Online Boxen wetten in der Schweiz: nur zwei Veranstalter, und in jeder Quote steckt ein Abzug

Updated Oktober 2026
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Ein leerer Boxring mit gespannten Seilen unter hellem Hallenlicht, dahinter ansteigende Zuschauerränge in einer grossen dunklen Halle

Am Ende eines Kampfabends bleibt dem Publikum die Erinnerung, dem Buchhalter bleibt die Zahl. Für Wetten auf Boxen heisst das in der Schweiz: Es gibt genau zwei Veranstalter, die überhaupt eine Bewilligung haben, und jede Quote, die ein Wettender sieht, ist bereits um einen Betrag gekürzt, den er nie als Rechnung sieht. Wer wissen will, was ihn eine Boxwette kostet, muss nicht die Kämpfe verstehen. Er muss die Quote lesen.

Der Boxring hat eine Seitenlänge zwischen etwa 5 und 6 Metern und drei oder vier Seile.

Datenstand: Oktober 29, 2026. Die Angaben zur Bewilligung wurden gegen die Geldspielaufsicht Gespa und die interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen geprüft.

Für Boxfans in der Schweiz ist das eine unbequeme Ausgangslage. Boxen ist ein Sport, bei dem der Zuschauer den Ausgang unmittelbar vor sich sieht: kein Spielfeld, kein Mannschaftstaktik, keine Tabelle. Genau daraus entsteht die Nachfrage nach Livewetten. Und genau dort schlägt das geschlossene Angebot zu, das der Gesetzgeber gebaut hat. Zwei Organisatoren, ein Wohnsitzkriterium, kein Zugang für den halben Landesteil, wenn man auf der falschen Seite der Sprachgrenze gemeldet ist.

Bevor irgendwo ein Wettschein ausgefüllt wird, gehören die Grundbegriffe geklärt. Boxen liefert dabei eine ungewöhnlich reiche Auswahl an Enden: Punktsieg, K.o., technischer K.o., Disqualifikation, Unentschieden, No Contest. Jedes dieser Enden kann eine eigene Wette sein, und jedes hat seine eigene Abrechnung.

Spielplan, Regeln und Markt: wie eine Boxwette zustande kommt

Ein Kampf, den die Fangemeinde verfolgt, findet in einem Ring mit einer Seitenlänge zwischen etwa 5 und 6 Metern und drei oder vier Seilen statt. Diese Masse sind keine Nebensache, denn sie entscheiden mit, wie eng es wird, wenn ein Boxer den Gegner stellt. Ein enger Ring begünstigt den Infighter, ein weiter Ring den Mann mit dem Jab und der Beinarbeit. Beides sind Informationen, die in die Einschätzung eines Kampfes eingehen, und beide sind für jeden einsehbar, der zwei Kämpfer derselben Gewichtsklasse vergleicht.

Ein Paar Boxhandschuhe aus Leder liegt auf einer Holzbank neben einem Notizbuch mit handgeschriebenen Zeilen, warmes Fensterlicht
Beim K.o. im Boxen kann der Boxer nach einem Niederschlag innerhalb von 10 Sekunden nicht aufstehen.

Bei Profikämpfen ist die Rundenzahl frei festlegbar und bewegt sich üblicherweise zwischen vier und zwölf. Eine Runde dauert drei Minuten, zwischen den Runden liegt eine einminütige Pause. Ein Halbschwergewichtskampf über zwölf Runden kann also länger als eine Fussballhalbbzeit dauern und dazu noch in die Pause gehen. Kombiniert der Wettende ihn mit anderen Ereignissen desselben Abends, hält er für die Dauer eines ganzen Abends Geld gebunden.

Eine Runde wird nach dem 10-Punkte-Must-System bewertet, und zwar von drei Punktrichtern, die jede Runde einzeln beurteilen. Der Rundensieger erhält 10 Punkte, der Verlierer in der Regel 9, bei einem Niederschlag in aller Regel 8, bei zwei Niederschlägen 7; eine unentschiedene Runde wird mit 10:10 gewertet. Gewinnt ein Boxer bei einem Zehnrunder alle Runden ohne Niederschlag oder Verwarnung, lautet das Urteil 100:90; Verwarnungen werden erst nach Kampfende abgezogen.

Warum das den Wettenden mehr interessiert als die meisten glauben: Der Kampf endet nicht dort, wo die Glocke geschlagen hat. Ein Abzug, der nach der letzten Runde im Protokoll verschwindet, kann ein Urteil verändern, und ein verändertes Urteil entscheidet über eine Siegwette nach Punkten. Wer auf den Punktesieg setzt, wettet also nicht nur auf den besseren Boxer, sondern auch auf drei Personen am Ringrand, deren Karten er nie zu sehen bekommt.

Boxarten und Quoten: was in der Quote steckt

Ein Kampf kann durch Punktsieg, K.o., technischen K.o., Disqualifikation, Unentschieden oder als «No Contest» enden – ein Kampf ohne Wertung, etwa nach positiven Dopingproben. Eine Disqualifikation gilt ausdrücklich nicht als TKO. Diese Feinheit hat unmittelbare Folgen für Wetten auf die Art des Sieges: Wer auf TKO setzt und dann eine Disqualifikation erlebt, hat den Kampfverlauf richtig eingeschätzt und seine Wette trotzdem verloren. Die Regeln des Sports sortieren hier anders als das Auge des Publikums.

