2026
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Zwei leere Torpfosten stehen auf einem Rasenplatz, die Netze hängen leicht im Wind, der Himmel ist grau.

Asian Handicap Wetten sind der Versuch, aus einem Spiel mit drei Ausgängen eines mit zwei zu machen. Eine Mannschaft bekommt ein Tor gutgeschrieben, bevor der erste Ball rollt oder während er läuft, und danach zählt nur noch die Frage, ob es gereicht hat. Zwei Ausgänge statt drei heisst: die Buchmacher rechnen die Auszahlungsquote über zwei Wahrscheinlichkeiten statt über drei, und die Summe der beiden impliziten Wahrscheinlichkeiten fällt kleiner aus. Der Spassvogel nennt das «faire Quote». Bei zwei Quoten von je 1.90 bleiben rechnerisch 5,3 % des Einsatzes beim Veranstalter.

Beim ganzen Handicap geht der Einsatz zurück, wenn sich nach Addition des Handicaps ein Unentschieden ergibt: Bei -1 und einem 2:1 von Team A ergibt sich rechnerisch 1:1.

Stand: Oktober 29, 2026 · Bewilligungen und Aufsicht geprüft gegen die Angaben der Gespa und die Veranstalterbewilligungen der beiden Schweizer Organisatoren.

Wer in der Schweiz auf Fussball setzen will, hat es mit einem übersichtlichen Markt zu tun. Zwei Veranstalter, ein geschlossener Katalog erlaubter Wettarten, und daneben eine Reihe ausländischer Adressen, die sich im Netz aufdrängen. Asian Handicap ist in beiden Welten vertreten — nur unter verschiedenen Bedingungen. Und genau diese Bedingungen entscheiden darüber, was der einzelne Wettschein am Ende kostet.

Was Asian Handicap Wetten sind und was sie von der Dreiweg-Wette trennen

Beim Asiatischen Handicap (AHC) startet eine Partei mit einer niedrigeren Wertung, die zum tatsächlichen Endergebnis addiert wird. Der Markt gilt als hauptsächlich bei Fussballwetten verbreitet und wurde in Asien entwickelt. Am Ende steht keine Prognose «Sieg, Remis oder Niederlage», sondern eine Zahl, die man zum Resultat dazuzählt.

Ein Fussballplatz von oben gesehen, die Linien bilden ein helles Muster auf dem Rasen, Drohnenperspektive in der Morgendämmerung.
Bei Live-Handicaps bezieht sich das Handicap meist nur auf die Restspielzeit, der Spielstand zum Zeitpunkt der Wettabgabe gilt dabei als 0:0.

Das ist die ganze Idee, und sie ist alt. Wer vor zwanzig Jahren in Asien auf ein Spiel setzen wollte, dessen Favorit so deutlich überlegen war, dass die Siegquote keine 1.20 mehr hergab, hatte kein sinnvolles Produkt. Das Handicap erfand den Ausgleich: statt 1.20 auf einen klaren Favoriten bekommt man 1.90 auf denselben Favoriten mit einem Tor Vorsprung für den Gegner. Der Preis ist ehrlicher, die Wette dafür enger.

In der Dreiweg-Wette gibt es drei Ausgänge, und alle drei werden bepreist. Remis-Wetten sind deshalb traditionell der teuerste Ausgang im Feld, weil die Buchmacher wissen, wie schwer sich ein 0:0 vorhersagen lässt. Beim Handicap wird das Remis entweder ganz ausgeschlossen, wenn das Handicap halb oder ungerade ist, oder es führt zu einer Rückerstattung, wenn das Handicap ganz ist. Diese Rückerstattung ist kein Bonus. Sie ist der Einsatz, der dorthin zurückgeht, wo er hergekommen ist — ohne Gewinn, aber auch ohne Verlust.

Auf Schweizer Wettscheinen heissen diese Formen unterschiedlich, je nachdem, wo man sie sucht. Die Suche nach asiatischen Torwetten, asiatischen Wetten oder kurz AHC-Wetten führt regelmässig zum selben Produkt. Wer eine Sportwetten-Asian-Handicap-Erklärung sucht, sucht meistens eine konkrete Rechnung: Was passiert bei +0,25, was bei -1, was bei +1,5. Diese drei Fälle enthalten den ganzen Mechanismus.

Der Unterschied zur klassischen Wette ist nicht nur mathematisch. Er ist auch praktisch. Bei einem Handicap von -1 auf eine Mannschaft, die 2:1 gewinnt, steht rechnerisch ein 1:1 auf dem Papier, und der Einsatz kommt zurück. Bei einer Dreiweg-Wette wäre dieselbe Partie ein voller Gewinn gewesen. Der Handicap-Spieler hat also einen Gewinnfall gegen einen Rückerstattungsfall getauscht — zu einem besseren Preis. Ob das ein guter Tausch war, entscheidet sich nicht im Einzelfall, sondern in der Verteilung über viele Wetten.

