Prognosen sind Wahrscheinlichkeiten – und jede Quote hat ihren Preis
Ladevorgang...
Stand: Oktober 29, 2026. Bewilligungen und Angaben der beiden zugelassenen Veranstalterinnen geprüft gegen die Interkantonale Geldspielaufsicht Gespa, gegen die Spielregeln der Veranstalterinnen und gegen das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51).
Der Satz, den jede Prognoseseite im Land irgendwo stehen hat, ist der ehrlichste Satz auf ihr: keine Vorhersage ist sicher. Er wird nur selten so gemeint. Was folgt, ist eine Einordnung der Prognose als Rechenweg – von der Formtabelle über den Quotenvergleich bis zur Value-Wette – und eine Rechnung, die zeigt, was von jedem Franken, den ein Wettender auf eine Quote setzt, überhaupt beim Wettenden ankommen kann. In der Schweiz führt an zwei Namen kaum ein Weg vorbei: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Wer bei einem anderen Anbieter eine Prognose kauft oder selbst rechnet, handelt in einem Raum ohne Schweizer Bewilligung, ohne Sperrregister und ohne Schweizer Rechtsschutz. Das ist keine Moralpredigt, sondern eine Standortbestimmung.
Prognosen im Sportwetten-Bereich: was eine Vorhersage überhaupt ist
Eine Prognose ist kein Wissen über die Zukunft, sondern eine Zahl zwischen 0 und 1, die aus Beobachtungen gebaut wird. Wer sich mit Prognosen im Sportwetten-Bereich beschäftigt, sollte zuerst verstehen, woraus diese Zahl entsteht – sonst kauft er am Ende eine Meinung und hält sie für eine Messung.
Wahrscheinlichkeit aus Form, Aufstellung und Spielverlauf
Der klassische Baukasten hat drei Ebenen. Die Form liefert die jüngsten Ergebnisse einer Mannschaft und sagt wenig über den Gegner, viel über die eigene Verfassung. Die Aufstellung entscheidet, wer überhaupt auf dem Platz steht: ein fehlender Innenverteidiger verschiebt mehr als drei Spiele ohne Sieg. Der Spielverlauf schliesslich ist der Teil, der sich erst während des Spiels zeigt – Ballbesitz, Chancenverwertung, Kartenlastigkeit – und genau deshalb nur bei Livewetten nachträglich in eine Quote einfliessen kann.
Aus diesen drei Ebenen destilliert ein statistisches Modell eine Einschätzung: Heimvorteil, Tordurchschnitt, erwartete Chancenqualität. Das Modell gibt dann eine Zahl aus, etwa 47 Prozent für den Heimsieg. Diese Zahl ist der Kern jeder Prognose und gleichzeitig ihre Grenze. Sie sagt, wie oft ein solches Spiel unter diesen Annahmen ausgeht wie erwartet – nicht, wie dieses eine Spiel ausgeht. Das ist der Unterschied zwischen der Häufigkeit in einer sehr grossen Zahl vergleichbarer Fälle und dem einmaligen Ereignis am Samstagabend. Die Sätze einer Prognoseseite verschwinden an dieser Stelle gern, weil die Unterscheidung unbequem ist: sie nimmt der Vorhersage die Verheissung, ohne ihr die Nützlichkeit zu nehmen.
Was ein Modell nicht sieht, sieht es dauerhaft nicht. Eine Mannschaft mit neuem Trainer, ein Spieler mit privatem Unglück, ein Platz, der nach zwei Tagen Regen zum Acker wird – all das ist entweder schon in den Daten enthalten und damit veraltet oder gar nicht. Eine Prognose ist deshalb immer ein Rückblick, der nach vorne zeigt.
Live wetten: Prognosen auf einer Quote, die sich noch bewegt
Livewetten verschieben die ganze Rechnung an einen anderen Ort. Beim Vorabwetten steht die Quote, wenn der Wettschein geschrieben wird; beim Livewetten steht sie, während das Ereignis läuft, und verändert sich mit jedem Ballkontakt. Eine Live-Prognose ist damit nicht die Fortsetzung einer Vorabprognose, sondern eine andere Aufgabe: sie muss binnen Sekunden neu bewertet werden, und der Wettende muss binnen Sekunden entscheiden.
Was sich bei einer Live-Prognose ändert
Vor dem Anpfiff hat ein Modell Wochen an Daten. In der 63. Minute hat es das Spiel selbst als neue Information – und dazu einen Markt, der diesen Informationen bereits gefolgt ist. Die zweite Ebene ist die unbequeme: eine Live-Quote von 1.85 ist keine bessere Chance als vor dem Spiel, sondern meist eine andere, weil der Anbieter dieselbe Information hat, nur schneller.
In der Schweiz läuft dieses Geschäft unter besonderen Regeln. Livewetten sind zugelassen, vorausgesetzt die Veranstalterin hält eine entsprechende Entscheidung. Das Geldspielgesetz kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Bei Sporttip gilt eine Wette unabhängig davon, ob das Ereignis überhaupt live übertragen wird – eine Livewette verlangt also keinen Stream neben dem Wettschein. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen darf Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten; das nennt sie ausdrücklich für Elfmeter, Rote Karte und Videoschiedsrichter-Entscheid. Wer live wettet, hat es also mit einem Markt zu tun, in dem der Anbieter sich in den Sekunden der grössten Aufregung eine Bewertung vorbehält.
