Online Cricket wetten in der Schweiz – zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste und ein Preis, den niemand ausschreibt

Updated Oktober 2026
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Ein ovales Cricketfeld mit gemähtem Rasen und hellem Mittelstreifen am frühen Morgen, Nebel zwischen den Bäumen am Rand

Ein Test-Match läuft bis zu fünf Tage. Wer darauf setzt, bindet Geld über eine Woche, in der es regnen, die Zeit ablaufen und die Partie als Draw enden kann – und die Schweizer Rechtslage lässt für dieses Vorhaben genau zwei Adressen zu: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Alles andere, was eine Suchmaschine unter Cricket-Wetten ausspuckt, arbeitet ohne Schweizer Bewilligung.

Im Cricket stehen sich zwei Mannschaften mit je 11 Spielern gegenüber.

Datenstand: Oktober 29, 2026; die Bewilligungsangaben wurden gegen die Informationen der Gespa und der beiden interkantonal zugelassenen Veranstalter geprüft.

Was beim Cricket-Wetten in der Schweiz auf dem Spiel steht

Cricket ist in der Schweiz kein Volkssport. Die Folge ist eine ungewöhnliche Marktlage: Das Angebot hängt nicht daran, wie viele Leute zuschauen, sondern daran, was die Gespa-Liste der erlaubten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten hergibt. Wer heute ein Cricket-Spiel im Programm findet, findet es, weil es dort steht. Wer es nicht findet, findet es morgen vielleicht – oder nie.

Ein roter Lederball und ein Holzschläger liegen auf einer Rasenkante, dahinter ein unscharfer Zaun
Im Cricket stehen sich zwei Mannschaften mit je 11 Spielern gegenüber; ein Spiel hat zwei oder vier Innings, ein Over besteht aus sechs regulären Bällen.

Zwei Mannschaften, elf Spieler, und ein Ball, der mehr zählt als das Spektakel

Cricket stellt zwei Mannschaften mit je elf Spielern gegenüber. Ein Spiel besteht aus zwei oder vier Innings, ein Over aus sechs regulären Bällen. Diese drei Zahlen sind der ganze Rahmen, in dem eine Quote überhaupt Sinn ergibt: Ein Innings ist keine Halbzeit, ein Over ist keine Spielminute, und die Zahl der Innings entscheidet, ob eine Partie an einem Nachmittag oder an fünf Tagen vorbei ist.

Für den Wettenden heisst das: Die Laufzeit einer Wette ist im Cricket ein eigener Risikofaktor. Ein Fussballspiel ist nach rund zwei Stunden entschieden; ein Test-Match kann am fünften Tag in ein Unentschieden kippen, das in dieser Sportart nicht Unentschieden heisst, sondern anders geregelt ist – dazu im Abschnitt zum Spielplan mehr.

Ein Smartphone mit dunklem Display liegt auf einer Parkbank, dahinter ein Schweizer Dorf mit Kirchturm im Dunst
Den Cricket World Cup 2023 gewann Australien, Gastgeber war Indien; die Ausgabe 2027 wird in Südafrika, Simbabwe und Namibia ausgetragen und auf 14 Teams erweitert.

Ein Tag, fünf Tage, dreissig Minuten: warum die Spielform den Markt bestimmt

Ein Test-Match dauert bis zu fünf Tage, mit täglich drei Sessions von etwa zwei Stunden. Das One-Day International (ODI) umfasst in der Regel 50 Overs pro Innings, ein Twenty20 (T20) 20 Overs pro Innings mit höchstens 75 Minuten je Innings. Zwischen dem kurzen Format und dem langen liegen also Welten – und mit ihnen völlig verschiedene Märkte, verschiedene Rhythmen und ein sehr unterschiedliches Zeitfenster, in dem ein Einsatz gebunden ist.

Drei Formate, drei Zeiträume: Bei einem T20 hält sich eine Vorab-Wette über einen Abend. Bei einem ODI über einen Tag. Beim Test über eine Woche, in der jeden Morgen neue Informationen in die Quote einfliessen – Wetterbericht, Pitch-Bericht, Aufstellung. Wer in dieser Woche nicht eingreifen kann, schaut zu, wie sich der Wert seiner Wette ohne ihn bewegt. Sporttip bietet für solche Fälle einen Cash-Out an (dazu unten mehr), aber nur als vollständigen Ausstieg.

