Nations League Wetten in der Schweiz – der Preis steckt in der Quote

Updated Oktober 2026
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Ein Fussball liegt auf dem Mittelpunkt eines leeren Rasens, im Hintergrund steigen steile Tribünen in der Dämmerung auf.

Stand: Oktober 29, 2026. Die Angaben zu Bewilligungen, Limiten und Teilnahmebedingungen wurden gegen die Gespa als interkantonale Geldspielaufsicht und gegen die veröffentlichten Spielregeln und Teilnahmebedingungen der beiden Schweizer Veranstalter geprüft.

Die UEFA Nations League wurde am 27. März 2014 auf dem UEFA-Kongress in Astana beschlossen; die Erstaustragung war 2018/19, Veranstalter ist die UEFA.

Wer in der Schweiz auf ein Spiel der Nations League setzen will, hat genau zwei Adressen zur Auswahl. Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Das ist keine Bequemlichkeit des Marktes, sondern die Obergrenze, die die Kantone gesetzt haben. Alles andere, was unter den Suchtreffern auftaucht, hat keine Schweizer Bewilligung.

Der Wettmarkt für die Nations League ist damit klein, aber nicht uninteressant. Die Ligen A bis D, die Gruppen mit drei oder vier Teams, Hin- und Rückspiel – daraus entsteht eine Menge an Spielen, die sich in Formkurven und Tabellen abbilden lässt. Was daraus nicht entsteht, ist Sicherheit. Und das ist der Punkt, an dem die meisten Wettseiten aufhören zu rechnen.

Diese Seite rechnet. Was kostet eine Quote, bevor das erste Tor gefallen ist. Was kostet ein Kombiboost, wenn man ihn zerlegt. Was kostet eine Verlustlimite, die man beim Anmelden setzen muss, bevor man überhaupt weiss, wie man spielt.

Wie die Nations League aufgebaut ist und warum das die Quoten bestimmt

Das Format ist die erste Grösse, die den Preis beeinflusst, und es lohnt sich, es einmal sauber aufzuschreiben. Die UEFA Nations League wurde am 27. März 2014 auf dem UEFA-Kongress in Astana beschlossen, die Erstaustragung war 2018/19, Veranstalter ist die UEFA. In vier Ligen (A bis D) spielen die 55 Mitgliedsverbände in Gruppen mit drei oder vier Teams, jeweils in Hin- und Rückspiel; seit 2020/21 gibt es 14 Gruppen. Die Endrunde ist ein Final Four der Ligasieger aus Liga A, seit 2024/25 mit einem vorgeschalteten Viertelfinale.

Der sportliche Wert des Wettbewerbs steht und fällt mit einer Frage, die vor jedem Spieltag neu beantwortet werden muss: Wie ernst nimmt die Mannschaft dieses Spiel. Die Nations League läuft mitten in einer Saison, oft drei Tage nach einem Ligaspiel und drei Tage vor dem nächsten. Mannschaften, die in ihrer Liga gegen den Abstieg kämpfen, rotieren. Mannschaften mit einem grossen Kader spielen mit einer halben B-Mannschaft und gewinnen trotzdem. Genau diese Varianz ist es, die eine Quote bei einem Spiel der Nations League schwerer kalkulierbar macht als bei einem Pokalfinale, und sie ist der Grund, warum sich ein Blick auf die Aufstellungen mehr lohnt als ein Blick auf die letzten fünf Resultate.

Dazu kommt ein Mechanismus, den viele Wettende gar nicht auf dem Schirm haben. Die Ergebnisse der Nations League dienen als Setzliste für die EM- und WM-Qualifikation; für die EM-Qualifikation werden drei Startplätze über Play-offs vergeben, die auf der Nations League basieren. Ein Gruppenspiel im Herbst kann also später über eine EM-Teilnahme entscheiden, und Mannschaften, die um einen Play-off-Platz in Liga B oder C kämpfen, haben mehr Grund, ernsthaft aufzustellen, als ihr Tabellenplatz auf den ersten Blick verrät. Wer das weiss, liest eine Tabelle anders. Wer es nicht weiss, wundert sich über Quoten, die nicht zur Form passen wollen.

Die sportliche Historie liefert dafür den Rahmen. Die UEFA Nations League 2024/25 gewann Portugal im Finale gegen Spanien: 2:2 nach Verlängerung, 5:3 im Elfmeterschiessen; die Endrunde fand in Deutschland statt. Portugal ist mit zwei Titeln (2018/19 und 2024/25) Rekordsieger. Der Wettbewerb hat in wenigen Ausgaben also schon eine klare Hierarchie ausgebildet – ein Umstand, der die Favoritenquoten in Liga A nach oben drückt und in den unteren Ligen kaum etwas bewegt.

Ligen, Gruppen und die Endrunde

Liga A ist die Bühne, auf der die Quoten am schärfsten sind, weil das Publikum hier am grössten ist und die Veranstalter am meisten Umsatz erwarten. In Liga D treffen Teams aufeinander, über die praktisch niemand belastbare Daten hat, und genau dort wird die Quote zur Vermutung – auf beiden Seiten des Tisches.

