DFB-Pokal im Schweizer Wettangebot: Sporttip und Jouez Sport – und die Marge dazwischen

Updated Oktober 2026
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Ein Stapel unbeschriebener Papierzettel mit einem Gummiband liegt auf einer Werkbank im Seitenlicht

*Stand: Oktober 29, 2026 — Bewilligungsstatus und Limiten geprüft gegen die Gespa-Übersicht und die Spielregeln der beiden Schweizer Veranstalter.*

Wer in der Schweiz auf ein Pokalspiel setzen will, landet nach ein paar Suchanfragen bei einer Liste, die kürzer ist, als jeder Werbebanner vermuten lässt. Fussballwetten sind hier ein Grossspiel, und für Grossspiele kennt das interkantonale Recht genau zwei Veranstalter: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Alles andere sind ausländische Plattformen ohne Schweizer Bewilligung, die ein Schweizer trotzdem aufrufen kann — der Sperrfilter greift erst, wenn eine Domain auf der Liste steht, und die Liste füllt sich schneller, als ein Anbieter seine Adresse wechselt. Beide Wege sind gangbar. Beide kosten etwas anderes. Und in jedem Fall sitzt in der Quote ein Aufschlag, der mit dem Ausgang der Partie nichts zu tun hat.

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Wettmärkte rund um den deutschen Pokal: was im Schweizer Angebot buchbar ist

Ein K.-o.-Wettbewerb ist die unfreundlichste Umgebung für jeden Tipp. Es gibt kein Rückspiel, in dem sich ein Fehler korrigieren lässt, und ein Abend kann nach neunzig Minuten remis stehen, ohne dass die Sache entschieden wäre. Wer auf ein Pokalspiel setzt, sollte deshalb zuerst die Abrechnung verstehen und erst danach über die Mannschaft nachdenken.

Reguläre Spielzeit, Verlängerung, Elfmeterschiessen

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer, im Fussball also neunzig Minuten, plus die Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur mit, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Das klingt nach einer Formalie aus dem Kleingedruckten und ist die praktischste Information dieser Seite. Eine Siegwette auf eine Mannschaft ist in der Grundform eine Neunzig-Minuten-Wette. Entscheidet sich die Partie erst vom Punkt, hat der Tipp für diese Wette nichts gebracht. Auf das Weiterkommen lässt sich separat setzen — wer das nicht tut, hat auf die falsche Sache getippt und erfährt es an einem Abend, an dem er sich längst im Elfmeterschiessen wähnt.

Ein Fussball liegt im Netz hinter einem Tor, weicher Morgennebel hängt über dem Rasen
Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig.

Das Wettschein-Formular kennt diese Unterscheidung. Der Ausgang, für den man bezahlt, steht auf dem Beleg.

Was die Marge in einer Quotenzeile wirklich ist

Eine Quote ist kein Preis für ein Produkt, sondern ein Angebot in einem Markt. Die beiden Seiten einer Zwei-Weg-Wette, wie sie bei einem Pokalspiel ohne Remis-Ausgang üblich ist, tragen eine Zahl, aus der sich der Anteil ableiten lässt, den der Veranstalter für sich behält. Bei Quoten von je 1.90 auf beide Seiten zahlt der Markt 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) aus, also einen Quotenschlüssel von rund 95 Prozent. Die Marge liegt damit bei etwa fünf Prozent der Einsätze dieses Marktes. Die Rechnung ist keine Kritik an einem Anbieter, sie gilt für jeden, der Quoten stellt: Der Aufschlag ist der Lohn des Buchs.

Setzt man die beiden Seiten eines solchen Marktes in Beziehung zueinander, entsteht ein Band. Fallen die beiden Quoten auf 1.80, sinkt der Auszahlungsanteil auf rund 90 Prozent und die Marge steigt in die Nähe von zehn Prozent. Steigen sie auf 2.05, liegt der Auszahlungsanteil bei etwa 97.6 Prozent und die Marge unter zweieinhalb Prozent. Diese Spanne, von unter drei bis gegen zehn Prozent, ist der eigentliche Inhalt der Übung: Eine Marge ist keine Konstante des Anbieters, sondern eine Entscheidung für dieses Spiel an diesem Tag. Wer den Wert einer Quote beurteilen will, muss sie gegen die andere Seite desselben Marktes lesen, nicht gegen eine Wunschzahl.

