Afrika-Cup wetten in der Schweiz: Zwei Veranstalter, eine kurze Liste erlaubter Märkte
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Stand: Oktober 29, 2026. Geprüft gegen die Bewilligungs- und Aufsichtsangaben der Gespa, die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip in Version 4.2 sowie die Veröffentlichungen der Loterie Romande.
Der Afrika-Cup ist ein Turnier, das die meisten Schweizer Wettenden erst in der Endrunde überhaupt bemerken. 24 Nationen, sechs Vierergruppen, ein K.-o.-Baum mit Verlängerung und Elfmeterschiessen, alles in einem Fenster von knapp vier Wochen — und in der Schweiz ein Wettangebot, das nicht von zehn Buchmachern kommt, sondern von zwei Veranstaltern, deren Spielplan von einer behördlichen Liste abhängt. Wer hier eine Wette platzieren will, handelt nicht in einem offenen Markt. Er handelt in einem geschlossenen.
Was auf der Seite landet, ist deshalb kein Angebotsvergleich im üblichen Sinn. Es ist eine Rechnung. Jede Quote trägt eine Marge, jeder Booster eine Bedingung, jede Limite eine Zahl, die man vorher lesen sollte, und der Steuerfreibetrag eine Grösse, die kaum ein Leser je erreicht. Der Afrika-Cup 2025 lief vom 21. Dezember 2025 bis 18. Januar 2026 in Marokko, die nächste Ausgabe soll vom 19. Juni bis 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda stattfinden. Dazwischen liegt genug Zeit, um zu verstehen, was ein Wettschein auf dieses Turnier tatsächlich kostet.
Afrika-Cup-Grundlagen: Wer das Turnier ausrichtet und wie der Modus läuft
Der Afrika-Cup ist ein Wettbewerb der CAF und wird seit 1957 ausgetragen. Ägypten führt die Titelbilanz mit sieben Siegen an, Samuel Eto’o hält mit 18 Treffern den Torrekord, und seit 2019 treten 24 Mannschaften an. Nach der Ausgabe 2027 soll das Turnier ab 2028 nur noch alle vier Jahre stattfinden — ein Detail, das für die Planung von Langzeitwetten relevanter ist, als es auf den ersten Blick wirkt, weil es den Rhythmus ändert, in dem solche Wetten überhaupt wieder fällig werden.

Die Ausgabe 2025 wurde vom Sommer auf den Jahreswechsel verschoben, weil sie sich mit der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2025 überschnitten hätte. Gespielt wurde vom 21. Dezember 2025 bis 18. Januar 2026 in Marokko, mit sechs Vierergruppen. Weiter kamen die Gruppenersten und -zweiten sowie die vier besten Gruppendritten, danach folgte das K.-o.-System mit Verlängerung und Elfmeterschiessen bei Gleichstand. Für Wettende ist dieser Aufbau die eigentliche Gebrauchsanweisung: Ab dem Viertelfinal verschwinden die Mannschaften, die eine Gruppe nur mit einem Unentschieden überstanden haben, und mit ihnen die günstigen Quoten auf Aussenseiter.
Das Finale am 18. Januar 2026 gewann Senegal gegen Gastgeber Marokko 1:0 nach Verlängerung. Zwei Monate später wertete die CAF das Spiel mit 3:0 für Marokko, weil Senegals Spieler nach einem umstrittenen Elfmeterpfiff in der Nachspielzeit vorübergehend den Platz verlassen hatten; der senegalesische Verband kündigte Berufung beim CAS an. Torschützenkönig wurde Brahim Díaz aus Marokko mit fünf Toren, im Spiel um Platz 3 besiegte Nigeria Ägypten im Elfmeterschiessen 4:2.
Diese nachträgliche Wertung ist keine Fussnote, sondern der teuerste Einzelfall, den ein Wetter auf dieses Turnier erwischen kann. Wer auf den Spielausgang gesetzt hatte, sah sich plötzlich mit einer Partie konfrontiert, deren Ergebnis zwei Monate nach dem Abpfiff am grünen Tisch geändert wurde. Genau deshalb steht in Sporttips Regeln, dass zur regulären Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit zählt und Verlängerung und Penaltyschiessen nur dann, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie selbst Gegenstand der Wette sind. Der Endstand bringt den Wetter also nur bedingt weiter — es kommt darauf an, ob er sich auf die reguläre Spielzeit bezog.
Terminlich geht es weiter mit der Qualifikation: Zur Ausgabe 2027 haben sich 54 Mannschaften angemeldet. Die Endrunde ist für den Sommer angesetzt, vom 19. Juni bis 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda. Weil der Schweizer Veranstalter nur anbieten darf, was auf der behördlichen Liste steht, und diese Liste Qualifikationsrunden nur aufführt, wenn sie ausdrücklich erfasst sind, verlohnt sich der Blick ins Wettprogramm vor jedem Spieltag mehr als jede Erinnerung an den letzten Turnierverlauf.
Gruppenphase wetten: der breite Markt und seine günstigen Quoten
In der Gruppenphase stehen sechs Spiele pro Vierergruppe an, und die Quoten auf den Aussenseiter sind hier am höchsten, weil die Qualitätsunterschiede zwischen den Teilnehmern gross sind. Das klingt nach Gelegenheit und ist in Wirklichkeit eine Preisfrage. Ein hoher Kurs auf den Underdog ist die Entschädigung für eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit, nicht ein Fehler des Buchmachers. Wer in der Gruppenphase auf einen klaren Favoriten setzt, zahlt für die Sicherheit einen Kurs, der nach Abzug der Marge kaum noch etwas übrig lässt.