Ein Smartphone mit dunklem Bildschirm liegt auf einem Holztisch vor einem Fenster mit Blick auf schneebedeckte Gipfel
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019 (IKV 2020).

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote, die das Produkt der Einzelquoten ist. Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Bleibt die Frage, die keine Produktseite gern beantwortet. Ein Markt mit zwei Ausgängen zu je Quote 1.90 sieht nach einem fairen Geschäft aus, und er ist es nicht. Die Auszahlungsquote dieses Marktes ist der Kehrwert von 1/1.90 + 1/1.90, also rund 95 %. Die Marge ist die Differenz zu 100 %, und sie liegt hier bei rund 5 %. Bei einem Markt mit drei oder mehr Ausgängen verschlechtert sich das Bild weiter, weil jeder zusätzliche Ausgang seinen eigenen Anteil in dieselbe Rechnung einbringt: Die Auszahlungsquote sinkt dann in den Bereich von etwa 90 bis 94 %, und die Marge steigt entsprechend auf ungefähr 6 bis 10 %. Das ist keine Momentaufnahme eines Anbieters, sondern das Ergebnis der Rechnung an einem Beispiel, und der Unterschied zwischen zwei und drei Ausgängen ist der einzige Grund, warum er ausfällt.

Was dieser Prozentsatz bedeutet, lässt sich an einer einfachen Wette zeigen. Wer CHF 100 auf eine Quote von 1.90 legt, erhält bei einem Treffer CHF 190 zurück, also CHF 90 Nettogewinn. Die Marge sagt nicht, ob dieser Treffer kommt. Sie sagt, dass in jeder Quote dieses Marktes ein Stück des gesetzten Geldes bereits verplant ist, bevor der Kampf beginnt. Bei zehn Wetten zu je CHF 100 und derselben durchschnittlichen Marge verschwinden rechnerisch rund CHF 50 aus dem Kreislauf, unabhängig davon, wer die Kämpfe gewinnt. Genau das ist der Grund, warum die Wahl des Marktes ebenso wichtig ist wie die Wahl des Kampfes.

Quotenschlüssel und Auszahlungsquote meinen in der Schweizer Wettsprache übrigens dasselbe, und keiner der beiden Begriffe hat etwas mit dem Steuerfreibetrag zu tun, über den im Abschnitt «Zahlungsarten und der Weg des Geldes» zu reden sein wird. Zwei Zahlen, die man leicht verwechselt, weil beide einen Prozentwert tragen.

Runden-, Sieg- und Sonderwetten im Vergleich

Die klassische Siegwette kennt drei Ausgänge: Boxer A, Boxer B, Unentschieden. Dass das Unentschieden im Boxen tatsächlich vorkommt – anders als im Fussball, wo es das normale Ergebnis ist –, macht diese Wette teurer als ihr Gegenstück auf dem Fussballplatz. Ein Ausgang, der selten eintritt, trägt eine hohe Quote und zieht seine Marge trotzdem aus demselben Topf.

Rundenwetten setzen auf eine konkrete Runde oder auf einen Rundenbereich. Sie stützen sich auf die Rundenzahl, die der Veranstalter für diesen Kampf angesetzt hat; bei einem Kampf über vier Runden gibt es weniger Runden zu treffen als bei einem über zwölf. Wer eine Rundenwette platziert, handelt damit nicht nur eine Meinung über den Kampfausgang, sondern auch über dessen Länge.

Die Wette auf die Art des Sieges schliesslich bündelt mehrere Möglichkeiten in einer einzigen Auswahl. Sie ist der Versuch, das Urteil des Rings vorwegzunehmen – eine Aufgabe, die drei Punktrichter hinterher oft genug anders lösen.

Die Marge über die Zeit: warum Boosts die Rechnung nicht umdrehen

Quotenboosts und Kombiboosts sind der sichtbarste Hebel, mit dem ein Veranstalter sein Angebot interessanter aussehen lässt als das des Nachbarn. Bei Sporttip gelten Quotenboosts nur online und nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Der Kombiboost von Sporttip gilt ebenfalls nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, und Einsatz wie Gewinnerhöhung sind limitiert.

Der Wortlaut klingt grosszügig. Die Mechanik ist es nicht. Ein Boost, der den Nettogewinn erhöht, greift auf das, was nach Abzug der Marge übrig bleibt – nicht auf das, was der Wettende einsetzt. Bei einer Kombiwette aus vier Begegnungen multiplizieren sich zudem die Margen der vier Einzelmärkte, und die 5 % Gewinnerhöhung bei vier Voraussagen treffen auf eine Gesamtrechnung, die sich aus vier Quoten zusammensetzt. Der Boost mildert etwas ab, was die Kombination vorher weggenommen hat; er ersetzt es nicht. Wer die Mindestquote von 1.50 als Einladung liest, hat den Zusammenhang umgedreht: Diese Schwelle ist eine Untergrenze dafür, dass der Boost überhaupt greift, nicht eine Empfehlung für eine Auswahl.

Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung ausschliesslich über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Das ist eine Regel, die einem Wettenden die Wette wegnehmen kann, die er für gewonnen hielt, und sie steht in den Teilnahmebedingungen, nicht in der Werbung.

Für die reguläre Spielzeit gibt es ebenfalls eine Definition, die man kennen muss, bevor man eine Kombination aus mehreren Sportarten baut. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer – etwa 90 Minuten beim Fussball – plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Eine Wette auf ein Fussballspiel, das in der Verlängerung entschieden wird, ist damit eine andere Wette als die auf den Sieger der regulären Zeit.

Glück beim Kampfausgang lässt sich nicht trainieren

Die Suche nach Boxwett-Tipps heute führt zu einer Landschaft, in der jedes zweite Angebot so tut, als liesse sich ein Kampfausgang vorhersehen. Er lässt sich nicht vorhersehen. Was sich vorbereiten lässt, ist eine Einschätzung, und eine Einschätzung besteht aus wenigen Bausteinen, die alle überprüfbar sind.

Der erste Baustein ist der Stil. Ein Konterboxer gegen einen aggressiven Vorwärtsmann ist eine andere Begegnung als zwei Männer, die beide aus der Distanz arbeiten. Der zweite ist der Zustand der Kämpfer: ob jemand zuletzt über die volle Distanz gehen musste oder in der ersten Runde fertig war. Der dritte ist das Gewichtslimit und die Frage, wer davon wie stark betroffen ist. Der vierte, und der einzige, der beim Wettenden ankommt, ist die Quote selbst. Sie fasst zusammen, was viele andere vor ihm gedacht haben.

Aus diesen Bausteinen folgt eine Arbeitsweise. Wer sich für einen Kampf interessiert, liest die Quoten aller angebotenen Märkte und vergleicht sie mit dem eigenen Urteil. Ist die Siegwette eines Boxers höher bepreist als nach eigener Einschätzung gerechtfertigt, ist das kein Tipp auf ihn. Es ist die Feststellung, dass eine Spanne existiert, und dass sich daraus nur dann etwas machen lässt, wenn die Einschätzung wirklich besser ist als die der anderen. Eine Quote, die dem eigenen Urteil entspricht, ist kein Grund zur Freude, sondern eine faire Bewertung durch den Veranstalter.

Der schwierigste Teil liegt nicht in der Analyse, sondern in der Disziplin danach. Ein Kampf, den man monatelang verfolgt hat, ist nicht deshalb ein guter Kauf, weil man ihn verfolgt hat. Wer nach einem Kampfabend Bilanz zieht, findet den Betrag, der in die Kantone abgeflossen ist, in keiner einzigen Zeile. Er steckt in jeder verlorenen Quote, und er wird nicht kleiner, weil man sich besonders sicher gefühlt hat.

Und die Einsicht, die dabei stört: Kein Urteil über einen Kampf ist stabil. Eine Verletzung in der Ringpause, ein Abbruch durch den Ringarzt, eine Disqualifikation in der zwölften Runde – all das ist eingeplant in der Quote, aber nicht im Urteil des Wettenden. Wer das akzeptiert, hört auf, von sicheren Wetten zu reden, und fängt an, Wetten als Preis zu behandeln. Der Unterschied zwischen einem Boxkampf, den man einschätzt, und einer Wette, die man platziert, ist der Anteil, den man für die Einschätzung zahlt.

Livewetten und Cash-Out: der Preis für Schnelligkeit

Livewetten während eines Kampfs verändern die Quoten von Runde zu Runde, und das ist keine Übertreibung. Ein Boxer, der in der zweiten Runde in Schwierigkeiten gerät, wird sofort teurer. Ein Boxer, der eine schwere Hand landet, verliert innerhalb von Sekunden einen Teil seiner Quote. Wer live mitgeht, handelt in einem Zeitfenster, in dem die Einschätzung des Veranstalters und die eigene Einschätzung manchmal für einen Moment auseinanderliegen. Meistens liegen sie daneb.

Das Tempo hat einen zweiten Effekt, der tiefer liegt. Platzierte Wetten können bei Sporttip mit Quote 1.00 gewertet werden, wenn sie nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wurden. In spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Für einen Kampf mit einem Niederschlag bedeutet das: Die Wette, die man tippt, während der Boxer noch fällt, ist womöglich keine Wette mehr. Die Einsätze kommen zurück, die Aufregung war umsonst, und der Kurswert, den man zu nutzen glaubte, existiert nicht.

Bei Sporttip gilt eine Livewette übrigens unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Man wettet also mitunter auf einen Kampf, den man nicht sieht, und stützt sich auf die Quote, die sich gerade bewegt hat.

Beim Cash-Out geht es um einen Betrag, den der Veranstalter festlegt. Bei Sporttip ist der Cash-Out-Betrag tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.