Umgekehrt gelesen sagt eine Quote von 1.90, dass der Veranstalter dem Ausgang eine Wahrscheinlichkeit von rund 52.6 Prozent beimisst. Nimmt man die zweite Seite desselben Marktes dazu, landet man über hundert Prozent — und genau diese Differenz ist der Preis des Geschäfts. Auf einen Favoriten, der mit 1.20 notiert, entfallen rechnerisch über achtzig Prozent Wahrscheinlichkeit; das Feld, das der Veranstalter für die dritte Möglichkeit eines Pokalspiels offen lässt, lässt sich an derselben Zeile ablesen.

Wer auf dieselbe Partie bei beiden Schweizer Veranstaltern setzt, doppelt seine Chancen nicht. Er bezahlt die Marge zweimal.

Die beiden Schweizer Angebote und die acht Plattformen daneben

Marktzahlen für einzelne Pokalpartien sind keine Konstante; interessanter als eine Momentaufnahme ist hier, unter welchen Voraussetzungen ein Anbieter überhaupt in die Auswahl kommt. Die folgende Übersicht ordnet die zehn Angebote nach Bewilligungslage und nennt jeweils den Veranstalter oder die Stelle, die im Markt hinter dem Namen steht.

Anbieter Bewilligungsstatus Veranstalterin / gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel — eine der beiden Veranstalterinnen, die das interkantonale Recht zulässt
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande) — eine der beiden Veranstalterinnen, die das interkantonale Recht zulässt
BC Game ohne Schweizer Bewilligung ausländische Bewilligung gemeldet, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS); Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden
22Bet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Bewilligung gemeldet, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS); Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden
BetOnRed ohne Schweizer Bewilligung ausländische Bewilligung gemeldet, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS); Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden
20Bet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Bewilligung gemeldet, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS); Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden
DirectionBet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Bewilligung gemeldet, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS); Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden
BassBet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Bewilligung gemeldet, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS); Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden
N1 Bet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Bewilligung gemeldet, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS); Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden
Gamdom ohne Schweizer Bewilligung ausländische Bewilligung gemeldet, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS); Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden

Zehn Zeilen, davon zwei mit einer Bewilligung, die in der Schweiz etwas bedeutet. Der Rest ist keine Grauzone, sondern der normale Zustand eines Marktes, der eine geschlossene Liste kennt und das Ausland schlicht nicht hindern kann. Was ein Schweizer bei diesen acht Anbietern nicht bekommt, ist die Aufsicht: kein Anschluss an das Sperrregister, kein schweizerischer Rechtsweg. Was er bekommt, hängt an Bedingungen, die nur auf der Seite des jeweiligen Anbieters stehen und die sich mit jedem Domainwechsel neu stellen. Für den Einzelnen heisst das, vor jedem Einzelsatz zu entscheiden, welches Risiko er tragen will.

Rechtslage: zwei bewilligte Veranstalter und die Grenze zum Ausland

Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019, Art. 3 lit. c und e). Die Aufsicht führt die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat, das seit dem 1. Januar 2021 in Kraft ist. Die Eidgenössische Spielbankenkommission ist nicht die zuständige Stelle — sie beaufsichtigt Casinos, nicht das Sportwettenangebot. Wer sich bei der falschen Behörde beschwert, verliert Zeit.

Ein Kiesweg führt durch einen Obstgarten zu einem Bauernhaus mit Holzbalkon, über dem Tal liegt Abendlicht
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019 (IKV 2020).

Ein Veranstalter braucht eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21 bis 25 BGS). Die Bewilligung gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS); eine Konzession aus Curaçao, Malta, Deutschland oder sonst woher hat hier keine Kraft. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt, und deshalb gibt es keine dritte Bewilligung zu finden: Swisslos veranstaltet Sporttip, Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus (Art. 47 Abs. 3 VGS) und in der Praxis zusätzlich Aufenthalt im Gebiet des jeweiligen Veranstalters.

Was die geschlossene Liste erlaubt — und was nicht

Das erlaubte Angebot ist ein Katalog, nicht ein Prinzip. Massgeblich ist die Liste der Gespa der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS): Qualifikationsrunden stehen dort nur, wenn sie ausdrücklich genannt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie genannt sind, und Ranglistenwetten nur dann, wenn die Rangliste den Start an einem internationalen Wettbewerb oder ein Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe fehlen ganz. Die Liste führt keine Eckball- und keine Kartenmärkte, und sie kennt keine Esport-Sektion. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS), und gewettet werden darf ausschliesslich auf Sportereignisse — nicht auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen.

Diese Enge ist keine Panne, sondern eine Entscheidung mit einer Adresse. Wer einen Markt vermisst, den eine ausländische Plattform anbietet, sollte wissen, dass die Lücke nicht aus Versehen entstanden ist.