Auf die Zusammensetzung der Gruppen reagiert der Markt schnell. Verletzungen, Reisestrapazen und die Tatsache, dass die Endrunde 2025 mitten in die europäische Saison fiel, werden in die Quoten eingepreist, noch bevor der Anpfiff naht. Für den Wetter heisst das: Die Gruppenphase ist die Phase, in der die Auswahl am grössten und die Information am dünnsten ist. Wer dort setzt, bezahlt den Preis für seine eigene Unsicherheit mit.
Viertelfinal und Halbfinal: wenn die Kurse enger werden
Mit jedem K.-o.-Spiel schrumpft das Feld und mit ihm der Spielraum des Buchmachers. Wenn zwei Teams auf ähnlichem Niveau stehen, geht der Kurs Richtung Ausgleich, und die Marge bleibt — sie verschwindet nicht, weil das Spiel knapper wird. Sie sitzt dann in einem Verhältnis, das auf den ersten Blick fair aussieht. Genau dort verliert der Wetter am wenigsten, aber er gewinnt auch am wenigsten.
Im Halbfinal kommen Verlängerung und Elfmeterschiessen als zusätzliche Unsicherheit hinzu, die der Markt auf den Spielausgang nicht abbildet: Ein Unentschieden nach 90 Minuten ist im K.-o.-Spiel ein reguläres Ergebnis, und wer auf «X» gesetzt hat, hat in der regulären Spielzeit gewonnen, auch wenn sein Team danach ausscheidet. Diese Trennung zwischen Spielausgang und Weiterkommen ist der Punkt, an dem die meisten Anfänger den Wettschein falsch lesen.
Finale wetten: der kleinste Markt mit der grössten Auflage
Das Finale zieht das meiste Geld an und bietet gleichzeitig die engsten Kurse. Dazu kommt ein Risiko, das kein anderes Spiel des Turniers in dieser Form trägt: die nachträgliche Wertung am grünen Tisch. Wer im Finale 2025 auf Senegal gesetzt hatte, hielt das Ergebnis bis zur CAF-Entscheidung und danach eine Korrektur in der Hand, deren wetttechnische Folgen sich nicht aus der Tabelle ablesen lassen.
Für den Wetter heisst das nicht, Finalspiele zu meiden. Es heisst, den Markt zu wählen, der möglichst eng an der Sportart bleibt und möglichst wenig Raum für nachträgliche Auslegung lässt. Ein Torwetter auf ein konkretes Ereignis im Spiel ist weniger anfällig für eine Ergebnisänderung als ein reiner Ausgangstipp. Wer ohnehin nur einmal im Turnier setzt, sollte sich überlegen, ob dieser eine Schein ausgerechnet auf dem Spiel liegen muss, auf dem die grösste Aufmerksamkeit, das grösste Geld und damit auch das grösste Regelrisiko sitzen.
Rechtslage in der Schweiz: Warum nur zwei Veranstalter Afrika-Cup-Wetten anbieten dürfen
Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, SR 935.51, das seit dem 1. Januar 2019 in Kraft ist. Beaufsichtigt wird das Ganze von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, die auf dem Geldspielkonkordat mit Inkrafttreten am 1. Januar 2021 arbeitet. Nicht die ESBK, die ausschliesslich für Casinos zuständig ist. Wer in Wettkontexten von «Lizenz» spricht, hat den juristischen Sprachgebrauch schon verlassen; die Veranstalterin braucht eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung für jedes einzelne Spiel, und diese Bewilligung gilt nur in der Schweiz.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es sind Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Eine Liste weiterer bewilligter Buchmacher gibt es nicht, weil es keine weiteren gibt; die Gespa veröffentlicht daneben lediglich die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus und faktisch einen Wohnsitz im Gebiet der jeweiligen Veranstalterin.
Die Bewilligungsgebiete von Swisslos und Loterie Romande
Swisslos ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Sporttip wird in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt — dem Swisslos-Vertragsgebiet.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie ist in Lausanne ansässig, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschutz und 221 Mitarbeitende. Zwei Veranstalter, zwei geografisch getrennte Gebiete, kein Überschneidungsbereich. Wer in Zürich wohnt, kann bei Jouez Sport kein Konto eröffnen, und wer in Genf wohnt, keines bei Sporttip.