Cash-Out ist damit kein Ausstiegsrecht, sondern eine Option, die der andere Inhaber öffnet und schliesst. Wer eine Position damit glattstellt, verkauft seinen Gewinnanspruch zu dem Preis, den der Veranstalter gerade nennt – und weil dieser Preis systematisch unter dem möglichen Gewinn liegt, zahlt er für die Sicherheit, ausgestiegen zu sein. Die vollständige Auszahlung ohne Teilverkauf macht die Sache zusätzlich grob: Man kann nicht die halbe Position schliessen und den Rest laufen lassen. Entweder ganz raus oder weiter hoffen.

Wer live wettet, sollte zudem wissen, wo seine absolute Obergrenze liegt. Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000; Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die Limite gilt pro Wette, nicht pro Abend. In der Hektik einer Kampfrunde sind fünf Wetten zu je CHF 1’000 schnell platziert, und keine davon hat einen Beleg geliefert, dass die eigene Einschätzung richtig war.

Rechtliche Lage beim Boxwetten: wer bieten darf und wer nicht

Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, kurz BGS, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019, und werden von der Gespa beaufsichtigt – der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, deren Konkordat seit dem 1. Januar 2021 in Kraft ist. Nicht zuständig ist die ESBK, die ausschliesslich Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt.

Die beiden sind Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, die IKV 2020. Jeder der beiden bedient sein eigenes Gebiet, und ein Onlinekonto ist nur für Personen mit Wohnsitz in diesem Gebiet offen.

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine einmal eingetragene unbefristete Sperre ist damit nichts, was sich mit einer E-Mail an den Kundendienst am nächsten Morgen zurücknehmen lässt.

Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Der Aufwand ist real und dient einem Zweck: Die Identität muss vor dem ersten Einsatz feststehen, nicht danach.

Was überhaupt gewettet werden darf, steht nicht im Ermessen des Veranstalters. Das zulässige Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, Fassung 10.09.2026. Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Einstieg in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet, niemals Wetten auf Trainingsläufe. Die Liste zeigt weder Corner- noch Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt. Ob Boxen an einem bestimmten Kampfabend auf dieser Liste steht, entscheidet also nicht die Attraktivität des Kampfes, sondern das Verzeichnis. Wer vor dem Wettschein wissen will, ob ein Kampf überhaupt angeboten werden darf, findet die Antwort dort und nicht in der Werbung.

Überwiesen werden Gewinne und Guthaben nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwettenangebot nicht, und Kredite an Spielende sind ausgeschlossen. Wer in einem Auslandangebot mit einer Auszahlung in einer Kryptowährung wirbt, beschreibt damit kein Schweizer Produkt.

Zum Recht gehört eine unangenehme Einordnung, die man öffentlich selten hört: Die Gespa hat 2025 bei Testkäufen an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Die Kontrolle am Schalter ist also keine Mauer, sondern eine Tür, die oft offen steht. Wer sich auf den Schutz durch das Verkaufspersonal verlässt, verlässt sich auf eine Statistik, die ihm nicht hilft.

Zahlungsarten und der Weg des Geldes

Wer sein Konto aufladen will, findet bei Swisslos und bei der Loterie Romande den Weg, den das Gesetz zulässt: Guthaben aus einer Zahlung auf ein Konto auf den eigenen Namen. Eine Auszahlung an jemand anderen ist nicht vorgesehen, und ein Konto, das auf einen Dritten lautet, lässt sich nicht als Auszahlungsweg verwenden. Für Haushalte, in denen Geld gemeinschaftlich verwaltet wird, ist das eine Umstellung, und sie ist nicht verhandelbar.

Die Steuer ist der zweite Punkt, an dem sich der Weg des Geldes entscheidet. Nicht ob man in der Schweiz gewinnt, sondern wo der Anbieter seinen Sitz hat, entscheidet darüber, wie der Gewinn später behandelt wird.

Ein typischer Wettender gewinnt weit unterhalb des Freibetrags, zahlt also weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer auf seinen Gewinn. Für die eigene Situation empfiehlt sich der Gang zur Steuerberatung oder zur kantonalen Steuerverwaltung, weil der kantonale Freibetrag und die kantonale Praxis den Ausschlag geben.

Einsatzlimiten und Spielerschutz Wetten: was der Gesetzgeber delegiert

Es gibt in der Schweiz keine staatlich festgelegte Einzahlungslimite für Sportwetten. Wer glaubt, der Staat setze den Betrag, liegt falsch. Bei Swisslos müssen Spielende vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen; die Oberlimite beträgt CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Der Mechanismus ist raffiniert und unfair zugleich. Raffiniert, weil er den Wettenden zwingt, sich vor der ersten Wette selbst zu begrenzen, statt in einem Moment der Euphorie. Unfair, weil die Limite, die man an einem ruhigen Nachmittag setzt, an einem Kampfabend, den man seit Wochen erwartet, genau das ist, was man ändern will – und weil sie sich nicht sofort ändern lässt. Die 72 Stunden bis zu einer Erhöhung sind die wirksamste Zeile des ganzen Systems.