Die Gruppen mit drei oder vier Teams haben eine unangenehme Eigenschaft für den, der auf einen Gruppensieg setzt: Wenige Spiele bedeuten, dass ein einziger Ausrutscher die Tabelle kippt. In einer Vierergruppe mit sechs Spielen entscheidet oft das direkte Duell, und das direkte Duell ist zu Hin- und Rückspiel verzerrt. Für Kombinationswetten heisst das, dass zwei Voraussagen aus derselben Gruppe sehr viel näher beieinanderliegen, als ihre Einzelquoten suggerieren.

Die Endrunde ist ein Turnier im Turnier. Ab dem Viertelfinale – seit 2024/25 vorgeschaltet – fallen die Spiele in einen Zeitraum mit sehr wenigen Alternativen, und die Quoten reagieren entsprechend. Der Halbfinal und der Final gehören zu den Partien, in denen die Marge des Veranstalters am wenigsten Spielraum lässt.

Was passiert, wenn ein Spiel nicht stattfindet

Ein abgesagtes Spiel ist kein Randfall, sondern ein Terminproblem, das jeden Herbst auftaucht. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn (oder im Rahmen eines Turniers) nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Die 48-Stunden-Frist ist die eigentliche Information in diesem Satz. Wer eine Kombiwette aus fünf Voraussagen hält und eine davon fällt aus dem Rahmen, hält plötzlich eine Viererkombination mit einem Viertel des erhofften Gewinns – der Einsatz bleibt gebunden, die Quote 1.00 kostet den gesamten Ertrag dieser einen Voraussage.

Das ist einer der wenigen Fälle, in denen die Regulierung des Veranstalters dem Wettenden nicht schadet, sondern ihn schützt. Es bleibt trotzdem ein Kostenpunkt, denn in der Zwischenzeit ist das Geld nicht verfügbar.

Die Grundlagen: Einzelwette, Kombiwette, Systemwette, Livewette

Vier Wettarten tragen praktisch den ganzen Markt, und jede hat eine andere Kostenstruktur.

Einzelwette. Eine Voraussage, eine Quote. Der Rechenweg ist so einfach, dass man ihn schnell übersieht: Der Gewinnbetrag einer Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote (bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten) und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einem Einsatz von CHF 100 und einer Quote von 1.90 sind das CHF 189.95 nach der Rundung – der Veranstalter schneidet nicht am Gewinn, sondern an der Quote, und darüber im Abschnitt «Wo die Marge sitzt: 1.90 / 1.90 sind keine 100 Prozent».

Kombiwette. Mehrere Voraussagen, die Quoten multipliziert. Wer aus zwei Quoten von je 2.10 eine Gesamtquote von 4.41 macht, hat den Gewinn vervierfacht und gleichzeitig zwei Unsicherheiten multipliziert. Der Fehler, den ich bei Kombiwetten am häufigsten sehe, ist die Vorstellung, die Kombiwette sei «besser bezahlt». Sie ist anders bezahlt: Die Marge wird nicht addiert, sie wird multipliziert, und eine Quote von 1.90 in vier Voraussagen trägt vier Mal die Marge des Veranstalters.

Systemwette. Mehrere Voraussagen in mehreren Kombinationen, sodass ein Fehler nicht die ganze Wette killt. Bei Sporttip liegt hier der Höchsteinsatz bei CHF 10’000 statt CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette. Die höhere Limite ist kein Geschenk, sie spiegelt nur den höheren mathematischen Aufwand hinter dem Wettschein.

Livewette. Die Quote ändert sich mit dem Spielverlauf. Zwei Regeln bei Sporttip sind dabei praktisch wichtiger als jede Quotentaktik: Die Wette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird, und Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid) kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Der Livewetter, der bei einem Elfmeter auf «kein Tor» setzt und in der Sekunde vor dem Schuss bestätigt, spielt gegen eine Regel, die ihm den Einsatz zurückgibt und nichts gewinnen lässt.

Und dann ist da die Frage der regulären Spielzeit. Die umfasst bei Sporttip die reguläre Spieldauer (etwa Fussball 90 Minuten) plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer auf das Weiterkommen setzt und dabei das 1X2 in der regulären Spielzeit meint, verliert Wetten, die er für gewonnen hält. Die EM-Play-off-Mechanik macht diese Unterscheidung in der Nations League besonders relevant, weil in den Entscheidungsspielen die Verlängerung zum Regelfall wird.

Wo die Marge sitzt: 1.90 / 1.90 sind keine 100 Prozent

Jetzt zum Kern des Kostenthemas. Nehmen Sie einen illustrativen Zweiwegemarkt mit Quoten von 1.90 auf beiden Seiten – ausdrücklich ein Rechenbeispiel, kein zitiertes Angebot. Die Auszahlungsquote dieses Marktes liegt bei 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90), also rund 95 Prozent. Die Marge des Veranstalters ist die Differenz zu 100 Prozent und bewegt sich damit in der Gegend von 5 Prozent des Umsatzes, den dieser Markt einsammelt.