Live-Wetten und Quoten: was eine Quote im Cricket tatsächlich sagt

Bei Sporttip gelten Live-Wetten unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die erst nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, werden mit Quote 1.00 gewertet – in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten ebenso mit Quote 1.00 bewerten. Beim Cricket ist das ein wunder Punkt: Ein Wicket fällt in Sekunden, ein Regenunterbruch ändert das Ziel mitten im Innings, und der Bildschirm hängt der Wirklichkeit im Stadion hinterher.

Für den Einsatz heisst das: Live-Wetten im Cricket sind ein Instrument für schnelle Reaktion, nicht für lange Nerven. Und die Quote selbst ist keine Wette auf die Wahrheit, sondern eine Rechnung mit einer eingebauten Marge. Wie gross diese Marge ist und was sie über einen Abend kostet, lässt sich mit einem einfachen Beispiel zeigen – das gehört in den Abschnitt «Cricket-Wettanbieter im Vergleich», weil genau dort der Unterschied zwischen einem fairen Preis und einem Marketingversprechen sichtbar wird.

Was von einem Bonus bleibt, wenn man nachrechnet

Ein «Willkommensbonus» klingt im Cricket besonders grosszügig, weil ein Fünf-Tage-Spiel lange offensteht und ein ganzer Turniersommer sich anbietet. Die zwei Schweizer Veranstalter schreiben ihre Bedingungen selbst, und das Gesetz schreibt ihnen nur vor, dass Gratisspielguthaben die vorherige Zustimmung der Gespa brauchen. Sporttip kennt Quotenboosts ausschliesslich online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert – und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Das ist der Punkt, an dem sich die Werbefreude und der Wettschein trennen: Eine Erhöhung, die verschwindet, sobald man sie braucht, ist keine Erhöhung, sondern eine Frist. Wer im Cricket auf wechselhaftes Wetter und lange Spielzeiten setzt, braucht den Cash-Out häufiger als der Fussballtipper – und verliert dann einen Vorteil, den er vorher hatte.

Ob Cricket-Wetten in der Schweiz überhaupt erlaubt sind

Die kurze Antwort: legal, aber nur bei zwei Veranstaltern und nur mit einem Sport, der auf einer Liste steht. Wer das für eine Einschränkung hält, die sich umgehen lässt, findet im Netz Dutzende Seiten, die genau das behaupten. Sie sind nicht illegal, weil sie Cricket anbieten – sie sind ohne Bewilligung, und das ist in der Schweiz ein Unterschied mit Folgen.

Grossspiel, Gespa und der Grund, warum es keinen dritten Anbieter gibt

Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e) und werden von der Gespa beaufsichtigt, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern. Die Eidgenössische Spielbankenkommission ist hier nicht zuständig – sie beaufsichtigt nur Casinos, und dieser Unterschied wird in Diskussionen regelmässig verwischt. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS) und gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS).

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Swisslos ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel und stützt sich auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Deshalb gibt es keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher – es gibt keine. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.

Veranstalter Bewilligungsstatus Veranstalterin laut Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne
Betscore ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung
22Bet ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung
bet-at-home ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung
Betify ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung
ZotaBet ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung
BetAlright ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung
N1 Bet ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung
BetFury ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung

Die Herkunft einer ausländischen Bewilligung – ob Curaçao, Malta oder Deutschland – ändert an der Schweizer Rechtslage nichts. Das Geschäft ohne Schweizer Bewilligung zu betreiben, ist strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Der Spielende selbst wird nach Auffassung des Bundesamts für Justiz nicht bestraft. Das ist die gute Nachricht – und die schlechte steht gleich daneben: In einem Verfahren gegen den Anbieter können Einsätze und Gewinne eingezogen werden, und es gibt keinen Schweizer Rechtsschutz und keine Fairplay-Kontrolle. Die Sperrliste der Gespa umfasst ausländische Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS); die erste Liste stammte vom 3. September 2019, Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt – ein Vorgang, den die Gespa Domain-Hopping nennt und bei dem sie unter anderem Interwetten, Bet-at-Home und bet365 nennt.

Der Kanton entscheidet, wer mitmachen darf

Ein Online-Konto bei Swisslos setzt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet voraus. Zu diesem Gebiet gehören die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu der Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Wer in Genf wohnt, kommt also nicht an Sporttip, wer in Zürich wohnt, nicht an Jouez Sport. Diese Grenze ist keine Formalie, sondern die praktischste Einschränkung des ganzen Themas: Ein Cricket-Freund aus der Deutschschweiz hat genau einen bewilligten Anbieter, und die gesamte Konkurrenzfrage reduziert sich auf die Märkte, die dieser eine Anbieter führt. Online braucht es zusätzlich mindestens 18 Jahre, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren; die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Artikel 47 Absatz 3 VGS verlangt Wohnsitz in der Schweiz.