Für den Wetter bedeutet diese Aufteilung etwas Unangenehmes: Der Vergleich, den man von anderen Märkten kennt — zwei Anbieter, zwei Preise, nimm den besseren — findet in der Schweiz praktisch nicht statt. Wo es nur einen Veranstalter im eigenen Wohnkanton gibt, gibt es keinen Wettbewerb um die eigene Wette. Die Auswahl beschränkt sich auf das, was das Wettprogramm hergibt.
| Marke | Bewilligungsstatus in der Schweiz | Veranstalterin bzw. gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel (BGS, SR 935.51) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel (BGS, SR 935.51) | Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne |
| Bruce Bet | ohne Schweizer Bewilligung | keine anerkannte Bewilligung mit Geltung in der Schweiz |
| 1xBet | ohne Schweizer Bewilligung | keine anerkannte Bewilligung mit Geltung in der Schweiz |
| Funbet | ohne Schweizer Bewilligung | keine anerkannte Bewilligung mit Geltung in der Schweiz |
| Boomerang Bet | ohne Schweizer Bewilligung | keine anerkannte Bewilligung mit Geltung in der Schweiz |
| BetLabel | ohne Schweizer Bewilligung | keine anerkannte Bewilligung mit Geltung in der Schweiz |
| Gamdom | ohne Schweizer Bewilligung | keine anerkannte Bewilligung mit Geltung in der Schweiz |
| Pribet | ohne Schweizer Bewilligung | keine anerkannte Bewilligung mit Geltung in der Schweiz |
| WirWetten | ohne Schweizer Bewilligung | keine anerkannte Bewilligung mit Geltung in der Schweiz |
Der Unterschied zwischen den beiden Gruppen ist kein gradueller. Bei einem Schweizer Veranstalter steht die Aufsicht im Hintergrund, greift die Spielsperre, greift der Schutz des Gesetzes. Bei einem ausländischen Anbieter ohne Bewilligung steht nichts davon im Hintergrund. Eine ausländische Bewilligung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder irgendeinem anderen Land entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. wer dort spielt, hat keinen Schweizer Rechtsschutz, ist nicht an das Sperrregister angeschlossen und trägt das Risiko einer Konfiskation von Einsatz und Gewinn in einem Verfahren gegen den Anbieter. Eine Geldspielabgabe auf Einsätze gibt es in der Schweiz nicht, wer also mit einer «Sportwettensteuer» auf den Einsatz argumentiert, argumentiert mit etwas, das es nicht gibt.
Was die Bewilligungsliste erlaubt — und was nicht
Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste: die Liste der von der Gespa bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten in der Version vom 10.09.2026. Qualifikationsrunden stehen darauf nur, wenn sie ausdrücklich erfasst sind, Frauenwettbewerbe ebenfalls nur, wenn erfasst, Ranglistenwetten nur dann, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet, und Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Corner- und Kartenmärkte sucht man auf der Liste vergebens, eine Esport-Sektion ebenfalls. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern die Veranstalterin die entsprechende Entscheidung in der Hand hat. Eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das Geldspielgesetz nicht. Cash-Out dagegen ist nicht reguliert: Es ist eine Funktion der Veranstalterin, über die deren eigene Bedingungen entscheiden.
Für Afrika-Cup-Wetten heisst das konkret, dass nicht selbstverständlich ist, was angeboten wird. Wer auf eine bestimmte Wettart gehofft hat, findet sie vielleicht nicht, und zwar nicht, weil die Plattform sie nicht mag, sondern weil sie nicht freigegeben ist. Der Blick ins Wettprogramm vor dem Spieltag ist damit keine Vorsichtsmassnahme, sondern die einzige verlässliche Auskunft.
Verlustlimiten und Spielsperre: Was ein eigenes Budget wirklich begrenzt
Die Limiten in der Schweiz kommen vom Spielenden selbst, nicht vom Staat. Die Veranstalterin muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach Gesetz erst nach 24 Stunden — Swisslos und Loterie Romande setzen in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Einen gesetzlich festgelegten Einzahlungsdeckel gibt es in der Schweiz nicht.
Bei Sporttip müssen Spielende vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999, unter 21 Jahren von CHF 1’000. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Die 72-Stunden-Regel für Erhöhungen ist keine Formalie. Sie ist die einzige Bremse im System, die den Moment der guten Laune übersteht. Wer sich in der 88. Minute eines Halbfinals zu einer höheren Limite entschliesst, wird sie nicht in derselben Nacht nutzen können.
Die Spielsperre ist das schärfere Instrument. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder aufheben, und zwar unter Beteiligung einer Fachstelle. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Ausgeschlossene und minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Dass diese Regeln greifen, ist keine Selbstverständlichkeit. Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der Schutz am Schalter ist also nicht streng, und wer glaubt, die Alterskontrolle erledige den Rest, täuscht sich. Online sind Minderjährige nach dem Geldspielgesetz nicht zugelassen, und die Identität wird bei der Registrierung anhand eines hochgeladenen Ausweises geprüft und gegen Adressdatenbanken abgeglichen. Jede Person darf sich nur einmal registrieren.
Für Afrika-Cup-Wetten ist entscheidend, dass diese Grenzen turnierunabhängig gelten. Ein Turnier ohne Schweizer Beteiligung verändert keine Limite und keine Sperrfrist. Wer während des Turniers mehr setzt als sonst, tut das innerhalb desselben Rahmens — oder er hat ihn vorher verschoben, mit 72 Stunden Wartezeit. Gewinne und Guthaben werden ausserdem nur auf ein Zahlungskonto lauten auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt; anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht. Ein Kredit an Spielende ist ausgeschlossen.
Registrierung und Identitätsprüfung: die Hürde vor der ersten Wette
Wer bei Swisslos online teilnehmen will, braucht mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.