Ganze, halbe und Viertel-Handicaps: drei unterschiedliche Produkte

Die drei Varianten verhalten sich grundverschieden, und wer das nicht auseinanderhält, versteht den eigenen Wettschein nicht.

Ein halbes Handicap wie +0,5, +1,5 oder -0,5 kennt keine Rückerstattung bei Unentschieden, weil bei ihm immer eine Seite gewinnt. Es gibt kein Szenario, in dem das Resultat plus halbe Tore aufgeht. Die Folge: der Markt hat zwei saubere Ausgänge, die Wette gewinnt oder verliert, und der Einsatz ist in jedem Fall gebunden.

Ein ganzes Handicap wie -1, 0 oder +2 kann aufgehen. Bei einem ganzen Handicap wird der Einsatz zurückerstattet, wenn sich nach Addition des Handicaps ein Unentschieden ergibt. Gewinnt Team A mit einem Handicap von -1 etwa 2:1, ergibt sich rechnerisch 1:1 und der Einsatz geht zurück. Man nennt das Push, Void oder schlicht Einsatz zurück — die Begriffe meinen dasselbe. Der Veranstalter hat in diesem Fall nichts verdient und nichts verloren. Aus Sicht des Wettenden ist das eine kostenlose Verschiebung des Risikos auf einen anderen Ausgang.

Ein Viertel-Handicap ist kein eigener Markt, sondern die Aufteilung einer Wette in zwei. Bei einem Viertel-Handicap wird der Einsatz auf zwei Wetten aufgeteilt: Ein Handicap von +0,25 besteht aus einer Wette mit Handicap 0 und einer mit Handicap +0,5, bei 100 Einheiten Einsatz also je 50 Einheiten. Damit ist ein Viertel-Handicap ein halb ganzes, halb halbes Produkt — die eine Hälfte kann per Push zurückkommen, die andere nicht.

Diese Konstruktion hat einen Nebeneffekt, der selten ausgesprochen wird. Die Aufteilung in zwei Wetten ist technisch zwei Buchungen, und zwei Buchungen zu halben Einsätzen sind wirtschaftlich dasselbe wie eine ganze — aber nicht, wenn eine Mindesteinsatzgrenze im Weg steht. Wo der Mindesteinsatz CHF 1 beträgt, spielt das keine Rolle. Wo er höher liegt, kann eine halbierte Buchung unter die Grenze fallen, und dann hilft es nichts, den Gesamteinsatz aufzustocken: erlaubt ist die Aufteilung, nicht das Überschreiten der Limite.

Live-Handicaps: das Handicap bezieht sich auf die Restspielzeit

Bei Live-Handicaps bezieht sich das Handicap meist nur auf die Restspielzeit, der Spielstand zum Zeitpunkt der Wettabgabe gilt dabei als 0:0. Ein 0:2-Rückstand verschwindet also nicht, sondern wird zur neuen Nulllinie. Ein Live-Handicap von -0,5 auf die zurückliegende Mannschaft bedeutet nicht, dass sie das Spiel noch drehen muss — es bedeutet, dass sie die nächsten 60 Minuten nicht verliert.

Für den Preis hat das eine unangenehme Folge. Die Quote auf ein Live-Handicap hängt davon ab, in welcher Minute man einsteigt, und in der 85. Minute ist ein Handicap von -0,5 auf eine führende Mannschaft mit der Siegquote einer fertigen Partie praktisch identisch. Die Marge bleibt trotzdem dieselbe, denn sie sitzt im Markt und nicht in der Uhrzeit.

Und noch etwas: die Live-Wette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wer annimmt, nur bei gestreamten Partien mitspielen zu können, irrt. Der korrekte Umgang mit einem Tor während der Abgabe ist dagegen eine echte Falle. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Der Einsatz kommt zurück, der vermeintliche Gewinn nicht. Wer live auf ein Handicap setzt, akzeptiert dieses Risiko mit jedem Klick.

Der Mechanismus lässt sich an einem Bild festmachen, und das Bild ist der leere Kasten.

Was ein Handicap-Markt kostet: die Rechnung hinter der Quote

Quoten werden als Preise verkauft, sind aber Wahrscheinlichkeiten. Der Schlüssel liegt in der Umrechnung: 1 geteilt durch die Quote ergibt die implizite Wahrscheinlichkeit, die der Veranstalter dem Ausgang zumisst. Bei 1.90 sind das 52,63 %. Zwei Ausgänge mit je 52,63 % ergeben zusammen 105,26 %. Die fünf Prozentpunkte, die es nicht gibt, sind der Verdienst des Veranstalters.