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, wie im Abschnitt «Einsatzlimiten und Spielerschutz Wetten» ergänzt. Wer sich also mitten in einem Kampfabend selbst stoppen will, kann das – und muss wissen, dass die Sperre nicht mit dem nächsten Login verfällt.

Wichtiger als die Limiten ist das Verhalten davor. Ein Zeitlimit, das man sich selbst setzt, ist billig. Ein Verlustlimit, das man vorher setzt, ist teuer, weil es in dem Moment greift, in dem es weh tut. Wer sich vor dem Boxabend hinsetzt und einen Betrag nennt, kann später sechs Monate auf die eigene Selbstachtung zurückblicken. Wer es nicht tut, zahlt die Differenz an einem dieser Abende.

Zu den Grenzen beim Wetten auf Kämpfe gehört noch etwas Eigenes: Anders als bei einer Fussballpartie hat man im Boxen keine Mannschaft, die einen Wettschein über 90 Minuten trägt. Ein Kampf kann in der ersten Minute vorbei sein. Das begrenzt die Zahl der Gelegenheiten, aber auch die Zahl der Ausreden. Wer im Boxen mehr als die Hälfte seiner Wetten gewinnt, hat entweder früh angefangen oder eine Limite, die gut gewählt ist.

Spielplan und Verbände: wo Boxwetten tatsächlich angeboten werden

Boxen als Sportart hat eine Struktur, die nur wenige Wettende auf dem Zettel haben. Die vier grossen Profiboxverbände sind die WBA, 1920 als National Boxing Association gegründet und 1962 umbenannt, mit Sitz in Venezuela; der WBC, 1963 gegründet, heute in Mexiko; die IBF, 1983 gegründet, mit Sitz in den USA; und die WBO, 1988 gegründet, mit Sitz in Puerto Rico. Vier Verbände mit eigenen Titeln und eigenen Ranglisten bedeuten vier mögliche Titelkämpfe pro Gewichtsklasse, und keine Zentralinstanz, die sie aufeinander abstimmt.

Für einen Wettenden hat das eine praktische Folge: Ein «Weltmeistertitel» ist keine geschützte Marke. Wer wissen will, welcher Gürtel an welchem Abend zur Disposition steht, liest den Verband und nicht das Plakat. Genau dieselbe Verwechslung trifft übrigens den Wettschein, wenn ein Kampf über vier Runden mit einem über zwölf Runden auf demselben Programm steht.

Die Reichweite des zugelassenen Angebots gibt die Grenzen des Marktes vor. Swisslos führt Sporttip im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durch; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Wer in Genf oder Waadt wohnt, gehört nicht dazu.

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Wer jenseits der Saane wohnt, findet dort seine Möglichkeit.

Für die Tatsache, wo das Geld landet, liefert Swisslos die Zahlen für 2025: ein Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe; aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Von jedem Einsatz wandert nach Abzug der Organisationskosten ein Teil in die Kantone. Wer das für ein hartes Argument hält, sollte sich daran erinnern, dass der Weg dahin durch die Marge führt: Die CHF 506 Mio. sind auch ein Teil jener Beträge, die auf dem Wettschein verloren wurden.

Olympische Boxwettbewerbe sind eine eigene Grösse, weil dort nach Amateurregeln und in einem Turnierformat gekämpft wird. Turnierformate kennen mehr Teilnehmer und weniger Vorhersehbarkeit als ein einzelner Titelkampf, und Wetten auf solche Runden hängen an der Gespa-Liste wie jede andere Sportart.

Der Vergleich: zehn Anbieter, zwei mit Schweizer Bewilligung

Die folgende Übersicht nennt für jeden Anbieter, ob eine Schweizer Bewilligung besteht oder nicht, und wem die Veranstaltung zugerechnet wird.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter bzw. gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Bewilligung vorhanden (Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung vorhanden (Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa) Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande)
BassBet ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz
WirWetten ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz
Roobet ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz
Bruce Bet ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz
Sportaza ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz
BC Game ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz
BetAlright ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz
HornetBet ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz

Die Tabelle sagt mehr über die zweite Spalte als über die dritte. Acht der zehn Anbieter tragen in der Spalte der Schweizer Bewilligung dieselbe Eintragung, und das ist keine Häufung in einem Feld, sondern das Ergebnis eines Rechtsrahmens: Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen hier Sportwetten veranstalten, deshalb kann in dieser Spalte nichts anderes stehen. Eine ausländische Bewilligung, gleich aus welchem Land, hat in der Schweiz keine Kraft. Eine Vielzahl von Bewilligungen aus verschiedenen Jurisdiktionen ist in der Schweiz wertlos, so beeindruckend sich eine Liste auf einer Anbieterseite auch liest.

Die dritte Spalte trennt die beiden Gruppen sauber, aber nur für die oberen zwei Zeilen. Bei den acht ausländischen Marken ist das Feld nicht leer, weil es nichts gäbe, sondern weil die gemeldete Bewilligung die Beurteilung des Falls nicht ändert.