Livewetten sind erlaubt, vor der Partie und während der Partie, sofern der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat; das BGS schränkt sie nicht auf bestimmte Live-Märkte ein. Cash-out regelt das Gesetz überhaupt nicht — es bleibt, was es ist: eine Funktion des jeweiligen Anbieters, beschrieben in dessen eigenen Bedingungen. Zu virtuellen Sportarten sagt das Recht hier nichts. Bei Esport bleibt es bei der Feststellung, dass die Liste ihn nicht führt.

Wer die beiden Veranstalter sind und welches Gebiet sie bedienen

Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet.

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14 in Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Die Sitzkantone sind damit so geschnitten, wie die Sprachgrenze verläuft, und das ist der wichtigste Satz für jeden, der die Wahl zwischen den beiden sucht: Es gibt sie nicht. Wer in Zürich wohnt, kann nicht zu Jouez Sport, wer in Genf wohnt, nicht zu Sporttip. Die Wahl ist nicht frei, sondern von der Wohnadresse entschieden.

Der Nettoertrag geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen (Art. 125 BGS). Das ist die stille Pointe des Systems: Der Aufschlag, den der Wetter bezahlt, landet zu einem grossen Teil dort, wo er Steuern zahlt.

Ausländische Plattformen: keine Bewilligung, keine Aufsicht, kein Rechtsweg

Ein ausländischer Anbieter darf in der Schweiz nicht veranstalten, und er darf hier auch nicht beworben werden (Art. 74 Abs. 3 BGS; wer es trotzdem tut, riskiert eine Busse von bis zu CHF 500’000, Art. 131 BGS). Die Organisation von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar — bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS). Der Spieler wird nach der Praxis des Bundesamts für Justiz nicht bestraft; aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und Schutz- und Fairplay-Kontrollen gibt es nicht.

Dazu kommt der technische Teil. Die Gespa führt eine Sperrliste der Domains ausländischer Anbieter, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS-Sperre blockieren (Art. 86 bis 93 BGS). Die erste Liste stammt vom 3. September 2019, und am Ende des Jahres 2025 standen 671 Domains darauf. Blockierte Adressen werden binnen Stunden ersetzt — die Gespa nennt dafür die Anbieter Interwetten und Bet-at-Home und führt bet365 als gelistet. Wer sich also darauf verlässt, dass eine Adresse funktioniert, verlässt sich auf eine Momentaufnahme. Der Anbieter bleibt erreichbar, die Aufsicht bleibt aus, und der Rechtsweg bleibt derselbe: keiner.

Der ehrliche Vergleich lautet deshalb nicht «sicher gegen unsicher». Er lautet: bewilligt heisst voller Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste erlaubter Sportarten und Märkte, Wohnsitzzwang und Identitätsprüfung. Unbewilligt heisst keine Schweizer Aufsicht, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg — und Gewinne, die nach kantonalem Recht steuerbar sein können. Keine der beiden Seiten ist mitgeliefert.

Steuern: der Freibetrag, den kaum jemand erreicht

Gewinne aus Schweizer Grossspielen, zu denen das Gesetz auch die Sportwetten zählt, sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn und werden erst darüber besteuert. Der eidgenössische Freibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (im Jahr 2025: CHF 1’070’400). Die kantonale Schwelle weicht davon ab, deshalb bleibt es bei «je nach Kanton» — keine Zahl aus einem Kanton lässt sich auf die ganze Schweiz übertragen. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration in der Steuererklärung zurückgeholt werden kann.

Für einen gewöhnlichen Wetter ist das eine Nachricht mit wenig Inhalt: Er bleibt unter der Grenze und zahlt auf seinen Gewinn keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer. Anders sieht es bei Gewinnen aus dem Ausland aus. Sie unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis etwa in Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als steuerbares Einkommen. Was bei einer Schweizer Wette steuerfrei bleibt, kann bei einer ausländischen also voll anfallen — derselbe Einsatz, dieselbe Quote, ein anderes Ergebnis auf der Steuererklärung. Ein Steuerthema, kein Wettverbot.

Eine schweizerische Wettsteuer auf Einsätze existiert nicht; wer eine solche Abgabe in einer Rechnung eines ausländischen Anbieters findet, findet keine Schweizer Steuer. Bei Fragen hilft ein Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.

Spielerschutz: die Limiten, die der Wetter selbst setzt

Wer glaubt, ein bewilligter Anbieter dürfe einem Kunden eine Verlustgrenze aufzwingen, wird hier enttäuscht. Der Staat schreibt keine feste Depotlimite vor. Er schreibt dem Veranstalter vor, dass er Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen muss (Art. 87 VGS). Die Zahlen kommen danach von den Veranstaltern selbst.