Nehmen wir einen illustrativen Zwei-Weg-Markt mit Quoten von 1.90 und 1.90 — ein Beispiel, keine zitierte Quote eines bestimmten Anbieters. Die Auszahlungsquote dieses Marktes liegt bei 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90), das ergibt eine Auszahlungsquote von rund 95 %. Die Marge ist der Rest, also rund 5 %. Bei einer besseren Bepreisung des Beispiels, mit Quoten von je 1.95, wären es eine Auszahlungsquote von rund 97,4 % und eine Marge von rund 2,6 %.

Die Zahl ist der eigentliche Inhalt der Seite, denn sie gilt für jeden einzelnen Wettschein. 5 % klingt nach Kleingeld, ist es aber nicht. Wer 20 Wetten mit je CHF 50 auf einen Markt mit 5 % Marge setzt, hat CHF 1’000 umgesetzt und im statistischen Mittel rund CHF 50 an den Veranstalter abgegeben — unabhängig davon, wie viele dieser Wetten gewonnen wurden. Das ist keine Prognose über den einzelnen Wettschein, sondern der Durchschnitt über viele. Der Handicap-Markt hat diesen Vorteil nicht abgeschafft, er hat ihn nur auf zwei Ausgänge verteilt.

Ein «Quotenschlüssel» ist nichts anderes als derselbe Wert von der anderen Seite: die Auszahlungsquote eines Marktes, also der Anteil aller Einsätze, die ein Markt zurückzahlt. Die Marge ist 100 % minus diese Auszahlungsquote. Ein Auszahlungsanteil von 95 % und eine Marge von 5 % sind derselbe Markt, von zwei Seiten betrachtet.

Warum das für Handicap-Wetten besonders wichtig ist: der Reiz dieses Marktes liegt im besseren Preis. Wer regelmässig auf Handicaps statt auf Dreiweg-Märkte setzt, verhandelt bei jeder Wette über dieselben zwei Prozentpunkte, die zwischen «gut» und «teuer» liegen. Bei Swisslos und der Loterie Romande gibt es keine Alternative in der Bepreisung, weil die Bewilligung nur diese zwei Organisatoren zulässt. Bei einem ausländischen Anbieter gibt es die Alternative — nur nicht den Schweizer Rechtsschutz, der an ihr hängt.

Mindesteinsatz und Höchsteinsatz: die Grenzen, die eine Strategie zerschneiden

Limiten sind selten das Thema, über das man spricht, und trotzdem ist es das Thema, das die meisten Handicap-Pläne kaputt macht. Wer ein Viertel-Handicap in zwei Buchungen aufteilt, arbeitet mit Halbierungen; wer progressiv nachsetzt, arbeitet mit Vervielfachungen. Beides trifft irgendwann auf eine Zahl.

Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Bemerkenswert an diesen Zahlen ist weniger die Höhe als die Verhältnismässigkeit: CHF 1 Mindesteinsatz lässt jede halbierte Buchung lebensfähig, und CHF 1’000 Obergrenze ist hoch genug, dass normaler Einsatz davon nichts merkt.

Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3 und für Multiples CHF 2, der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Die Westschweiz rechnet also mit einer strengeren Einzelkappe. Wer dort ein Handicap mit einem Einsatz von über CHF 500 spielen will, kommt schlicht nicht durch — und wer eine Viertel-Handicap-Wette in zwei Buchungen zerlegt, startet bei CHF 2 Mindesteinsatz pro Buchung.

Auf die Marge haben diese Limiten keinen Einfluss. Auf das Verhalten sehr wohl. Eine Obergrenze von CHF 500 an einem Ort und CHF 1’000 am anderen ist kein Qualitätsmerkmal der Bepreisung, sondern eine Geschäftsentscheidung — und sie trifft unterschiedliche Spielertypen. Der kleine Einsatz merkt nichts, der grosse merkt alles.

Maximale Gewinne und Boosts: der zweite Deckel auf dem Wettschein

Neben dem Einsatz gibt es einen zweiten Deckel, diesmal auf der Auszahlungsseite. Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000; eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Diese 1.10 sind interessant: sie sind eine Untergrenze an den Wettschein, nicht an die Marge. Ein Handicap mit einer Quote knapp über 1.10 ist in einer Kombi nicht zugelassen, obwohl es regelmässig gerade die Ausgänge sind, die den Preis einer Kombi ausmachen.

Bei Swisslos gelten eigene Mechaniken. Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind. Die 1.50-Untergrenze ist der Punkt, an dem ein Handicap-Markt in die Boost-Zone hinein- oder aus ihr herausfällt. Ein Handicap mit Quote 1.45 zählt nicht mit, eines mit 1.55 schon — gleicher Markt, zwei verschiedene Zettel.

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Und der Satz, den man kennen muss: bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer zu früh aussteigt, verliert die Erhöhung, die er sich mit dem Zettel verdient hat.

Das ist die «Quotenverbesserung», die im Marketing gross aussieht. Sie gilt einmal, sie gilt limitiert, und eine Handlung danach nimmt sie wieder weg.