Diese Klausel ist kein Trick und keine Unhöflichkeit, sondern eine Notwendigkeit: ein Tor fällt, während der Klick unterwegs ist. Aber sie verschiebt das Risiko auf den Wettenden. Das ist der Preis einer Live-Prognose, und er ist derselbe bei jedem Anbieter, der solche Sätze in seinen Bedingungen stehen hat.
Was eine Quote wirklich ausdrückt – und was sie kostet
Eine Quote ist kein Geschenk. Sie ist ein Preis mit einer Marge darin, und die Marge ist der Anteil aller Einsätze auf einen Markt, den der Anbieter für sich behält.
Quotenschlüssel und Marge: die Rechnung hinter zwei Zahlen
Nehmen wir einen illustrativen Zwei-Weg-Markt mit den Quoten 1.90 und 1.90 – ein Beispiel, kein quotierter Preis. Der Quotenschlüssel, auf Deutsch oft Auszahlungsquote genannt, ist der Anteil, den dieser Markt an alle Einsätze zurückzahlt, und er ergibt sich aus 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte der Quoten. Hier steht 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 1 ÷ (0.5263 + 0.5263) = 0.95. Der Quotenschlüssel dieses Marktes liegt also bei rund 95 Prozent, die Marge bei rund 5 Prozent. Bei gleichen Quoten für beide Ausgänge ist die Rechnung sauber aufgegangen; bei ungleichen Quoten, wie sie im Fussball die Regel sind, bleibt die Methode dieselbe, nur die Kehrwerte unterscheiden sich.
Wer auf beiden Seiten eines Marktes je 100 Franken setzt, hat 200 Franken im Spiel und bekommt in jedem Ausgang 190 Franken zurück – unabhängig davon, wie das Spiel ausgeht. Diese zehn Franken sind die Marge in Reinform, und sie sind kein Betrug, sondern die Einnahme, aus der der Anbieter Quoten stellt, Auszahlungen abwickelt und Steuern zahlt. Der Punkt für den Wettenden ist ein anderer: die Marge fällt bei jeder Wette an, auch bei der, die gewinnt, und sie ist unabhängig von der Prognose. Sie ist eine Gebühr auf jede Entscheidung.
Die Marge gehört immer einem konkreten Markt an. Sie ist bei einem Zwei-Weg-Markt nicht die eines Drei-Weg-Marktes, die Marge eines Totals nicht die eines Handicaps, und sie unterscheidet sich von Sportart zu Sportart. Deshalb sagt eine einzelne Zahl aus einem einzelnen Markt über die Preisgestaltung eines Anbieters insgesamt nichts aus. Wer vergleichen will, muss denselben Markt beim selben Ereignis bei zwei Anbietern nebeneinanderlegen.
Die unterstellte Höhe dieser Rechnung ist die Bedingung, unter der sie gilt: ausgeglichene Quoten von 1.90 auf beiden Seiten. In einem echten Fussballmarkt steht auf dem Favoriten 1.60 und auf dem Aussenseiter 6.00, und der Quotenschlüssel sinkt selten unter 90 Prozent, ohne dass er über 98 Prozent steigt. Der Wettende erfährt diese Zahl nirgends auf dem Wettschein. Er erfährt sie auch nicht aus der Anzeige der Quote, die nur den Auszahlungsbetrag je Einsatz zeigt. Ein kurzer Blick auf die Kehrwerte zweier Märkte – zwei Additionen, eine Division – ist die einzige Marge, die ein Wettender selbst sehen kann.
Grundlagen einer Prognose, die man selbst baut
Wer seine eigene Prognose baut, hat zwei Vorteile gegenüber jeder fertigen Vorhersage: er weiss, worauf sie beruht, und er kann sie im Nachhinein prüfen. Der Preis dafür ist Arbeit.

Statistik, Quotenvergleich und Value-Wetten
Eine selbstgebaute Prognose beginnt mit einer Frage, nicht mit einer Quote. Sie lautet: wie oft endet ein Spiel dieser Art so, wie ich es erwarte? Die Daten dafür kommen aus Tabellen, Tordurchschnitten, Heimbilanz und Verletztenlisten – alles öffentlich zugänglich. Erst danach schaut man auf den Markt.
Jetzt kommt der Schritt, an dem sich Prognose und Wette trennen. Ein Modell schätzt vielleicht 50 Prozent für einen Heimsieg. Steht dafür eine Quote von 2.10, so beträgt der Erwartungswert aus Sicht des Modells 2.10 × 0.50 = 1.05 je eingesetztem Franken – mehr als der Einsatz. Steht für dasselbe Ereignis nur 1.90, ergibt dieselbe Schätzung 1.90 × 0.50 = 0.95, also weniger als der Einsatz. Diese Differenz ist alles, was ein Value-Wettende wirklich hat: die eine Konstellation, in der die eigene Schätzung über der Schätzung liegt, die in der Quote steckt. Value ist also keine bessere Mannschaft und kein besserer Zeitpunkt, sondern eine Meinungsverschiedenheit mit einem Preismacher.