Bei Swisslos müssen Spielende vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und einer Grenze von CHF 1’000 für Personen unter einundzwanzig Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Der Vergleich von 72 zu 24 Stunden ist mehr als eine Zahl: Das Gesetz nennt 24 Stunden, die beiden Schweizer Veranstalter führen in ihren eigenen Bedingungen 72. Drei Tage sind lang genug, dass der Entschluss von gestern Nacht nicht mehr durchgeht, und kurz genug, dass er nicht zu einer endgültigen Entscheidung wird. Wer eine Senkung vornimmt, kann sie morgen wieder rückgängig machen — wer eine Erhöhung will, muss sie drei Tage wollen.

Spielsperre und Register

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein (Art. 80 bis 82 BGS). Ein freiwilliger Ausschluss kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), und der Weg führt über eine Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine Ausnahme für eine einzelne Plattform gibt es nicht: Wer im Register steht, steht dort für alle.

Ausgeschlossene und minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Wer sich sperren lässt, hat also nicht einfach ein Konto zu, das bei einer späteren Auszahlung noch hilfreich wäre. Minderjährige kommen online ohnehin nicht hinein (Art. 72 BGS), und ein Konto pro Person mit geprüfter Identität ist Pflicht (Art. 47 bis 52 VGS).

Der schwächste Punkt des Schweizer Schutzkonzepts liegt nicht im Netz, sondern an der Theke. Bei Gespa-Testkäufen im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47.5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer seinen Kindern sagt, sie müssten nur ins Dorflädeli, um einen Schein zu lösen, hat einen konkreten Anlass, das zu überdenken. Der Schalter ist keine besonders gut bewachte Grenze.

Einzahlung, Auszahlung, Gebühren

Bei Swisslos lässt sich Spielguthaben über eine Online-Zahlungsmöglichkeit oder einen Einzahlungsschein beziehen (Mindestbetrag CHF 20); in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos bietet dafür PostFinance Pay an, bei dem die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird.

Bei der Auszahlung gibt es eine Obergrenze der Kulanz. Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden, die Überweisung erfolgt dann innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben; Gewinne über CHF 1’000 gehen bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Bank- oder Postkonto des Teilnehmers.

Wer zweimal im Jahr eine reguläre Auszahlung macht, zahlt nichts. Wer nach einem Turnier in kürzeren Abständen auszahlt, zahlt dreimal drei Prozent — auf dem Papier eine Kommission, in der Praxis eine Bremse gegen das ständige Hin und Her zwischen Konto und Wallet. Ausgezahlt wird nur auf ein Konto im eigenen Namen (Art. 50 Abs. 2 VGS); Kredit an Spielende gibt es nicht (Art. 75 Abs. 1 BGS). Anonyme Auszahlungen und Krypto-Auszahlungen sind in der bewilligten Schweizer Sportwette damit ausgeschlossen. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, steht in seinen eigenen Bedingungen. Sperrwerkzeuge gegen Zahlungen an unbewilligte Wettseiten kennt die Schweiz nicht — wer eine Zahlung blockieren will, muss sie selbst blockieren.

Prognosen und Strategie: warum kein Tipp sicher ist

Wer nach Tipps für ein Pokalspiel sucht, findet eine Menge Meinungen mit wenigen Rechnungen darunter. Ein Tipp ist eine Einschätzung, keine Tatsache; wer ihn als Tatsache verkauft, verkauft etwas anderes.

Form, Aufstellung, Quote

Drei Dinge gehören in jede Vorbereitung. Die Form der letzten Wochen, die voraussichtliche Aufstellung und die Quote, die für die Partie im Programm steht. Die Form hat den Vorteil, dass sie überprüfbar ist, und den Nachteil, dass sie zurückblickt. Die Aufstellung ist bis kurz vor Anpfiff eine Vermutung. Die Quote ist der einzige der drei Werte, der etwas über die Meinung der anderen Wettenden sagt.

Aus diesen Angaben lässt sich eine Haltung zu einer Partie bauen, nicht der Ausgang. In einem K.-o.-Spiel kommt hinzu, dass die Mannschaften über neunzig Minuten alles riskieren, was ein Drittligist gegen einen Erstligisten weniger berechenbar macht als an einem normalen Ligatag. Der unbrauchbare Tipp ist nicht der, der falsch lag — er ist der, der behauptet, hätte nicht falsch liegen können. Wer auf eine Partie setzt, sollte vorher wissen, welchen Verlauf seine Wette nicht übersteht.