Die geschlossene Liste: was gewettet werden darf und was nicht

Erlaubt sind ausschliesslich Sportwetten – Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind es nicht. Welche Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten zulässig sind, steht in der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Fassung vom 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden stehen nur dann im Angebot, wenn die Liste sie aufführt, Frauenwettkämpfe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranking-Wetten nur, wenn das Ranking über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Die Liste enthält keine Corner- und Kartenmärkte und keine Esport-Sektion. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS).

Für Cricket bedeutet das: Ob ein bestimmtes Spiel, ein bestimmter Wettbewerb oder eine bestimmte Wettart angeboten werden darf, entscheidet der aktuelle Stand dieser Liste und nicht das Marketing. Ein Cricket-Turnier, das dort fehlt, lässt sich im bewilligten Schweizer Angebot nicht finden, egal wie populär es weltweit ist. Der Blick auf das Wettprogramm ist damit die einzige belastbare Auskunft – und sie kann sich ändern, während eine Saison läuft.

Live-Wetten sind zulässig, vor Spielbeginn und während des Spiels, soweit der Veranstalter über eine entsprechende Bewilligung verfügt; das Gesetz beschränkt sie nicht auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out ist gesetzlich nicht geregelt und bleibt eine Funktion des jeweiligen Veranstalters. Zu virtuellen Sportarten ist die Rechtslage nicht geklärt. Esports tauchen in der Gespa-Liste nicht auf.

Selbst gesetzte Limiten und die Spielsperre bei tagelangen Partien

Ein Cricket-Test läuft fünf Tage, ein Turnier mehrere Wochen. Diese Laufzeit ist der Grund, warum Spielerschutz hier nicht als Formalie abgehandelt werden darf: Verluste summieren sich in kleinen Schritten, und niemand merkt am Dienstag, was er bis Freitag ausgegeben hat.

Verlustlimiten: die Zahlen stehen nicht im Gesetz, sondern im Konto

Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Gesetzlich verlangt Artikel 87 VGS vom Veranstalter, einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste zu verlangen; die Erhöhung wirkt nach Gesetz nach 24 Stunden, Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Eine gesetzlich festgeschriebene Einzahlungsobergrenze kennt die Schweiz nicht.

Die Limitenlogik ist der stärkste Punkt des bewilligten Angebots und der am leichtesten übersehene. Wer im Cricket über fünf Tage dabei ist, für den ist die 7-Tage-Limite die relevante Grösse – nicht die Tageslimite, die an einem spielfreien Regentag gar nicht greift. Und die 72-Stunden-Frist für eine Erhöhung ist genau die Frist, in der ein Lauf am besten läuft. Das ist Absicht.

Die Spielsperre: die einzige Bremse, die nicht verhandelbar ist

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren – ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Nach Artikel 84 VGS kann eine freiwillige Sperre erst nach drei Monaten aufgehoben werden, unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).

Ein Sportwetten-Angebot ist bei Swisslos ausserdem erst ab 18 Jahren zugänglich; Minderjährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen, und wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Die Gespa hat 2025 bei Testkäufen an 200 Verkaufsstellen in 47,5 Prozent der Fälle eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der Schutz am Schalter ist also nicht streng – dieses Ergebnis sollte man kennen, bevor man sich auf eine Kontrolle am Verkaufspunkt verlässt.

Auszahlung nur auf das eigene Konto

Gewinne und Guthaben werden ausschliesslich auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausbezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme Auszahlungen oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Sportwetten-Angebot nicht, und Kredite an Spielende sind untersagt (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, regelt er in seinen eigenen Bedingungen. Ein Instrument, mit dem Banken oder Kartennetzwerke Zahlungen an nicht bewilligte Wettseiten sperren, kennt die Schweiz nicht.

Für den Wettenden ist die Kontobindung im Cricket mehr als eine Formalie: Sie macht jeden Gewinn nachvollziehbar, und sie macht ihn steuerlich sichtbar. Was das konkret bedeutet, steht im Abschnitt «Was ein Gewinn bei einem ausländischen Anbieter kostet».