Ein Beispiel desselben Marktes macht das Nachdenken lohnend: bei Quoten von 1.95 und 1.95 liegt der Quotenschlüssel bei rund 97,4 Prozent, bei Quoten von 1.80 und 1.80 bei rund 90 Prozent. Die Marge der zweiten Variante ist doppelt so hoch wie die der ersten, obwohl beide Male «zwei Ausgänge» auf dem Bildschirm stehen.
Warum am Ende eine Wahrscheinlichkeit bleibt und keine Gewissheit
Hier liegt die eigentliche Grenze der ganzen Übung. Die eigene Schätzung kann falsch sein. Sie kann auf einer Stichprobe beruhen, die zu klein ist, auf einer Liga, die sich verändert hat, auf einem Trainerwechsel, den die Tabelle noch nicht kennt. Selbst eine gründlich gebaute Prognose liefert daher eine Wahrscheinlichkeit und keinen Befund. Der Erwartungswert aus dem vorigen Abschnitt gilt über viele Wetten, nicht über eine; eine einzelne Wette mit positivem Erwartungswert kann verloren gehen, und keine Serie von Ergebnissen beweist im Nachhinein, dass die Schätzung richtig war.
Für den Wettenden hat das eine konkrete Folge: das Budget muss so gewählt sein, dass der Verlauf eines Monats es nicht umbringt, und die Einsatzhöhe so, dass eine Pechsträhne keine Verdopplung erzwingt. Wer eine Verlustserie mit höheren Einsätzen jagt, hat aufgehört zu prognostizieren und angefangen, gegen die Marge zu kämpfen.
Die Rechtslage in der Schweiz: zwei Veranstalterinnen und eine geschlossene Liste
Die Schweiz hat sich beim Sportwetten für ein enges Modell entschieden, und das ist die wichtigste Tatsache auf dieser Seite. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019), beaufsichtigt von der Gespa in Bern. Nicht die ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel und gilt nur in der Schweiz.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt.
Swisslos, Loterie Romande und die Liste der zugelassenen Ereignisse
Die beiden sind Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Swisslos, vollständig SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Ihr Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie nennt Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne als Kontaktadresse, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Für ein Online-Konto braucht es Wohnsitz in der Schweiz und praktisch im Gebiet der jeweiligen Veranstalterin. Wer in Zürich wohnt, kann bei Swisslos ein Konto eröffnen und bei Jouez Sport nicht. Dieses Konto ist zugleich der einzige Ort, an dem die ganze Schweizer Schutzarchitektur greift – Verlustlimiten, Sperrregister, Auszahlung auf ein Konto auf den eigenen Namen. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Wettanbieter, weil es keine gibt; die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste blockierter ausländischer Domains. Der Reinertrag geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen.
Was überhaupt gewettet werden darf, ist ebenfalls eine geschlossene Liste. Die Gespa führt die zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Fassung 10.09.2026). Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie ausdrücklich gelistet sind; Frauenwettkämpfe ebenso; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder über das Podest entscheidet; auf Trainingsläufe darf nie gewettet werden. Die Liste enthält keine Ecken- und Kartenmärkte und keine Esport-Sektion. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt. Damit ist die Prognose in der Schweiz von vorneherein auf ein überschaubares Feld begrenzt: wer heute eine Prognose zu einem Markt sucht, der auf der Liste fehlt, sucht ihn in einem Bereich, für den es hier gar keine Wette gibt.
Tabelle einordnung — Bewilligungsstatus der vorgestellten Plattformen
| Plattform | Schweizer Bewilligung | Veranstalterin bzw. gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| BC.Game | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt, ohne Geltung in der Schweiz |
| Sportaza | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt, ohne Geltung in der Schweiz |
| PowBet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt, ohne Geltung in der Schweiz |
| HighFlyBet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt, ohne Geltung in der Schweiz |
| Coolzino | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt, ohne Geltung in der Schweiz |
| Duelbits | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt, ohne Geltung in der Schweiz |
| GG.BET | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt, ohne Geltung in der Schweiz |
| FortuneJack | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt, ohne Geltung in der Schweiz |
Die Spalte mit der Veranstalterin ist bei acht Zeilen identisch, und das ist keine Nachlässigkeit, sondern die Aussage: eine Bewilligung, die in Curaçao oder Malta erteilt wurde, hat in der Schweiz keine Geltung. Das BGS sagt das in einem Satz. Wer also in der Spalte «Schweizer Bewilligung» ein Nein liest, liest zugleich, dass für diese Plattform weder das Sperrregister noch eine Schweizer Aufsicht noch ein Schweizer Rechtsweg existiert.
Was ausländische Anbieter kosten – ohne dass es auf dem Wettschein steht
Ausländische Anbieter sind hier aufgeführt, weil Schweizer Spielende ihnen begegnen, nicht weil sie eine Option wären. Jeder trägt die Kennzeichnung ohne Schweizer Bewilligung. Die Werbung für ein in der Schweiz nicht zugelassenes Geldspiel ist strafbar (Art. 74 Abs. 3, Art. 131 BGS) – deshalb beschreibt diese Seite sie und empfiehlt sie nicht.