Wer gegen ein Beispiel mit zwei gleich hohen Quoten einwendet, ein realer Markt habe nie zwei identische Seiten, hat recht – und das ist der Punkt. In jedem realen Markt sind die Quoten so gelegt, dass die Summe der reziproken Werte über alle Ausgänge über 1 liegt, und je weiter sie über 1 liegt, desto teurer wird derselbe Einsatz. Die 5 Prozent bei einem sauber gepflegten Zweiwegemarkt sind die Untergrenze dessen, was ein Wettender in der Schweiz erlebt – bei einem Dreiwegemarkt mit Auswärtsfavoriten liegt die Auszahlungsquote typischerweise tiefer, und bei exotischen Märkten tiefer noch einmal. Die Marge ist keine Gebühr, die irgendwo ausgewiesen wird. Sie sitzt in der Zahl hinter dem Komma, und sie fällt bei jeder Wette an, die man setzt – ob man gewinnt oder verliert.

Genau deshalb ist die Quote bei zwei Anbietern nie «dieselbe Zahl in anderer Schrift». Bei zwei Veranstaltern wie Sporttip und Jouez Sport, die ihre Quoten unabhängig kalkulieren, entscheidet die Marge über den Ertrag einer identischen Voraussage.

Was Quoten über Chancen sagen und was nicht

Die Quote ist der Kehrwert einer Wahrscheinlichkeit, die der Veranstalter ansetzt, abzüglich seines Aufschlags. Auf einer Quote von 2.00 steht eine implizite Chance von 50 Prozent vor der Marge, nach der Marge von weniger. Der Weg zurück zu einer fairen Quote wäre, die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge zu normieren – praktisch macht das kaum ein Wettender, und genau darauf setzt der Veranstalter.

Wichtiger als die Rechnung ist ihre Grenze. Eine Quote beschreibt nicht das Spiel, sondern die Meinung eines Buchmachers über das Spiel, zusammen mit seinem Preis für die Vermittlung dieser Meinung. Ein Team mit einer Quote von 1.40 ist nicht mit 71 Prozent Wahrscheinlichkeit siegreich; es ist die Mannschaft, für deren Sieg der Veranstalter am wenigsten Risiko übernehmen will.

Rechtslage Schweiz: eine Bewilligung, die nur hier gilt

Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) und werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) beaufsichtigt – nicht von der ESBK, die ausschliesslich die Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung besteht aus einer Veranstalterbewilligung und einer Bewilligung pro Spiel und gilt nur in der Schweiz. Two words are worth keeping apart: die Bewilligung, nicht die Lizenz. Wer in der Schweiz ein Sportwettangebot betreibt, braucht sie; wer sie nicht hat, hat nichts, was in der Schweiz zählt.

Ein Schreibtisch mit einem geschlossenen Laptop und einer Zimmerpflanze vor einem Fenster mit Blick auf eine Bergkette im Morgenlicht.
Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft) hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.

Weil die Bewilligung nur in der Schweiz gilt, ist die Landkarte zweigeteilt. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Jouez Sport deckt die Westschweiz ab. Ein Online-Spielerkonto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus und faktisch einen Wohnsitz im Gebiet des jeweiligen Veranstalters.

Der Reinertrag geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen. Das ist keine Fussnote. Es ist der Grund, warum die beiden Veranstalter überhaupt existieren und warum kein dritter dazukommt.

Was in der Schweiz überhaupt gewettet werden darf

Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Version 10.09.2026). Qualifikationsrunden stehen nur darin, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet, und Wettläufe des Trainings nie. Die Liste enthält keine Eckball- und Kartenmärkte und keine Esport-Sektion. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt. Wer wissen will, ob eine bestimmte Nations-League-Partie und eine bestimmte Wettart spielbar sind, findet die Antwort in dieser Liste und nirgendwo sonst.

Eine Handvoll weiterer Dinge, die aus dem Regelwerk folgen und die man vor dem ersten Wettschein kennen sollte:

Ein Punkt, der bei Schweizer Sportwetten oft falsch behauptet wird: Es gibt keine Wettsteuer auf den Einsatz. Wer auf einer ausländischen Seite liest, der Schweizer Fiskus nehme einen Anteil am Einsatz, liest über eine Rechtsordnung, die es hier nicht gibt.

Die Sperrliste und die Marke ohne Bewilligung

Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (erste Liste 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt – Domain-Hopping. Bet365 steht auf der Liste; die Gespa nennt in diesem Zusammenhang ausserdem Interwetten und Bet-at-Home.

Für die Marken im Abschnitt «Rangliste: zehn Anbieter nach Programm, Limiten und Auszahlungsregeln» heisst das konkret: keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz. Eine ausländische Bewilligung – Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land – hat in der Schweiz keine Kraft. Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung veranstaltet, macht sich strafbar; für gewerbsmässigen Betrieb drohen bis zu fünf Jahre. Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Von einem Zahlungsblock gegen unzulässige Wettanbieter ist in der Schweiz nichts zu holen: Ein solches Werkzeug existiert nicht, und wer Banken oder Kartensysteme für die Abschottung verantwortlich macht, erzählt eine Geschichte, die nicht stimmt.

Der ehrliche Rahmen sieht so aus: bewilligt bedeutet vollen Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste an Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzpflicht und eine Identitätsprüfung. Ohne Bewilligung bedeutet das Gegenteil in jedem Punkt. Keine der beiden Seiten ist «die sichere Wahl» von sich aus.