Diese Prüfung ist der Preis für den Schweizer Rahmen, und sie ist hoch genug, dass sie manchen Interessenten zur Konkurrenz ohne Bewilligung treibt. Das ist eine Entscheidung mit Konsequenzen, die weiter reichen als der Aufwand bei der Anmeldung. Auf der anderen Seite steht, dass es zu Afrika-Cup-Spielen keine Alternative innerhalb des bewilligten Angebots gibt: Wer im Vertragsgebiet von Swisslos wohnt, kann nur dort eine Wette auf das Turnier platzieren und dabei auf Aufsicht, Sperrregister und Rechtsweg zählen. Wer das umgeht, tauscht den Anmeldeaufwand gegen das Fehlen jeder Schweizer Schutzmechanik ein.
Wettquoten, Wettarten und die Marge: Was der Veranstalter von jedem Franken behält
Eine Quote ist eine Einschätzung mit einem Preisaufschlag. Über alle Ausgänge eines Marktes hinweg summieren sich die Quoten nicht auf das, was ausgezahlt wird, sondern auf etwas weniger. Der Faktor, der diese Lücke beschreibt, heisst Quotenschlüssel oder Auszahlungsquote: 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes. Die Marge ist 100 % minus diesem Wert. Sie ist die Rechnung des Veranstalters, und sie ist der Grund, warum ein Buchmacher auf Dauer nicht verliert, egal wie das Turnier ausgeht.
Nehmen wir einen illustrativen 1X2-Markt mit Quoten von 2.10, 3.40 und 3.60 — ein Beispiel, kein quotierter Preis. Die Summe der Kehrwerte beträgt 0,4762 + 0,2941 + 0,2778, also rund 1,0481. Der Quotenschlüssel liegt damit bei etwa 95,4 %, die Marge bei etwa 4,6 %. Das ist eine Bandbreite und keine feste Grösse: Ob eine einzelne Afrika-Cup-Partie tatsächlich in dieser Grössenordnung bepreist wird, hängt von der Veranstalterin, vom konkreten Spiel und vom Zeitpunkt ab, zu dem die Wette platziert wird. Bei einem Vorrundenspiel zwischen einer klaren Nummer eins und einem Aussenseiter kann die Marge anders aussehen als in einem Halbfinal zwischen zwei gleich starken Teams.
Was heisst das für einen einzelnen Schein? Bei einem Einsatz von CHF 100 auf einen dieser Ausgänge und einem Treffer erhält der Wetter den Einsatz multipliziert mit der Quote zurück, also CHF 210 bei der 2.10. Davon ist der Einsatz bereits enthalten; der Nettogewinn beträgt CHF 110. Ein zweiter Schein auf denselben Markt zu einem anderen Ausgang hätte einen anderen Rückzahlungsbetrag, aber dieselbe Marge im Hintergrund — sie wird nicht verteilt, sondern bleibt auf jeder Seite des Buches.
Diesen strukturellen Vorsprung des Veranstalters bekommt man nicht wegdiskutiert, und das ist auch nicht nötig. Er ist der Preis dafür, dass überhaupt jemand Quoten stellt. Was man daraus mitnehmen kann, ist eine Reihenfolge: Wer viele Wetten mit kleiner Marge und hoher Trefferwahrscheinlichkeit kombiniert, verliert über die Zeit weniger an die Marge als jemand, der auf Aussenseiter mit hohen Kursen setzt — bei dem sitzt die Marge im Verhältnis gesehen am dicksten, weil der Kurs die Unsicherheit mit einem Aufschlag vergütet, den der Veranstalter mit einpreist.
Einzelwette, Kombiwette, Systemwette: wo die Marge mehrfach greift
Eine Einzelwette ist ein Ausgang, ein Kurs, eine Auszahlung. Eine Kombiwette verbindet mehrere Voraussagen zu einem Kurs, in den alle Einzelkurse multiplikatorisch eingehen. Eine Systemwette schliesslich deckt mehrere Kombinationen aus einer Auswahl ab — und genau dort wird die Sache teuer. Die Marge wirkt bei jeder Kombination erneut, und Sporttip setzt für Systemwetten einen Höchsteinsatz von CHF 10’000 an, gegenüber CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette. Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1.
Wer rechnen will, wie sich eine Kombination verhält, multipliziert die Kurse der einzelnen Voraussagen. Bei zwei Kursen von je 2.10 ergibt das 4.41, bei drei von je 2.10 bereits 9.26. Der Nettogewinn für einen Einsatz von CHF 10 läge bei der Dreierkombination also bei CHF 82.60 bei einem Treffer. Der Haken: Alle drei Voraussagen müssen zutreffen. Der Kurs wächst multiplikativ, die Trefferwahrscheinlichkeit fällt multiplikativ — und die Marge des Veranstalters, einmal pro Teilstück addiert, ebenfalls.
Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung dürfen bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert werden. Nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Das ist keine Ausrede für den Veranstalter, sondern eine Regel, die ihn im Fehlerfall von jeder Zahlungspflicht befreit.
Was Verlängerung und Elfmeterschiessen mit dem Spielausgang machen
Diese Frage entscheidet mehr Wettscheine als jede andere beim Afrika-Cup. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer — im Fussball 90 Minuten — plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie selbst Gegenstand der Wette sind.
Ein Halbfinal, der nach 90 Minuten 1:1 steht und in der Verlängerung entschieden wird, ist für eine Wette auf den Spielausgang also ein Unentschieden. Wer auf Sieg Team A gesetzt hat, hat verloren, obwohl Team A weiterkommt. Der Kurs auf das Unentschieden war der längste im Markt und wird regelmässig als «sicherer» Ausgang missverstanden, weil das Weiterkommen ja nicht am Unentschieden hängt. Es hängt nur nicht am Markt, auf den man gesetzt hat.