Was in der Tabelle nicht steht und trotzdem zählt: Bei den zwei bewilligten Anbietern ist das Wettschutznetz angeschlossen. Das Verlustlimit für 1, 7 und 30 Tage bei Swisslos, die freiwillige Einzahlungslimite, die Spielsperre mit Wirkung im schweizweiten Register – all das existiert nur bei den bewilligten Veranstaltern. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, hat keine Sperre, die ihn selbst stoppen könnte, und keine Stelle, an die er sich wenden kann, wenn eine Wette strittig wird. Der Spieler wird nach der Auffassung des Bundesamts für Justiz nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Veranstalter eingezogen werden.

Bei den acht Marken ohne Bewilligung kann zudem die Gespa die Domains auf die Sperrliste setzen; Schweizer Telekomanbieter blockieren sie über DNS. Die erste Liste stammt vom 3. September 2019, am Ende von 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden laut Gespa innert Stunden ersetzt durch neue. Wer eine solche Seite heute erreicht, erreicht sie morgen womöglich nicht mehr – und wer dort Guthaben liegen lässt, hat kein Schweizer Rechtsmittel, um es zu holen.

Das ist die Entscheidung, die dieser Vergleich dem Leser überlässt: volle Schweizer Absicherung bei zwei Veranstaltern mit geschlossener Sportliste, Wohnsitzbindung und Identitätsprüfung, oder die ungleich breitere Auslandwelt mit fremden Spielregeln, ohne Sperrregister, ohne Schweizer Rechtsschutz und mit kantonal unterschiedlich behandelten Gewinnen. Wer auf Boxen wetten will, weil er den Sport mag, und nicht, weil er das Feld der Anbieter interessant findet, hat die Antwort schon.

Die geprüften Anbieter im Einzelnen

Swisslos Sporttip: Bewilligung, Wohnsitzbindung und Verlustlimit in einem System

Swisslos ist eine der beiden Veranstalterinnen, die die interkantonale Regelung für Sportwetten überhaupt zulässt, und betreibt Sporttip unter einer Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem BGS mit Aufsicht durch die Gespa. Der Sitz der Genossenschaft ist Basel, das Produkt heisst Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Der erste Filter ist also der Wohnsitz. Ein Konto bei Swisslos setzt mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet voraus; die Person darf nicht gesperrt sein, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Ausweisdaten werden aus dem hochgeladenen Dokument ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer im Ausland lebt, kommt hier nicht hinein, egal wie viel er wettet.

Vor der ersten Teilnahme stehen die Verlustlimiten: 1, 7 und 30 Tage, Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000. Senken gilt sofort, erhöhen erst nach 72 Stunden. Dazu die optionale Einzahlungslimite für 30 Tage. Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 bei einer Systemwette, und Swisslos kann diese Werte jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern.

Bei der Abrechnung gibt es ein Detail, das bei Kombinationen mehr wert ist als bei Einzelwetten: Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten, und das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einer Einzelwette fällt die Rundung kaum auf. Bei einer Kombination mit fünf Beinen und einem Gewinn im vierstelligen Bereich schneidet sie einen Betrag ab, der bei jeder einzelnen Wette winzig ist und in der Summe nicht.

Für Livewetten gilt eine Regel, die man akzeptieren muss, bevor man sie benutzt: Die Wette zählt unabhängig davon, ob das Ereignis übertragen wird, und in spielentscheidenden Situationen kann Swisslos mit Quote 1.00 abrechnen. Der Cash-Out ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Gewinn, jederzeit änderbar und nicht für jeden Markt garantiert. Die zwei Instrumente, die einem Wettenden Kontrolle suggerieren, sind also beide an die Entscheidung des Veranstalters gebunden.

Das Urteil über diesen Anbieter fällt über sein Limitkonzept. Die 72 Stunden Sperrfrist für eine Erhöhung sind das einzige Element im ganzen Schweizer Wettmarkt, das einen Verlustimpuls tatsächlich mechanisch ausbremst. Dagegen steht eine Obergrenze von CHF 9’999, die für viele Haushalte keine Grenze ist, und ein Mindesthaltbarkeitsdatum: Wer sein Konto schliesst, verliert alles, was daran hängt.

Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Recht, anderes Publikum

Die Loterie Romande ist die zweite Veranstalterin, die Sportwetten in der Schweiz anbieten darf, und betreibt sie unter dem Namen Jouez Sport unter einer Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem BGS mit Aufsicht durch die Gespa. Ihre Struktur ist die einer Société de la Loterie de la Suisse Romande, ihre Kontaktadresse liegt an der Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne.

Ihr Gebiet sind die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Genau hier liegt der Unterschied, der für den Leser zählt: Wohnsitz im einen Gebiet schliesst das andere Konto aus. Ein Waadtländer findet seine Wetten bei Jouez Sport, ein Zürcher bei Sporttip. Die Regelung ist sauber und für Grenzgänger, Studierende und Getrenntlebende lästig, und wer zweisprachig zu Hause ist, kennt den Ärger.

Das Vertriebsnetz ist das zweite Merkmal. 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende sind die Zahlen, die die Loterie Romande selbst nennt. Wer seine Wette in einem Kiosk oder an einem Schalter abgeben will, hat hier eine ganz andere Dichte vor sich als bei einem reinen Onlineangebot. Und wer sein Konto online nutzt, muss die Identitätsprüfung durchlaufen, die für das bewilligte Schweizer Angebot gilt.