Value, Wahrscheinlichkeit und die eigene Schätzung

Eine Value-Wette liegt vor, wenn die eigene Einschätzung der Wahrscheinlichkeit höher ist als die Wahrscheinlichkeit, die in der Quote steckt. Der Gedanke ist richtig und die Anwendung schwer: Er verlangt eine eigene Zahl, die besser sein muss als die eines ganzen Marktes, der dieselbe Partie seit Tagen beobachtet. Wer diese Zahl nicht liefern kann, spielt nicht auf Value — er spielt gegen die Marge und nennt es eine Strategie.

Denn die Marge ist immer da. Bei einem Markt mit zwei Seiten zu je 1.90 fliessen rund fünf Prozent des Volumens an den Veranstalter, bevor irgendwer einen Gewinn sieht. Und ein Pokalabend mit Elfmeterschiessen ist keine Umgebung, in der sich ein kleiner, gut geschätzter Vorteil verlässlich niederlegt. Wer seine Einsätze am Rande der eigenen Einschätzung setzt und die Limits kennt, verbringt den Abend ruhiger als der, der alles auf die «stärkere» Mannschaft legt.

Wetten am Pokalabend und mehrere Paarungen

An Pokalabenden laufen mehrere Paarungen in kurzen Abständen, und das verleitet zu Kombinationen. Eine Kombination aus drei Ausgängen mit den Quoten 1.90, 2.10 und 1.80 ergibt ein Produkt von 7’182. Bei einem Einsatz von CHF 20 entspricht das einem möglichen Rückfluss von CHF 143.64. Der Betrag ist real, die Bedingung auch: alle drei Ausgänge müssen eintreffen. Ein einziger Fehltipp löscht den ganzen Schein, und mit jedem zusätzlichen Spiel sinkt die Wahrscheinlichkeit weiter, während der verlockende Betrag wächst. Zwei Spiele sind schon eine Kombination mit doppeltem Risiko; drei sind drei Gelegenheiten, an einer falschen Aufstellung zu scheitern.

Wer an einem Abend mehrere Wetten platzieren will, sollte die Zahl der Voraussagen auf einem Schein bewusst klein halten. Bei Jouez Sport umfasst eine Kombiwette zwischen zwei und zehn Voraussagen, die Gesamtquote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der obere Rand dieser Bandbreite ist kein Ziel, sondern eine Warnleuchte.

Wettarten und Quoten: Einzelwette, Kombi, Langzeit

Was der Gewinn wirklich ausmacht

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Danach wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einem Einsatz von CHF 20 und einer Quote von 1.90 sind das CHF 38.00, und die zweite Rundungsstufe ändert daran nichts. Die Rundung greift erst bei Beträgen, die nicht schon auf dem Rappenraster liegen. Beide Schritte zeigen in dieselbe Richtung, und wer eine Auszahlung nachrechnet, kommt entweder auf den Betrag oder einen halben Franken darunter.

Für eine Kombination heisst das: Der mögliche Gewinn wächst mit jeder weiteren Voraussage multiplikativ, die Trefferwahrscheinlichkeit schrumpft nach demselben Prinzip. Dass die Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten ist, macht eine Kombination nicht wertvoller, sondern nur selten erfolgreich.

Limiten, die beim Setzen greifen

Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz online bei CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2), der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Jouez Sport setzt zudem einen Höchstgewinn von CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen.

Diese Zahlen sind der eigentliche Charakter der beiden Angebote. Sporttip lässt den grösseren Einzelbetrag zu und den kleineren Mindesteinsatz, Jouez Sport begrenzt den Einzelbetrag auf die Hälfte und deckelt den Gewinn ausdrücklich. Wer eine Wette mit vierstelligem Einsatz plant, findet bei Sporttip ein Angebot und bei Jouez Sport keines. Wer mit zwei Franken spielen will, findet bei Sporttip den bequemeren Einstieg. Die Limite ist der Teil des Angebots, den niemand bewirbt.

Zwei Funktionen von Sporttip: Kombiboost und Quotenboost

Der Kombiboost gilt ausschliesslich online, in Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier Voraussagen, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Die Staffelung erzählt, was der Bonus wirklich ist: Bei vier Spielen verschiebt er kaum etwas, bei fünfzehn ist er ein anderes Produkt. Es ist der einzige Bonus dieser Grössenordnung, den ein Schweizer Veranstalter überhaupt anbietet.

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert — bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Boost hängt damit an einer Wette, die man durchlaufen lassen muss. Wer den Ausstieg nimmt, nimmt den Verzicht in Kauf.

Der Cash-Out selbst ist bei Sporttip ein vollständiger Ausstieg: Er gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Cash-out ist damit kein Recht, sondern ein Angebot, das kommen und gehen kann — und der Betrag, den es zahlt, ist genau der Preis, den man für das vorzeitige Ende akzeptiert.