Was das praktisch heisst, ist kein abstrakter Hinweis. Ein ausländischer Anbieter ist nicht ans Sperrregister angeschlossen: ein Spieler, der sich in der Schweiz selbst gesperrt hat, wird dort nicht erkannt. Es gibt keinen Schweizer Rechtsschutz, wenn eine Auszahlung stockt. Werbemassnahmen für solche Angebote sind in der Schweiz mit einer Busse bis CHF 500’000 bedroht. Und die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden; Schweizer Telekommunikationsanbieter blockieren sie dann per DNS. Ende 2025 standen 671 Domains auf der Liste, die erste erschien am 3. September 2019. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt – Domain-Hopping nennt die Gespa Interwetten und Bet-at-Home, und sie nennt bet365 als auf der Liste stehend. Eine Plattform, deren Adresse in der Schweiz nach ein paar Stunden nicht mehr erreichbar ist, ist kein Ort für ein Konto, das man über Jahre führt.
Dazu kommen die Steuern. Gewinne von ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Bei Schweizer Grossspielen gilt das gerade nicht in dieser Schärfe. Wer bei einem ausländischen Anbieter gewinnt, kann also mit einer Steuerfolge rechnen, die auf dem Wettschein nirgends steht.
Ehrlich bleibt nur das Fazit: «ohne Schweizer Bewilligung» heisst nicht Schweizer Verbot, sondern Schweizer Schutzlosigkeit. Und «bewilligt» heisst nicht bequem, sondern zwei Anbieter, eine geschlossene Liste erlaubter Märkte und eine Wohnsitzprüfung.
Verlustlimiten und Budget: was die Freiheit des Wettenden kostet
Wenn Prognosen zu höheren Einsätzen verleiten, dann ist die Limite die Bremse, und sie ist die einzige, die ein Wettender wirklich selbst in der Hand hat. In der Schweiz setzt sie der Spielende, nicht der Staat.
Limiten setzen, Einzahlungen begrenzen, Sperre verstehen
Bei Sporttip müssen Spielende vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – eine Frist, die von der Frist des Gesetzes abweicht: die Vorschrift verlangt 24 Stunden, Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 an. Diese drei Tage sind keine Schikane, sondern die Wartezeit, in der ein Impuls verpufft. Genau darin liegt ihr Wert, und genau deshalb sollte man wissen, dass eine Erhöhung sie kostet. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Die Spielsperre ist das schärfere Werkzeug. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Die Spielsperre nach Gesetz ist die Sperre überschuldeter oder suchtgefährdeter Personen und die Selbstsperre; eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder aufheben, unter Beteiligung einer Fachstelle. Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Diese letzten beiden Sätze gehören zu den wenigen auf dieser Seite, die man nicht ironisch lesen kann.
Ein Konto, eine Identität. Für die Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.
Wie wirksam die Kontrolle an der Front ist, zeigt eine unangenehme Zahl: bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Die Limiten und die Registrierungsprüfung sind also stark, die Verkaufsstelle ist es nicht zwingend. Wer seinem Kind eine Wette in die Hand drückt, ist selbst die Kontrolle.
Ein Auszahlungssystem, das Geld in Raten zurückgibt
Das ist der Teil, den kaum eine Prognoseseite erwähnt und der jeden Wettenden betrifft.
Ausgezahlt wird nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers – anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwetten nicht, und Kredite an Spielende sind verboten. Bei Swisslos gibt es innerhalb von 365 Tagen zweimal eine Gratisauszahlung von Spielguthaben auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Konto überwiesen.
Wer sein Guthaben häufig abzieht, zahlt also ab dem dritten Mal, und wer viel über Promotionen spielt, merkt beim Auszahlen, dass Gratisspielguthaben kein Geld ist. Beides sind keine Fehler, aber beides sind Kosten, die in keiner Quote stehen.
Dazu die Steuer, nüchtern: Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400), der kantonale Freibetrag weicht davon ab – je nach Kanton. Oberhalb des Freibetrags behält die Veranstalterin 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die man über die Deklaration in der Steuererklärung zurückholt. Für einen typischen Wettenden heisst das: kein Einkommenssteuerabzug und keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht. Fragen dazu gehören zur Steuerberaterin oder an die kantonale Steuerverwaltung.
Prognosen vergleichen statt kaufen: die zehn Plattformen unter der Kostenlupe
Die Frage «welche Prognose ist die beste» lässt sich nicht mit einem Tipp beantworten, sondern nur mit einem Kriteriensatz: wie wird die Prognose hergeleitet, lassen sich die Ergebnisse nachprüfen, und wird ein Gewinn versprochen? Nach diesen drei Kriterien sind die zwei Schweizer Veranstalterinnen und die acht ausländischen Plattformen im Folgenden eingeordnet. Die Reihenfolge folgt dem Bewilligungsstatus, nicht einer Vorliebe.
Alle Limiten und Bedingungen der beiden Schweizer Angebote sind Veranstalterbedingungen, nicht Gesetzesrecht. Wer sie nachliest, findet sie in den Spielregeln und Teilnahmebedingungen; bei ausländischen Plattformen gibt es ein vergleichbares Nachschlagewerk in der Schweiz nicht, weil keine Schweizer Aufsicht darüber steht.