Livewetten bei Sporttip gelten unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Entscheid des Videoschiedsrichters — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Man erhält den Einsatz zurück, nicht mehr. Genau in diesen Sekunden setzen aber die meisten Live-Wetter, weil dort die Quote am attraktivsten aussieht.
Wie ein Afrika-Cup-Markt entsteht: Ereignisse, Bewilligungen und Turnierplan
Hinter jeder Quote steht ein administrativer Vorgang, den der Wetter nicht sieht. Der Veranstalter darf ein Ereignis nur anbieten, wenn es auf der Liste der von der Gespa bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten steht. Für ein Turnier wie den Afrika-Cup heisst das: Endrundenspiele sind Sportwetten im engeren Sinn, Qualifikationsrunden nur, wenn sie erfasst sind, einzelne Wettarten möglicherweise gar nicht. Was nicht auf der Liste steht, kommt auch nicht ins Programm — unabhängig davon, wie gross das Publikumsinteresse ist.
Der Turnierplan strukturiert das Angebot zusätzlich. Die Gruppenphase produziert eine Fülle ähnlicher Märkte über mehrere Tage, die Viertelfinals verengen das Feld, Halbfinals und Final konzentrieren das Interesse auf wenige Partien. Aus Sicht des Veranstalters ist das eine Frage der Buchsteuerung: Je weniger Spiele an einem Tag stattfinden, desto grösser das einzelne Risiko pro Partie und desto vorsichtiger die Preisgestaltung. Aus Sicht des Wetters heisst es, dass die Kurse umso näher beieinander liegen, je weiter das Turnier fortschreitet.
Der Veranstalter selbst ist kein anonymer Buchmacher. Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel, die 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio. verteilte: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, die damit Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe unterstützt. Aus den Sportwetten stammten davon CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024. Diese Zahlen sind der Grund, warum Schweizer Sportwetten überhaupt veranstaltet werden: Der Ertrag geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen, nicht an einen privaten Eigentümer. Für den Wetter ändert das nichts an der Marge. Aber es erklärt, warum die Zahl der Veranstalter politisch gedeckelt ist.
Ob ein bestimmter Markt auf dieser Seite des Zauns verfügbar ist, lässt sich nur am Wettprogramm ablesen. Wer vorhat, auf die Gruppenphase zu setzen, sollte das tun, wenn der Spielplan steht und die Bewilligung erteilt ist — nicht in der Annahme, es werde schon gehen.
Die zehn Anbieter für Afrika-Cup-Wetten im Vergleich
Zwei bewilligte Veranstalter teilen sich die Schweiz, daneben stehen acht ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung. Die Reihenfolge unten ist eine Bewertungsreihenfolge, keine Empfehlung, und die beiden Gruppen sind nicht austauschbar: Die erste Gruppe arbeitet unter Schweizer Aufsicht, die zweite nicht. Wer eine der ausländischen Marken ausprobiert, sollte wissen, auf welcher Seite der Trennlinie er sich befindet.
Verglichen werden die Anbieter nach Wettangebot in der Schweiz, Limiten und Schutzmechanismen — soweit die Bewilligungs- und Regeldokumente dazu etwas hergeben. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist nach Art. 74 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 131 des Geldspielgesetzes strafbar und kann mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet werden. Beschrieben und bewertet wird hier trotzdem jeder Anbieter, weil ein Schweizer Wetter genau diesen Marken begegnet und wissen soll, was auf der anderen Seite steht.
Swisslos Sporttip: bewilligt, mit dem vollständigen Instrumentenkasten
Sporttip ist das Produkt der SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 und mit Sportwetten Teil eines Grossspiels nach dem Geldspielgesetz. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Ein Online-Konto steht nur Personen offen, die dort Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben, mindestens 18 Jahre alt sind, keiner Spielsperre unterliegen und sich nur einmal registrieren; die Ausweisdaten werden gegen Adressdatenbanken geprüft.
Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und bei CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Vor der ersten Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren; zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.
An Funktionen bietet Sporttip Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live — aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out, ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, eine Garantie für jeden Markt besteht nicht, und der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Kombiboost gilt nur online für Prematch-, Live- und Systemwetten und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind.
Der Kombiboost ist die interessanteste und die am leichtesten missverstandene Zeile in diesen Bedingungen. «100 % auf den Nettogewinn» klingt nach einem verdoppelten Gewinn. Es sind tatsächlich 15 Voraussagen mit je mindestens 1.50, die alle zutreffen müssen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist so klein, dass die Verdoppelung des Nettogewinns im Erwartungswert fast nichts mehr bewegt — und wer bei 14 von 15 Voraussagen scheitert, bekommt gar nichts, nicht 40 %. Der Boost belohnt nicht das Können, sondern die Risikobereitschaft, und das Verhältnis zwischen beidem ist der Kern der Sache.
Ein Abreisszettel an einer Verkaufsstelle bleibt die Alternative zum Konto: 2’350 Verkaufsstellen zählt die Loterie Romande in der Westschweiz, an denen Wetten bar abgegeben werden können. Wer kein Online-Konto will oder dessen Registrierungshürde scheut, kann Schweizer Sportwetten dort platzieren, ohne Ausweisprüfung gegen Adressdatenbanken und ohne selbst gesetzte Verlustlimite im Online-Konto.