Cricket-Spielplan: Test, ODI, T20 und die Turniere, die den Markt tragen

Die Cricket-Saison ist ein Kalender mit drei Geschwindigkeiten. Wer die Formate auseinanderhält, liest Quoten anders – und erkennt, welche Wette überhaupt zu seinem Zeitbudget passt.

Test-Match, One-Day International, Twenty20: drei Formate, drei Zeitrisiken

Ein Test-Match dauert bis zu fünf Tage, mit täglich drei Sessions von etwa zwei Stunden. Ein One-Day International umfasst in der Regel 50 Overs pro Innings. Ein Twenty20 spielt 20 Overs pro Innings, mit höchstens 75 Minuten je Innings. Ein Innings endet übrigens auch, wenn zehn Schlagmänner aus sind – ein Detail, das die Länge einer Partie schneller verkürzt als jede Uhr.

Wer sein Geld über fünf Tage bindet, kauft sich ein anderes Risiko als der T20-Tipper. Im langen Format entscheiden Wetter, Platz und Aufstellung in einem Rhythmus, den niemand am ersten Morgen überblickt. Im Kurzformat entscheidet ein einzelnes Over die Partie. Der eine Markt ist ein Langfristengagement, der andere ein Abend. Beide werden unter demselben Namen verkauft, und genau darin liegt die häufigste Verwechslung.

Wenn Regen das Ergebnis umschreibt: Duckworth-Lewis-Stern

Die Duckworth-Lewis-Stern-Methode berechnet das Ziel der zweiten schlagenden Mannschaft in Limited-Overs-Spielen, die durch Wetter unterbrochen wurden. In 50-Over-Spielen muss jedes Team mindestens 20 Overs spielen, im Twenty20 mindestens fünf – sonst wird die Partie als «No Result» gewertet. Ausnahmen bestehen, wenn ein Team all out ist oder das Ziel früher erreicht. Die Methode wurde 1997 eingeführt und 1999 vom International Cricket Council offiziell übernommen; seit November 2014 trägt sie nach Steven Stern den Namen Duckworth–Lewis–Stern.

Für eine Wette ist das der unangenehmste Mechanismus im Cricket, weil er eine laufende Partie nachträglich neu berechnet. Ein Team, das nach 30 Overs klar vorne liegt, kann durch eine Regenpause ein neues, höheres Ziel bekommen. Wer auf einen Sieger gesetzt hat, hält plötzlich eine andere Wette in der Hand, ohne dass sich am Wettschein etwas geändert hätte. Und wenn die Mindestzahl an Overs nicht erreicht wird, ist die Partie «No Result» – je nach Wettart und Bedingungen kann das den Einsatz kosten statt ihn zu retten. Genau deshalb sollten die Wettbedingungen des Veranstalters vor dem Einsatz gelesen werden und nicht danach.

Tie, Draw, No Result: drei Ausgänge, die kein Unentschieden sind

Ein Spiel endet als Tie, wenn alle Innings beendet sind und der Punktestand gleich ist; das gilt als sehr selten. Als Draw gilt in der Regel eine Partie, bei der die Zeit vor dem Ende aller Innings abläuft. Dazu kommt das «No Result» aus einer Wetterunterbrechung. Drei Begriffe, drei verschiedene Ausgänge – und ein Wettschein, der nur «Sieger» kennt, deckt keinen davon sauber ab.

Das ist kein Wortklauberei-Problem. Beim Test-Cricket ist der Draw der Normalfall, nicht die Ausnahme: Fünf Tage reichen oft nicht für ein Ergebnis. Wer den Draw im Kopf als «Unentschieden» abhakt, verwechselt die häufigste Ausgangslage des Formats mit der seltensten.

Weltmeisterschaften und Ligen: welches Cricket im Kalender steht

Der Cricket World Cup der Männer findet alle vier Jahre statt und wird mit 50 Overs pro Innings gespielt – seit 1987, davor mit 60. Die erste Austragung war 1975 in England, Rekordsieger ist Australien mit sechs Titeln. Den Cricket World Cup 2023 gewann Australien, Gastgeber war Indien; die Ausgabe 2027 wird in Südafrika, Simbabwe und Namibia ausgetragen und auf 14 Teams erweitert. Das Finale 2019 endete nach 50 Overs 241:241 und im Super Over 15:15; England gewann anhand der Zahl der Boundaries. Die Indian Premier League (IPL) ist ein Beispiel für eine nationale Twenty20-Liga mit internationalen Spielern.