Die Rechtslage: zwei Veranstalter, ein geschlossener Katalog, kein Rechtsweg nach aussen

Die Schweiz hat die Sportwetten nicht dem Markt überlassen. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e) und werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern; Geldspielkonkordat in Kraft seit 1.1.2021) beaufsichtigt — nicht von der ESBK, die nur die Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS) und «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS).

Eine Holzbank steht vor einem Verwaltungsgebäude aus Stein mit hohen Fenstern, Herbstlaub liegt auf dem Boden.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020).

Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Das ist keine Marktlücke, aus der irgendwann ein dritter Anbieter auftaucht; es ist die Regel selbst. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus (Art. 47 Abs. 3 VGS) und faktisch im jeweiligen Vertragsgebiet der Gesellschaft. Wer in Zürich wohnt, kommt nicht an Jouez Sport; wer in Genf wohnt, nicht an Sporttip. Die Einteilung stammt aus dem Jahr 1923, als «Welschschweiz» und «Deutschschweiz» eine andere Geografie hatten als heute. Ein Deutscher oder ein Italiener ohne Schweizer Wohnsitz hat bei beiden kein Konto. Der Nettogewinn geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen (Art. 125 BGS) — das ist der Grund für die Konstruktion, und es ist der menschenfreundlichste Satz im ganzen Gesetz.

Der Katalog: was überhaupt auf dem Wettschein landen darf

Erlaubt sind nur Sportwetten. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen gibt es im bewilligten Angebot nicht. Das zulässige Angebot ist eine geschlossene Liste: die Liste der Gespa der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS).

Die Liste hat Ecken und Kanten, die einem Handicap-Spieler wichtig sein sollten. Qualifikationsrunden sind nur erlaubt, wenn sie gelistet sind. Frauenwettkämpfe nur, wenn sie gelistet sind. Ranglistenswetten nur, wenn die Rangliste den Eintritt in einen internationalen Wettkampf oder das Podest entscheidet, niemals Wetten auf Trainingsläufe. Wer wissen will, ob ein bestimmtes Handicap auf ein bestimmtes Spiel überhaupt anboten werden darf, schaut in diese Liste — nicht in die Werbung des Anbieters.

Was nicht vorkommt, ist ebenso aussagekräftig. Die Liste zeigt keine Corner- und Kartenmärkte und keinen Esports-Abschnitt. Bei Esports lässt sich sagen: Esports erscheint nicht in der Gespa-Liste. Wer auf Handicaps eines E-Sport-Turniers setzen will, wird in der Schweiz nicht fündig.

Wenn ein Ausgang nachträglich verschwindet: erklärt und nicht bewiesen

Zwei Regeln bestimmen, was nachträglich passiert, und beide werden von den meisten Spielern erst gelernt, wenn es zu spät ist.

Bei Swisslos umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer — im Fussball etwa 90 Minuten — plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Für ein Handicap auf die reguläre Spielzeit heisst das: ein Tor in der 94. Minute zählt, ein Tor in der Verlängerung nicht. Wer das nicht weiss, hat auf ein anderes Spiel gesetzt, als er glaubte.

Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Die Quote 1.00 in einer Kombi ist die stille Version der Rückerstattung: die Kombi lebt weiter, aber ohne diesen Bestandteil. Aus einer Viererkombi wird faktisch eine Dreierkombi zu einem Preis, den niemand verhandelt hat. Bei Jouez Sport steht für eine Multiples-Anforderung dieselbe Idee im Reglement.

Und dann ist da noch das Grundsätzliche, das für wenn ein Spiel stattfindet und für jede Ergebnisberechnung gilt: eine Wette ist keine Prognose, sondern ein Vertrag zu bekannten Bedingungen. Bei Swisslos gilt: Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Beide Regeln klingen selbstverständlich, und beide sind die häufigsten Gründe, aus denen Gewinne im Streitfall nicht ausgezahlt werden.

Spielerschutz bei Handicap-Wetten: das Werkzeug schützt, das Spiel bleibt offen

Ein ausgeglichenes Handicap verhindert keine Verluste. Es verschiebt sie nur. Das Handicap kann vermeiden, dass ein Spieler an einem 0:0 zerbricht — es kann nicht verhindern, dass eine Serie aus fünf Handicap-Wetten zusammen ein Minus ergibt. Der Mindesteinsatz von CHF 1 bei Sporttip ist dabei ausdrücklich kein Schutz. Er ist nur die untere Grenze der Buchung.

Die Schweiz reguliert den Schutz nicht über ein staatliches Einzahlungslimit, sondern über Limiten, die der Spielende selbst setzt. Die Organisatoren müssen einen oder mehrere Höchstwerte für Tages-, Wochen- oder Monatseinsätze oder -verluste verlangen (Art. 87 VGS). Senken wirkt sofort, Erhöhen gesetzlich erst nach 24 Stunden — Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an.