Wer in der Schweiz auf den Afrika-Cup setzen will und den vollen Schutz des Gesetzes sucht, kommt an diesem Angebot nicht vorbei. Die Einschränkung, die man dafür in Kauf nimmt, ist der Umfang des Programms: Nur bewilligte Ereignisse und Wettarten stehen zur Verfügung, und was fehlt, fehlt endgültig.
Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Recht, ein anderes Gebiet
Jouez Sport ist das Sportwettenprodukt der Loterie Romande, die für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura veranstaltet. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Wie Swisslos hält sie eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz und arbeitet unter der Aufsicht der Gespa.
Wer in Genf oder Lausanne wohnt, kann sein Online-Konto ausschliesslich hier führen — die Registrierung bei Sporttip bleibt ihm verschlossen. Umgekehrt gilt dasselbe. Die beiden Veranstalter konkurrieren nicht um dieselben Kunden, weil sie es rechtlich gar nicht können. Aus einem Vergleich, der zwei Bewilligungsgebiete nebeneinanderstellt, folgt deshalb kein Preiskampf, sondern eine schlichte Tatsache: In jedem Kanton gibt es genau eine bewilligte Online-Adresse für Sportwetten.
Für Afrika-Cup-Wetten heisst das, dass die Westschweiz und die Deutschschweiz zwei getrennte Wettenmärkte mit je einem Anbieter sind. Wer umzieht, wechselt nicht den Anbieter aus Überzeugung, sondern weil er muss. Was die Verfügbarkeit bestimmter Turniermärkte angeht, entscheidet in beiden Fällen dieselbe behördliche Liste — die Einschränkung des Programms ist also nicht Folge der Unternehmensgrösse, sondern des Rahmens, in dem beide arbeiten.
Zwei Anbieter, eine Aufsicht, gleiche Grenzen: Der Unterschied liegt im Vertragsgebiet und in der Sprache, sonst nirgends. Wer in der Westschweiz wohnt und trotzdem bei einem Schweizer Veranstalter spielen will, hat hier seine einzige Option — und das ist für die meisten Westschweizer Leser die ganze Auskunft, die sie brauchen.
Bruce Bet: eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung
Bruce Bet gehört zu den acht Marken in dieser Übersicht, die keine Schweizer Bewilligung besitzen. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten, eine ausländische Bewilligung entfaltet hier keine Wirkung. Ein Konto bei Bruce Bet ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, es besteht kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und damit über DNS blockiert werden.
Was das praktisch bedeutet, lässt sich am Beispiel des Afrika-Cup-Finales 2025 ablesen. Hätte eine nachträgliche Wertung am grünen Tisch einen Wettschein betroffen, gäbe es gegen einen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung keinen Weg, auf dem ein hiesiger Wetter sein Recht durchsetzen könnte. Bei einer Schweizer Veranstalterin wäre die Regelfrage nach deren Bedingungen zu klären.
Eine Marke ohne Bewilligung ist damit nicht dasselbe wie eine Marke mit schlechten Bedingungen. Sie ist eine Marke ausserhalb des Rahmens, und der Unterschied liegt nicht im Preis, sondern darin, wer bei einem Streit zuständig ist.
1xBet: breites Programm, kein Schweizer Status
1xBet trägt ebenfalls keine Schweizer Bewilligung. Es gilt hier dasselbe wie für jede ausländische Marke: keine Schweizer Aufsicht, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Möglichkeit einer DNS-Blockade über die Sperrliste. Viele ausländische Domains reagieren darauf innerhalb von Stunden mit einer neuen Adresse — die Gespa nennt dieses Vorgehen Domain-Hopping und hat dafür bereits Anbieter namentlich benannt, unter anderem Interwetten und Bet-at-Home; bet365 steht auf der Liste.
Für den Wetter ist Domain-Hopping eine unangenehme Information. Es bedeutet nicht, dass ein Anbieter verschwindet, sondern dass die Domain, unter der er auftritt, sich ändern kann — und mit ihr die Frage, wo im Streitfall überhaupt ein Ansprechpartner sitzt. Wer eine Wette auf den Afrika-Cup bei einer Marke platziert, die in der Schweiz keine Bewilligung hat und deren Adresse sich ändern kann, trägt ein Risiko, das nicht im Kurs steht.
Ob 1xBet einen Afrika-Cup-Markt führt und zu welchen Bedingungen, lässt sich nur im eigenen Wettprogramm prüfen. Ein Schweizer Veranstalter muss dagegen seine Regeln und die Liste der angebotenen Wettarten offenlegen.
Funbet: Konditionen ohne Schweizer Schutzmechanik
Funbet steht ohne Schweizer Bewilligung in dieser Liste. Damit gilt die volle Reihe der bekannten Folgen: keine Schweizer Aufsicht, keine Beteiligung am schweizweiten Sperrregister, keine Schweizer Rechtsschutzmöglichkeit, und die Domain kann über die Sperrliste blockiert werden. Einen Spielerschutz mit Verlustlimiten nach Schweizer Muster gibt es dort nur, soweit der Anbieter eigene Regeln aufstellt.