1. Swisslos Sporttip – die vollständige Schweizer Schutzarchitektur in einem Konto
Sporttip ist das Produkt, mit dem Swisslos im Vertragsgebiet Sportwetten veranstaltet: die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu Tessin und Liechtenstein. Ein Online-Konto gibt es für Personen ab 18 mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in diesem Gebiet; die Identität wird über den Ausweis geprüft.
Der Rahmen ist eng und transparent. Mindesteinsatz bei Einzel- und Kombiwetten CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer – im Fussball etwa 90 Minuten – plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombiwetten erhält die Voraussage Quote 1.00.
Beim Auszahlungsbetrag wird es konkret und ein wenig eigen: der Gewinn ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote als Produkt der Einzelquoten, wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Die zweite Rundung geht immer zu Lasten des Wettenden, und sie ist die kleinste Kostenposition dieser Seite. Ein Gewinn, der nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht wird, verfällt zugunsten des Zwecks der Swisslos; eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Zwei Fristen, die ein Konto stillschweigend leeren können.
Zum Wetten selbst: online über Swisslos oder die Sporttip App für iOS und Android. In der App zusammengestellte Wetten lassen sich per QR-Code auch an einer Sporttip Verkaufsstelle spielen – der Weg vom Bildschirm zum Papier ist offen, was für alle praktisch ist, die lieber am Schalter zahlen. Der Kombiboost gilt nur online für Prematch, Live und Systemwetten und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind. Quoten- und Profitboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Ereignisse ab und kann jederzeit geändert werden. Wer aussteigt, verkauft einen Teil seines Erwartungswerts an den Anbieter zurück; das ist der Preis der Sicherheit, und er wird nicht verhandelt.
Es gibt eine weitere Bedingung, die man kennen sollte, bevor man Wetten bastelt: voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.
Fazit: Die Marge, die Boosts, die Rundung auf 5 Rappen – nichts davon macht Sporttip zu einem billigen Anbieter, und nichts davon macht es zu einem teuren. Was Sporttip von allen anderen hier genannten Plattformen unterscheidet, ist die Tatsache, dass die Verlustlimiten, die Sperre und der Rechtsweg im selben Konto liegen wie die Wette. Wer Wert auf genau diese drei Dinge legt, findet sie nur hier. Wer sie für Bürokratie hält, wird sie trotzdem nicht loswerden, solange er in der Schweiz spielt.
2. Loterie Romande Jouez Sport – derselbe Schutz, ein anderes Vertragsgebiet
Jouez Sport ist das Sportwetten-Produkt der Loterie Romande für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Kontaktadresse: Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Die Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Ein Online-Konto gibt es nur für Personen mit Wohnsitz im Gebiet dieser sechs Kantone – wer in Bern wohnt, kommt bei Jouez Sport nicht zum Zug und bei Swisslos sehr wohl. Die Trennung ist keine Frage der Qualität, sondern eine des Wohnorts.
Die Betragsstruktur unterscheidet sich deutlich von Sporttip. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Die Quote von 1.10 ist eine Untergrenze, die man nicht unterschreiten darf, und sie ist kein akademischer Wert: Voraussagen mit sehr kleiner Quote lassen sich so nicht zu einer Kette mit grosser Quote zusammenbauen. Bei einer Kombination aus zehn Voraussagen liegt die Obergrenze der Gesamtquote bei 100’000, was praktisch nur theoretisch erreichbar ist.
Der Kombiboost und die Boosts von Sporttip sind Veranstalterbedingungen von Swisslos und gelten bei Jouez Sport nicht. Wer in der Westschweiz wohnt und dieselbe Auszahlungslogik sucht, findet bei Jouez Sport also ein anderes Bonusangebot, aber die gleiche Aufsicht, die gleiche Sperrregister-Anbindung und die gleiche Konto-auf-eigenen-Namen-Regel.
Fazit: Der einzige Grund, Jouez Sport statt Sporttip zu wählen, ist der Wohnsitz. Wer in Genf wohnt, kann nicht wählen; wer in Freiburg wohnt, kann es, und wird bei den Wetteinsätzen und Kombinationsgrenzen auf deutlich grosszügigere Gewinnobergrenzen stossen als ein Sporttip-Kunde mit CHF 1’000 pro Einzelwette. Das ist kein besseres Angebot, sondern ein anderes – und die Obergrenzen sind immer der Teil, an dem ein Anbieter sich die Marge zurückholt, die er vorne grosszügig verteilt hat.
3. BC.Game – ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Schutz
BC.Game gehört zur Gruppe der acht hier gelisteten Plattformen, die über keine Schweizer Bewilligung verfügen. Das BGS lässt nur Swisslos und Loterie Romande Sportwetten in der Schweiz veranstalten; eine Bewilligung, die in einem anderen Land gemeldet wird, hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS). Eine Verbindung zum Schweizer Sperrregister gibt es nicht, ebenso wenig einen Schweizer Rechtsweg; die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden.
Für die Prognose ist damit wesentlich: die Auszahlung lässt sich nicht auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer Konto begrenzen, und keine Schweizer Aufsicht prüft, ob Gewinne ausgezahlt werden. Wer Gewinne erzielt, ist für die Durchsetzung auf sich selbst gestellt.