Bei Swisslos ist die Umsetzung konkret fassbar. Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen (Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000); eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Die CHF 1’000 für unter 21-Jährige sind der eigentliche Eingriff an dieser Stelle: die Altersgruppe, bei der der Ehrgeiz am grössten und die Erfahrung am kleinsten ist, bekommt die niedrigere Decke. Die 72 Stunden sind der andere Teil. Wer nach einem verlorenen Abend die Limite hochsetzen will, schaut entweder drei Tage später noch einmal vorbei oder — was der Regelfall sein dürfte — lässt es.

Und diese Limiten sind pro Veranstalter zu setzen, nicht pro Land. Wer in beiden Vertragsgebieten ein Konto hätte, hätte auch zwei getrennte Sicherheitsnetze — eine Konstruktion, die in der Praxis gar nicht vorkommt, weil die Vertragsgebiete sich ausschliessen.

Spielsperre und Register: was eine Selbstsperre wirklich bewirkt

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer sich also bei Swisslos dauerhaft sperren lässt, schliesst sich damit auch für die Casinos aus.

Das ist die seltene Stelle, an der ein Regulierungsdetail einem Spieler direkt hilft. In vielen Ländern ist die Selbstsperre bei einem Anbieter eine separate Angelegenheit, die man nach einem Abend bei drei anderen Anbietern wieder umgeht. Das Schweizer Register sperrt die ganze Landschaft. Der Preis dieser Wirksamkeit ist die Hürde: Die Sperre wird protokolliert, sie ist nicht spontan aufhebbar, und eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder aufheben (Art. 84 VGS), unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS).

Es gibt auch eine harte Kante. Ausgeschlossene oder minderjährige Spieler haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Wer im Sperrregister steht und trotzdem gewinnt, hat nichts gewonnen. Und die Schutzversprechen an den Verkaufsschaltern sollten nicht mit der Aufsicht verwechselt werden: Gespa-Testkäufe 2025 ergaben, dass an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an einen Minderjährigen verkauft wurde. Wer die Alterskontrolle als verlässlich beschreibt, hat die Zahl nicht gelesen. Online hilft die Pflicht zur Identitätsprüfung — Minderjährige sind online nicht zugelassen (Art. 72 BGS), und ein Konto pro Spieler mit verifizierter Identität (Art. 47–52 VGS) ist nicht umgehbar — aber am Schalter ist die Kontrolle keine Selbstverständlichkeit.

Eine Zahl, zwei Lesarten, und die Steuer als Fussangel

Zwei weitere Punkte gehören zum Spielerschutz im weiteren Sinn, weil sie den Geldbeutel treffen.

Auszahlungen gehen ausschliesslich auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht; eine Kreditierung an Spielende ist verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS). Und es gibt in der Schweiz kein Zahlungssperrwerkzeug gegen unerlaubte Wettseiten. Wer Karten und Banken für eine Barriere hält, irrt.

Dann die Steuer, und hier wird es unübersichtlich. Gewinne aus bewilligten schweizerischen Grossspielen — die ESTV nennt die Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerbar; der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, also gilt «je nach Kanton», nicht eine Zahl. Über dem Freibetrag behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Für den typischen Wettenden ist das keine praktische Frage: Gewinne liegen weit unter der Schwelle, es fällt keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer an.

Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht. Wer eine erwartet, hat sie mit ausländischen Modellen verwechselt. Für die Beurteilung persönlicher Fälle hilft nur der eigene Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung; die Seite kann das nicht und versucht es nicht.

Und die Kehrseite: Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer — aber die kantonale Praxis etwa von Thurgau erfasst Gewinne aus ausländischen Grossspielen als volles Einkommen, unabhängig von der Höhe. Dieser Satz allein ist ein Argument für den heimischen Anbieter, das kein Marketing platzieren musste.

Wie Asian Handicap Wetten Schritt für Schritt funktionieren

Die Rechnung passt in vier Bewegungen, und wer sie einmal mit einem echten Spielstand durchgeht, braucht danach keine Anleitung mehr.

Die erste Bewegung ist das Addieren. Man nimmt das Handicap der gewählten Mannschaft und addiert es zum tatsächlichen Resultat. Bei einem Handicap von -1 und einem 2:1 für die gewählte Mannschaft ergibt das 1:1. Bei +0,5 und einem 1:1 ergibt das 1,5:1. Bei +1 und einem 1:1 ergibt das 2:1.

Die zweite Bewegung ist die Prüfung des Ergebnisses nach der Addition. Es gibt drei Möglichkeiten: die gewählte Mannschaft führt, die gewählte Mannschaft liegt zurück, oder es steht unentschieden. Führen heisst gewonnen, zurückliegen heisst verloren. Unentschieden heisst: Push, wenn das Handicap ganz war; unmöglich, wenn es halb war.