Diese Termine sind der Grund, warum Cricket-Wetten in der Schweiz zyklisch auftauchen: In einem Weltmeisterschaftsjahr reden mehr Leute darüber, und ein Turnier mit 14 Teams produziert mehr Partien, die auf einer bewilligten Liste stehen können. Die IPL zeigt die andere Seite – eine Liga, die weltweit riesige Aufmerksamkeit hat und deren Platz im Schweizer Angebot von der Liste abhängt, nicht von der Zuschauerzahl. Wer im Frühling ein Cricket-Programm sucht, findet es vielleicht; wer es im Herbst sucht, findet womöglich eine leere Kategorie.

Cricket-Wettanbieter im Vergleich: Bewilligung, Einsatzlimiten und Auszahlung

Zehn Anbieter stehen hier nebeneinander – zwei mit Schweizer Bewilligung, acht ohne. Der Vergleich ist damit kein Vergleich unter Gleichen, und er kann es auch nicht sein. Er ist eine Einordnung: Wer darf was, zu welchem Preis, und mit welchem Rechtsschutz, wenn etwas schiefgeht.

Wie dieser Vergleich liest und wo seine Grenzen liegen

Ein Anbietervergleich im Schweizer Sportwetten-Markt misst an drei Dingen, die sich überprüfen lassen. Erstens die Bewilligung: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht durch die Gespa – oder eben keine Schweizer Bewilligung. Zweitens die Einsatzlimiten, die der Veranstalter vertraglich setzt. Drittens der Weg des Geldes: Die Auszahlung läuft bei bewilligten Anbietern auf ein Konto im Namen des Kontoinhabers, und das ist keine Nebensache, sondern der Unterschied zwischen einem nachvollziehbaren Gewinn und einem Guthaben auf einer ausländischen Plattform.

Der Vergleich stösst an seine Grenzen, sobald die Märkte ins Spiel kommen. Bei Cricket entscheidet die Gespa-Liste, welche Wettbewerbe und Wettarten überhaupt angeboten werden dürfen – und ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ist an diese Liste nicht gebunden und kann Märkte führen, die im bewilligten Angebot fehlen. Das ist kein Vorteil, sondern die andere Seite der fehlenden Bewilligung: Was nicht erlaubt ist, muss nicht geführt werden, und was geführt wird, unterliegt keiner Schweizer Kontrolle. Wer das im Kopf behält, liest die folgende Rangliste richtig.

Die Marge rechnen: was eine Quote verschweigt

Nehmen wir einen Markt mit zwei möglichen Ausgängen und Quoten von 1.90 und 1.90 – ein Rechenbeispiel, kein quotierter Preis. Der Auszahlungsschlüssel eines solchen Marktes ergibt sich aus 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte beider Quoten, hier also 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90); die Marge ist 100 Prozent minus diesem Auszahlungsschlüssel. Das Resultat liegt in einem Band von rund 5 Prozent, und es verschiebt sich mit jeder Quotenstellung: Je näher die beiden Quoten an 2.00 heranrücken, desto kleiner wird die Marge, je weiter sie davon abweichen, desto grösser. Bei 1.95 auf beiden Seiten sinkt die Marge auf etwa 2,6 Prozent, bei 1.80 steigt sie auf rund 11 Prozent.

Diese Zahl ist die wichtigste des ganzen Themas und die einzige, die in keiner Werbung steht. Wer auf ein Cricket-Spiel 100 Franken setzt, zahlt bei einer Marge von 5 Prozent im statistischen Mittel 5 Franken dafür, dass die Wette überhaupt möglich ist – unabhängig davon, ob sie gewinnt. Und im Cricket kommt ein zweiter Kostenfaktor hinzu, den der Fussball nicht hat: Ein Markt mit zwei Ausgängen wird dem Format nicht gerecht. Ein Test-Match kennt drei reguläre Ergebnisse, ein Limited-Overs-Spiel zusätzlich das «No Result». Wo ein Anbieter nur Sieger anbietet, verteilt sich die Marge auf weniger Möglichkeiten und wird auf den einzelnen Ausgang teurer. Wer die Marge kennen will, rechnet bei jedem Markt nach, bevor er setzt – die Formel oben braucht 30 Sekunden und liefert mehr als jede Bonusseite.

Was ein Gewinn bei einem ausländischen Anbieter kostet

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert; der eidgenössische Schwellenwert liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Die kantonalen Schwellenwerte unterscheiden sich, also gilt: je nach Kanton. Oberhalb des Schwellenwerts behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Wer im Cricket 20 Franken gewinnt, liegt weit unter jeder Schwelle – auf dem Gewinn lasten weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer.