Abgesagte Partien und die Frist für den Gewinn

Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Diese 48 Stunden sind der Nutzen des Abschnitts: Eine abgesagte Partie ist eine Wette, die nicht läuft, und eine Kombination überlebt sie mit einem Bein weniger. Ein Platzregen kann den ganzen Schein um eine Voraussage erleichtern.

Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks von Swisslos. Wer eine Auszahlung verweigert bekommt, kann innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief Einsprache erheben. Beide Fristen laufen ohne Erinnerung.

DFB-Pokal und andere Sportarten: Runden, Weiterkommen, Saisonwetten

Der deutsche Pokal ist ein K.-o.-Wettbewerb mit mehreren Runden und einem Finale am Ende. Was ihn von der Meisterschaft unterscheidet, ist nicht die Feldgrösse allein, sondern die Tatsache, dass eine einzige schlechte Halbzeit die Saison in diesem Wettbewerb beendet.

Die Runde und der Charakter der Partien

In jeder Runde steht eine einzelne Entscheidung an; das Feld schrumpft mit jedem Spieltag. Diese Struktur macht jede Partie zu einem eigenen kleinen Wettbewerb, in dem die Formkurve nur ein Argument unter mehreren ist — die Tagesform, der Spielplan und die Belastung aus dem Ligabetrieb zählen mehr als in einer Meisterschaft, in der ein schlechter Nachmittag nach drei Wochen vergessen ist.

Für eine Wette ist diese Struktur ein Vor- und ein Nachteil. Vorteil: Die Favoritenrolle ist in einem Spiel weniger hart als in einer ganzen Saison, weil die Aussenseiter eine echte Chance auf einen Ausrutscher haben. Nachteil: Genau deshalb ist die Aussage jeder einzelnen Quote schwächer als bei einem Spiel zwischen denselben Mannschaften in der Liga. Wer in einem K.-o.-Spiel auf einen Aussenseiter setzt, setzt auf ein Ereignis mit geringem Erwartungswert und nicht auf eine Mannschaft.

Weiterkommen, Pokalsieger, Endspiel

Auf das Weiterkommen einer Mannschaft lässt sich als eigener Markt setzen, und er ist die ehrlichere dieser beiden Optionen: Er muss nicht zwischen neunzig Minuten und Elfmeterschiessen unterscheiden, weil das Ergebnis, auf das er sich bezieht, das Weiterkommen ist. Wer der Meinung ist, dass eine Mannschaft den Vergleich übersteht, findet hier die Wette, die dazu passt, und nicht die Remis-Spekulation um sie herum.

Die Wette auf den Pokalsieger dagegen läuft über alle Runden. Der Einsatz bindet Kapital über Wochen, und der Nettogewinn ist das Produkt einer Quotenserie, die sich über die Saison zieht. Für einen Anhänger ist das eine Wette mit Unterhaltungswert; als Instrument, um aus einem Einsatz verlässlich mehr zu machen, taugt sie nicht. Ob eine Mannschaft ein Endspiel erreicht, ist keine Eigenschaft der Mannschaft, sondern das Ergebnis mehrerer einzelner Abende.

An welchen Wettbewerben und Märkten ein Schweizer überhaupt teilnehmen kann, entscheidet die zugelassene Liste; Turniere, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS). Gewettet wird auf Sportereignisse und auf nichts anderes.

Die zehn Angebote im Vergleich

Swisslos Sporttip — der Veranstalter mit dem grosszügigen Einzelrahmen

Sporttip ist eine der beiden Veranstalterinnen, die das interkantonale Recht für Sportwetten zulässt, mit einer Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS unter der Aufsicht der Gespa und der SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft als Trägerin. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000. Der Gewinn wird nach der Formel Einsatz mal Quote berechnet — bei Kombinationen mit der Gesamtquote — und in zwei Stufen gerundet. Vor der ersten Teilnahme sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 unter einundzwanzig Jahren; eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Der Zugang lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren, eine unbefristete Spielsperre landet in einem schweizweiten Register, das auch für Casinos und Liechtenstein gilt. Zur Registrierung braucht es mindestens achtzehn Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre und eine Identität, die über ein einmaliges Konto geführt wird; die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis gelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer an einem Wettereignis als Wettkämpfer teilnimmt, darf darauf nicht wetten.