Spielerschutz: Verlustlimiten, Zahlungslimiten, Spielsperre

Die Limiten setzt der Spielende, nicht der Staat. Der Veranstalter muss aber einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Switzerland hat keine gesetzlich fixierte Einzahlungsobergrenze – die Zahlen, die auf dem Wettschein stehen, stammen aus den Bedingungen des Veranstalters.

Eine Sanduhr steht auf einem Holztisch neben einem Glas Wasser, schräges Morgenlicht wirft einen langen Schatten über die Tischplatte.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen (Oberlimite CHF 9'999, unter 21 Jahren CHF 1'000).

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen (Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000); eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Die 72 Stunden sind die interessante Zahl in diesem Satz, denn das Statut lässt eine Erhöhung nach 24 Stunden zu, während Swisslos und Loterie Romande in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden anwenden. Der Unterschied zwischen 24 und 72 Stunden ist die Zeit, in der man eine impulsive Entscheidung noch zurücknehmen kann.

Und dann sind da die drei Fristen, die man beim Anmelden setzen muss, bevor man die erste Quote gesehen hat. Eine Verlustlimite für 30 Tage zu wählen, wenn man noch nie auf dem Portal war, ist eine Schätzung über das eigene Verhalten. Die Oberlimite von CHF 9’999 liegt für die meisten Haushalte so hoch, dass sie faktisch kein Limit ist; die Grenze von CHF 1’000 für unter 21-Jährige ist die einzige Zahl in dieser Reihe, die für einen normalen Spielenden überhaupt bindet. Wer eine Limite setzt, die er nie berührt, hat keine Limite gesetzt, sondern ein Formular ausgefüllt.

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das Register ist der stärkste Mechanismus im Schweizer System. Es folgt einer Sperre über die Plattform hinaus. Sperrregister und Bewilligungssystem gehören zusammen: Nur wer an das Register angeschlossen ist, kann eine Sperre auch durchsetzen. A voluntary exclusion can be lifted only after three months, and a self-chosen break of up to six months must be offered. Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Ein Wort zur Realität an den Verkaufsstellen. Die Gespa führte 2025 Testkäufe durch und verkaufte an Verkaufsstellen in 47.5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person. Man soll den Schutz an der Verkaufsstelle deshalb nicht als streng darstellen – er ist es nicht. Wer sein Wettscheinverhalten über eine Verkaufsstelle laufen lässt und sich auf die Kontrolle dort verlässt, verlässt sich auf eine Quote von etwa eins zu zwei.

Steuern: Gewinn bis zum Steuerfreibetrag, danach je nach Kanton

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen – die ESTV nennt die Sportwetten ausdrücklich – sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundeswert liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, 2025 waren es CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, deshalb heisst die korrekte Formulierung je nach Kanton und nicht der eine kantonale Satz.

Für die Praxis heisst das: Ein normaler Wettender gewinnt weit unterhalb dieser Schwelle, zahlt keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die man über die Steuererklärung zurückholt, indem man den Gewinn deklariert.

Der Punkt, den man beim Vergleich mit ausländischen Anbietern mitnehmen sollte: Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis des Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als voll steuerbares Einkommen. Der Wegfall der Verrechnungssteuer ist also nicht automatisch ein Steuervorteil. Wer vor einer grösseren Auszahlung steht, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung und verlässt sich nicht auf ein Forum.

Prognosen und Strategie: was Statistik leisten kann und was nicht

Statistiken, Formkurven und Quoten helfen bei der Einschätzung eines Spiels, doch ein Wert-Tipp bleibt eine Schätzung ohne Gewinngarantie und ist kein Einkommen. Dieser Satz steht hier nicht als Warnhinweis am Rand, sondern weil er den Kern der Sache trifft: Wer aus Wetten ein Einkommen machen will, muss die Marge überwinden, und die Marge ist kein Umstand, den man ignoriert, sondern der Gegner.

Form, Tabelle und das Problem der kleinen Stichprobe

Die Nations League liefert pro Mannschaft eine Handvoll Spiele pro Saison. Bei vier Spielen in einer Gruppe sind drei Resultate eine Stichprobe, aus der sich statistisch fast nichts ableiten lässt. Wer eine Formkurve über diese Spiele zieht, zeichnet in Wahrheit die Aufstellungsentscheidungen der Trainer nach: Eine Mannschaft, die mit einer B-Auswahl verliert, «steckt im Formtief», und die Woche darauf steht dieselbe Mannschaft mit voller Kapelle und gewinnt 3:0. Die Formkurve hat beides gezeigt und nichts erklärt.

Was tatsächlich mehr Information trägt, sind Faktoren, die unabhängig vom Ergebnis stabil bleiben: der Kaderwert, die Spielweise, die Frage, ob der Trainer für dieses Spiel rotieren muss. Das sind keine Zahlen, die auf einer Wettseite stehen. Man muss sie sich zusammensuchen, und dafür ist der Aufwand in Liga D oft grösser als der mögliche Ertrag.

Was ein Value-Bet ist und warum er keiner Garantie gleichkommt

Ein Value-Bet ist eine Wette, bei der die eigenen geschätzten Chancen über den Chancen liegen, die in der Quote stecken. Wenn ich einem Team eine Chance von 55 Prozent gebe und der Veranstalter eine Quote von 2.10 anbietet*, dann ist die Wette nach meiner Einschätzung wertvoll.