Für das Afrika-Cup-Turnier ist der praktische Nachteil nicht der Preis, sondern der Weg bei einem Problem. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung und ohne Schweizer Gerichtsstand spielt und mit einer Bewertung eines Marktes oder einer Auszahlung nicht einverstanden ist, hat keinen Adressaten in der Schweiz. Die Wette bleibt bestehen — die Durchsetzung fällt weg. Ob Funbet selbst Limiten anbietet, steht in seinen eigenen Bedingungen, nicht in einem Schweizer Dokument.
Boomerang Bet: registriert, aber ohne Schweizer Anerkennung
Auch Boomerang Bet fällt in die Gruppe ohne Schweizer Bewilligung. Die Prüfung, ob eine Marke in der Schweiz tätig sein darf, ist nicht schwierig: Es gibt genau zwei Veranstalter, beide sind benannt, und beide sind an ein klar umrissenes Vertragsgebiet gebunden. Alles andere — ob eine ausländische Marke eine eigene Bewilligung in Curaçao, Malta oder anderswo hält — hat für die Schweiz keine Bedeutung.
Das ist die schlichte Antwort auf eine Frage, die im Wettmarkt oft umgangen wird. Für Afrika-Cup-Partien, für die Livewetten und für Rückzahlungen gilt in der Schweiz nicht, was auf der Startseite eines ausländischen Anbieters steht, sondern was die Gespa zulässt. Ob Boomerang Bet zu einem bestimmten Spiel überhaupt einen Markt stellt, sagt keine Schweizer Quelle — das Wettprogramm des Anbieters ist die einzige Auskunft.
BetLabel: Marke mit eigenem Regelwerk, ohne Bewilligung hierzulande
BetLabel gehört zu den Marken, die in der Schweiz keine Bewilligung haben und deren Regelwerk ausschliesslich in eigener Zuständigkeit liegt. Nicht angeschlossen an das schweizweite Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und eine Domain, die auf die Sperrliste kommen kann. Bei allen Anbietern dieser Gruppe gelten identische Rahmenbedingungen, weil es derselbe Rahmen ist, der ihnen fehlt.
Auf der Habenseite solcher Seiten stehen regelmässig Werbeversprechen mit Zahlen, die im bewilligten Schweizer Markt verboten wären: hohe Willkommensbeträge, Gratisspielguthaben, Kurse über dem Marktniveau. Gratisspielguthaben brauchen in der Schweiz die vorherige Zustimmung der Gespa — 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Die Bewilligung ist kein Detail, das sich in den Bedingungen versteckt, sondern die Voraussetzung, unter der solche Angebote überhaupt zulässig sind. Ob BetLabel Gratisguthaben oder Verlustrückzahlungen anbietet, ist eine Frage an dessen eigene Werbung, nicht an den Schweizer Regulierungsrahmen.
Gamdom: ohne Schweizer Bewilligung und ohne Anbindung ans Sperrregister
Gamdom gehört zur Gruppe der acht Marken ohne Schweizer Bewilligung. Wer dort spielt, tut es ohne Aufsicht durch die Gespa, ohne Anschluss an das Sperrregister und ohne Schweizer Gerichtsstand. Für Afrika-Cup-Wetten bedeutet das konkret: Bei einer Streitigkeit über die Wertung eines Marktes — etwa darüber, ob sich ein Kurs auf die reguläre Spielzeit oder auf das Weiterkommen bezog — entscheidet der Anbieter nach seinen Regeln, und es gibt keine Schweizer Instanz, die das überprüft.
Wer sich dennoch für eine solche Marke interessiert, sollte mindestens prüfen, ob deren Regeln zur regulären Spielzeit so formuliert sind wie bei Sporttip, ob ein Cash-Out angeboten wird und was in einer spielentscheidenden Situation passiert. Bei einem Schweizer Veranstalter sind diese Punkte öffentlich geregelt. Bei einer Marke ohne Bewilligung sind sie Verhandlungsgegenstand des Anbieters mit sich selbst.
Pribet: eine Option ausserhalb des Bewilligungsrahmens
Pribet steht in derselben Gruppe: keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche Aufnahme in die Sperrliste mit DNS-Blockade. Seit der ersten Veröffentlichung der Sperrliste am 3. September 2019 hat die Gespa 671 Domains auf der Liste geführt, Stand Ende 2025. So viele sind es, und die Liste wächst weiter.
Die Zahl ist der beste Indikator dafür, dass die Wahl eines ausländischen Anbieters in der Schweiz keine Randerscheinung ist — aber auch dafür, dass sie nicht ohne Konsequenz bleibt. Für einen Wetter, der nur einmal im Turnier setzt, ist der Aufwand, sich mit einem Anbieter ohne jeden hiesigen Schutz zu befassen, in keinem vernünftigen Verhältnis zum möglichen Vorteil. Für jemanden, der ohnehin ein Konto dort führt, bleibt die Frage nach der Wertung eines Marktes der kritische Punkt.
WirWetten: deutschsprachige Oberfläche, Schweizer Bewilligung fehlt
WirWetten ist die letzte Marke in dieser Übersicht und trägt wie die übrigen sieben ausländischen Anbieter keine Schweizer Bewilligung. Eine deutschsprachige Oberfläche ändert daran nichts: Die Sprache einer Website ist kein Indiz für einen Bewilligungsstatus, und nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten. Ein Konto dort ist nicht ans Sperrregister angeschlossen, und die Domain kann blockiert werden.