Das Guthaben lässt sich ab CHF 20 mit einer Online-Zahlungsmöglichkeit aufladen, Swisslos bietet dafür PostFinance Pay mit Bestätigung in der PostFinance App; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und der Kauf ist nur möglich, solange das Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Zweimal innerhalb von 365 Tagen zahlt Swisslos gratis auf ein eigenes Schweizer oder Liechtensteiner Konto aus; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent anfallen, bei einer Überweisungsdauer von 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Quittung wandern automatisch ins Wallet, höhere Gewinne gehen bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Konto.

Die Zusatzfunktionen sind der eigentliche Reichtum dieses Angebots: Kombiboost mit 5 Prozent ab vier Voraussagen à mindestens 1.50 und bis zu 100 Prozent bei fünfzehn, Quoten- und Profitboosts nur online für Prematch-Einzelwetten mit einmaliger Nutzung je Wettendem, Cash-Out als vollständiger Ausstieg vor und während der Partie. Verzichtet man in einer Kombination auf eine abgesagte Partie, ersetzt die Quote 1.00 die Voraussage, wenn das Spiel nicht innert 48 Stunden nachgeholt wird.

Die Kehrseite liegt in der Gebietsgrenze und der Rundung. Wer in der Westschweiz wohnt, kommt an Sporttip nicht heran, und wer nachrechnet, findet einen Betrag, der um bis zu fünf Rappen unter dem eigenen Ergebnis liegt. Beides ist kein Grund zur Beschwerde, aber ein Grund, vorher nachzurechnen und nicht nachträglich.

Loterie Romande Jouez Sport — Westschweizer Rahmen mit gedeckeltem Gewinn

Jouez Sport ist das Sportwettenprodukt der Loterie Romande und die zweite Veranstalterin mit Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS unter Gespa-Aufsicht. Das Verbreitungsgebiet umfasst die sechs Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; die Loterie Romande nennt Avenue de Provence 14 in Lausanne als Kontaktadresse, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Der Mindesteinsatz online liegt bei CHF 2, in Verkaufsstellen bei CHF 3, für Multiples bei CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Eine Kombiwette umfasst zwei bis zehn Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn beträgt CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen.

Bemerkenswert ist der Verkaufsstellen-Kanal. Ein Wettschein lässt sich dort persönlich abgeben, was bei den meisten ausländischen Anbietern keine Entsprechung hat. Wer diese Absicherung will, bekommt bei Jouez Sport etwas, das Swisslos nur online anbietet. Und wer dort einreicht, trifft auf die Zahl, die das ganze System trübt: In 47.5 Prozent von 200 Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der Schalter schützt nicht von selbst.

Die Limite von CHF 500 pro Einzel- oder Kombiwette setzt jedem Vorhaben mit grösserem Einsatz eine harte Grenze. Wer an einem Wochenende CHF 2’000 unterbringen will, braucht bei Jouez Sport vier Scheine und bei Sporttip zwei. Wer die Wette auf einen Blick behalten will, ist bei diesem Anbieter falsch; wer die kleinere Einheit schätzt, weil sie den Verlust sichtbar hält, findet hier genau das.

BC Game — ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung

BC Game ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. In der Schweiz dürfen nur Swisslos und die Loterie Romande Sportwetten anbieten; eine ausländische Bewilligung hat hier keine Kraft (Art. 4 BGS). Die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und von Schweizer Telekom-Anbietern per DNS blockiert werden. Ein Konto bei BC Game hängt nicht am schweizerischen Sperrregister, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und wer sich im Register sperren lässt, sperrt sich nicht bei diesem Anbieter mit. Die gemeldete ausländische Bewilligung lässt sich für diesen Anbieter nicht gegen eine schweizerische Autorität prüfen.

Wer hier ein Konto eröffnet, wählt ein Umfeld ohne Schweizer Verlustschutz, ohne Verlustlimitenpflicht und ohne Schweizer Ansprechstelle bei einem Streit. Diese Wahl ist nicht verboten — bestraft wird nach der Praxis des Bundesamts für Justiz der Spieler nicht —, aber sie verschiebt jeden Streitfall an einen Ort, an dem der Schweizer Wetter kein Recht hat, das er kennt.

22Bet — ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung

22Bet ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Die Bewilligungsregel kennt nur Swisslos und die Loterie Romande; eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS), und die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen. Es fehlt der Anschluss an das schweizerische Sperrregister, es fehlt der Schweizer Rechtsweg. Eine gemeldete ausländische Bewilligung lässt sich nicht gegen eine Schweizer Behörde prüfen.

Für einen Schweizer Wettenden heisst das: Keine Stelle im Land haftet dafür, dass eine Wette korrekt abgerechnet wird. Ob das Angebot im Einzelfall trotzdem passt, entscheidet die eigene Risikobereitschaft, nicht eine Bewertung dieses Anbieters.