Die dritte Bewegung ist die Aufteilung. Bei einem Viertel-Handicap wird nicht gerechnet, sondern geteilt. Ein Handicap von +0,25 besteht aus einer Wette mit Handicap 0 und einer mit Handicap +0,5, bei 100 Einheiten Einsatz also je 50 Einheiten. Jede Hälfte läuft danach ihre eigene Bewegung durch.

Die vierte Bewegung ist die Auszahlung. Die schauen wir uns an einem Sporttip-Beispiel an, weil dort die Rundungsregel festgeschrieben ist: der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten — und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Wer CHF 50 auf ein Handicap zu Quote 1.85 setzt, hat bei einem Gewinn einen Rückzahlungsbetrag von CHF 92.50 vor der Rappenrundung; der Nettoprofit beläuft sich auf CHF 42.50. Die 5-Rappen-Rundung nach unten ist buchhalterisch ehrlich und für einen einzelnen Wettschein ohne Bedeutung. Bei einer Serie von mehreren Hundert Wetten summiert sie sich — in kleinen, unauffälligen Beträgen, aber immer in dieselbe Richtung.

Diese Schrittfolge klingt trivial, und sie wird erst dann nützlich, wenn man sie auf den schwierigen Fall anwendet: den Push, der aus einem fast gewonnenen Wettschein einen Nullsummen-Zettel macht. Wer das Handicap falsch wählt, verliert die Wette nicht — er gewinnt sie nur nicht. Wettseiten verkaufen das gern als «Sicherheit». Der Preis für diese Sicherheit ist eine niedrigere Quote, und die zahlt man immer, auch wenn der Push nie eintritt.

Kombination, System und Cash-Out: was mit dem Handicap passiert, wenn es eingebaut wird

Ein Handicap auf einem einzelnen Wettschein ist einfach. Dieselbe Wette in einer Kombination ist es nicht mehr, weil jede Besonderheit des Marktes auf die gesamte Kombi durchschlägt. Bei Swisslos gilt: voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Zwei Handicaps desselben Spiels gehören in aller Regel zu diesen abhängigen Ereignissen. Wer ein Handicap und eine Tormarke desselben Spiels in einer Kombi verbindet, verlässt sich auf eine Funktion, die nicht nachträglich greift.

Bei Jouez Sport liegt die Grenze der Kombi bei 2 bis 10 Voraussagen, und die Gesamtquote der Kombi darf 100’000 nicht übersteigen. Ein Handicap als zweiter Baustein einer kleinen Kombi ist also bequem zugelassen — was nicht zugelassen ist, ist eine Ansammlung von Zehn-Weg-Preisen aus Handicaps.

Bleibt der Cash-Out. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Dazu kommt: der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Und wer boostet, verliert bei einem Cash-Out die Erhöhung.

In der Praxis heisst das: Cash-Out ist bei einem Live-Handicap ein Werkzeug, das man nimmt, wenn das Handicap gerade gut liegt und man die Marge ein zweites Mal zahlen will. Das erste Mal hat man sie beim Abschluss der Wette bezahlt. Das zweite Mal bezahlt man sie beim Ausstieg, in Form des Abschlags zwischen Cash-Out-Betrag und möglichem Gewinn. Zwei Margen auf einer Wette sind kein Ausstieg, sondern eine zweite Gebühr.

Asian-Handicap-Anbieter im Vergleich: zwei bewilligte Organisatoren und acht ausländische Namen

Der Vergleich, der hier zählt, ist nicht «welcher Anbieter hat die schönste Seite». Er ist die Frage, wer eine Schweizer Bewilligung hat und wer nicht. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten. Die übrigen acht Namen sind zur Orientierung aufgeführt, weil Schweizer Spielende ihnen begegnen; sie sind nach denselben Kriterien bewertet, und jeder trägt den Vermerk «ohne Schweizer Bewilligung».

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalterin bzw. angegebene Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa Société de la Loterie de la Suisse Romande
BetOnRed keine Bewilligung keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS); kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister
BassBet keine Bewilligung keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS); kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister
Jackbit keine Bewilligung keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS); kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister
Betclic keine Bewilligung keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS); kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister
myBet keine Bewilligung keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS); kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister
BDMBet keine Bewilligung keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS); kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister
Coolzino keine Bewilligung keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS); kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister
BetFury keine Bewilligung keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS); kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister

Zwei Spalten dieser Tabelle sagen dasselbe, und das ist die ehrlichste Aussage, die sie machen kann. Bei acht der zehn Zeilen gibt es nichts, was zwischen «Bewilligung» und «Veranstalterin» unterschieden werden könnte, weil beides fehlt. Wer eine vollständige Liste der Schweizer Bewilligungen sucht, findet keine: es gibt sie nicht, weil es nicht mehr als zwei Veranstalter gibt. Die Gespa veröffentlicht lediglich die Sperrliste der gesperrten ausländischen Domains.