Eine deutschsprachige Seite ist gerade für Schweizer Wetter die gefährlichste Form der Verwechslung, weil sie sich wie ein lokales Angebot liest. Der Unterschied zeigt sich in dem, was fehlt: keine von einer Schweizer Behörde bewilligten Wettarten, kein Schweizer Gerichtsstand, kein Anschluss an die Spielsperre. Wer Afrika-Cup-Wetten platzieren will und die deutsche Sprache als Vertrautheitssignal liest, sollte die Domain gegen die Liste der beiden bewilligten Veranstalter prüfen, bevor er Geld einzahlt.
Was Afrika-Cup-Wetten in der Schweiz steuerlich kosten
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der eidgenössische Freibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, nach CHF 1’070’400 im Jahr 2025. Oberhalb der Schwelle behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die zurückgeholt werden kann, wenn der Gewinn in der Steuererklärung deklariert wird. Der kantonale Freibetrag weicht ab — hier gilt «je nach Kanton». Wer eine genaue Zahl für seinen Wohnkanton braucht, fragt die kantonale Steuerverwaltung oder einen Steuerberater.
Für die überwiegende Mehrheit der Afrika-Cup-Wetter ist diese Schwelle ohne jede praktische Bedeutung. Ein typischer Gewinn liegt weit darunter, und damit fällt weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer an. Das ist die gute Nachricht, und sie ist die einzige auf dieser Seite, die ohne Bedingungen kommt.
Die schlechte Nachricht betrifft die andere Gruppe. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, weil kein Schweizer Veranstalter sie einbehält. Die kantonale Steuerpraxis im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen dagegen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Wer also bei einer Marke ohne Schweizer Bewilligung spielt, tauscht die Verrechnungssteuer gegen eine möglicherweise vollständige Steuerpflicht auf jeden Gewinn ein, auch auf einen kleinen. Eine Abgabe auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht, weder bei bewilligten noch bei ausländischen Anbietern.
Häufige Fragen zu Afrika-Cup-Wetten in der Schweiz
Wer organisiert den Afrika-Cup, und wann findet die nächste Ausgabe statt?
Ausgerichtet wird das Turnier von der CAF. Die letzte Ausgabe verlief wie erwähnt zum Jahreswechsel 2025/26 in Marokko, mit 24 Nationen. Die nächste Ausgabe soll vom 19. Juni bis 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda stattfinden; zur Qualifikation haben sich 54 Mannschaften angemeldet. Nach 2027 soll der Wettbewerb nur noch alle vier Jahre ausgetragen werden.
Darf in der Schweiz auf den Afrika-Cup gewettet werden, und bei welchem Veranstalter?
Ja, sofern die Gespa Ereignis und Wettart freigegeben hat. Bewilligt sind ausschliesslich Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport, jede in ihrem eigenen Vertragsgebiet. Swisslos deckt die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein ab, die Loterie Romande die sechs Westschweizer Kantone. Ausländische Anbieter haben keine Schweizer Bewilligung.
Zählen Verlängerung und Elfmeterschiessen beim Spielausgang zur regulären Spielzeit?
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie selbst Gegenstand der Wette sind. Ein K.-o.-Spiel, das nach 90 Minuten unentschieden steht und in der Verlängerung entschieden wird, ist für eine Ausgangswette demnach ein Unentschieden.
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote, und was ist die Marge?
Der Rückzahlungsbetrag ist der Einsatz multipliziert mit der Quote; darin ist der Einsatz enthalten. Beim illustrativen 1X2-Markt mit 2.10, 3.40 und 3.60 ergibt die Summe der Kehrwerte rund 1,0481, also einen Quotenschlüssel von etwa 95,4 % und eine Marge von etwa 4,6 %. Ob eine konkrete Partie so bepreist wird, hängt von Spiel und Zeitpunkt ab.
Wie funktionieren die Verlustlimiten, und wie wird eine Spielsperre eingetragen?
Bei Swisslos müssen Spielende vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999, unter 21 Jahren von CHF 1’000. Senkungen gelten sofort, Erhöhungen erst nach 72 Stunden. Eine Spielsperre lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst setzen; eine unbefristete Sperre wird im schweizweiten Register eingetragen.
Ab welchem Betrag fällt auf Wettgewinne Verrechnungssteuer an, und was bedeutet «je nach Kanton»?
Ab dem 1. Januar 2026 liegt der eidgenössische Steuerfreibetrag bei CHF 1’071’000 pro Einzelgewinn, 2025 waren es CHF 1’070’400. Darüber behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein. Der kantonale Freibetrag weicht vom eidgenössischen ab, deshalb gilt «je nach Kanton»; Gewinne unterhalb der Schwelle bleiben steuerfrei.
Was kostet eine Afrika-Cup-Wette bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung?
Rechnerisch nichts Zusätzliches — dieselbe Marge steckt in jedem Kurs. Der Preis liegt woanders: kein Schweizer Rechtsweg, keine Anbindung an das Sperrregister, eine mögliche Blockade der Domain über die Sperrliste und, nach der Steuerpraxis des Kantons Thurgau, eine volle Einkommenssteuerpflicht auf Gewinne aus ausländischen Grossspielen. Dazu kommt das Risiko einer Konfiskation in einem Verfahren gegen den Anbieter.
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Inhalt erstellt vom Team «wettenlegalch»