BetOnRed — ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung

BetOnRed ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Auch hier bleibt es bei den beiden Veranstaltern, die das Schweizer Recht kennt, und bei der ausländischen Bewilligung, die ohne Kraft bleibt (Art. 4 BGS). Die Domain kann auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden; ein Konto hängt nicht am schweizerischen Sperrregister, und es gibt keinen Schweizer Rechtsweg. Aus der Schweiz gemeldete Lizenzen liegen nicht vor.

20Bet — ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung

20Bet ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Die Bewilligung gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS), und die Zahl der Veranstalter ist auf zwei begrenzt; was bleibt, ist der Zugriff ohne Schweizer Aufsicht, ohne Anschluss ans Sperrregister und ohne Schweizer Rechtsweg. Die Domain kann auf die Gespa-Sperrliste gelangen.

DirectionBet — ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung

DirectionBet ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Die Sperrliste der Gespa wird von Schweizer Telekom-Anbietern per DNS-Block umgesetzt (Art. 86 bis 93 BGS); eine Adresse kann binnen Stunden durch eine andere ersetzt werden. Genau darauf lässt sich bei dieser Plattform nichts aufbauen. Es fehlt der Schweizer Rechtsweg, es fehlt der Anschluss an das Sperrregister.

BassBet — ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung

BassBet ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Es bleibt bei der Feststellung, die für alle Anbieter dieser Gruppe gilt: Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen hier Veranstalter von Sportwetten sein, eine ausländische Bewilligung bleibt ohne Kraft (Art. 4 BGS), und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.

N1 Bet — ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung

N1 Bet ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Der Anbieter kann auf die Gespa-Sperrliste gelangen; ein Konto hängt nicht am schweizerischen Sperrregister. Die Bewilligungslage lässt keine schweizerische Aufsicht zu, und ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht.

Gamdom — ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung

Gamdom ist eine ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung. Die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste geführt und per DNS blockiert werden; ein Konto ausserhalb des schweizerischen Sperrregisters bleibt ohne Schweizer Rechtsweg, und eine gemeldete ausländische Bewilligung lässt sich nicht gegen eine Schweizer Autorität prüfen.

Diese acht Anbieter sind keine gleichwertigen Alternativen zu den beiden Schweizer Veranstaltern, und die Reihenfolge in der Tabelle macht das sichtbar: Die beiden ersten Zeilen tragen eine Bewilligung mit Gespa-Aufsicht und den Namen eines Veranstalters, alle weiteren eine Konstruktion, die in der Schweiz niemand prüft. Wer bei einem von ihnen ein Konto eröffnet, sollte das mit einem Betrag tun, dessen Verlust er nicht bemerken müsste.

Häufige Fragen

Darf man in der Schweiz auf den DFB-Pokal wetten?

Ja, aber nur bei Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport — die beiden Veranstalter, die das interkantonale Recht für Fussballwetten zulässt. Ein Online-Konto verlangt Wohnsitz im jeweiligen Gebiet: Sporttip für die Deutschschweizer Kantone, Tessin und Liechtenstein, Jouez Sport für Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.

Werden Verlängerung und Elfmeterschiessen in einer Pokalwette mitgerechnet?

Nur wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Grundsätzlich gilt die Wette für die reguläre Spielzeit plus Nachspielzeit. Wer auf das Weiterkommen setzen will, findet dafür einen eigenen Markt, der nicht von den neunzig Minuten abhängt.

Warum ist kein Tipp zum Pokalspiel sicher?

Weil eine einzelne K.-o.-Partie eine hohe Streuung hat und in jeder Quote ein Aufschlag des Veranstalters steckt. Bei zwei Seiten zu je 1.90 sind das rund fünf Prozent des Volumens, die vor jeder Auszahlung abgehen. Ein Tipp bleibt eine Einschätzung — auch ein guter.

Wie rechnet sich der Gewinn einer Kombiwette?

Der mögliche Rückfluss ist Einsatz mal Gesamtquote, wobei die Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten ist. Drei Quoten von 1.90, 2.10 und 1.80 ergeben 7’182; aus CHF 20 werden damit bis zu CHF 143.64. Bei Swisslos wird das Ergebnis zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen abgerundet.

Welche Mindest- und Höchsteinsätze gelten bei Sporttip und Jouez Sport?

Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000, für Systemwetten bei CHF 10’000. Bei Jouez Sport sind es online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2, mit einem Höchsteinsatz von CHF 500 pro Einzel- oder Kombiwette.

Inhalt erstellt vom Team «wettenlegalch»