Swisslos Sporttip: der Preis für das vollständige Netz

Sporttip ist das Produkt der Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, die Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) veranstaltet. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer dort wohnt, kommt an das Produkt; wer nicht dort wohnt, nicht.

Der Einsatz reicht von CHF 1 bis CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 pro Systemwette. Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage sind vor der ersten Teilnahme Pflicht, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 unter 21 Jahren; eine Erhöhung greift erst nach 72 Stunden, eine freiwillige Einzahlungslimite über jeweils 30 Tage ist möglich. Der Zugang lässt sich für 1 bis 180 Tage produktbezogen selbst sperren, und eine unbefristete Sperre landet im schweizweiten Register, das auch die Casinos erfasst.

Das entscheidende Merkmal ist weniger ein Produkt als ein Katalog: was gespielt werden darf, steht in der Liste der Gespa, nicht im Ermessen des Anbieters. Das begrenzt die Auswahl — Corner- und Kartenmärkte, Esports, exotische Kombinationen fehlen — und es garantiert gleichzeitig, dass Auszahlung, Aufsicht und Beschwerdeweg existieren. Die ehrliche Bewertung: Sporttip ist die erste Adresse für alle, die in der Deutschschweiz wohnen, den geschlossenen Katalog akzeptieren und im Gegenzug Rechtssicherheit wollen. Wer die grösste Marktvielfalt sucht, wird die Grenzen spüren — die Vielfalt, die fehlt, ist aber genau der Teil, für den es in der Schweiz keinen Rechtsweg gibt.

Loterie Romande Jouez Sport: die Westschweiz mit der strengeren Kappe

Jouez Sport wird von der Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande) für die sechs Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura veranstaltet. Die Kontaktadresse lautet Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; die Gesellschaft zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Die Verkaufsstellen sind kein Nebendetail: sie sind der Kanal, über den in der Westschweiz ein erheblicher Teil der Wetten läuft, und der Kanal, an dem der Mindesteinsatz CHF 3 statt CHF 2 beträgt.

Online liegt der Mindesteinsatz bei CHF 2, für Multiples ebenfalls CHF 2, und der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen; der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000.

Der Vergleich mit dem Nachbarprodukt fällt nüchtern aus: kleinere Einzelkappe, höherer Mindesteinsatz am Schalter, dieselbe Bewilligungsgrundlage, dasselbe Aufsichtsregime. Für den Handicap-Spieler mit moderatem Einsatz ist der Unterschied irrelevant. Für den, der CHF 800 auf ein Handicap setzen will, entscheidet er alles — dort ist die Wette nicht möglich, und keine Quote der Welt hilft darüber hinweg.

Die ausländischen Anbieter: gleiche Kriterien, andere Rechtsfolgen

Die acht weiteren Namen — BetOnRed, BassBet, Jackbit, Betclic, myBet, BDMBet, Coolzino und BetFury — gehören in dieselbe Bewertung, und sie bekommen sie. Was sie eint, ist der Status: keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung — Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land — hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Die Veranstaltung von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar: bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS). Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt weder Schutz noch Fairplay-Kontrolle. Diese Anbieter sind nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und ihre Domains können auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden — die Schweizer Telecom-Anbieter sperren sie per DNS (Art. 86–93 BGS; erste Liste vom 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025).

Die Sperrliste ist ein lebendiges Dokument mit einer unangenehmen Eigenschaft: gesperrte Domains werden innert Stunden ersetzt (Domain-Hopping). Die Gespa nennt in diesem Zusammenhang Interwetten und Bet-at-Home und führt bet365 auf der Liste. Wer geglaubt hat, eine DNS-Sperre mache ein Angebot unerreichbar, hat die Mechanik nicht verstanden — sie verlangsamt, sie schliesst nicht aus.

Für Handicap-Märkte heisst das: Ein ausländischer Anbieter kann mehr Handicap-Varianten, tiefere Margen und bequemere Einsätze bieten. Er wird dafür in einer Umgebung bewertet, in der keine dieser Eigenschaften einklagbar ist. Die Bewertung lautet für alle acht gleich, und sie ist keine Empfehlung, sondern eine Beschreibung der Rechtslage: ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Sperrregister, ohne Schweizer Rechtsweg, ausländische Gewinne nach kantonaler Praxis steuerbar. Bewerben darf man sie nicht — Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Beschreiben und bewerten ist erlaubt, anpreisen nicht.

Gratisspielguthaben, Boni und Quotenboosts: die Genehmigungspflicht im Hintergrund

Ein Punkt wird beim Vergleich der Anbieter fast immer übersehen. Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS; 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos). Bonusbeträge und Bedingungen stammen ausschliesslich aus den eigenen Bedingungen des jeweiligen Veranstalters.