Die Abrechnung folgt dem Gesetz, nicht dem Haus: Überwiesen wird auf ein Konto im Namen des Kontoinhabers, eine Sperre gilt über das schweizweite Register, und ein Verlustlimit wird vor der ersten Wette gesetzt. Was die Loterie Romande unterhalb dieser gemeinsamen Regeln in ihren eigenen Bedingungen führt, steht in diesen Bedingungen und nicht in einer Vergleichstabelle.

Das Urteil über diesen Anbieter ist ein Urteil über die Vertriebsform. Die Zahl der Verkaufsstellen bewegt sich nämlich in die entgegengesetzte Richtung wie der Spielerschutz: Am Schalter ist die Identitätsprüfung am schwächsten, wie die Testkäufe der Gespa zeigen, während das eigene Verlustlimit am Onlinekonto hängt. Wer regelmässig im Kiosk spielt und nicht online, spielt mit weniger Kontrolle über sich selbst, nicht mit mehr Bequemlichkeit.

BassBet: ohne Schweizer Bewilligung

Anbieter führen, die über keine Schweizer Bewilligung verfügen, gehört zur redlichen Berichterstattung; empfehlen darf sie niemand, und die Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS strafbar und mit einer Busse bis CHF 500’000 bedroht.

BassBet gehört zu dieser Gruppe. Eine Schweizer Bewilligung liegt nicht vor; eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Geltung. Der Anbieter ist nicht an das schweizerische Sperrregister angeschlossen, und Schweizer Rechtsschutz steht einem Wettenden dort nicht zur Verfügung. Die Gespa kann die Domains auf die Sperrliste setzen, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren.

Wer mit einem kleinen Budget arbeitet, liest diese Einordnung am besten so: Bei BassBet gibt es keine Limite, die den Spieler aufhält, weil es keinen Mechanismus dafür gibt, und keine Stelle, die bei einem Streit entscheidet. Beides sind Kosten, die zunächst nichts kosten und später viel.

WirWetten: ohne Schweizer Bewilligung

WirWetten ist in diesem Feld der Anbieter mit der schweizerischsten Fassade. Der Name klingt nach einem inländischen Veranstalter, das Angebot steht einem Schweizer Publikum gegenüber, und die Website ist auf Deutsch. An der Bewilligungslage ändert der Name nichts: Eine Schweizer Bewilligung liegt nicht vor, eine ausländische Bewilligung hat hier keine Geltung.

Das ist bemerkenswert, weil es die Verwechslung, mit der dieser Markt arbeitet, direkt vorführt. Die Beurteilung, auf die es ankommt, steht nicht auf dem Startbildschirm einer Seite, sondern in einer Liste, die eine Behörde führt. Wer eine Marke nach ihrem Namen beurteilt, beurteilt sie nach ihrer Verpackung.

Ein deutsches Wettprogramm ersetzt keine Schweizer Aufsicht. Wer hier spielt, verliert den Anschluss an das Sperrregister und den Schweizer Rechtsweg, auch wenn er während des Kampfabends nichts davon merkt.

Roobet: ohne Schweizer Bewilligung

Roobet steht für die jüngere Sorte Auslandangebot, in der Wetten und andere Spiele auf derselben Seite liegen. Die Bewilligungslage ist dieselbe wie bei den übrigen acht: keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, kein Schadenersatzanspruch hierzulande.

Für die Frage nach Boxwetten ist der Punkt der, dass ein breites Spielangebot neben dem Sportwettenmarkt den Einsatz nicht vergünstigt. Die Marge auf einem Kampf wird nicht dadurch kleiner, dass auf derselben Plattform anderes angeboten wird.

Roobet reiht sich damit in die Gruppe ein, in der die Entscheidung nicht über die Attraktivität des Angebots fällt, sondern über die Frage, ob der Wettende an den Schweizer Schutzmechanismen teilnehmen will. Er tut es dort nicht.

Bruce Bet: ohne Schweizer Bewilligung

Bruce Bet gehört zur selben Kategorie: keine Schweizer Bewilligung, keine Geltung einer ausländischen Genehmigung in der Schweiz, kein Anschluss an das schweizerische Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Eine Sperrung der Domain über die Sperrliste der Gespa bleibt möglich, und blockierte Adressen werden innert Stunden durch neue ersetzt.

Bei Boxwetten kommt hinzu, dass die Zahl der Märkte bei einem solchen Anbieter naturgemäss breiter wirkt: Nebenmärkte, Rundenwetten, Kombinationen. Das Angebot an Märkten ist aber keine Qualitätsaussage über den Preis in diesen Märkten. Ein Kampf mit zehn zusätzlichen Wettarten ist nicht billiger zu bespielen als ein Kampf mit vier.

Was bleibt, ist die Bewilligungslücke. Sie lässt sich durch kein Feature der Seite schliessen.