Fazit: Eine Plattform mit ausländischer Bewilligung ist für den Wettenden eine Wette auf die Auszahlung, die er nicht absichern kann – der Einsatz steht auf dem Spiel, aber die Regeln zu seiner Rückgabe bestimmt niemand, der in der Schweiz erreichbar wäre.
4. Sportaza – dasselbe Nein, eine andere Domain
Auch Sportaza wird ohne Schweizer Bewilligung geführt. Es gilt dieselbe Rechtslage: nur Swisslos und Loterie Romande dürfen Sportwetten mit Schweizer Bezug veranstalten, die gemeldete Bewilligung hat hier keine Kraft, und eine Verbindung zum Sperrregister oder ein Schweizer Rechtsbehelf fehlen. Blockierungen durch DNS sind derselbe Mechanismus, der alle acht trifft.
Fazit: Für einen Schweizer Wettenden ändert der Name der Plattform an dieser Stelle nichts an den Bedingungen. Was bei BC.Game steht, trifft auch hier zu, und das ist der eigentliche Befund dieser Liste: acht Einträge, ein Status.
5. PowBet – ausländische Bewilligung, Schweizer Lücke
PowBet ist in der Schweiz nicht zugelassen. Wer dort wettet, spielt nicht unter dem Geldspielgesetz, nicht unter der Aufsicht der Gespa und nicht unter dem Schweizer Sperrregister; die Domain kann auf der Sperrliste landen und damit für Schweizer Anschlüsse unerreichbar werden.
Fazit: Eine Plattform ohne Schweizer Bewilligung spielt keine Rolle dabei, wie gut eine Prognose ist – sie spielt eine Rolle dabei, was passiert, wenn die Prognose stimmt und der Gewinn ausgezahlt werden soll.
6. HighFlyBet – kein Schweizer Veranstalter, keine Schweizer Aufsicht
HighFlyBet führt keine Schweizer Bewilligung. Die Bewilligung eines anderen Landes gilt in der Schweiz nicht; ein Schweizer Rechtsweg, eine Verbindung zum Sperrregister und eine Schweizer Kontrolle der Auszahlung bestehen nicht.
Fazit: Wer hier spielt, tauscht Schweizer Schutz gegen Schweizer Blockaderisiko – ein schlechtes Geschäft, und es steht in keiner Quotenzeile.
7. Coolzino – Zugang aus dem Ausland, Folgen in der Schweiz
Coolzino hat keine Schweizer Bewilligung. Damit fehlt nicht nur die Veranstalterbewilligung nach BGS, sondern auch jede Anbindung an die Schutzmechanismen, die für Schweizer Spielende gelten: Sperrregister, Limitenaufsicht, Kontrolle der Auszahlung auf ein Konto auf eigenen Namen.
Fazit: Der Schweizer Gesetzgeber hat für diese Kategorie genau zwei Folgen vorgesehen, die den Wettenden treffen: den fehlenden Rechtsweg und die mögliche Sperrung der Domain. Beides ist bei jedem weiteren Namen auf dieser Liste dasselbe.
8. Duelbits – dieselbe Konstruktion ohne Schweizer Bewilligung
Duelbits ist in der Schweiz nicht bewilligt. Es gilt das Nämliche: keine Geltung einer ausländischen Bewilligung nach Art. 4 BGS, keine Sperrregister-Anbindung, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche DNS-Blockade.
Fazit: Die Aufzählung wird ab hier zum Merkposten. Wer eine Plattform ausserhalb von Swisslos und Loterie Romande wählt, wählt die fehlende Aufsicht mit, und das ist die einzige Entscheidung, die vor dem ersten Einsatz zu treffen ist.
9. GG.BET – ohne Schweizer Bewilligung im Schweizer Markt sichtbar
Bei GG.BET liegt keine Schweizer Bewilligung vor. Damit gilt, was für alle acht ausländischen Einträge gilt: keine Schweizer Aufsicht, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Blockade der Domain möglich.
Fazit: Eine Plattform kann mit Schweizer Franken werben und trotzdem ausserhalb jedes Schweizer Schutzes stehen. Genau das ist der Fall – und Werbung für ein in der Schweiz nicht zugelassenes Geldspiel ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS strafbar.
10. FortuneJack – der letzte Eintrag, der gleiche Status
FortuneJack ist ohne Schweizer Bewilligung. Es bleibt bei der nüchternen Feststellung: nur zwei Veranstalterinnen dürfen Sportwetten in der Schweiz anbieten, eine ausländische Bewilligung hat hier keine Kraft, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.
Fazit: Zwei bewilligte Veranstalterinnen, acht ohne Bewilligung, und keine Grauzone dazwischen. Wer in der Schweiz ein Sportwetten-Konto sucht, entscheidet sich für eines von zwei Produkten oder gegen den Schweizer Rahmen.
Was eine Prognose in der Schweiz praktisch bedeutet
Zwischen einer Wahrscheinlichkeit und einem Wettschein liegt eine Kette von Entscheidungen, und jede davon hat einen Preis. Wer das durchgeht, erkennt schnell, wo die Kosten sitzen und wo sie nur scheinbar sitzen.