Der Stern hinter diesem Beispiel ist der wichtigste Teil des Satzes. Alles an einem Value-Bet hängt an der eigenen Schätzung, und die eigene Schätzung ist nicht messbar. Ein Value-Bet ist nicht dann gut, wenn er gewinnt – die eine Wette sagt nichts. Er ist auch nicht dann gut, wenn er verliert. Was ihn von einer Bauchwette unterscheidet, ist allein, dass man die Schätzung begründen kann und dass die Begründung nicht aus dem Ergebnis des letzten Spiels besteht.

Und selbst wenn die Schätzung über viele Wetten hinweg richtig ist, bleibt die Marge ein permanenter Gegenwind. Wer bei einer Auszahlungsquote von 95 Prozent auf Dauer die Nase vorn haben will, muss besser schätzen als der Buchmacher – nicht besser als der Nachbar, besser als der Buchmacher. Das ist eine hohe Latte, und die meisten kommen nicht darüber. Ein System, das 90 Prozent der Voraussagen richtig hat, kann trotzdem Verlust machen, wenn die 90 Prozent auf Quoten von 1.05 gesetzt werden und die 10 Prozent auf Quoten von 8.00.

Was eine Wette auf die Nations League praktisch kostet

Rechnen wir eine realistische Voraussage durch, ohne eine bestimmte Quote zu behaupten. Der Einsatz beträgt CHF 50. Fällt die Wette auf einen Zweiwegemarkt mit 1.90, kommen bei einem Treffer CHF 95.00 zurück, also CHF 45 Gewinn vor der 5-Rappen-Rundung, die Swisslos anwendet. Fällt sie, sind die CHF 50 weg.

Von den CHF 45 Gewinn gehört nichts einem selbst, bis die Marge und die Verlustseite der Bilanz dagegen gerechnet sind. Bei einer Marge von 5 Prozent auf diesen Markt – dem Beispiel oben, nicht einer zitierten Zahl – kostet jede hier gesetzte Wette im Durchschnitt etwa CHF 2.50 des Einsatzes. Über zwanzig Wetten sind das CHF 50, also der Ausgangseinsatz. Das ist kein Argument gegen Wetten. Es ist das Argument dafür, den Einsatz nicht als Geld zu betrachten, das nur auf den richtigen Tipp wartet.

Und es ist das Argument gegen die Vorstellung, ein Wert-Tipp sei ein Einkommen. Die beste Prognose der Welt gewinnt gegen ein Portemonnaie nicht an, das die Marge nicht einrechnet.

Rangliste: zehn Anbieter nach Programm, Limiten und Auszahlungsregeln

Zwei Schweizer Veranstalter, acht ausländische Marken. Die Reihenfolge ist keine Empfehlung, sondern die Ordnung, in der die Angebote hier besprochen werden. Ein Massstab lohnt sich, bevor die individuelle Note kommt: Die beiden Schweizer Häuser sind die einzigen mit Bewilligung und unterstehen damit der geschlossenen Wettliste, dem Sperrregister und der Auszahlung auf ein Konto des Kontoinhabers. Die ausländischen Marken betreiben ihr Angebot nach eigenen Hausregeln.

Brand Schweizer Bewilligung Veranstalter oder gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Bewilligung für ein Grossspiel (Veranstalter- und Spielbewilligung) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Aufsicht Gespa
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung für ein Grossspiel (Veranstalter- und Spielbewilligung) Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande); Aufsicht Gespa
myBet keine Schweizer Bewilligung keine massgebende Bewilligung bekannt
bet365 keine Schweizer Bewilligung keine massgebende Bewilligung bekannt
X3Bet keine Schweizer Bewilligung Tobique (Kanada), nach Angaben Dritter
DirectionBet keine Schweizer Bewilligung keine massgebende Bewilligung bekannt
FortuneJack keine Schweizer Bewilligung keine massgebende Bewilligung bekannt
MrXbet keine Schweizer Bewilligung keine massgebende Bewilligung bekannt
Betify keine Schweizer Bewilligung keine massgebende Bewilligung bekannt
Boomerang Bet keine Schweizer Bewilligung keine massgebende Bewilligung bekannt

Die Tabelle sagt nicht, welche Marke das bessere Angebot hat. Sie sagt, was von einer Auszahlung übrig bleibt, wenn es Streit gibt. Bei einer Bewilligung nach BGS gibt es eine Aufsichtsbehörde in Bern, eine Adresse in Basel oder Lausanne und die Pflicht, Gewinne auf das eigene Zahlungskonto zu überweisen. Bei einer Marke ohne Bewilligung gibt es nichts davon: keine Schweizer Aufsicht, keinen Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Verfahren. Die Spalte mit der Bewilligung ist deshalb die einzige, deren Wert sich in Franken ausdrücken lässt – sie entscheidet über Positionen, für die man sonst einen Anwalt braucht.