Sportaza: ohne Schweizer Bewilligung

Sportaza ist ein weiterer Anbieter der Gruppe ohne Schweizer Bewilligung. Die Bewertung folgt denselben Kriterien wie bei allen anderen: Bewilligung, Anschluss an das Sperrregister, Rechtsschutz, Limiten. In den Punkten, in denen die Schweiz zuständig wäre, ist die Antwort überall dieselbe.

Wer hier einen Boxkampf bespielt, setzt auf Veranstaltungen, für die in der Schweiz niemand die Genehmigung erteilt hat. Für einen Kampfabend mit einem engen Urteil und drei Punktkarten ist die Frage nach der Instanz, die einen Streit entscheidet, keine theoretische.

Sportaza wird hier geführt, weil ein Leser den Namen kennen wird. Eine Empfehlung ist das nicht.

BC Game: ohne Schweizer Bewilligung

BC Game steht für die Gruppe der Plattformen, die in der Schweiz vor allem über Zusatzangebote jenseits des Sportwettens auffallen. Eine Schweizer Bewilligung für Sportwetten liegt nicht vor; eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung.

Für einen Boxfan ist damit der einzige Vorteil, der zählt, ausserhalb des Rechtswegs: kein Schweizer Schutz. Ein Gewinn, den man dort liegen lässt, ist kein Guthaben, auf das man in der Schweiz zugreifen könnte, wenn der Zugang blockiert wird.

Dass eine Plattform gross ist, ist kein Kriterium in der Liste der Gespa. Die Liste kennt Bewilligungen, keine Bekanntheitsgrade.

BetAlright: ohne Schweizer Bewilligung

BetAlright ist eine weitere Marke ohne Schweizer Bewilligung. Alles, was über die Bewilligung und ihre Folgen beim Boxwetten zu sagen ist, gilt hier wie bei den anderen. Was hier zählt, ist die Frage nach dem Wohnsitz nicht mehr: Weil keine Schweizer Bewilligung besteht, gibt es auch kein Vertragsgebiet, in dem ein Konto offen wäre.

Für einen Wettenden mit einem kleinen Budget ist das die eigentliche Information. Bei einem bewilligten Schweizer Anbieter gibt es eine Limite, die man sich selbst setzt, und eine Identität, die vorher feststeht. Bei einem Anbieter ohne Bewilligung existiert beides nicht, und der Verlust wird nicht dadurch kleiner, dass eine Registrierung schneller war.

HornetBet: ohne Schweizer Bewilligung

HornetBet schliesst die Reihe der acht Marken ohne Schweizer Bewilligung. Die Domainendung .io ist dabei kein Kriterium, sondern eine Fussnote. Was zählt, ist die Bewilligungslage, und sie ist eindeutig: keine Schweizer Bewilligung, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg.

Für einen Leser, der auf Boxen wetten will, bleibt hier nur die nüchterne Feststellung, dass HornetBet nicht zu den beiden Veranstaltern gehört, die in der Schweiz dürfen, und dass dies unabhängig davon gilt, wie der Kampf endet.

Häufige Fragen zu Boxwetten in der Schweiz

Bei Swisslos unter dem Produkt Sporttip und bei der Loterie Romande unter Jouez Sport – den beiden Veranstaltern, die die Kantone zulassen. Ein Onlinekonto setzt Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet voraus: die Deutschschweizer Kantone, Tessin und Liechtenstein bei Swisslos, die sechs Westschweizer Kantone bei der Loterie Romande.

Steht Boxen auf der Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten?

Das zulässige Angebot ist eine geschlossene Liste der Gespa, Fassung 10.09.2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS. Ob ein bestimmter Kampf angeboten werden darf, entscheidet diese Liste und nicht der Anbieter. Wer vor dem Wettschein Gewissheit will, prüft sie dort.

Wie berechnet sich der Gewinn, und welche Marge steckt in der Quote?

Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal dem Produkt der Einzelquoten, auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen abgerundet. In jedem Markt steckt eine Marge: Bei zwei Ausgängen zu 1.90 bleiben rund 95 % Auszahlungsquote, also rund 5 % Marge.

Wie wirken sich K.o., technischer Abbruch und Punktrichter-Urteil auf die Abrechnung aus?

Eine Disqualifikation gilt ausdrücklich nicht als technischer K.o., obwohl beide den Kampf vorzeitig beenden. Beim K.o. kann der Boxer nach einem Niederschlag innerhalb von 10 Sekunden nicht aufstehen. Ein Punktsieg kommt über drei Punktrichter zustande, deren Karten getrennt gezählt werden.

Welche Verlustlimiten müssen vor der ersten Wette gesetzt werden?

Bei Swisslos sind vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Senken wirkt sofort, erhöhen erst nach 72 Stunden. Ergänzend ist eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage möglich.

Wie werden Gewinne aus Boxwetten versteuert?

Bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn sind Gewinne aus bewilligten Grossspielen einkommenssteuerfrei; ab dem 1.1.2026 liegt der Bundesfreibetrag bei CHF 1’071’000. Darüber behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein. Der kantonale Freibetrag und die kantonale Praxis weichen je nach Kanton ab.

Inhalt erstellt vom Team «wettenlegalch»