Von der Schätzung zur Wette: die Reihenfolge
Am Anfang steht keine Quote, sondern eine Einschätzung. Wer sie aus Form, Aufstellung und Tabellenlage baut, hat eine Zahl – sagen wir 45 Prozent für ein Unentschieden mit einem Tor auf beiden Seiten. Erst danach wird die Quote daneben gelegt, und dann entscheidet die Differenz. Liegt die Quote über dem, was die eigene Schätzung verlangt, ist die Wette überhaupt diskutabel; liegt sie darunter, ist es eine Wette auf Hoffnung.
Dann kommt die zweite Prüfung, und sie ist wichtiger als die erste: steht der Markt auf der Liste der zugelassenen Wettarten, und ist die Plattform überhaupt eine, die in der Schweiz bewilligt ist? Auf einem Markt, den die Gespa-Liste nicht führt, gibt es in der Schweiz keine Wette, egal wie gut die Prognose ist. Auf einer ausländischen Plattform gibt es die Wette, aber keinen Schutz für die Auszahlung. Die Reihenfolge ist also: Einschätzung, Preis, Marktzulassung, Veranstalterin.
Danach die Dosis. Der Einsatz muss zum Budget passen, nicht zur erwarteten Gewinnhöhe. Bei einem Mindesteinsatz von CHF 1 und einem Höchsteinsatz von CHF 1’000 pro Einzelwette sind die Grenzen der beiden Schweizer Angebote weit genug für jeden Plan, aber sie sind keine Empfehlung.
Schliesslich das Verhalten während und nach der Wette. Ein Live-Markt kann sich in Sekunden gegen die eigene Prognose drehen; ein Cash-Out gibt dann einen Betrag unterhalb des möglichen Gewinns – verkauft wird ein Teil des Erwartungswerts. Und am Ende steht die Auszahlung: bei Swisslos zweimal innerhalb von 365 Tagen gratis, ab der dritten Auszahlung mit möglicher Kommission von 3 Prozent.
Wo Prognosen an ihre Grenze kommen
Zwei Grenzen sind grundsätzlicher Natur.
Die erste ist der Markt selbst. Jede Quote trägt die Marge eines konkreten Marktes. Ein Markt mit einem Quotenschlüssel von 95 Prozent zahlt über die Gesamtheit aller Einsätze 95 Rappen je Franken zurück, ein Markt mit 90 Prozent nur 90 Rappen. Im illustrativen Zwei-Weg-Markt mit 1.90 auf beiden Seiten sind das 5 Prozent Marge; ein Markt mit 1.80 auf beiden Seiten trägt etwa 10 Prozent. Das ist ein Unterschied von 5 Rappen je eingesetztem Franken, und er fällt bei jeder Wette an, unabhängig davon, ob die Prognose gut war.
Die zweite ist die Prognose selbst. Sie ist eine Wahrscheinlichkeit, und Wahrscheinlichkeiten sagen nichts über den einzelnen Ausgang. Eine Schätzung von 55 Prozent verliert in 45 von 100 Fällen. Das ist keine Schwäche des Verfahrens, sondern das Verfahren. Der Verlust trifft zuerst das Budget und dann die Disziplin.
Zwischen diesen beiden Grenzen liegt der einzige Raum, in dem eine Prognose etwas wert sein kann: wenn die eigene Schätzung besser ist als die in der Quote enthaltene, und wenn die Marge der Plattform nicht grösser ist als der Vorsprung. Beide Bedingungen sind nicht die Regel.
Ein Budget, das zur Prognose passt
Ein festes Budget ist keine Moral, sondern eine Rechengrösse. Wenn die Limite für 30 Tage gesetzt ist, weiss man vor dem Monat, was der Monat maximal kosten kann. Wer das Budget an der Obergrenze setzt, hat kein Budget, sondern eine Grenze – der Unterschied ist der Puffer, der eine schlechte Serie übersteht.
In der Schweiz kommt die Limite von den Spielenden selbst. Bei Sporttip müssen vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Diese Wartezeit ist der eigentliche Schutzmechanismus im System: sie macht aus dem Impuls, nachzuwerfen, einen Vorgang über drei Tage.
Neben dem Budget zählt der Verzicht auf die Jagd nach Verlusten. Eine Serie mit grösseren Einsätzen zu beantworten, verdoppelt den Einsatz, nicht den Vorteil der Prognose – und die Marge bleibt bei jedem zusätzlichen Einsatz gleich hoch. Wer 200 Franken mit 5 Prozent Marge umsetzt, überlässt dem Anbieter im Durchschnitt 10 Franken, unabhängig davon, ob es eine Wette oder zwanzig waren. Das ist die einzige Zahl in diesem Abschnitt, die wirklich feststeht.
Prognose-Angebote im Vergleich: die Kriterien, an denen ich sie messe
Die drei Kriterien der Vergleichstabelle sind absichtlich unbequem für den Anbieter und nützlich für den Leser.
Herleitung. Wie kommt die Zahl zustande? Eine Prognose, die aus Form, Statistik und Spielverlauf gebaut ist, lässt sich nachrechnen. Eine Prognose, die aus einem Bauchgefühl gebaut ist, lässt sich nur glauben. Der Unterschied ist nicht Geschmack, sondern die Frage, ob man aus einem Irrtum lernen kann.
Nachprüfbarkeit. Werden die Ergebnisse der eigenen Prognosen dokumentiert, auch die falschen? Ein Anbieter, der nur die Treffer zeigt, verkauft nicht Prognosekompetenz, sondern Erinnerung.