Eine Substanz hat das nicht deshalb nicht, weil es nur wenige gibt — sondern weil die Zahl die Konstruktion verrät. Acht Zustimmungen für einen Veranstalter in einem Jahr sind keine Marketingmaschine; es ist die Erlaubnis für eine Handvoll Aktionen. Wer aus einem ausländischen Markt kommt, in dem jede Woche ein neuer Bonus beworben wird, merkt den Unterschied sofort. In der Schweiz ist das Werbegeld der Teil, der am strengsten kontrolliert wird, und Konsumentenwerbung ist der Ort, an dem die aggressive Bepreisung normalerweise zuerst auftaucht.

Das Fazit: wann sich ein Handicap lohnt und wann es nur die Marge umverteilt

Asian Handicap ist ein gutes Werkzeug für ein sehr spezifisches Problem: eine Partie mit klarem Favoriten und uninteressanter Dreiweg-Quote. Für dieses Problem gibt es keine bessere Lösung, und der Markt ist deshalb zu Recht populär. Er ist kein Werkzeug für das andere Problem, nämlich aus einer Wette mehr Sicherheit zu machen. Ein Push kostet Quote. Ein Viertel-Handicap kostet Quote. Ein Cash-Out kostet Quote ein zweites Mal. Die Sicherheit ist nicht gratis, sie ist nur unsichtbar eingepreist.

Was der Handicap-Spieler in der Schweiz an Wahlmöglichkeiten hat, ist begrenzt. Zwei Veranstalter, ein geschlossener Katalog, je nach Kanton einer oder keiner von beiden. Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt, ist bei Sporttip; wer in Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt oder Wallis wohnt, bei Jouez Sport. Wer in keinem dieser Gebiete wohnt, hat in der Schweiz kein bewilligtes Angebot, und das ist der Moment, in dem die Verlockung der ausländischen Seiten gross wird. Die Bewertung dieser acht Namen steht oben, und sie ist nicht ambivalent: kein Schweizer Rechtsweg, kein Schutz im Register, ausländische Gewinne nach kantonaler Praxis steuerbar.

Wer das weiss und trotzdem dort spielt, spielt bewusst ohne Netz. Wer das nicht weiss, spielt in einem Netz, das er nicht sieht — und das ist der einzige Punkt, an dem eine Seite wie diese noch etwas bewirken kann.

Häufige Fragen zu Asian Handicap Wetten

Was sind Asian-Handicap-Wetten?

Beim Asiatischen Handicap (AHC) startet eine Partei mit einer niedrigeren Wertung, die zum tatsächlichen Endergebnis addiert wird. Danach zählt nur, welche Seite nach dieser Addition führt. Der Markt gilt als hauptsächlich bei Fussballwetten verbreitet und wurde in Asien entwickelt. Aus drei Ausgängen werden so zwei.

Worin liegt der Unterschied zur klassischen 1×2-Wette?

Die Dreiweg-Wette bepreist Sieg, Remis und Niederlage getrennt, das Remis ist dabei regelmässig der teuerste Ausgang. Das Handicap nimmt das Remis aus dem Markt — entweder ganz, weil immer eine Seite gewinnt, oder es führt zu einer Rückerstattung. Der Preis für einen Favoriten wird dadurch besser, die Wette aber enger.

Was bedeutet ein Viertel-Handicap wie +0,25 für meinen Einsatz?

Bei einem Viertel-Handicap wird der Einsatz auf zwei Wetten aufgeteilt: Ein Handicap von +0,25 besteht aus einer Wette mit Handicap 0 und einer mit Handicap +0,5, bei 100 Einheiten Einsatz also je 50 Einheiten. Die eine Hälfte kann per Push zurückkommen, die andere nicht. Zwei Buchungen zu halben Einsätzen sind die Folge.

Was passiert bei einem ganzen Handicap, wenn rechnerisch ein Unentschieden entsteht?

Beim ganzen Handicap wird der Einsatz zurückerstattet, wenn sich nach Addition des Handicaps ein Unentschieden ergibt. Gewinnt Team A mit Handicap -1 etwa 2:1, ergibt sich rechnerisch 1:1 und der Einsatz geht zurück. Man nennt das Push. Der Veranstalter hat dann weder verdient noch verloren.

Wer entscheidet, ob ein Handicap-Markt in der Schweiz angeboten werden darf?

Eine Bewilligung der beiden Organisatoren ist nötig, und welche Handicap-Märkte zulässig sind, entscheidet die Liste der Gespa der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Nur Swisslos (Sporttip) und die Loterie Romande (Jouez Sport) dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten; die Gespa beaufsichtigt sie.

Wie wirkt sich die Marge in den Quoten auf Handicap-Wetten aus?

Zwei Quoten von je 1.90 ergeben implizite Wahrscheinlichkeiten von je 52,63 %, zusammen 105,26 %. Die Auszahlungsquote dieses illustrativen Marktes liegt bei rund 95 %, die Marge bei rund 5 %. Der Betrag sitzt in jedem Wettschein, auch in einem gewonnenen, und ist kein Qualitätsurteil über den Markt.

Inhalt erstellt vom Team «wettenlegalch»