Bei ausländischen Anbietern gilt die Verrechnungssteuer nicht, dafür die kantonale Praxis: Die Steuerverwaltung des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als volles steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Ein Gewinn von 20 Franken, im bewilligten Angebot steuerfrei, ist damit bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ein steuerbarer Franken. Eine Wettsteuer auf Einsätze kennt die Schweiz nicht. Das ist allgemeine Information, kein Steuerrat – für den eigenen Fall ist die kantonale Steuerverwaltung oder ein Steuerberater die richtige Adresse.

Die zehn Anbieter im Einzelnen

Swisslos Sporttip: der bewilligte Ort für Cricket

Swisslos ist eine der beiden Veranstalterinnen, die das interkantonale Recht überhaupt zulässt, mit Sitz in Basel und tätig gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Sporttip läuft im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Wer ausserhalb wohnt, kommt an kein Konto.

Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000; Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Als reguläre Spielzeit gilt die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die gesamte Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Eine Übersicht der Limiten und des Reglements findet sich in den Spielregeln und Teilnahmebedingungen.

Der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; einen Anspruch auf Cash-Out für alle Wetten gibt es nicht. Angeboten wird er für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Swisslos hat für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio. verteilt: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe; aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio. (2024: CHF 122 Mio.).

Für Cricket ist Sporttip die einzige Adresse mit Schweizer Bewilligung in der Deutschschweiz – und damit die einzige, bei der die Gespa-Liste das Angebot bestimmt und die Spielsperre schweizweit greift. Ob ein bestimmtes Cricket-Spiel im Programm steht, lässt sich nur im aktuellen Wettprogramm prüfen. Wer Cricket als Dauerthema verfolgt und in einem Kanton des Vertragsgebiets wohnt, kommt an diesem Anbieter nicht vorbei; wer im Ausland wohnt, kommt nicht hinein. Die Limite von CHF 1’000 pro Einzelwette ist im Cricket selten bindend, die Limite für Systemwetten noch weniger.

Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Recht, anderes Publikum

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Auch sie hält eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (SR 935.51) unter Aufsicht der Gespa.

Die Bewilligungslage ist damit identisch mit der von Swisslos; unterschiedlich ist das Einzugsgebiet. Ein Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz in einem der sechs Kantone möglich. Für Cricket heisst das: In der Suisse romande gibt es ebenfalls genau einen bewilligten Weg, und ein Cricket-Freund aus Genf oder Lausanne hat keinen Zugang zu Sporttip. Die beiden Schweizer Angebote sind keine Konkurrenten, zwischen denen man wählen könnte – die Wahl trifft der Wohnort.

Wer Cricket-Wetten mit Schweizer Rechtsschutz, Spielsperre und Kontobindung sucht und in der Westschweiz wohnt, findet hier das einzige Angebot, das diese Bedingungen erfüllt. Die Kehrseite ist dieselbe wie bei Swisslos: Die Gespa-Liste bestimmt, welche Cricket-Wettbewerbe und Wettarten überhaupt angeboten werden dürfen, und ein Weltklasse-Turnier, das dort fehlt, lässt sich auch bei Jouez Sport nicht setzen.

Betscore: ohne Schweizer Bewilligung

Betscore hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten; eine Bewilligung, wie sie für den Anbieter berichtet wird, hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Der Anbieter ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, es gibt keinen Schweizer Rechtsschutz, und seine Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.

Wer Cricket-Wetten sucht, die im bewilligten Angebot fehlen, landet schnell bei solchen Plattformen. Der Preis dafür ist unsichtbar: kein Schutz, wenn eine Wette strittig wird, kein Zugang zur Spielsperre, und ein Einsatz, der in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden kann. Für Cricket-Spieler, die ausserhalb der Schweiz wohnen und keinen Zugang zu Sporttip oder Jouez Sport haben, ist das die einzige verbleibende Kategorie – und ihre Grenzen sind gesetzlich, nicht verhandelbar.

22Bet: ohne Schweizer Bewilligung

Auch 22Bet arbeitet ohne Schweizer Bewilligung. Eine berichtete ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS); der Anbieter ist nicht ans Sperrregister angeschlossen, Schweizer Rechtsschutz besteht nicht, und die Domains können über die Sperrliste blockiert werden.