Was die Domain-Sperre praktisch bedeutet: Eine blockierte Adresse ist innert Stunden durch eine neue ersetzt. Wer sein Spielerkonto bei einer Marke ohne Bewilligung führt, weiss beim nächsten Zugriff nicht, ob er sie morgen noch vorfindet. Und wer dort ein Verlustlimit oder eine Selbstsperre hinterlegt, sperrt sich gegen eine Plattform, nicht gegen sein Spiel.

Swisslos Sporttip: das Programm, das die anderen nicht haben dürfen

Swisslos ist die Vollversion des Schweizer Modells. Bewilligung für ein Grossspiel nach BGS unter Aufsicht der Gespa, Sitz der Genossenschaft in Basel, Produkt Sporttip, dazu die Lotterien. Der Vertragskreis umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Das Wettangebot ist nicht nach Geschmack geschnitten, sondern nach Liste. Bewilligte Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten stehen in der Gespa-Liste; Eckball- und Kartenmärkte fehlen darin. Wer bei Sporttip ein Spiel der Nations League spielt, spielt also in einem Korsett – und dieses Korsett ist kein Qualitätsurteil über den Buchmacher, sondern der Preis der Bewilligung. Wer Kartenmärkte oder Esport sucht, sucht sie bei Sporttip vergeblich, und das wird sich nicht ändern.

Bei den Einsätzen gelten CHF 1 als Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 1’000 als Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die untere Grenze von CHF 1 ist für Gelegenheitswettende angenehm; die obere Grenze von CHF 1’000 pro Wette ist eine reale Schranke für jeden, der mit höheren Einsätzen arbeiten will, und sie ist nicht verhandelbar.

Zum Onlinetooling: Der Kombiboost gilt nur online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen, Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Die Mindestquote von 1.50 in vier Voraussagen ist die unterschätzte Zahl in diesem Absatz: Sie schliesst genau die sicheren Favoritenwetten aus, mit denen viele ihre Kombi auffüllen, und sie zwingt den Boost in den Bereich, in dem die Trefferwahrscheinlichkeit sinkt. Ein Boost auf eine Kombination ist keine Erhöhung der Gewinnchance. Er ist eine Erhöhung des Betrags, den man verliert, wenn eine der vier Voraussagen nicht aufgeht.

Zum Cash-Out: verfügbar für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Wer den Cash-Out als Absicherung liest, liest ihn falsch: Es ist ein Verkauf der Wette an den Veranstalter zu dessen Preis.

Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Das ist eine Regel, die man einmal verstehen muss, bevor man sie erlebt.

Und ein Auszahlungsdatum, das man kennen sollte: Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos; eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben.

Wo der Wert dieser Marke liegt, ist damit klar umrissen: in der Bewilligung und in der Überweisungspflicht, nicht in der Marktbreite. Wer Kartenspiele, Sonderwetten und ein Liveprogramm nach Wunsch sucht, wird bei Sporttip dauerhaft an eine Liste stossen, die nicht wächst, weil sie nicht wachsen soll.

Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Recht, kleinerer Markt

Die Loterie Romande ist die zweite und letzte Adresse mit Bewilligung. Sie veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.

Diese Zahlen beschreiben ein physisches Netz, und das ist der interessanteste Zug an diesem Veranstalter. Wer in Genf oder Lausanne wohnt, kann sein Konto online führen und trotzdem an der Verkaufsstelle spielen; wer nur alle paar Wochen einsteigt, findet dort eine Barabwicklung ohne Registrierungsprozedur. Die 2’350 Verkaufsstellen sind in einem Land mit 26 Kantonen keine Selbstverständlichkeit, und für manche Spielende ist der Gang zur Verkaufsstelle der einzige Wettzugang, der ohne Konto und ohne Limitformular funktioniert.

Der Markt bleibt derselbe wie bei Sporttip, weil die Gespa-Liste beide bindet. Die Auswahl ist nicht kleiner, weil die Loterie Romande weniger könnte, sondern weil das Regelwerk für beide gleich ist. Wo sich die beiden Häuser unterscheiden, unterscheiden sie sich in der Umsetzung: in Quotenkalkulation, im Onlineprogramm und in den eigenen Bedingungen zu Limiten und Erhöhungsfristen.

Der Vertragskreis ist die eigentliche Hürde. Wer aus der Deutschschweiz kommt, kann kein Jouez-Sport-Konto eröffnen, und wer im Wallis wohnt, kann nicht zu Sporttip. Diese Zuweisung ist starr, sie folgt dem Wohnsitz und nicht dem Geschmack.

Und der 72-Stunden-Punkt aus dem Spielerschutz gilt hier wie dort, weil beide Veranstalter dieselbe eigene Frist anwenden. Eine Verlustlimite zu erhöhen, ist in der Westschweiz genauso wenig eine Sache von Minuten.

myBet: nichts, was in Bern zählt

myBet gehört zur Gruppe der Marken, die Schweizer Spielende im Netz antreffen und die in keinem Register der Gespa als Veranstalter auftreten. Es gibt keine Schweizer Bewilligung; eine Bewilligung, die in der Schweiz keine Kraft hat, hilft nur in dem Land, das sie ausgestellt hat. Der Anschluss an das Sperrregister fehlt, ein Schweizer Rechtsweg ebenfalls, und die Domain kann auf der Sperrliste landen.