Gewinnversprechen. Wird die Prognose als sicher ausgegeben? Dann ist die Antwort einfach. Niemand kann ein Sportergebnis vorhersagen, und wer es behauptet, sagt etwas über sich selbst und nichts über das Spiel.
Wer diese drei Kriterien auf die zehn Plattformen anwendet, merkt schnell, dass zwischen dem bewilligten und dem nicht bewilligten Teil der Liste kein Vergleich auf Augenhöhe möglich ist. Für Swisslos und Loterie Romande lassen sich Auszahlungslogik, Limiten, Kontoauszahlung und Steuerfolge prüfen, weil sie etwas veröffentlichen, das man prüfen kann. Bei den acht ausländischen Plattformen endet diese Prüfung an der Bewilligung: es gibt keinen Schweizer Massstab, gegen den man sie halten könnte. Das ist keine Wertung des Produkts, sondern eine Aussage über den Prüfrahmen.
Für die Marge gibt es einen eigenen Punkt, der oft übersehen wird. Sie ist keine Eigenschaft der Plattform, sondern des Marktes und des Ereignisses. Ein Zwei-Weg-Markt und ein Drei-Weg-Markt tragen unterschiedliche Margen, ein Totals etwas anderes als ein Handicap, und innerhalb eines Anbieters unterscheiden sich die Margen von Sportart zu Sportart. Die Konsequenz für einen Vergleich: eine einzelne Quotenzeile beweist nichts. Wer zwei Plattformen vergleichen will, muss denselben Markt desselben Ereignisses nebeneinanderlegen, und das ist die einzige vergleichbare Zahl, die es gibt.
Dasselbe gilt für die Prognosequalität. Sie lässt sich nur an einer Serie zeigen, und eine Serie von zwanzig Prognosen beweist bei einem Drei-Weg-Markt wenig, weil der Zufall in zwanzig Fussballspielen gross genug ist, um jede echte Kompetenz zu überdecken. Wer nach zwanzig Treffern zu einer Plattform wechselt, hat aus Rauschen ein Urteil gebaut.
Was in dieser Liste fehlt, fehlt aus einem Grund: eine weitere zugelassene Plattform gibt es nicht. Die Gespa veröffentlicht keine Liste bewilligter inländischer Wettanbieter – es gibt nichts zu listen. Deshalb steht am Ende keine Empfehlung für einen Anbieter, sondern eine Liste von Fragen, die sich vor dem ersten Einsatz beantworten lassen: Ist der Markt zugelassen? Steht die Bewilligung in der Schweiz? Was kostet die Auszahlung? Wie hoch ist die Limite? Wer hilft, wenn das Budget kippt?
Häufige Fragen zu Sportwetten-Prognosen
Wie entsteht eine Sportwetten-Prognose aus Form, Statistik und Quoten?
Aus einer Schätzung und einem Preis. Form, Aufstellung und Spielverlauf ergeben eine Wahrscheinlichkeit; die Quote liefert die Gegenposition des Anbieters. Erst der Vergleich beider Zahlen macht aus einer Einschätzung eine Entscheidung, und unter der Marge des Marktes liegt selbst eine gute Schätzung nur knapp vorn.
Weshalb kann keine Prognose ein Ergebnis voraussagen?
Weil sie eine Häufigkeit beschreibt, kein einzelnes Spiel. Eine Schätzung von 55 Prozent verliert in 45 von 100 vergleichbaren Fällen, und welcher Fall der Samstagabend ist, weiss niemand. Wer eine sichere Wette verkauft, verkauft eine Wahrscheinlichkeit mit einem grösseren Wort.
Was ist eine Value-Wette, und wie hängt diese mit der Marge zusammen?
Value heisst, dass die eigene Schätzung über der in der Quote steckenden liegt. Die Marge des Marktes ist dabei die Hürde: Bei einem Quotenschlüssel von 95 Prozent muss der eigene Vorteil zuerst diese 5 Prozent überwinden, bevor überhaupt etwas übrig bleibt. Value ist damit immer ein Vorsprung relativ zur Marge.
Wie verhalten sich Livewetten bei Sporttip, und was ändert sich bei Live-Prognosen?
Bei Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten nach tatsächlichem Eintreffen des Wettausgangs zählen mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Für Live-Prognosen heisst das, dass der Anbieter sich in diesen Sekunden eine Bewertung vorbehält.
Welche Wetten sind in der Schweiz nach der Liste der Aufsicht erlaubt?
Nur Ereignisse der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten. Qualifikationsrunden und Frauenwettkämpfe nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur bei Entscheidung über Teilnahme oder Podest, keine Trainingsläufe, keine Ecken- und Kartenmärkte, keine Esport-Sektion. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt, und ein Ereignis mit überwiegend Minderjährigen ist gesperrt.
Wie lässt sich mit Verlustlimiten und einem festen Budget verhindern, dass Prognosen zu höheren Einsätzen führen?
Die Limite wird vom Spielenden gesetzt, nicht vom Staat. Bei Sporttip sind vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage Pflicht, mit Oberlimite CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – die Wartezeit ist der wirksame Teil.
Tipps – wettenlegalch
Inhalt erstellt vom Team «wettenlegalch»