Die Betonung liegt auf «können»: Die Sperrliste umfasste Ende 2025 insgesamt 671 Domains, und blockierte Adressen werden innert Stunden ersetzt – ein Vorgang, den die Gespa Domain-Hopping nennt. Wer sich auf die Erreichbarkeit einer ausländischen Seite verlässt, verlässt sich auf einen Zustand, den eine Behörde jederzeit ändern kann. Für Cricket-Wetten bedeutet das ein Angebot, das sich nicht planen lässt.

bet-at-home: ohne Schweizer Bewilligung

bet-at-home hat keine Schweizer Bewilligung. Der Anbieter steht nicht im Schweizer Bewilligungsrahmen, eine ausländische Bewilligung hat hier keine Wirkung (Art. 4 BGS), das Sperrregister gilt für ihn nicht, und der Schweizer Rechtsschutz fehlt. Domain-Hopping nennt die Gespa unter anderem bei Bet-at-Home.

Dass ein bekannter Name in der Diskussion um Zugangssperren auftaucht, ist kein Zufall, sondern die logische Folge davon, ohne Bewilligung auf einen Markt zu zielen, der nur zwei Veranstaltern offensteht. Wer bei diesem Anbieter Cricket-Wetten findet, findet sie ausserhalb des Schweizer Rahmens – mit allen Folgen für Auszahlung, Steuerbehandlung und Einzug. Die bequemste Antwort auf einen fehlenden Markt ist hier die teuerste; für den Zugang zu Cricket-Wettbewerben, die die Gespa-Liste nicht aufführt, gibt es im bewilligten Angebot keinen Ersatz, und dieser Befund lässt sich mit keiner Plattform wegdiskutieren.

Betify: ohne Schweizer Bewilligung

Betify ist ohne Schweizer Bewilligung tätig. Eine Veranstalter- oder Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz liegt nicht vor; eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS), der Anbieter ist nicht an das Sperrregister angeschlossen, Schweizer Rechtsschutz besteht nicht, und die Domains können auf die Sperrliste gesetzt werden.

Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung hängt alles am Vertrag, den der Wettende mit ihm schliesst – Bedingungen, Auszahlungsfristen und Streitbeilegung stehen dort und nirgends sonst. Wer Cricket-Wetten bei einem solchen Anbieter platziert, sollte die Auszahlungsbedingungen vorher gelesen haben. Nachher liest man sie ohnehin.

ZotaBet: ohne Schweizer Bewilligung

ZotaBet hat keine Schweizer Bewilligung und ist damit nicht Teil des bewilligten Schweizer Sportwetten-Marktes. Eine berichtete Bewilligung entfaltet nach Art. 4 BGS keine Wirkung in der Schweiz, das Sperrregister erfasst den Anbieter nicht, und Schweizer Rechtsschutz sowie Fairplay-Kontrolle fehlen. Seine Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.

Für Cricket-Wetten zählt bei diesem Anbieter allein, was in seinen eigenen Bedingungen steht – und was nicht dort steht, existiert praktisch nicht. Wer in einem Streitfall eine Schweizer Aufsichtsbehörde anrufen will, hat bei einer Plattform ohne Bewilligung keine Adresse. Der Verzicht auf die 671 Domains der Sperrliste ist ein Verzicht, den man vorher kennen sollte.

BetAlright: ohne Schweizer Bewilligung

BetAlright tritt ohne Schweizer Bewilligung auf. Die Bewilligung nach BGS, die nur Swisslos und Loterie Romande für Sportwetten haben, liegt nicht vor; eine ausländische Bewilligung ist in der Schweiz unwirksam (Art. 4 BGS), das Sperrregister gilt nicht, es besteht kein Schweizer Rechtsschutz, und die Sperrliste kann den Zugang treffen.

Im Cricket ist das ein doppeltes Problem, weil die Sportart selbst von einer Schweizer Liste abhängt. Ein Anbieter ohne Bewilligung darf Märkte führen, die im bewilligten Angebot fehlen – er darf sie aber nicht deshalb führen, weil sie gut sind, sondern weil ihn keine Schweizer Liste bindet. Die fehlende Bewilligung erklärt also beide Richtungen: mehr scheinbare Auswahl und weniger Schutz.

N1 Bet: ohne Schweizer Bewilligung

N1 Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Es gibt keine Veranstalter- oder Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz für diesen Anbieter, eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS), der Anschluss ans Sperrregister fehlt, Schweizer Rechtsschutz besteht nicht, und die Domains können über die Sperrliste blockiert werden.