Nichts davon bedeutet, dass die Seite unseriös aussieht. Es bedeutet, dass niemand in Bern ein Auge darauf hat. Wer dort spielt, verzichtet auf die drei Dinge, die das Schweizer System ausmachen – Aufsicht, Sperrregister, geregelte Auszahlung – und bekommt im Gegenzug die Marktbreite, die hierzulande niemand anbieten darf. Die Kartenmärkte, die Sporttip fehlen, findet man dort. Die Frage ist, was einem diese Kartenmärkte wert sind, wenn im Streitfall kein Schweizer Adressat existiert.

Wer bereits ein Konto unterhält und nur ein Spiel ausprobieren will, findet dort mehr Märkte; wer sein Hauptkonto sucht, findet dort kein Sicherheitsnetz.

bet365: grosses Programm, Name auf der Sperrliste

bet365 ist die bekannteste Marke in dieser Liste und gleichzeitig eine, deren Domain bereits auf der Gespa-Sperrliste geführt wird. Keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Die Aufmerksamkeit, die diese Marke bekommt, kommt aus dem Ausland und aus dem gefüllten Wettprogramm. Für einen Schweizer Spielenden ist sie trotzdem eine Sperrliste-Adresse.

Wer sie trotzdem nutzt, muss wissen, was er nicht nutzt: die Auszahlung auf ein Konto des Kontoinhabers nach Schweizer Bedingungen, die Wohnsitzprüfung und das Sperrregister. Genau jene Mechanismen fehlen einer Marke, die wegen ihres Umfangs oft als sicherer eingeschätzt wird, als sie für einen Schweizer Kontoinhaber ist.

Bemerkenswert ist weniger die Marke als der Mechanismus, den sie illustriert: Domain-Hopping ersetzt eine blockierte Adresse innert Stunden. Wer glaubt, eine Sperrliste schliesse den Zugang, verkennt, wie schnell Ersatz entsteht – der Zugang bleibt offen, die Aufsicht fehlt weiterhin.

X3Bet: gemeldete Bewilligung, die nichts ändert

X3Bet ist der einzige Fall in dieser Liste, wo eine konkrete ausländische Bewilligung nach Angaben Dritter gemeldet wird: Tobique in Kanada. Für die Schweiz ändert das nichts. Die Bewilligung hat nach Art. 4 BGS keine Kraft in der Schweiz, und die Marke ist kein Veranstalter im Sinne des Gesetzes. Kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrlisten-Risiko inklusive.

Die gemeldete Bewilligung ist damit das beste Beispiel für eine Zahl, die nichts bewirkt. Sie klingt nach Regulierung und erfüllt keine der drei Funktionen, die Regulierung für einen Wettenden hat. Wer sich auf das Wort «Bewilligung» verlässt, sollte nachfragen, welches Land gemeint ist und ob dieses Land gegenüber einem Schweizer Wohnsitz etwas durchsetzen kann.

Klarer Fall: ein Angebot ohne Schweizer Bezug, mit einem Registereintrag, der bei Problemen nicht weiterhilft.

DirectionBet: austauschbar, und das ist das Problem

DirectionBet hat keine Schweizer Bewilligung, keine bekannte massgebende Genehmigung, keine Verbindung zum Sperrregister und kein Schweizer Verfahren. Auf der Seite selbst wird man ein ausführliches Wettprogramm finden. Es gibt in dieser Liste mehrere Marken dieser Art, und DirectionBet ist eine davon.

Der praktische Massstab ist hier nicht die Qualität des Angebots, sondern seine Austauschbarkeit. Wenn drei Marken dieselbe Rechtsstellung, dieselbe fehlende Aufsicht und dasselbe Sperrlisten-Risiko tragen, kann der Wettende praktisch nur nach Programm und Bedienung wählen – und für eine Auszahlung im Streitfall bekommt er bei keiner mehr als eine E-Mail-Adresse im Ausland.

Der Unterschied zu den beiden Schweizer Häusern ist damit kein gradueller, sondern ein struktureller. Was hier an Programmbreite dazukommt, wird dort an Durchsetzbarkeit abgezogen.

FortuneJack: wer wechselt, wirft das Limit mit weg

FortuneJack betreibt sein Angebot ohne Schweizer Bewilligung, ohne Anschluss an das Sperrregister und ohne Schweizer Rechtsweg. Die Domain kann blockiert werden.

Im Kontext dieser Seite ist der wichtigste Punkt nicht das Programm, sondern die Frage, was ein Umzug kostet. Wer bei Swisslos spielt, hat Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt und kann sich für 1 bis 180 Tage zugangsbezogen sperren. Eine Marke ohne Bewilligung kennt diese Struktur nicht, und eine Selbstsperre dort sperrt nur gegen diese eine Plattform. Wer sein Limit bei einem Veranstalter hinterlegt hat, verliert es beim Wechsel zu einer Marke ohne Registeranschluss – die Sperre, mit der man sich selbst geschützt hat, gilt dort nicht.

Das ist der eigentliche Preis des Wechsels. Nicht das Fehlen einer Bewilligung, sondern das Fehlen der eigenen Limite.

MrXbet: Limiten, die niemand gegenprüft

MrXbet gehört zur Gruppe ohne Schweizer Bewilligung, ohne bekannte massgebende Genehmigung, ohne Sperrregister-Anschluss und mit dem üblichen Blocking-Risiko.