Bei einem Anbieter dieser Art entscheidet die Auszahlungspraxis über den tatsächlichen Wert einer Wette. Wer Cricket über fünf Tage spielt, hat eine Wette, die lange offen bleibt – und ein Guthaben, das erst mit der Auszahlung real wird. Die Bedingungen dieses Weges stehen im Anbietervertrag; eine Schweizer Stelle prüft sie nicht.

BetFury: ohne Schweizer Bewilligung

BetFury hat keine Schweizer Bewilligung. Damit fehlt die Bewilligung nach BGS, die in der Schweiz allein Sportwetten erlaubt, eine ausländische Bewilligung wirkt hier nicht (Art. 4 BGS), der Anbieter ist nicht ans Sperrregister angeschlossen, Schweizer Rechtsschutz gibt es nicht, und seine Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.

Cricket-Wetten bei einem Anbieter ohne Bewilligung sind damit ein Geschäft ohne Schweizer Rückhalt. Wer hier setzt, sollte zumindest wissen, dass Einsätze und Gewinne in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden können und dass die Spielsperre, die im bewilligten Angebot schweizweit gilt, hier nicht greift. Wer Cricket im bewilligten Rahmen spielen will, muss in einem der Swisslos-Kantone oder in der Westschweiz wohnen – für alle anderen bleibt nur die Abwägung zwischen einem Angebot, das die Liste nicht abdeckt, und einem Schutz, den es dort nicht gibt.

Fragen und Antworten zu Cricket-Wetten in der Schweiz

Können Swisslos und Loterie Romande überhaupt Cricket anbieten?

Beide halten eine Bewilligung als Veranstalterin von Sportwetten und dürfen Cricket nur führen, wenn die Sportart, der Wettbewerb und die Wettart in der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten stehen (Fassung vom 10.09.2026). Ob ein konkretes Spiel im Programm ist, zeigt das aktuelle Wettprogramm des Veranstalters.

Welche Rolle spielt das Format für die Auswahl der Wette?

Es entscheidet über die Laufzeit des Einsatzes. Ein Test-Match dauert bis zu fünf Tage mit drei Sessions von je etwa zwei Stunden täglich, ein ODI in der Regel 50 Overs pro Innings, ein Twenty20 20 Overs mit höchstens 75 Minuten je Innings. Kurzes Format, kurze Bindung – langes Format, langes Risiko.

Wie verändert ein Regenunterbruch eine laufende Wette?

Die Duckworth-Lewis-Stern-Methode berechnet das Ziel der zweiten schlagenden Mannschaft neu. In 50-Over-Spielen braucht es mindestens 20 Overs je Team, im Twenty20 mindestens fünf, sonst gilt «No Result». Ein neues Ziel kann eine Partie umdrehen, die bereits entschieden schien.

Wie ergibt sich der mögliche Gewinn aus Einsatz und Quote?

Bei einer Einzelwette ist der Rückzahlungsbetrag der Einsatz mal die Quote. Bei 100 Franken Einsatz und Quote 2.10 sind das 210 Franken, wobei der Nettogewinn 110 Franken beträgt. Bei einer Kombiwette werden die Quoten der einzelnen Voraussagen zu einem Preis multipliziert; das vergrössert den möglichen Gewinn und die Zahl der Bedingungen, die alle eintreffen müssen.

Was verrät die Marge über die Fairness einer Cricket-Quote?

Sie ist die Differenz zwischen 100 Prozent und dem Auszahlungsschlüssel eines Marktes, der sich aus 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes ergibt. Bei zwei Ausgängen zu je 1.90 liegt sie in einem Band von rund 5 Prozent. Je mehr reguläre Ausgänge ein Cricket-Markt hat, desto mehr verteilt sich diese Marge.

Wie unterscheidet sich die Besteuerung eines Gewinns bei Sporttip von einem ausländischen Anbieter?

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum kantonalen Steuerfreibetrag einkommenssteuerfrei; ab dem eidgenössischen Schwellenwert von CHF 1’071’000 (ab 1.1.2026) fallen 35 Prozent Verrechnungssteuer an, die man über die Steuererklärung zurückholt. Bei ausländischen Anbietern entfällt diese Steuer, doch einzelne Kantone wie Thurgau behandeln solche Gewinne als voll steuerbares Einkommen. Eine Wettsteuer auf Einsätze kennt die Schweiz nicht.

Inhalt erstellt vom Team «wettenlegalch»