Der Punkt, der diese Marke von den Schweizer Häusern trennt, ist die Herkunft der Zahlen. Die Limiten, mit denen man bei Sporttip und Jouez Sport operiert, stammen aus allgemein zugänglichen Bedingungen und unterliegen einer Aufsicht. Bei einer ausländischen Marke stammen sie aus den Hausregeln des Anbieters, und es gibt keine Stelle in der Schweiz, die sie prüft.

Wer Einsätze plant, prüft die Limiten deshalb nicht im Bonus-Banner, sondern in den Teilnahmebedingungen – dort, wo auch die Höchsteinsätze, die Auszahlungsfristen und die Regeln zu ungültigen Wetten stehen. Ob eine Marke ein Höchsteinsatz von CHF 1’000 je Wette anwendet, ist keine Information, die man von aussen bekommt.

Betify: der Bereich, den die Gespa-Liste ausschliesst

Betify fällt in dieselbe Kategorie: keine Schweizer Bewilligung, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, Blocking-Risiko.

Was sie für einen Teil der Spielenden interessant macht, ist genau jener Bereich, den die Gespa-Liste ausschliesst. In der Liste stehen keine Eckball- und Kartenmärkte und keine Esport-Sektion; wer solche Wetten sucht, findet sie im bewilligten Schweizer Angebot nicht und im Ausland schon. Ob ein einzelner Anbieter sie führt, ist eine Frage seiner eigenen Bedingungen, und wer das prüfen will, schaut in sein Wettprogramm und nicht in eine Bewertung.

Damit ist auch die Zielgruppe dieser Marke benannt: Spielende, die eine Wettart suchen, die hierzulande niemanden haben darf. Der Weg zu dieser Wettart führt über den Verzicht auf die Aufsicht, und das ist kein Nebeneffekt, sondern der Preis.

Boomerang Bet: die Adresse und der Ansprechpartner

Boomerang Bet trägt dieselbe Rechtsstellung wie die übrigen Marken ohne Bewilligung: kein Schweizer Veranstalter, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrlisten-Risiko.

Man kann über diese Marke wenig sagen, was nicht über die fünf vor ihr auch gesagt werden kann, und das ist bereits die Antwort auf die Frage, ob sich ein Wechsel lohnt. Was der Wettende bei einer solchen Adresse mitnimmt, ist ein Konto ohne lokalen Ansprechpartner. Wenn eine Auszahlung stockt, führt der Weg ins Ausland, sprachlich und rechtlich.

Wer in der Schweiz spielen will und ein Konto mit geregelter Auszahlung und einem Registeranschluss sucht, hat zwei Adressen zur Wahl. Alles darüber hinaus ist eine Entscheidung über den Zugang, nicht über den Schutz.

Häufige Fragen zu Nations League Wetten in der Schweiz

Darf man in der Schweiz auf Spiele der Nations League wetten, und bei wem?

Ja, aber nur bei Swisslos (Sporttip) und der Loterie Romande (Jouez Sport). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Sportwetten auf zwei begrenzt; beide brauchen eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel nach dem Geldspielgesetz, beaufsichtigt von der Gespa. Welcher der beiden für Sie in Frage kommt, hängt vom Wohnsitz ab.

Wie prüfe ich, ob eine Nations-League-Partie und meine Wettart bewilligt sind?

Über die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, aktuell in der Version vom 10.09.2026. Qualifikationsrunden und Frauenwettbewerbe stehen nur darin, wenn sie ausdrücklich gelistet sind; Eckball- und Kartenmärkte sowie Esport fehlen. Massgeblich ist die Liste, nicht das, was ein Anbieter im Menü anzeigt.

Was zählt bei Wetten auf Länderspiele als reguläre Spielzeit?

Die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit – im Fussball also 90 Minuten plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. In Entscheidungsspielen entscheidet diese Abgrenzung darüber, ob eine Wette auf das Weiterkommen aufgeht.

Was ist ein Value-Bet, und warum bleibt jede Prognose eine Schätzung?

Ein Value-Bet liegt vor, wenn die eigene geschätzte Wahrscheinlichkeit über der in der Quote steckenden liegt. Die Quote enthält bereits die Marge des Veranstalters, und die eigene Schätzung ist nicht überprüfbar. Aus einer richtigen Voraussage folgt deshalb kein garantierter Gewinn, und aus Wetten folgt kein Einkommen.

Welche Verlustlimiten gelten vor der ersten Wette, und wie wirkt eine Spielsperre?

Bei Sporttip müssen vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für unter 21-Jährige. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Eine unbefristete Spielsperre steht in einem schweizweiten Register, das auch für Casinos und in Liechtenstein gilt.

Wie wird ein Gewinn besteuert, und was bedeutet der Steuerfreibetrag je nach Kanton?

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Freibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei; ab 1.1.2026 liegt der Bundeswert bei CHF 1’071’000. Oberhalb behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein. Der kantonale Freibetrag weicht ab, deshalb gilt je nach Kanton – im Zweifel bei der kantonalen Steuerverwaltung nachfragen.

Inhalt erstellt vom Team «wettenlegalch»